Archiv für Dezember 2009

thorsteinar.de gehackt

Der 26. Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) gab vor kurzem bekannt das die Kundebank des Onlineversandshops „thorsteinar.de“ gehackt wurde, wobei über 54.400 Einträgen veröffentlicht wurden. Die bei Neonazis beliebte Marke „Thor Steinar“ ist nun neben der unbekannteren Nazimarke „Eric & Sons“ der 2.Onlineshop, welcher gehackt wurde und bei dem die Kundendaten veröffentlicht wurden.
Der Chaos Computer Club veranstaltet jährlich einen Kongress über mehrere Tage statt. Auf der Internetseite events.ccc.de steht dazu zitiert:

Der Kongress bietet Vorträge und Workshops zu einer Vielzahl von Themen und zieht ein bunt gemischtes Publikum von Tausenden von Hackern, Wissenschaftler, Künstler, und Utopisten aus aller Welt an.

Im letzten Jahr wurden auch politisch rechtsradikale Internetseiten gehackt. Ein beliebtes Ziel waren dabei die Seiten der NPD und deren Ortsverbänden. Dieser Hack auf „thorsteinar.de“ bietet nun Daten, u. A. von Kunden und Umsatzbilanzen des Unternehmens, an. Bemerkenswert war es mit eigenen Augen zu sehen, dass „Thor Steinar“ im Jahr 2007 ein Umsatz von 1.807.215,93 Euro und im Jahr 2008 ein Umsatz von 1.265.397,58 Euro erwirtschaftet hat.

Quelle:hier

Erwartungen erfüllt

Erwartungen erfüllt

COP15 ist vorbei und unsere Erwartungen an die Botschafter, Minister und Staatsoberhäupter von 193 Staaten wurden erfüllt. Es gibt nämlich keine Ergebnisse. Zwar wird in manchen Medien das Ziel die Erderwärmung auf 2°C zu beschränken als Erfolg gefeiert, doch da dieses Ziel absolut unverbindlich ist, bleibt es jedem Staat selbst überlassen ob er sich daran hält oder nicht. Doch angenommen alle würden sich daran halten wollen, sie würden es nicht schaffen die Klimakatastrophe aufzuhalten und die Welt langfristig zu “retten”, denn selbst die Zielsetzung die Erwärmung auf 2°C zu beschränken ist viel zu minimalistisch ausgelegt. Allein 2°C hätten fatale Auswirkungen auf unsere Lebensbedingungen.

Es bleibt also alles wie vorher: Viel Gerede, keine Taten und erst recht keine Schuldgeständnisse. Jeder beschuldigt den Anderen für die Klimakatastrophe verantwortlich zu sein.
So darf mensch sich fragen, was diese ganzen Politiker in den 2 Wochen in Kopenhagen gemacht haben. Mau-Mau gespielt? Urlaub? Party? Oder haben sie doch einfach nur die Polizisten dabei angefeuert tausende friedliche Demonstranten von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit abzuhalten? Wahrscheinlich Alles.

Wir stehen also genau da wo wir vorher standen. Und mittlerweile sollte jeder erkannt haben, dass man korrupten und machtbesessenen Politikern oder Wirtschaftsbossen kein Vertrauen schenken kann. Wenn sich etwas ändern soll, dann müssen wir agieren.

anarchistischer Funke

Kein Gerede, nur die Tat!

Klimagipfel Kopenhagen

Repression erreicht neuen Höhepunkt

In Kopenhagen entscheiden dieser Tage die Herrscher dieser Welt über die Zukunft dieses Planeten.
Es ist schon schlimm genug, dass die Menschen nur vertreten werden anstatt, dass sie mitreden können, und wie immer über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, aber was noch undemokratischer ist, ist die Tatsache, dass fast 1000 friedliche Demonstranten ohne logischen Grund von der dänischen Polizei davon abgehalten wurden ihre Meinung zu äußern.
Doch das war noch nicht alles. Die Art wie diese Menschen davon abgehalten wurden ist einfach nur unmenschlich und zeigt, dass dieses System in dem wir leben eindeutig faschistoide Züge hat. Menschen wurden mit Kabelbindern die Hände gebunden und sie mussten bei eisigen Temperaturen auf der kalten Straße sitzen, ohne die Möglichkeit auf einen Toilettengang oder etwas zu Trinken gehabt zu haben. Nach einigen Stunden wurden die Demonstranten mit Bussen zu extra eingerichteten Lagerhallen transportiert, wo sie die Nacht über in Käfigen gefangen gehalten wurden.
Doch alles war legitim, denn die dänische Regierung änderte kurz zuvor noch die Gesetze. Der Polizei ist es nun erlaubt auf Grund von bloßem Verdacht für sie potentielle gewalttätige Demonstranten festzunehmen.
Diese neuen Gesetze öffnen der Willkür alle Türen und ein Polizeistaat ist nicht mehr weit entfernt.
Von den fast 1000 festgenommenen Demonstranten liegen bei nur drei Gefangenen Verdachtsmomente vor. Weit über 900 Menschen wurden also völlig zu Unrecht gefangen gehalten, aber selbst bei den drei immer noch Gefangenen sollte man die Verhaftung ernsthaft in Frage stellen.

Klimagipfel-Halbzeit
Viel Zeit bleibt den Staatschefs und Ministern nicht mehr, um das Debakel eines erneut gescheiterten Treffens zu verhindern. Denn bisher ist noch nicht wirklich etwas dabei rumgekommen. Die Entwicklungsländer fühlen sich von den Industriestaaten nicht ernst genommen und wollen solange nichts unternehmen bis sich dies ändert und die Klimaschutz Ziele nicht höher gesteckt werden.
Was vielen Leuten schon vorher klar war, sollte in wenigen Tagen jedem offensichtlich sein -COP15 wird scheitern- . Nicht, weil sich die Länder nicht einig werden, auch nicht weil das Problem zu groß und zu kompliziert ist, sondern weil sich nie etwas ändern wird, wenn einige wenige über das Leben Aller entscheiden. Den Mächtigen dieser Welt interessiert es nicht, ob Milliarden Menschen hungern oder Tierarten aussterben oder ganze Landstriche bald unbewohnbar sind.
Veränderungen können nur von uns ausgehen! Also werdet aktiv!
there is no planet b
but there is a plan Ⓐ

anarchistischer Funke

Die Angstmaschine

Der neue Wasserwerfer der deutschen Polizei: fast zehn Meter lang, mit einem Tank für 10.000 Liter Wasser, offizielle
Bezeichnung: „Wasserwerfer 10.000″. Es ist die Zukunft dessen, was Demonstranten auf deutschen Straßen und Plätzen erwartet.
50 neue „Wasserwerfer 10.000″ hat die Polizei bereits bestellt, 78 Fahrzeuge sollen es insgesamt werden.
Rund 900.000 Euro wird ein Exemplar kosten. Der bis zu 31 Tonnen schwere Koloss ist vollgestopft mit Technik: mit modernstem Digitalfunk, mit drei Kameras, mit einer Kopierstation für Audio- und Videomaterial; neu auch das Außenmikrofon, mit dem die Insassen die die Verständlichkeit ihrer eigenen polizeilichen Durchsagen überprüfen können. Beim neuen Typ könnten die Bediener außerdem den Wasserdruck genauer regeln.

Aber zum Glück fehlt ja im Bereich Soziales, Bildung, Kultur etc. kein Geld …

anarchistischer Funke

FAU Berlin illegalisiert

»Der Freien ArbeiterInnen-Union Berlin wurde vom Landesgericht am 11. Dezember per einstweiliger Verfügung verboten sich weiterhin als „Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft“ zu bezeichnen. Bei Androhung einer Geldstrafe oder Haft müssen die „Ex“-GewerkschafterInnen ab nun darauf verzichten, ihre Arbeit beim Namen zu nennen. Seit annähernd einem Jahr kämpft die FAU Berlin mit Angestellten des halbkommunalen Kinos Babylon Mitte in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen im hochsubvetionierten Betrieb. Nach einem Arbeitskampf und Boykottaufruf, der laut Geschäftsführung zu erheblichen Problemen mit Medien- und KooperationspartnerInnen führte, hatte die Linkspartei Verhandlungen mit dem Vizelandesvorsitzenden von Verdi herbeigeführt, um auf die Schnelle einen Tarifvertrag abschliessen zu lassen und die Situation zu befrieden. Geschäftsführung, Linkspartei und Verdi-Chefetage teilen das gemeinsame Interesse einer alternativen Basisgewerkschaft abseits der etablierten Gewerkschaftslandschaft keinen Raum zu bieten. Nachdem vom Senat umgehend die Gelder für einen Abschuss an der Untergrenze des Verdi-Flächentarifs bereitgestellt wurden, müssen Verdi Berlin-Brandenburg, Berliner Regierungslinke und Babylon-Geschäftsführung offenbar sicherstellen, von der FAU keine weiteren kritischen Kommentare und gewerkschaftlichen Massnahmen befürchten zu müssen. Die FAU, die bisher selbstverständlich an Betriebsversammlungen teilnahm, arbeitete mit dem Großteil der Belegschaft einen Tarifvertragsentwurf aus und führte erste Gespräche mit der Geschäftsleitung. Nach der Verdi-Intervention forderte die Belegschaft einstimmig eine gemeinsame Verhandlungsführung der im Betrieb vertretenen Gewerkschaften mit der Geschäftsführung. Verdi verhandelte aber unter Umgehung aller Belegschaftsforderungen allein. Das faktische Verbot der „Gewerkschaft FAU Berlin“ ist vorläufiges Ergebnis eines kompromisslosen Vorgehens gegen die gewerkschaftliche Organisationsfreiheit der Beschäftigten.
Die Geschäftsführung hat flankierend angekündigt mit Rückendeckung durch Verdi alle Teilzeitstellen durch neu einzustellende Vollzeitkräfte zu ersetzten. Seit Gründung des Betriebsrats vor einem Jahr wurde die Belegschaft bereits um die Hälfte reduziert. Die Betriebsgruppe Babylon der FAU Berlin hat angekündigt sich nicht einschüchtern zu lassen und weiterhin hartnäckig für bessere Arbeitsbedingungen im Babylon einzustehen.«

Quelle: hier

Aus Trauer wird Wut!

Aus Trauer wird Wut!
In Griechenland sind aus einer Gedenkdemonstration zum ein jährigen Todestag von Alexandros Grigoropoulos(1993-2008), der von einem Polizisten ermordet wurde, erneut Proteste gegen die bestehenden Verhältnisse, wie Polizeigewalt, ein marodes Bildungssystem und ein schlechtes Gesundheitssystem geworden. Der Nachrichtensprecher des ARD kommentiert die Bilder des besetzten Universitätsgebäudes mit den Worten: “Über dem Universitätsgebäude weht die schwarz-rote Fahne der Anarchie“.
Wir erklären uns solidarisch mit den Freiheitskämpfern in Griechenland, auf das kein Mord ungesühnt bleibt oder vergessen wird, und die revolutionäre Stimmung gehalten werden kann!
Der Kampf geht weiter, Genossen!

anarchistischer Funke

mehr Informationen zum Thema hier

Flyer

Unter Flyer findet ihr jetzt unseren aktuellen Flyer speziell zur Weinachtszeit!

Kontakt

Unter Kontakt könnt ihr fragen zur Gruppe und oder Texten los werden. Auch wenn ihr selbst aktiv werden möchtet oder Kritik üben wollt seit ihr auf der Kontaktseite genau richtig, beachtet lediglich den Hinweis unter der Mailadresse.

Farb“anschläge“ in Berlin

In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember wurden zwoelf Gebäude in Berlin mit Farbe markiert. Das geschah aus Protest gegen den kommenden Klimagipfel in Kopenhagen und gegen das System, welches den Klimawandel zu verantworten hat.

Folgende Gebäude wurden getroffen:
Bundeskanzleramt, Axel-Springer-Haus, Vattenfall-Kundenzentrale, Einkaufszentrum Alexa am Alexanderplatz, ein Reisebüro, ein Lidl im Prenzlauer Berg, eine Bank in Schöneberg, der Allianztower, die Carlofts in Kreuzberg, ein Autohaus in Neukölln und ein McDonalds.

Als Bekennerschreiben wurde folgender Text herausgegeben (auch zu finden auf klimafarbe.blogsport.de)

Der Klimagipfel in Kopenhagen wird scheitern.
In einer auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft kann die Klimakrise nicht wirksam bekämpft werden. Wenn das Grundprinzip lautet, immer mehr Waren und Dienstleistungen zu produzieren, werden auch immer mehr Ressourcen benötigt, wird die Umwelt immer durchgreifender zerstört und der Klimawandel in seinen Auswirkungen immer bedrohlicher.

Lets make capitalism !

Der Kapitalismus, der die bestehende Ordnung bestimmt, ist nicht in der Lage, die selbstverursachten Systemwidersprüchlichkeiten, die sich im Klimawandel abbilden, aufzulösen. Denn er bildet den Ursprung des menschengemachten Klimawandels, da er mit seiner inneren Logik des Mehrwerts und des Marktes ein unersättliches Verlangen nach Ressourcen und (möglichst billig geleisteter) Arbeit hat. Er muss immer Wert produzieren, der Marktwert der Waren sinkt aber mit steigender Produktivität. Die Idee ist nun, einfach immer mehr Waren zu produzieren.
Aber in einer Welt mit endlichen Ressourcen wird diese Dynamik unausweichlich an ein zerstörerisches Ende stoßen und wird immer wieder Krisen produzieren.
Der Klimawandel und die jüngste Finanzkrise sind also kein Zufall, sondern logische Konsequenz dieser Wirtschaftsweise, die die Menschen einzwängt und das Leben auf der Erde elementar bedroht.
Das Marktprinzip hat sich längst von den Grenzen anfänglicher Industrien gelöst und ist zum Seinsprinzip schlechthin geworden. Prinzipiell wird alles Dasein „ökonomisiert“ und dementsprechend behandelt. Jetzt soll auch noch dem CO2 ein Preis zugeordnet werden und damit das Klimaproblem gelöst werden.
Das sind aber nur modifizierte Konstrukte, basierend auf der gleichen Verwertungslogik. Dem Glauben, den Herausforderungen damit gerecht zu werden, ist in seiner Hirnverbranntheit nicht mehr zu helfen.

Ökologie für Anfänger

Bisher verlässt die Diskussion um den Klimawandel nicht das Grunddogma unserer Gesellschaft. Die Herrschaft des Verwertungsprozesses als soziale Organisation darf nicht hinterfragt werden. Diskutiert wird der Klimawandel deswegen nur als Kostenfaktor und Sicherheitsrisiko.
Wenn auf die Verhinderung des Klimawandels hingewiesen wird, wird uns der Umstieg auf grüne Technologien, insbesondere erneuerbare Energien, angeboten. Der Klimawandel ist aber kein technologisches Problem sondern Symptom des herrschenden Wirtschaftssystems.
Es zeigt sich, dass „grüne“ Technologie, wie der Anbau von Nahrungsmitteln zur Biospriterzeugung, zum Problem des Preisanstiegs von Lebensmitteln als auch zur Vertreibung von Anbauenden führt. Wie überdimensionierte Autos mit „Biosprit“ oder Hybridtechnologie weiter gefahren werden sollen, soll das Problem (CO2-Ausstoß) von Kohlekraftwerken im Boden vergraben werden. Hier erscheint die neue Krise als gewinnversprechend für die Öko-Firmen auf dem Aktienmarkt und als Chance für neue Investitionsmöglichkeiten.
Ein neuer Absatzmarkt ergibt sich auch im Bereich des individuellen Konsums. Hier wird die kapitalistische Kategorie Kaufen „ökologisiert“ und soll eine tragende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielen, doch Ökologisch bewusstes Verhalten oder Effizienzgewinne werden in Anbetracht des wachsenden Gesamtverbrauchs bedeutungslos.
Das System produziert so „Lösungen“, die vorspielen, es könnte immer so weiter gehen wie bisher.
Dadurch wird der Kapitalismus grün angestrichen, aber an seiner Ideologie ändert es nichts. Das von diesen Denkmustern geprägte Bewusstsein stellt sich nicht die notwendigen Fragen um die gesellschaftlichen Veränderungen anzustoßen, die notwendig wären. Wir müssen uns die Frage stellen ob wir
wollen, dass Wachstum und Rentabilität im Vordergrund stehen und alles andere sich unterzuordnen hat. Diese Perspektive würde offenlegen, dass der Kapitalimus nur eine bestimmte Form der gesellschaftlichen Organisation ist und nicht das „Ende der Geschichte“.

Bitte, hinten anstellen

Der Kapitalismus hat zu einem beispiellosen materiellen Wohlstandszuwachs für einige Wenige auf Kosten der vielen Anderen geführt, gleichzeitig wurde die Umwelt weltweit auf nie gekannte Weise belastet. Auch der Klimawandel wird wiederum die Schwächsten der Gesellschaft treffen, denen nach der herrschenden Logik eigentlich gar nicht geholfen werden soll, da sie an ihrer misslichen Lage (laut Ideologie) selbst schuld sind.
Es kommt zu der bemerkenswerten Situation, dass in einer Region Milch und Brot für die Müllhalde produziert werden und woanders Menschen verhungern. Im Kapitalismus gelingt es nicht die vorhandenen Waren so zu verteilen, dass die materiellen Bedürfnisse aller befriedigt sind. Offensichtlich geht es im derzeitigen Wirtschaftssystem also nicht darum die Bedürfnisse der Menschen als Maßstab zu nehmen und zu befriedigen sondern nur zu produzieren wenn, als entscheidendes Kriterium, Profit erwartet werden kann.
Menschliche Bedürfnisse sind aber nicht nur materiell. Die Degradierung des Menschen zu einer bloßen kapitalistischen Funktion und die reduzierende Rhythmisierung des Lebens in den gnadenlosen Takt von Arbeit und persönlicher Reproduktion gestalten die gesellschaftliche und soziale Rolle des Einzelnen als Rädchen in einem großen entfremdenden Uhrwerk. Unsere soziale Interaktion ist kapitalistisch strukturiert und verkümmert zu Networking und oberflächlichen Facebook-Freundschaften. Soziales Aufbegehren genügt sich bereits als bloße Attitüde, die sich feiert wenn sie als Avantgarde im Verwertungsprozess anerkannt ist und abgefertigt wird. Wer sich alldem verwehren möchte und in all den Widersprüchlichkeiten zerrissen wird, fällt als Außenseiter_in raus. Die totale Ökonomisierung der modernen Gesellschaft bricht in die sozialen Kontakte ein, drückt ihnen den allgegenwärtigen Ausbeutungsblick hinsichtlich des persönlichen Erfolgs auf.

Vati legt noch ein paar Kohlen ins Feuer

Die Herrschende sehen international ihre Rolle darin, die Rahmenbedingungen für Wachstum und Beschäftigung zu schaffen.
Sie verteidigen die hegemonialen Dogmen gegen den marginalisierten Widerstand, sie erziehen die Heranwachsenden zu eifrigem Humankapital und stabiliseren die jeweiligen nationalen Gesellschaften soweit, dass sie die gewünschte Leistung bringen können.
Innerhalb der Staaten wird versucht eine Gemeinsamkeit zu konstruieren, das Böse kommt nur von Außen: „Die Menschen in Amerika verbrauchen zuviel, die aus Europa zahlen zu wenig und China will gar nichts machen.“ Uns interessiert diese Art von gegenseitiger nationaler Schuldzuschreibung nicht, wir schauen darauf, was dieses globale System produziert und, sehen Katastrophen.
Die Staaten versuchen durch eine konstruierte nationale Gemeinsamkeit die Menschen davon abzuhalten, die soziale Kälte zu erkennen und sie dafür zu motivieren nicht nur für ihren Geldbeutel zu arbeiten, sondern auch noch für ihren nationalen Standort in der globalen Konkurrenz einzustehen. Der Staat bietet keinen Schutz vor dem Kapitalismus, sondern ist seine Voraussetzung und sein Vorantreiber.

Fragend werfen wir euch an

Wir fordern ein radikales Umdenken der Gesellschaft denn die Befreiung von Markt und Staat ist die notwendige Aufgabe dieser Zeit.
Die Umsetzung und Erforschung der Möglichkeiten eines anderen Lebens und Organisierens sind drängender denn je, das Bestehende hat sich in eine ausweglose Lage gebracht. Das bedeutet nicht, dass die Überwindung des großen Ganzen ein Kinderspiel ist. Wir lehnen jede vorgefertigte Konstruktion ab, in die sich die Menschen dann anschließend einzuzwängen haben, sondern streben einen Prozess an, indem die Menschen immer wieder neu ihre Freiheit finden und ihre Organisationsformen neu strukturieren.
Wir hoffen, diese Art von Prozess zumindest ein kleines Stück weiter ins Rollen gebracht zu haben und drängen auf eine Bewusstwerdung der Menschen. Damit es möglich wird, dass sich die Menschen selbst ermächtigen und es schaffen Solidarität und die Schonung der Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen.

Quelle: hier