Archiv für März 2010

Rassistische Anschläge in Griechenland

In Griechenland gab es in den letzten Tagen mehrere rassistische Aktionen, leider auch mit einem Todesopfer.

Zunächst gab es anlässlich des „Nationalfeiertags“ Griechenlands am 25.3. Militärparaden bei denen einige Soldaten Banner mit skandalösen Parolen mit sich trugen. Auf den Banner wurde zum Kampf gegen Albaner, Mazedonier und Türken aufgerufen. Außerdem brüllten die Soldaten „Als Grieche wird man geboren, Grieche wird man nicht. Wir werden euer Blut fließen lassen, ihr albanischen Schweine“.

Zudem wurde am 29.3. ein 15 jähriger afghanischer Junge Opfer einer Bombe, welche wahrscheinlich von griechischen Nationalisten gebaut wurde, da sie in einem Viertel Athens mit hohem Migrantenanteil platziert war und alle bisherigen Bombenanschläge von linken Gruppierungen nie Menschen als Ziel hatten, sondern stets ein Anruf bei verschiedenen Medienstationen einging, damit die Zielgebiete geräumt werden konnten.

Diese zwei Ereignisse zeigen erschreckend, dass nationalistische Gruppierungen in Griechenland aktiver werden und ihre menschenverachtende Weltanschauungen offen preisgeben. Wichtig ist nun, dass die rechten Organisationen in der derzeit überaus starken antikapitalistischen Bewegung in Griechenland keinen Fuß fassen können. Überall müssen wir solchen anti-emanzipatorischen Bewegungen entgegentreten. National-gesinnte Staaten können keine Alternativen zum Kapitalismus sein!

Eine freie und friedliche Welt kann nur ohne nationales Denken entstehen und existieren.

anarchistischer Funke

Der Staat klärt auf…

Wenn man den Begriff Repression hört, denken die meisten Menschen sofort an die Polizei und an nonverbale Aktionen wie Kessel bei Demonstrationen oder das Durchsuchen von Privatwohnungen. Doch die gefährlichste Repression sieht anders aus:

Vom 18.-20.3. veranstaltet die Konrad Adenauer Stiftung im Auftrag der CDU in Dresden ein Seminar zum Thema „Anarchie“. Dieses Seminar ist Teil der „Sächsischen Schülerpolitiktage 2010“ und richtet sich wie der Name schon sagt an SchülerInnen.

Ziel dieses Seminars ist den SchülerInnen zu suggerieren, dass Anarchie in der Praxis unmöglich ist und immer Chaos zur Folge hat. So heißt es schon in der „Definition“ über den Begriff Anarchie:
„Anarchie (griech.) ~ Herrschaftslosigkeit. Ein Zustand absoluter Freiheit. Keine Pflichten, keine Unterdrückung. Was passiert, wenn jeder nur sich selbst verpflichtet ist? Welche Ordnung entsteht, wenn es keine Ordnung gibt?“

Unsere Kritik an dieser „Definition“:
Eine Definition beinhaltet normalerweise keine Fragen und schon gar nicht rhetorische Fragen wie „Welche Ordnung entsteht, wenn es keine Ordnung gibt?“. Diese rhetorische Frage kann von einer unwissenden Person, die sich noch nicht mit dem Thema Anarchie auseinandergesetzt hat wie wahrscheinlich die meisten SchülerInnen, nur so verstanden werden, dass es in einer Anarchie keine Ordnung geben kann.
Die „Definition“ sagt außerdem, dass es in einer Anarchie keine Pflichten gäbe.

Die SchülerInnen durchlaufen während des Seminars eine Vielzahl an Vorträgen und Workshops unter Anderem einen Vortrag mit Klaus Jünschke(ehemaliges Mitglied der RAF) zum Thema: „Der Revolutionär – Geweihter Mensch oder hässliche Fratze des anarchistischen Machtkampfs? – Über das Phänomen der RAF.“ Allein der Titel des Vortrags stellt eine bewusste Provokation für jeden Anarchisten dar. Die „Rote Armee Fraktion“ war keine anarchistische, sondern eine maoistische Bewegung und wird vor allem auch wegen ihrer Anwendung von Waffen-Gewalt von den meisten Anarchisten stark kritisiert und verurteilt. Außerdem gab es innerhalb der RAF hierarchische Strukturen und gerade die Hierarchie ist ein Gegensatz zur Anarchie. Es wird deutlich, dass die RAF bewusst als Beispiel gewählt wird um die Jugendlichen TeilnehmerInnen zu manipulieren.

Dies sind nur zwei Beispiele von Vielen, die deutlich machen wie viele Widersprüche alleine dieses Seminar hat.
Es bleibt zu hoffen, dass die SchülerInnen sich ein eigenes Bild des Anarchismus machen können und nicht auf die Propaganda des Staates reinfallen.

Wirkliche Infoveranstaltungen über Anarchie gibt es bei den libertären Tagen, die vom 1.-8. Mai in Dresden stattfinden. Infos unter http://utopienentdecken.blogsport.de/

Hinzu zufügen bleibt allerdings noch dass diese Veranstaltung der Konrad Adenauer Stiftung bzw. der CDU zeigt, dass die Herrschenden angst haben. Sie merken, dass immer mehr Menschen diese Gesellschaft verändern und sich von den autoritären Strukturen losreißen wollen. Deswegen interpretieren wir diesen Repressionsversuch als Erfolg der gesamten anarchistischen Bewegung.

anarchistischer Funke

Der Genosse Lámbros Foúndas ist tot

Im Morgengrauen des 10. März wurde der 35-jährige Anarchist Lámbros Foúndas im Athener Stadtteil Dáfni von Bullen erschossen.
Lámbros war seit den Mobilisierungen und Schulbesetzungen der SchülerInnen 1990/91 in der anarchistischen Bewegung aktiv. 1995 war er einer der 504 Verhafteten einer Polytechnikums-Besetzung im Rahmen der Demonstrationen rund um den 17.November. (Niederschlagung des so genannten Studentenaufstands durch die Militärdiktatur 1973; heute Nationalfeiertag in Griechenland)
Die Bullen behaupten er sei um 5 Uhr in der Früh bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen, er sei bewaffnet gewesen und ein weiterer Mann sei unerkannt entkommen. Sogenannte Antiterrorspezialisten fordern die Bevölkerung zur Mitarbeit und zur Denunziation seines „Umfeldes“ auf.

Quelle: hier

Soziale Kämpfe in Griechenland gehen weiter!

Wie wir bereits vor einigen Tagen berichtet hatten gab es wieder soziale Kämpfe in Griechenland. Wir wollen die aktuellen Ereignisse zu dem ersten Bericht nun ergänzen:

Am 11.3. gab es in den Städten Veria, Mytilini, Iraklio, Volos, Sitia, Ioannina, Thessaloniki, Athen und auf der Insel Naxos Demonstrationen, die von Arbeitern, Studenten, Anarchisten, außerparlamentarischen Kommunisten und Anderen unterstützt wurden. Die Polizei ging meist schon im Vorfeld mit Tränengas auf Demonstranten los und es wurden in vielen Städten Fastfood-Läden, Überwachungskameras, Regierungsgebäude und Banken angegriffen. Auch die Scheiben eines Büros der Kirche wurden nicht verschont. Aus einigen Super-Märkten wurden Lebensmittel unter den Leuten verteilt. In Sitia (Ost-Kreta) waren 95% aller privaten Unternehmen den Tag über geschlossen.

Interessant ist, dass nun erstmals in Griechenland einige Kommunisten, nämlich aus der Jugendorganisation der kommunistischen Partei KKE, anfangen die anarchistische Bewegung Griechenlands anzugreifen und sich somit sehr kontrarevolutionär verhalten. Bei einer Versammlung in der technischen Universität von Pireas sagten Mitglieder der Partei, dass die Anarchisten, welche nicht in der von der KKE kontrollierten Gewerkschaft PAME sind, Anhänger der regierenden Partei PASOK wären. Daraufhin wurden die Mitglieder der KKE mit Kaffe und Wasserflaschen beworfen.

Außerdem gibt es leider ein weiteres Todesopfer. Am 10.3. ermordeten Polizisten einen Anarchisten mitten im belebten Bezirk Dafne in Athen. Ein anderer Anarchist schaffte es noch zu entkommen. Nach Angaben der Polizei besaßen die zwei Verfolgten nicht nur eine Magnum, sondern sogar eine Granate. Über den Wahrheitsgehalt soll jeder selber entscheiden. Zufälligerweise war direkt am Tatort ein bekannter Journalist, welcher sehr enge Kontakte zur Polizei besitzen soll. Dieser sagt nachher im staatlichen Fernsehen folgendes: „Ich habe den Toten gesehen, sein Kleidungsstil sah aus wie von einem aus dem Ostblock, mit Stiefeln und engen Hosen, mit Sicherheit war er ein Krimineller.“

anarchistischer Funke

Möge ihm die Erde leicht sein.

Tod in Abschiebehaft

Der 17- Jährige David ist tot. Er soll sich erhängt haben. Ein weiteres Opfer schwarz-grüner Abschiebepolitik in Hamburg.
Nach Angaben der Hamburger Justizbehörde wurde am Sonntagnachmittag der 17jährige David erhängt im Gefängniskrankenhaus aufgefunden. Der aus Georgien stammende Flüchtling hatte in Deutschland um Asyl nachgesucht, was abgelehnt wurde. Obwohl minderjährig saß er seit Februar in Abschiebehaft. Er war schon seit geraumer Zeit in den Hungerstreik getreten.
Soweit die dürren Fakten, hinter denen ein weiteres Leben steht, das durch die rassistische Ausländergesetzgebung endgültig zerstört wurde.

Davids Tod reiht sich eine menschenverachtende Flüchtlingspolitik ein. Gegenüber Minderjährigen Unbegleiteten Flüchtlingen zeichnet sich gerade Hamburg durch eine besonders schlimme Vorgehensweise aus. Statt die Rechte und das besondere Schutzbedürfnis der Jugendlichen zu bedenken, werden sie ohne Dolmetscher isoliert, zurückgeschoben oder gleich für erwachsen erklärt.

„Wir sind traurig und wütend über den Tod von David M. Deshalb finden wir es wichtig uns zu versammeln und gegen die mörderische rassistische Politik dieses Staates zu protestieren.“ sagen sich nicht nur Antira-AktivistInnen. Sie wollen am heutigen Dienstag den 9.3. um 18 Uhr an der S- Sternschanze unter dem Motto „Abschiebung ist Mord – Es gibt keinen Freitod hinter Gittern“ auf die Straße gehen und zum Untersuchungsgefängnis ziehen.

Quelle:hier

Handzettel

Unter der Rubrik Flyer findet ihr einen Handzettel zum Thema Anarchie ungleich Anomie. Die PDF-Datei folgt in kürze…

Soziale Proteste in Griechenland

Während Angela Merkel und Papandreou in Berlin weiter Tee trinken, Plätzchen essen und nebenbei ein wenig über Griechenlands Milliarden Schulden plaudern, gewinnt man den Eindruck, dass die Menschen in Griechenland ihrem Präsidenten vertrauen und den Sparkurs der Regierung willenlos hinnehmen.

Doch in Wirklichkeit gibt es seit Wochen fast jeden Tag Demonstrationen, Streiks und Besetzungen sowie militante Aktionen an denen nicht nur radikale Jugendliche teilnehmen, sondern die auch von größeren Teilen der Bevölkerung unterstützt werden.
Erst am Freitag gab es mehrere Demonstrationen mit 10.000en Teilnehmern in Athen und Thessaloniki, in deren Folge nach einer Rede des GSEE-Bosses (Gewerkschaft der Privatangestellten) Panagopoulos mehrere Zuhörer diesen mit Lebensmitteln bewarfen und leicht verletzten. Daraufhin flüchtete dieser in das Parlamentsgebäude.

Im weiteren Verlauf der Demonstration griffen Einsatzkräfte der Polizei die Teilnehmer mit Pfefferspray und Schlagstöcken an. Resultat des Tages waren einige in Gewahrsam genommene Demonstranten und sieben teils schwer verletzte Polizisten.

Außerdem besetzten Arbeiter der Nationaldruckerei ihre Arbeitsstätte und weigerten sich das Gesetz für den neuen Sparkurs der Regierung zu drucken.

Die derzeitigen Zustände in Griechenland zeigen, dass immer mehr Menschen sich gegen die Herrschenden zur Wehr setzen und eine revolutionäre Lösung der Probleme anstreben.

anarchistischer Funke

!Viva La Anarchia!

Demo gegen die Pelzindustrie

Die Pelzmesse „Fur&Fashion Frankfurt“ musste nach jahrelang sinkenden Ausstellerzahlen letztes Jahr endlich einsehen, dass die Zeiten für große Pelzmessen in Frankfurt vorbei sind (siehe Pressemitteilung). Die Proteste in Frankfurt gehen jedoch weiter – denn so lange Frankfurt die Hochburg der Kürschnerbetriebe in Deutschland bleibt und so lange wie in Frankfurt noch Pelz in Geschäften angeboten wird, so lange werden wir auch dagegen protestieren.

Die Proteste gegen die ethiklose Pelzindustrie werden sich auf einige pelzverkaufende Geschäfte in der Frankfurter Innenstadt konzentrieren. Mit Musik, Redebeiträgen und Aktionen werden wir auf die blutverschmierte Pelzindustrie aufmerksam machen, die auch im 21. Jahrhundert noch die Kleidung der Steinzeitmenschen als einen Teil der Mode sieht.

Quelle: hier

Die Trunkenheitsfahrt der besoffenen Bischöfin

Margot Käßmann ist trinkfest. Die Moralpredigerin wurde am 20.02.10 beim Überfahren einer roten Ampel in Hannover von der Polizei erwischt. Anschliessend ging es zur Polizeiwache, um eine Blutprobe abzugeben. Ergebnis: 1,54 Promille. Die geschiedene Mutter muss ihren Führerschein voraussichtlich für ein Jahr abgeben. Die oberste Repräsentantin des deutschen Protestantismus ist nach ihrer Tat abgetaucht und hat alle Termine für die folgenden Tage abgesagt. Vorher gibt sie noch zu: „Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist.“

Quelle: Schwarze Katze