Archiv für April 2010

Mord im Hinterhalt!

Wir trauern um

Jyri Jaakkola

unseren Freund und anarchistischen Genossen aus Finnland, der dem Café Libertad Kollektiv und dem RedProZap, dem europäischen Netzwerk zapatistischer Kaffeeimportgruppen in Europa in den letzten Jahren solidarisch zur Seite gestanden hat und in Hamburg 2009 die Idee des Segelschulschiffprojektes „Estelle“ vorgestellt hat.

Er geriet zusammen mit einer Gruppe von Menschenrechtsbeobachter/innen in Oaxaca, Mexiko in einen Hinterhalt paramilitärischer Organisationen, die im Solde des dortigen Ministerpräsidenten Ulises („¡Fuera Ulises Ruiz!“) stehen.

Juri wurde im Kugelhagel der AK-47-Maschenpistolen sofort getötet. Ermordet wurde auch die companera Beatriz Cariño Trujillo (35 Jahre alt), Vorsitzende des Centro de Apoyo Comunitario Trabajando Unidos (Cactus), weitere drei Personen – unter ihnen zwei Journalisten – sind „verschwunden“, d.h. verschleppt worden.

Wir trauern um Jyri und werden weiterhin den Kampf um Autonomie, Würde und indigene Selbstverwaltung in Mexiko unterstützen.

Möge die Erde Dir leicht sein! ¡Que la tierra te llave!

Café Libertad Kollektiv eG, Hamburg

Quelle:Syndikalismus Blog

Aufruf der FAU Berlin zum 1. Mai

Zur Steigerung von Gewinnen braucht die Wirtschaft Arbeitskräfte, die möglichst billig und lang arbeiten. Dies spüren wir Tag für Tag. Dieser Druck führt vermehrt zur Auflösung von sicheren Arbeitsplätzen. Gleichzeitig werden „atypische“ Beschäftigungen ausgeweitet – Leiharbeit und Befristung, Scheinselbstständigkeit und Freiberuflichkeit, Mini- und Ein-Euro-Jobs. Egal ob noch sicher oder schon prekär: Der Klassenkampf von oben lässt uns keine Ruhe.

Um uns dagegen wehren zu können, müssen wir uns überbetrieblich zusammenschließen um Durchsetzungskraft zu gewinnen. Dabei stellt sich die Situation in den Betrieben sehr unterschiedlich dar. Gemeinsam sind ihnen Arbeitshetze, die Angriffe auf die Lohnstandards und die Mitbestimmung. Die konkreten Konflikt- und Lösungsansätze können jedoch von Betrieb zu Betrieb, von Branche zu Branche sehr verschieden sein.

Die zentralistischen DGB-Gewerkschaften sind verknöchert und unfähig, sich auf die Veränderungen der letzten Jahrzehnte einzustellen. Nicht nur das: Sie haben zum Beispiel Verschlechterungen wie die Hartz-Gesetze aktiv mitgestaltet und die Leiharbeit mit Dumpinglohntarifen hoffähig gemacht. Von dieser Seite ist zu oft keine Hilfe zu erwarten.

Ein Ausweg aus dieser Misere können selbstorganisierte, kämpferische Gewerkschaften sein, Gewerkschaften die Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, Gewerkschaften in denen die Lohnabhängigen das Sagen haben und nicht die Funktionäre, Gewerkschaften, die auf eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft abzielen und nicht nur Sachverwalterinnen der Lohnabhängigen sind – Organisationen wie die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU).

Doch: Der FAU Berlin wurde in einem laufenden Konflikt gegen prekäre Arbeitsbedingungen mit der «Neue Babylon Berlin GmbH» verboten, Arbeitskampfmittel gegen diese einzusetzen. Anfang Januar 2010 wurde ihr durch das Landgericht Berlin sogar verboten, sich überhaupt als „Gewerkschaft“ oder „Basis-Gewerkschaft“ zu bezeichnen. Dies ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Versuchen des Kinobetreibers, juristisch gegen die stärkste und aktivste Arbeitnehmervereinigung im Betrieb vorzugehen.

Den Mitgliedern der FAU Berlin soll damit die gewerkschaftliche Arbeit im Betrieb verwehrt werden. Es soll verhindert werden, dass die Organisation ihre Mitglieder vor Ort effektiv unterstützen kann. Sollte sich die FAU Berlin weiterhin als Gewerkschaft bezeichnen, kann sie mit einer Geldstrafe von bis zu 250.000€ rechnen, oder ersatzweise Haft für ihre Sekretäre – bis zu sechs Monaten.

Diese Urteile liefern die juristische Schablone dafür, die Arbeit von Basisgewerkschaften in Deutschland generell zu illegalisieren. Denn dieser Angriff kommt einem Gewerkschaftsverbot gleich. Es ist nicht nur ein Angriff gegen die FAU Berlin, sondern gegen jede Form der unabhängigen Basisorganisierung in der BRD. Beschäftigten wird so die Entscheidungsfreiheit genommen, wie sie sich organisieren wollen.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern mit einer pluralistischen und kämpferischen Gewerkschaftslandschaft ist die Auswahl hierzulande eher überschaubar. Die Folge: Fast nirgendwo gab es so wenig Widerstand gegen die Abwälzung der Krise auf die Lohnabhängigen wie in Deutschland. Überhaupt entwickelt sich die BRD zunehmend zu einem Billiglohnland. Für Gewerkschaften, in denen die Mitglieder selbst Arbeitskämpfe und Gelder kontrollieren, für Gewerkschaften die von Staat und Wirtschaft nicht so einfach zu kontrollieren sind, soll in diesem Land kein Platz sein. Dies gilt es zu verändern!

Am 1. Mai 2010 gehen wir deshalb auch auf die Straße, um für die Gewerkschaftsfreiheit einzutreten.

1. Mai | 9.30 Uhr | Gewerkschaftsdemonstration | am klassenkämpferischen Block
| Wittenbergplatz

Wir sehen uns bei den schwarz-roten Fahnen!

Quelle: fau.org

150.000 Menschen gegen Atomkraft!

Mehr als 120.000 Menschen haben gestern, am Samstag, 24. April, eine Menschen- und Aktionskette vom AKW in Brunsbüttel bis nach Geesthacht zum AKW Krümmel gebildet. Beide Kraftwerke sind seit mehr als zwei Jahren aufgrund diverser Störfälle vom Netz. Mit dieser KettenreAktion fordern die TeilnehmerInnen nicht nur die endgültige Abschaltung der beiden Pannenreaktoren, sondern auch den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft.

Mit weiteren Aktionen in Biblis, Ahaus sowie der Abschlusskundgebung des Anti-Atom-Trecks am AKW Krümmel waren gestern insgesamt fast 150.000 Menschen gegen Atomkraft auf der Straße. Das ist die größte Protestaktion seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 24 Jahren.

Quelle: www.graswurzel.tv

Bildungsstreik Köln

Am 22.4.2010 fand in Köln, wie in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen, ein dezentraler Aktionstag für freie Bildung statt.

An der Demonstration der „Bildungsstreik“-Bewegung nahmen etwa 2000 Schüler/innen, Auszubildende und Student/innen teil. Von zwei Auftaktkundgebungsorten in Deutz und Sülz aus zogen die Demonstrationen zum Barbarossplatz und von dort gemeinsam zur Abschlusskundgebung am Heumarkt.

Sie fordern unter anderem die Abschaffung des gegliederten Schulsystems, die Rücknahme des Turboabiturs, mehr Ausbildungsplätze und Übernahmen, sowie freien und kostenlosen Zugang zu Bildung für alle.

Zahlreiche Demonstrant/innen zogen im Anschluss zum Autonomen Zentrum in Kalk, das Freitagabend in einem Teil der ehemaligen KHD-Fabrik besetzt wurde.

Neben Schüler- und Studi-Vertretungen, DGB-Gewerkschaften und Parteien waren auch Anarchosyndikalist/innen an dem Protest beteiligt. Mit einer landesweiten Demonstration am 5.5. in Düsseldorf soll die Bildungsstreik-Bewegung dazu benutzt werden, um im Rahmen der „Bildungsperspektive“ zur Wahl einer rot-grünen Landesregierung aufzurufen.

Doch weder im Studierendenparlament, noch in der Regierung, wird ein sozialer Wandel für freie und kostenlose Bildung entstehen. Eine libertäre Gesellschaft mit gleichen Bildungschancen kann nur durch gemeinsame direkte Aktionen auf der Straße, im Hörsaal und am Arbeitsplatz erkämpft werden. Und dafür braucht es eine starke Streikbewegung und Bildungssyndikate…

Freie Bildung für Erwerbslose und Arbeiter/innen!
Weg mit Studiengebühren und Numerus Clausus!

Quelle: http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/

AZ in Köln!

Soeben wurde die Wiersbergstraße 44 durch Aktivist_innen der Kampagne Pyranha besetzt. In den nächsten Tagen wird dort ein Autonomes Zentrum entstehen.
Die Kampagne „pyranha – für ein Autonomes Zentrum (mit Tanzfläche)“ gibt bekannt: In Köln-Kalk wurde soeben ein Autonomes Zentrum gegründet. In der Wiersbergstr. 44 wird dafür seit dem frühen Freitag Abend ein (dem Zweck entsprechend großes) leer stehendes Gebäude genutzt (ugs. „besetzt“).

Erklärtes Ziel ist es, ein autonomes, also selbstverwaltetes, unabhängiges und unkommerzielles Zentrum für Kunst, Kultur und Politik in Köln zu etablieren. Zu diesem Zweck sind wir seit knapp 1 1/2 Jahren auf verschiedenste Weise an die Öffentlichkeit getreten. Unserem Motto „AZ kommt – so oder so“ entsprechend wurden dabei verschiedene Wege beschritten: Neben öffentlichen Aktionen, Demos, Verhandlungen mit etablierten Parteien und strategischen Bündnissen mit Kölner Gruppen war die Wochenendbesetzung im letzten Juli ein kurzer Vorgeschmack auf die heutige, als dauerhaft geplante, Gründung.

Zurzeit richten sich Aktivist_Innen in den überaus großzügigen Räumlichkeiten ein und sorgen, neben dem Aufbau von Infrastruktur und einer entspannten Stimmung, für eine sofortige Nutzung als selbstverwalteten Raum. Ein Programm für die nächsten Tage wird demnächst auf der Website veröffentlicht und soll durch die Nutzer_Innen permanent ergänzt werden.

Don‘t worry – aber: dies ist keine spontane Partybesetzung, sondern eine politische. Die Kampagne hat eine lange theoretische Auseinandersetzung über die inhaltlichen Gestaltung eines späteren AZs geführt; einige Ergebnisse wurden für die Zeit des Gründungsprozesses („Besetzung“) in einem „Benutzer_Innenhandbuch“ dokumentiert, welches im AZ und auf der Website einzusehen ist. Außerdem wurden in den letzten Wochen im Rahmen der „Info- und Fragetour“ Treffen mit zahlreichen Kölner Gruppen organisiert, um deren Meinungen rund ums Thema ‚AZ’ zu erfahren. Wir möchten diese Ergebnisse in den Gründungsprozess hineintragen, zählen aber auch auf die konstruktive Mitwirkung von vielen Menschen und Gruppen. Der Raum ist da – nun kann der Begriff „Autonomes Zentrum“ von Vielen mit Leben gefüllt werden.

Wir möchten noch betonen: Ein Ergebnis der „Info- und Fragetour“ sowie die Meinung vieler Pyranhas ist, dass das AZ kein ‚linker Szenesumpf’ werden soll, sondern ein politischer Ort, an dem auch bisher nicht politisch aktive, neugierige Menschen willkommen sind. Klar ist aber auch: Sexistische, homophobe, rassistische oder antisemitische Kackscheiße wird nicht toleriert. Wie das in der Praxis funktionieren wird, wird sicherlich Inhalt zahlreicher Diskussionen sein – der Anspruch besteht trotzdem.

Die Besetzung ist ausdrücklich angelehnt an die von Erfurter Aktivist_Innen ausgerufene „Freiraumwoche“ (17.-24.4.), die an die brutale Räumung des „Topf&Söhne“-Geländes vor genau einem Jahr sowie an den großen Bedarf an selbstverwalteten Räumen überall erinnern soll.

Mehr Infos zum AZ, Programm etc. gibt es auf der Website unsersquat.blogsport.eu ; Hintergünde zur Kampagne pyranha gibt es auf der Kampagnen-Webseite pyranha.info. Vor einigen Tagen veröffentlichte die Kampagne ein Kommunique zu den Hintergründen.

Wir hoffen auf zahlreiche und vielfältige Unterstützung – also kommt vorbei, bringt euch ein und lasst uns ein Autonomes Zentrum gründen, in dem Platz für viele Ideen ist!

In diesem Sinne: Let’s push things forward – kein Tag ohne!

Quelle:hier

Griechenland Update

Mittwoch abends besetzten 70 Anarchisten die TV-Station des Senders „Creta TV“ in Heraclion, Kreta, und erreichten es diese für eine kleine Aufklärung zu nutzen. Während der Nachrichten um 21:00 Uhr wurde ein Text der Anarchisten vorgelesen, indem sie über die derzeitige Repressionswelle aufklärten. Außerdem beinhaltete der Text ein klares Statetment: „Der Staat ist der wahre Terrorist. Nicht wir!“ Menschen, die sich sozial engagieren und den Staat und die bestehenden Verhältnisse kritisieren, werden verfolgt und eingesperrt. Zusätzlich wurde noch die Rolle der Medien erläutert, denn diese ist zumindest in Griechenland (wenn nicht überall) nur der lange Propagandaarm des Staates.

Wir sind uns sicher, dass die Besetzer sich sehr über ähnliche Aktionen in anderen Ländern freuen würden.

anarchistischer Funke

Starke Repressionswelle in Athen

In den letzten Tagen ist in Athen wieder viel passiert. Leider nichts Gutes.
Am Samstag wurden sechs Anarchisten festgenommen, da sie der Polizei zu Folge in der „terroristischen“ Gruppe „revolutionary struggle“ Mitglieder sein sollen. Gleichzeitig wurden deren Wohnungen nach Beweisen durchsucht. Die Antwort auf diese Festnahmen und Hausdurchsuchungen folgte schnell. Vor einigen durchsuchten Häusern der Festgenommenen versammelten sich aus Solidarität viele Menschen und kritisierten das Vorgehen der Polizei mit lautstarken anti-Polizei Parolen. Außerdem wurde die technische Universität Athens (Polytechnic) besetzt und circa 500 Menschen versammelten sich um über mögliche Solidaritätsaktionen zu diskutieren. In den Medien wurden Bilder der Festgenommenen Anarchisten veröffentlicht und die negativen Berichterstattungen nahmen einen großen Platz in der Sendezeit ein. Die sechs festgenommenen Anarchisten wurden in den Medien so dargestellt als sein sie für alle terroristischen Bombenattentate der letzten zehn Jahre verantwortlich. Als Reaktion auf diese falschen Behauptungen besetzten heute 200 Genossen ein Zeitungsgebäude, verteilten davor viele aufklärende Flyer und hangen ein Transparent mit der Aufschrift „Zero tolerance to state repression!“ auf.

Montag Abends wurden in dem stark alternativ geprägten Stadtteil Exarcheia 70 Personen brutal von mehreren hundert Polizisten verhaftet und abgeführt. Gründe für die Festnahmen wurden bisher nicht angegeben. Auch hier gab es eine schnelle Reaktion der Genossen. Circa 150 Menschen marschierten zum Polizeirevier und es gab Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mittlerweile wurden alle 70 Festgenommenen wieder freigelassen.

Der griechische Staat greift immer härter durch und versucht jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken. Die Medien zeigen wiedermal ihre verlogenste Seite. Doch wir interpretieren diese Geschehnisse auch positiv, denn sie zeigen, dass der Staat Angst hat und mit allen Mitteln versucht revolutionäre Strukturen zu beseitigen. Außerdem sind die schnellen Solidaritätsaktionen ein klares Anzeichen dafür, dass viele Menschen sich gegen den Staat auflehnen und es einen guten Zusammenhalt der Genossen gibt.

Wer mehr Informationen zu allen Ereignissen in Griechenland haben will, sollte täglich die englischsprachige Seite www.occupiedlondon.org/blog besuchen. Für deutschsprachige Updates stehen wir euch natürlich weiterhin zur Verfügung.

anarchistischer Funke

Raeumung der Liomena Squat thessaloniki

Vor über sieben Jahren begann die Besetzung ungenutzter Fertighäuser des sogenannten Liomena Geländes der Aristoteles Universität Thessaloniki mit dem Ziel, selbstverwaltete Räume aufzubauen, um der Kommerzialisierung kreativer Ausdrucksformen entgegenzuwirken. Zum Zeitpunkt der Räumung bestand der Komplex aus sechs besetzten Häusern, die als Treffpunkte, Ateliers, Studios, Konzert- und Partyräume, aber auch zum kollektiven Wohnen genutzt wurden. Andere Gebäude funktionierten bis zuletzt im laufenden Unibetrieb von der Fakultät für Kunst und Design sowie der Pädagogik.

Die Aristoteles Univeristät hat über einen langen Zeitraum in verschieden Presseverlautbarungen und öffentlichen Erklärungen versucht, die Liomena zu diskreditieren, indem der Ort als Drogen- und Waffenumschlagplatz bezeichnet wurde. Gerüchte über eine bevorstehende Räumung wurden gestreut, die funktionierenden Fakultäten kurz vor der Räumung in extra neu angemietete Gebäude verlegt. Mit einer Genehmigung von Unirektor Manthos und unter grosser Geheimhaltung wurde das Gelände dann am 5. April ohne vorherige Ankündigung geräumt. Um acht Uhr morgens riegelten 200 Beamte (sowohl in zivil, als auch Prügelbullen) das Gelände ab.

Zur gleichen Zeit fingen Arbeiter der Uni an, das Ble Squat und danach die nebenstehenden Gebäude zu demolieren. Sie rissen dabei Mauern ein, zerschlugen Fenster und zerstörten einige der Asbestdächer. Sie machten weiter mit dem Tehtle Mehtle Squat, nicht darauf achtend, dass noch Bewohner/innen im Gebäude waren. Nachdem diese aus dem Haus waren, fingen die Arbeiter an, Wertgegenstände zu stehlen. Kurz darauf sammelte sich jedoch eine Gruppe von UnterstützerInnen und zusammen mit den BesetzerInnen konnte die Demolierung des Street Attack Squats vorläufig verhindert werden.

Daraufhin erschien eine Staatsanwältin in Begleitung von Zivilbullen und gab den BesetzerInnen rund eine Stunde Zeit, ihre Sachen einzusammeln. Sie wollte sich aber weder ausweisen, noch die Räumungsbefehle oder die Abrissgenehmigung vorzeigen. Die BesetzerInnen entschieden sich, nicht freiwillig zu gehen. Als deren Anwälte kamen, fanden diese heraus, dass die Staatsanwältin keine legalen Papiere vorweisen konnte und dass die Polizei keine Genehmigung für das Betreten der Uni hatte. Bullen wie Arbeiter zogen daraufhin erstmal ab, kamen aber wenige Stunden später zusammen mit vier Einheiten Prügelbullen wieder. Sie griffen die versammelten Menschen vor der Street Attack an, verjagten einen Anwalt unter Gewaltanwendung, um daraufhin die Gebäude zu durchsuchen und mutwillig zu zerstören.

Die Räumung hat hohen politischen Symbolwert. Es ist das erste Mal seit dem Ende der Militärdiktatur, dass besetzte Gebäude auf dem Gelände einer Universität mit staatlicher Unterstützung geräumt worden sind. In den letzen Jahren hat der Griechische Staat angefangen, Freiräume sowie besetzte Häuser offensiv anzugreifen. Begleitet werden diese Attacken von einer Medienkampagne gegen das Uniasyl, das der Polizei den Aufenthalt im Unigelände verbietet. So gab es in den letzten Monaten bereits mehrere Angriffe uniformierter Einheiten auf Personen, die sich innerhalb des Asyls aufgehalten haben. Vor einigen Monaten hat das griechische Bildungsministerium angefangen, alle Freiräume sowie die in den Universitäten existierenden Squats aufzuzeichen, um die Unis von ungewollten Projekten zu säubern und sie in sterile businessgerechte Einrichtungen nach europäischem Vorbild umzuwandeln. Deshalb sind wir nicht von den Entscheidungen des Unirektorats und dem Polizeiangriff auf dem Unigelände überrascht.

Es ging bei der Räumung nicht um hochtrabende Nutzungspläne. Die Gebäude stehen seit Tagen halbeingerissen da, die Asbestdächer sind teilweise zertört und der Asbeststaub fliegt in der Stadt herum. Es wurden keine Schutzmassnamen für das Abtragen der Dächer vorgenommen und nicht einmal die Arbeiter trugen Schutzkleidung. Die Gebäude stellen eine Gefahr für Vorbeigehende dar, sowie für den Kindergarten, das Krankenhaus und alle anderen nebenstehenden Universitätseinrichtungen. Diese Tatsachen verhalten sich konträr zu den öffentlichen Verlautbarungen des Unirektorats, das sich nicht entblödet hat zu behaupten, die Räumung sei im gesundheitlichen Interesse der Öffentlichkeit und auch der Besetzerinnen erfolgt.
Mit der Abschaffung des Uniasyls endet eine nach der Militärdiktatur von StudentInnen erkämpfte Unabhängigkeit vor staatlichen Eingriffen in den Universitätsbetrieb. Die zur Begründung herangezogene angebliche Bekämpfung von “Kriminalität“ dient dabei nur der Verschleierung krimineller Staats- und Wirtschaftsinteressen. In einer Zeit der Zuspitzung des sozialen Krieges gegen die Bevölkerung geht ein Zufluchtsort für alle verloren, die in Auseinandersetzungen mit der organisierten Staatsgewalt geraten.

Wir danken allen, die uns unterstützt haben und auch bis zum Ende durchgehalten haben! Wir werden auch den zukünftig zu erwartenden Angriffen des Staates auf Freiräume entgegentreten.

Die BesetzerInnen der Liomena

Quelle: hier

„Schmuddel“-Gedenkdemonstration

Am Ostermontag, den 28.03.2005, wurde Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin mit mehreren Messerstichen ermordet. Seitdem gedenken jedes Jahr Antifaschisten Thomas und allen anderen Opfern faschistischer Gewalt mit verschiedenen Aktionen sowie der Jährlichen Gedenkdemonstration auf der auch Protest an den bestehenden kapitalistischen Verhältnissen geäußert wird.

Ungefähr 500 Demonstranten nahmen am 3.4.2010 an der Demonstration teil, welche mit großer Schwarz-Roter Beteiligung lautstark durch die Nordstadt und die Dortmunder Innenstadt gingen. Die Polizei war nicht nur stark vertreten, sondern auch stark gestört, da ihre Auflagen derart absurd und unerfüllbar waren, dass sie nur als Provokation verstanden werden konnten. Unter anderem wurde von Seiten der Polizei angeordnet „die Ohren frei zu halten“.

Bei mehreren Zwischenkundgebungen gab es Redebeiträge der FAU Dortmund, verschiedenen Antifa Gruppen sowie anderen Organisationen zu hören. In Teilen der Nordstadt wurde der Demonstrationszug herzlichst empfangen und es schlossen sich auch einige Menschen an.

Im Verlauf der Demonstration kam es zu Störungen seitens einiger Staats-Antifaschisten, die provokant etwas abseits der Demonstration eine Palästina-Flagge zeigten, woraufhin einige Fans des Staates Israel mit Sprechchören und einer bis dahin nicht offen getragenen Israel-Flagge reagierten. Die Reaktion aus der eher antinationalen Demonstration folgte prompt: Mittelfinger, „Viva Takatukaland“-Rufe und Kopfschütteln über die bizarre Situation. Wir betonen an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich, dass sich Antifaschismus gegen jegliche Form von Nationalismus und Staatsolidarität richten sollte.

Nach der Demonstration gab es noch eine Hausparty mit der auf die Notwendigkeit eines Freiraums für antifaschistische und emanzipatorische Arbeit hingewiesen wurde.

Erwähnenswert ist, dass Bremer Ultras während eines Fußballspiels im Dortmunder Stadion ein Banner mit der Aufschrift: „Thomas Schulz – Nicht vergessen!“ entrollten.

anarchistischer Funke

Kein Vergeben, kein Vergessen!!!

Kind Gottes, nimm diese Strafe

Schläge auf den nackten Po
Der erzkonservative katholische Bischof Walter Mixa hat es mal wieder in die Medien geschafft. Allerdings nicht wie üblich mit seinen reaktionären Sprüchen, sondern mit einer eidesstattlichen Versicherung von ehemaligen Heimkindern. Die früheren Insassen des Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef in Schrobenhausen berichten von Fausthieben auf den Oberarm, Ohrfeigen und von Schlägen auf den nackten Po. Tatwerkzeuge waren laut ihren Aussagen bei den Prügelorgien die bloße Faust, Stock oder Teppichklopfer. Ein Opfer spricht von den „schlimmsten Jahren“ ihres Lebens. Ein anderes Heimkind erinnert sich an die Nonnen: „Die Schwestern drohten stets mit der Aussage: ‚Warte nur, bis der Stadtpfarrer kommt.“ Weiter: „Meistens stand er im Raum, krempelte die Ärmel hoch und sagte, ich habe gehört, du hast dich danebenbenommen. Dann gab es Gebrüll und Schläge.“ Kompletten Artikel lesen…