Archiv für Mai 2010

Interview mit einem rumänischen Anarchosyndikalisten zu den Protesten gegen die Sparmaßnahmen der Regierung

Am 19.Mai gingen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest an die 50.000 Menschen auf die Strasse, um gegen die Kürzungs- und Sparpläne der Regierung zu protestieren. Nach Willen der Regierung und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen die Löhne im Öffentlichen Dienst ab dem 1. Juni um 25% gekürzt werden und die Renten und Erwerbslosenunterstützung um 15%. (Syndikalismus.tk berichtete).

Zur landesweiten Demonstration in Bukarest hatten die Gewerkschaften aufgerufen. Diese haben abermals mit einem Generalstreik – diesmal am 31. Mai – gedroht, wenn die Regierung die Kürzungen nicht zurücknimmt. In der Vergangenheit erwiesen sich diese Drohungen als leeres Aufgeblase der reformistischen und zum größten Teil korrupten Gewerkschaften. Verschlechterungen wurden besonders bei den im öffentlichen Dienst Beschäftigten nicht verhindert.

Das folgende Interview über die Kürzungsankündigungen der Regierung führten wir mit dem Genossen Diogenes (30) aus Bukarest. Er ist Anarcho-Syndikalist und als Sozialarbeiter bei der Stadt Bukarest angestellt und somit von den angekündigten Lohnkürzungen und Entlassungen direkt betroffen.

Syndikalismus.tk: Am 19. Mai gingen in Bukarest über 50.000 ArbeiterInnen, LehrerInnen und RenterInnen auf die Strasse. In den gerufenen Parolen wurde auch ein Rücktritt der Regierung gefordert. Denkst du, die Demonstration war ein Erfolg und veranlasst die Regierung ihre angekündigten Kürzungsmaßnahmen zurückzunehmen? Wie bewertest du den 19. Mai?

Der Protest vom 19. Mai wurde von den Gewerkschaften initiiert, die in Rumänien aktiv sind. Diese Gewerkschaften haben meiner Auffassung nach nichts mit der Verteidigung von ArbeiterInnen-Rechten zu tun und sind sehr nahe an dem, was man gewöhnlich „gelbe Gewerkschaften“ nennt. Viele dieser Gewerkschaftsführer sind Millionäre. Und viele dieser Gewerkschaften häufen große Summen von Geld an (Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 1% vom Brutto-Verdienst eines/einer ArbeiterIn). Es ist gesetzlich vorgeschrieben, das ein Arbeiter einen Arbeitsvertrag unterschreiben muss (welcher im Vorhinein mit den Gewerkschaften und den Kapitalisten/Unternehmen ausgehandelt wurde und die Abgaben an Gewerkschaften und Staat festschreibt). Außerdem: Auch wenn man sich weigert, einer solchen Gewerkschaft beizutreten, wird der rumänische Staat dennoch 0,6% vom Bruttoeinkommen einziehen, unter dem Vorwand, das dieses Geld in einen speziellen Fond geht, der für die sog. „Kollektivverhandlungen“ zwischen Unternehmern und Gewerkschaften eingerichtet wurde. Das ist eine riesige Summe an Geld – Millionen Euro jeden Monat. Das ist reine Mathematik und hat nichts mit Spekulationen zu tun. Wenn sie solch eine Riesensumme an Geld verwalten – weshalb müssen sie dann noch diejenigen Ausrauben, die sich weigern einer solchen Gewerkschaft beizutreten?

Bei diesen Gewerkschaften gibt es auch überhaupt keine Transparenz. Die Gewerkschaftsführer haben ihre Positionen auf Lebenszeit inne. Ich habe noch nie von Versammlungen einer Gewerkschaft oder von Wahlen innerhalb einer Gewerkschaft gehört. Die Schlussfolgerung daraus führt unweigerlich zu dem Ergebnis, das diese Gewerkschaften ein dubioses Geschäft betreiben und nichts mit der Verteidigung von ArbeiterInnen-Rechten zu tun haben.

Was denke ich nun über den Protest vom 19ten Mai? Sorry, das ich dies so sage: Aber ich denke, das da einfach ein Mob von 50.000 Leuten dorthin gebracht wurde, ohne jegliches Ergebnis. Und ich denke, das die (parlamentarische) Opposition die aktuelle Situation als Möglichkeit begreift, den Platz der aktuellen schlechten Regierung für eine andere, ebenso schlechte Regierung freizumachen, – die ihre nämlich. Ich bin von der Tatsache überzeugt, das jegliche Kritik, die gegen die Regierung von den Gewerkschaften vorgebracht wird, nichts weiteres als eine Unterstützung für die Opposition darstellt. Warum sollte ein Gewerkschaftsführer seine Position komprimieren? Sie werden aus eigenem Interesse auf der Seite der Opposition bleiben, denn die Regierung ist kompromittiert. Bis ein wirklich authentischer Geist der Rebellion an der Oberfläche erscheint, wird sich nichts ändern.

Ich weiss nicht, ob die Regierung die Entscheidung zur Lohnkürzung zurücknehmen wird. Aber ich weiß das diese Krise in jedem Fall auf den Schultern der Armen ausgetragen wird. Wie auch immer – so wie jetzt von der Regierung mit Lohnkürzungen oder mit irgendeinem anderen „alternativen“ Projekt der Regierung oder der Opposition im Parlament. Das ist die klare staatliche Richtschnur. Das ist seine Moral.

Syndikalismus.tk: Im Ausland, auch in Deutschland, wurde die Demonstration deutlich zur Kenntnis genommen. Besonders in den linksradikalen und dem offiziellen FAU-Bericht* findet sich die Erwartung wider, das in Rumänien nun das Eintritt, was schon in Griechenland der Fall ist: Generalstreiks und massenhafter Protest. Ist diese Erwartungshaltung realistisch?

Solch eine große Erwartung wird zu großer Enttäuschung führen, wenn die Dinge einen anderen Verlauf nehmen. Wie sollte so was denn möglich sein, wenn man Bescheid weiß, wie die Gewerkschaften in Rumänien sind? Generalstreik und Massenproteste müssen ihren Ausgangspunkt bei der Initiative der ArbeiterInnen nehmen, ohne jeglichen Einfluss dieser so genannten Gewerkschaften, die –, ich habe daran keinerlei Zweifel – alles unternehmen werden, eine Arbeiterrevolte scheitern zu lassen und in irgendetwas unproduktives, nicht erfolgreiches laufen zu lassen. Im Interesse der Regierung oder anderer Kräfte.

Wie auch immer: Die Zeitpunkt dafür, das massiver Protest stattfinden kann, ist genau jetzt. Ausgelöst durch die rasant wachsende Armut innerhalb der Arbeiterklasse: wachsende Erwerbslosigkeit, die Unmöglichkeit die Raten für aufgenommene Kredite für ihren hässlichen, kleinen und sehr teuren Häuser zurückzahlen zu können usw. Die wichtigsten Bedingungen dafür, das dieser Protest stattfinden kann, sind: 1. Sie müssen spontan stattfinden und 2. Sie müssen außerhalb der parasitären Organisationen organisiert werden, die sich als „Gewerkschaften“ maskieren.

Die Bedingungen, die den massiven Protest in Griechenland hervorbringen, sind viel softer, als die rauen Konditionen, mit welchen die rumänischen ArbeiterInnen zu handeln haben. Wir werden sehen, ob der Geist der Solidarität so stark sein wird, wie er es in Griechenland ist. Aber wir müssen berücksichtigen, dass in Griechenland eine lange Tradition des Kampfes in basis-demokratischen Gewerkschaften existiert und ihnen radikale Ideen nicht fremd sind. Beides ist in Rumänien nicht der Fall. Wie auch immer – wir müssen Voraussetzungen für diese Art von Situationen schaffen und anarchistische Agitation wäre sehr nützlich in diesen Zeiten.

Syndikalismus.tk: In der Vergangenheit waren ja immer wieder Generalstreiks verschiedener Branchengewerkschaften angekündigt worden. De facto wurden sie nicht wirklich befolgt, bzw. die Masse der Streikenden blieb zuhause und trug den Protest nicht auf die Strasse und damit in die Öffentlichkeit. Sind die Gewerkschaften überhaupt in der Lage tatsächlichen Druck aufzubauen? Und in welchen Branchen siehst du den meisten möglichen Erfolg gewerkschaftlicher Aktionen?

Ein großer Teil der Beschäftigten, die zur Teilnahme aufgerufen wurden, blieb nicht zu Hause sondern auf ihrer Arbeitsstelle unter dem Druck der Ausbeuter. Ich habe es schon zuvor gesagt – die gelben Gewerkschaften haben das Monopol und die ganze Situation stinkt nach Betrug. Wer informierte die Beschäftigten darüber dass es ein großer Protest werden würde? Nicht die Gewerkschaftsführer. Die Geschäftsführer taten es und die Geschäftsführer entschieden auch, wer zum Protest gehen sollte und wer auf der Arbeit bleiben sollte. Es gibt überhaupt keine Kommunikation zwischen diesen Führern der Gewerkschaften und den Mitgliedern der Gewerkschaften. Chefs und Gewerkschaftsführer haben kein Interesse daran, realen Druck zu machen.

Wie auch immer – ich war genau so wie du von den Aktionen der RenterInnen beeindruckt. Ich weiß, das einige RenterInnen-Vereinigungen in Rumänien aktiv sind, aber ich weiß nicht, wer sie so gut organisierte. Getrieben von Verzweiflung haben sie Solidarität gezeigt, die niemand erwartet hatte. Sie haben auch aktuell angekündigt, am Montag, den 31. Mai erneut zu protestieren. Diesmal in Ketten, um zu zeigen, unter welchen sklavischen Bedingungen sie leben. Ihre soziale Situation ist eine der schlechtesten und sie kämpfen ums nackte Überleben. Ich muss nicht übertreiben zu sagen, das 2010 und 2011 die Jahre mit der höchsten Sterberate unter den RenterInnen sein werden. Mit ihren Unterstützungs-Renten waren sie schon jetzt nicht zu mehr in der Lage, als Essen zu kaufen. Mit dieser angekündigten 15%igen Kürzung und ohne medizinische Unterstützung (die Regierung hat bereits zahlreiche medizinische Versorgungsstätten geschlossen) und ohne finanzielle Unterstützung für Heizung und andere Notwendigkeiten; – diese Jahre die kommen, werden die allerschlimmsten in den letzten 60 Jahren für sie sein. Diese Einsparungen sind nichts anderes als ein Genozid.

Syndikalismus.tk: Sind KollegInnen aus deiner Branche auch am Protest beteiligt? Und gibt es unter ihnen eine Diskussion über die Kürzungen und für gemeinsame Aktionen dagegen?

Ich bin kein Mitglied einer Gewerkschaft und will das auch nicht sein. Im Falle einer „Neu-Organisation“ des Betriebes, werde ich einer der ersten sein, die Erwerbslos werden. Denn der Geschäftsführer wird eine Liste mit all denen erstellen, die gehen sollen. Und über diese Liste wird mit den Gewerkschaftsführern verhandelt werden. Das ist mehr als Sicher. Die Diskussionen mit meinen KollegInnen sind von dieser „Neu-Organisation“ bestimmt und viele von ihnen haben sich entschieden der Gewerkschaft beizutreten und an den Protesten teilzunehmen.

Diese Diskussionen über die Kürzungen wiegeln aber auch zum Aufstand auf, doch zu einem Aufstand, der schon beim entstehen von innen unterdrückt wird, bevor etwas von ihm an die Oberfläche tritt. Eine reine Propaganda der Worte bringt diesen Aufstand nicht einfach so zum explodieren. Die Menschen müssen sich der großen Macht bewusst werden, die sind in der Hand halten. Sie heißt: Solidarität.

Syndikalismus.tk: Wie würdest du die Stimmung in der Bevölkerung und speziell in der Arbeiterklasse einschätzen? Sind Themen wie Klassenkampf und der Kampf für eine antikapitalistische Gesellschaft wieder auf der Tagesordnung?

Die empörenden Situationen lassen unter den Menschen nichts anderes als Wut bestimmend sein, das ist vorhersagbar. Die Gewerkschaften wissen das, die Regierung weiß das und die Opposition schlägt ihren Vorteil daraus. Das ist nichts Neues unter der Sonne. Wie viel ist eingeflüstert bei den Protestdemonstrationen und wie viel ist authentisch – das sollte die Frage sein. In dieser Situation, wenn die Menschen ums überleben kämpfen, sollten die Proteste einem Konzept der Illegalität folgen. Mit parasitären Gewerkschaften im Rücken kann man sich leicht vorstellen, das Anti-Kapitalismus und Klassenkampf keine gängigen Begriffe auf der Tagesordnung der Leute sind und Rückforderungen ja grundsätzlich in alternativen Lösungen begrenzt sind; wie progressive Besteuerungen anstelle von Lohn- und Rentenkürzungen.

Der Mindestlohn hier liegt bei 705 Lei im Monat. Das bedeutet – dem Kurs der Nationalbank zu folge – 160 Euro. Auf der anderen Seite sind die Preise hier oftmals höher als in Deutschland. Nach 20 Jahren Kapitalismus, wenn du 65.000 Euro für eine Einzimmerwohnung bezahlen musst, während die meisten ArbeiterInnen zwischen 200, 300 Euro pro Monat verdienen – sollte dieser simple Fakt den Leuten klar machen, das Kapitalismus einfach nicht funktioniert.

Syndikalismus.tk: Gab es eine spürbare Beteiligung von AnarchosyndikalistInnen oder AnarchistInnen an den Protesten?

Nicht wirklich. Ich bin nicht organisiert und es gibt keine basisdemokratischen Gewerkschaften hier. Die anarchistische Bewegung in Rumänien steht an ihrem Anfang und ist mehr mit künstlerischen Manifestationen und in der Underground-Kultur aktiv.

Syndikalismus.tk: Was wäre das Beste, um die Angriffe der Regierung zu stoppen?

Generalstreik um die Ökonomie lahm zu legen. Und ich würde hinzufügen, als ein Hobby – die Sabotage der Banken, welche die gesamte Existenz der Menschen stehlen. Die Leute haben nichts zu verlieren. Anarcho-Syndikalismus für die Zukunft!

Syndikalismus.tk Hab vielen Dank für das Interview!

Quelle: syndikalismus.tk

Der Mörder von Alexis Grigouropoulos kommt frei

„Das Monster“ Epaminondas Korkoneas, der Mörder von Alexis Grigouropoulos wird aus Untersuchungshaft entlassen.
Seit einigen Stunden wird über verschiedene blogs verbreitet, die Entlassung von Epaminondas Korkoneas, der Polizist der Alexis Grigouropoulos erschoss, aus Untersuchungshaft stehe kurz bevor. Die Nachrícht wird auch auf griechischen Nachrichten-Internetseiten verbreitet.

In anarchistischen blogs wird ausdrücklich dazu aufgefordert, diese Nachricht umgehend über alle Medien zu verbreiten.

Korkoneas war nicht des Mordes, sondern der vorsätzlichen Tötung angegklagt worden. Das Gericht konnte die Tat nicht nachweisen. Der 17-jährige Freund Alexis, ein wichtiger Belastungszeuge, der währen der Tat neben Alexis stand, soll seit längerer Zeit abgetaucht sein.

Korkoneas und ein mitangeklagter Polizist hatten auf unschuldig plädiert. Das Verfahren war aus Angst vor Protesten von Athen in ein schwer zugängliches Bergstädtchen verlegt worden.

Die Freilassung soll am 6. Juni stattfinden. Stellungnahmen griechischer linker Gruppen oder der Familie sind offenbar noch nicht erfolgt, zumindest gibt es keine Übersetzungen.

Die Mutter Alexandros Grigoropoulos, hatte Korkoneas als ein Monster bezeichnet, dem das Leben ihres Sohnes so viel wie das einer Küchenschabe bedeutet hätte.

Quelle: hier

Skandal beim Stierkampf

Letzte Woche ist bei einem Stierkampf in Spanien etwas Ungewöhnliches passiert. Ein Stier wehrte sich, riss den Matador zu Boden und spießte ihn mit einem seiner Hörner durch Mund des Matadors auf. Danach wurde der Stier traditionell von einem anderen Matador getötet.
Viele zeigten sich empört. Jedoch nicht über die Verletzung des Matadors, sondern über die Ermordung des Stieres. Anscheinend ist Vielen nicht bekannt, dass die Tiere nach dem „Kampf“ getötet werden und nicht wie Manche meinen verschont werden. Jährlich sterben auf diese Weise mehrere tausende Stiere.

Dieser „Sport“ ist ein Verbrechen und muss eingestellt werden!

Animal Liberation!

anarchistischer Funke

Appell/Aufruf/Ideen an die Bewegung!

In dieser von Konsum zerfressenen und auf Konkurrenz basierenden Gesellschaft in der Anarchie nur als Wort für chaotische Zustände herhält, scheint das Anstreben der wirklichen Anarchie absurd und utopisch. Oder doch nicht?
Anarchisten behaupten natürlich das Gegenteil und sind davon überzeugt, dass sich Anarchie verwirklichen lässt. Was wäre man auch für ein Anarchist wen man nicht an die Substanz seiner Ideen glauben würde? Nur solch ein Verhalten wäre absurd, denn dann könnte man den Kampf gleich beenden und sich wie viele Andere der Gleichgültigkeit hingeben.
Das momentane System ist unhaltbar und auf kurze oder lange Sicht wird es in sich zusammen brechen. Spätestens mit dem verbrauchen der natürlichen Rohstoffe wird es sein Ende finden, wenn nicht schon früher z.B. globale Wirtschaftskrisen. Die unausweichlichen sozialen Unruhen werden, wenn sie sich ausbreiten und konstruktiv sind, den Herrschenden „das Genick brechen“.

Wo wir uns der Frage nähern was in dem Fall passiert wenn dieses System in sich zusammenfällt. Die Gefahr ist groß, dass auf die eine Unterdrückung die nächste folgt, welche vielleicht noch schlimmere Auswirkungen hat als die Vorangegangene. Deshalb ist es wichtig schon heutzutage eine starke anarchistische Bewegung aufzubauen, die sowohl in der Theorie als auch in der Praxis Grundlagen für eine mögliche spätere Gesellschaft schafft. So können bereits kleine Versuche zeigen, dass Anarchie möglich ist, wodurch andere Menschen anarchistischen Strukturen nicht mehr abgeneigt wären. Das praktische Beispiel ist somit eine wichtige Säule für die Erkämpfung der neuen Gesellschaft und liefert auch Anarchisten die Möglichkeit Theorie mit Einschränkungen des bestehenden Systems zu leben.

Während des gesamten revolutionären Kampfes, sowie bei dem Aufbau der neuen Gesellschaft ist es wichtig aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. So muss z.B. eine klare Abgrenzung von jeglichen autoritären Strukturen folgen, damit nicht schon wieder die Reaktion aus den Reihen der Kommunisten kommt und mit Leichtigkeit alles Erkämpfte zerstören kann.
Verschiedenste Feinde haben es immer wieder gut Verstanden den Anarchismus zu unterdrücken und anarchistische Gesellschaftsversuche zu zerschlagen. Deshalb müssen die Feinde der heutigen Zeit klar erkannt und benannt werden sowie Institutionen, die der Freiheit im Weg stehen, mit allen Mitteln bekämpft werden.

Auf zum Ruf der sozialen Revolution!
Es lebe die Anarchie!

anarchistischer Funke

Infoveranstaltung zum Verbot der FAU Berlin

Am 6. Juni findet im Kulturhaus Taranta Babu in Dortmund eine Infoveranstaltung zu dem Konfilkt im Kino Babylon Mitte und dem Gewerkschaftsverbot der FAU Berlin statt.

-Im Januar 2009 geschah etwas, was in Deutschland leider noch viel zu selten passiert: Eine prekär beschäftigte Kino-Belegschaft beschloss sich gegen ihre miesen Arbeitsbedingungen und die willkürliche Behandlung durch ihre Chefs organisiert zur Wehr zu setzen.

Nachdem der Versuch bei Ver.di Unterstützung zu finden scheiterte und die Zentralgewerkschaft der Belegschaft die kalte Schulter zeigte, schloss man sich der syndikalistischen Freien ArbeiterInnen Union (FAU) Berlin an. Was folgte, war ein sich zuspitzender Konflikt zwischen der Betriebsgruppe der FAU Berlin und der Geschäftsführung des Kino Babylon-Mitte, die jedes noch so geringe Zugeständnis verweigerte.

Als Zwischenergebnis einer kontinuirlichen Eskalation stand dann im Januar 2010 plötzlich doch ein von Ver.di abgeschlossener Tarifvertrag und ein de-facto Verbot für die FAU Berlin gewerkschaftlich zu kämpfen, oder sich überhaupt als Gewerkschaft, bzw. Basisgewerkschaft zu bezeichnen.

In der Veranstaltung wird diese Entwicklung nach gezeichnet. Es wird erklärt, warum dieser Konflikt in mehrfacher Hinsicht beispielhaft ist und warum die durch den eigentlich erfolgreichen Arbeitskampf der Betriebsgruppe ausgelösten juristischen Maßnahmen für viele Lohnabhängige
in Deutschland zum Problem werden könnten. Im Rahmen der Veranstaltung wird es ausreichend Raum geben, um die Probleme, aber auch die Perspektiven, die sich aus diesem Konflikt ergeben, zu diskutieren. -

So., 6.6., 19Uhr: Dortmund, Kulturhaus Taranta Babu, Humboldtstr. / Ecke Amalienstr.

Quelle

Anarchistische Bibliothek in Wien eröffnet

Am 1. Mai eröffnete in Wien/Österreich eine anarchistische Bibliothek samt Archiv. Seitdem können die BesucherInnen nicht nur in den zahlreich vorhandenen Büchern schmökern, sondern auch anarchistische Zeitschriften des letzten Jahrhunderts einsehen. Mag man sich noch viele Bücher über Antiquariate besorgen können, so ist der Zeitschriftenbestand an den wichtigsten anarchistischen / anarchosyndikalistischen Zeitschriften für Wien einzigartig.

Die Bibliothek ist jeden Montag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr geöffnet und ist über einen eigenen Eingang in der Lerchenfelder Straße 124-126, im Hof 3. Tür 1a zu erreichen. Weitere Besuchstermine können über info[at]a-bibliothek[punkt]org vereinbart werden. Auf der Homepage www.a-bibliothek.org sind zudem digitalisierte Dokumente der historischen anarchistischen Bewegung online. Neben den kompletten Ausgaben (!) der Zeitschriften „Zukunft“ (1880-1884) und „Wohlstand für alle“ (1907-1914) findet sich hier z.B. die „Soziale Revolution“, die Frontzeitung der deutschsprachigen AnarchosyndikalistInnen im spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939.

Die Bibliothek befindet sich in den gemeinsam genutzten Räumlichkeiten der „Schenke“, einem neuen Projekt in Wien mit Umsonstladen, Cafe, einem wertkritischen Büro u.v.m. Die Schenke möchte „einen offenen Raum für alle schaffen, die sich gegenseitig beschenken wollen. Dinge können gebracht und mitgenommen werden ohne dass Geld beteiligt ist.“

Eignet euch das Wissen der anarchistischen Bewegung wieder an!

Bibliothek von unten: http://www.bibliothek-vonunten.org

Quelle: hier

NRW Wahlen 2010

Am 9. Mai ist es wieder einmal soweit: jeder der in NRW Wohnhaftig ist kann von seinem „demokratischen“ Recht Gebrauch machen und zwischen „Pest“ und „Cholera“ wählen.

Noch immer ist es verpöhnt Wahlen zu boykottieren. Argumente wie „Wenn du nicht wählst, bekommen kleine „extreme“ Parteien mehr Prozente“ oder „Wenn du nicht wählst, vergibst du deine Stimme“ sind dabei allgegenwärtig und fördern einen gesellschaftlichen Zwang zur Wahlurne zu schreiten.

Uns geht es um eine allgemeine Kritik und Ablehnung von Parlamentarismus und Parteien. Wir unterscheiden nicht zwischen der einen oder der anderen Partei, mögen sie noch so gute Vorsätze haben. Die Bindung an das Kapital gilt für jede Partei und diese Bindung lässt es nicht zu, dass großartige Veränderungen in Kraft treten. Wirkliche Veränderungen können nur von außerparlamentarischen Bewegungen ausgehen. Allein deswegen kann der Wahlboykott ein Zeichen sein und eine Absage an die herrschenden Verhältnisse bedeuten.

Ein anderer Faktor der oft übersehen wird und für einen Wahlboykott spricht ist, dass jede Partei Geld für jede einzelne Stimme bekommt (0.50-1.00 Euro). Das heißt also, dass jeder, der nicht Wählen geht oder die Wahl aktiv durch ungültiges Ausfüllen boykottiert, Parteien direkt schaden kann, denn mit dem Geld, das durch die Stimmen einfließt wird der „Wahlkampf“ finanziert. Es ist gesetzlich geregelt, dass höchstens 133 Millionen Euro vom Steuerzahler übernommen werden können. Diese Grenze wird allerdings regelmäßig um viele Millionen Euro überschritten.

Für uns ist allerdings auch klar, wenn man Wahlen boykottiert und sich dann weiter der Gleichgültigkeit und des stillen Ertragens unhaltbarer Zustände hingibt und nicht handelt, man nicht viel besser ist als jemand der aktiv mit seiner Stimme Parteien Unterstützt. So bleibt der Wahlboykott lediglich eine symbolische Aktion, welche mit weiterem Widerstand untermauert werden sollte.

Ist es nicht also an der Zeit sich den leeren Phrasen und Versprechungen der Herrschenden zu entsagen? Ist es nicht an der Zeit aufzuhören unsere Zukunft und die der nachfolgenden Generationen in die Hände uns wildfremder Menschen zu legen?
Wir finden, dass der erste Schritt mit einem Wahlboykott vollbracht werden kann und dass dann die nächsten Schritte folgen müssen! Grade zu Wahlzeiten ist es immer Möglich Veranstaltungen von Parteien so wie den übrigen Wahlkampf zu stören und/oder den Dialog mit anderen Menschen zu suchen und ihnen zu erklären warum Wahlboykott sinnvoll ist!

Klassenkampf statt Wahlkampf!
Den Wahlkampf kreativ boykottieren, angreifen, zerschlagen!

anarchistischer Funke

hier noch einige schöne Aktions Ideen: deu.anarchopedia.org