Am Dienstag den 29.6. gab es in Athen erneut einen Generalstreik, an dem sich sowohl große hierarchisch, organisierte Gewerkschaften so wie auch kleine anarchistische und antiautoritäre Gewerkschaften beteiligten. Ersten Schätzungen zu Folge gingen bis zu 50.000 Menschen auf die Straße.
Den ganzen Tag kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, welche vor allem nach den Demonstrationen ihre hässliche Fratze zeigte, als sie willkürlich Leute attackierte.
Zum zweiten Mal versuchten auch faschistische Nationalisten an den Demonstrationen teilzunehmen. Diese 25-30 mit griechischen Nationalfahnen ausgerüsteten Faschisten wurden jedoch schon früh erfolgreich von den Demonstranten ausgeschlossen und mit ihren eigenen Fahnenstangen in die Flucht geschlagen bis sie sich hinter Polizisten in Schutz brachten.
Neben den Demonstrationen gab es auch wieder einige gute Aktionen, welche das Potential der Bewegung in Griechenland zeigen. Wie schon vor einigen Tagen in Thessaloniki nahmen circa 25 Genossen Lebensmittel und andere wichtige Güter aus einem Supermarkt in Athen und verteilten diese später natürlich umsonst auf einem Markt in der Nähe.
Bereits seit dem 7. Juni ist das Restaurant „Barthelonika“ in Thessaloniki selbst organisiert. Nachdem der Besitzer des Restaurants angekündigt hatte den Laden auf Grund von angeblich schlechtem Umsatz zu schließen, entschieden sich die Arbeiter den Betrieb des Restaurants eigenhändig zu führen. Nun gibt es dort keinen Chef mehr und auch keine hierarchischen Strukturen. Alle Entscheidungen werden gemeinsam von den Arbeitern getroffen. Die Preise im Restaurant wurden sofort um 30% gemindert und die Menschen in Thessaloniki aufgefordert dieses Projekt zu unterstützen.
Seit Morgen des 30. Juni besetzen Arbeiter das Gebäude des nationalen Radio und Fernsehns (ERT) in Athen. 1047 Arbeiter sollen ihren Job verlieren, doch genau diese wehren sich nun. Alle Programme des Senders wurden abgebrochen und die Belegschaft darf das Gebäude nicht mehr betreten. Die Führung des Senders teilte den Besetzern mit, dass sie ihren Kampf unterstützen würden, wenn der Kampf auf legaler Ebene geführt werden würde. Dieses Angebot, welches eigentlich nur eine verharmloste Aufforderung zur Räumung des Gebäudes ist, wurde von den Besetzer nicht angenommen und die Besetzung besteht weiter. Der Sender gab den Besetzern daraufhin ein Ultimatum bis 16 Uhr griechischer Zeit (GMT+2).
Dei Arbeiter verließen das Gebäude um 19 Uhr. Morgen wird es eine Versammlung geben.
Wir werden die weiteren Ereignisse noch in späteren Beiträgen ergänzen. Zeigt euch solidarisch mit den Kämpfen in Griechenland und startet eigene Projekte und Aktionen!
anarchistischer Funke