Archiv für Juli 2010

Chimki bei Moskau: „Schützen wir unseren Wald vor den faschistischen Besatzern!“

Am 28. Juli 2010 wurde die Administration von Chimki bei Moskau von einer Gruppe von 400 bis 500 anarchistischen und antifaschistischen Jugendlichen angegriffen. Unter Ausrufen „Schützen wir unseren Wald vor den faschistischen Besatzern!“ wurde das Gebäude mit Rauchbomben und Steinen eingedeckt. Im Ergebnis wurde das Gebäude größtenteils entglast, zwei Polizeiautos wurden zerstört. Nach dem Angriff, welcher nur wenige Minuten dauerte, zogen sich die Jugendlichen organisiert zurück. Die Miliz konnte niemanden festnehmen. Die einheimische Bevölkerung war dabei nicht wirklich interessiert der Miliz zu helfen. Vielmehr kam es zur offenen Solidarisierung mit dieser Aktion – welche zum Schutz des Waldes von Chimki durchgeführt wurde. Der Beschluss den Wald für den Bau einer Schnellstrasse von Moskau nach Sankt Petersburg zu roden, ist bei der ortsansässigen Bevölkerung ziemlich unbeliebt – wie auch der Bürgermeister von Chimki Streltschenko, der für diese Entscheidung verantwortlich ist.

In der bereits längere Zeit andauernden Konfrontation kam es wiederholt zu Übergriffen von Miliz, Rechtsextremen und bezahlten Gangstern auf die Protestierenden. Jetzt folgte die Antwort.

Quelle: Syndikalismus.tk

Von Polizisten misshandelt – Der Fall Paul B.

Erneute Hausbesetzung in der Wiehre geräumt

In den frühen Mittagsstunden des 24. Juli 2010 wurde im Freiburger Stadtteil Wiehre das seit gestern Abend still besetzte Haus in der Goethestraße 43 von der Polizei geräumt.

Zur Zeit ist nicht klar, wie die Polizei an die Info kam und wie die Räumung aussah. Die Bereitschaftpolizei war an der Räumung jedenfalls nicht beteiligt. Zur Stunde sitzen weniger als zehn Menschen auf dem Polizeirevier Süd und werden Erkennungsdienstlich (ED) behandelt; vor dem Haus stehen Polizist_innen und kontrollieren willkürlich Menschen. Unterstützer_innen bekamen vor dem Polizeirevier Süd Platzverweise mit der lächerlichen Begründung, sie würden das Polizeirevier ausspionieren.

Um ca. 11 Uhr war die Polizei mit Hunden vor Ort und fing an das Haus zu räumen. Es wird vermutet, dass Nachbarn morgens auf die Aktion aufmerksam wurden und daraufhin die Polizei alarmiert haben. Die Besetzer_innen wurden rausgetragen und aufs Revier Süd gebracht. Zwei Menschen, welche schon vor der Räumung das Haus verließen, wurden sogar bei einer Straßebahnstation von ca. sechs Wannen empfangen und mitgenommen. Auch an der KTS demonstrierte die Polizei mit einer Streife Präsenz.
Mittlerweile sind jedoch alle Besetzer_innen wieder draußen und durften sich auf Kaffee und Futter freuen.

Der wunderschöne Altbau mit vielen Räumlichkeiten stand schon längere Zeit leer und sollte mit der Besetzung wieder mit Leben gefüllt werden. Häuser sollten nicht zu Spekulationszwecken leerstehen sondern die Möglichkeit bieten,darin leben, arbeiten, schlafen, etc. zu können. Da in der momentan herrschenden Logik jedoch nicht die Befürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehn, sondern lediglich die Profitsteigerung, ergibt es leider Sinn, ein Haus auf Grund von Spekulationen leerstehen zu lassen. Dass Menschen auf der Straße leben müssen, obwohl eigentlich genug Wohnraum für alle vorhanden wäre, und das Menschen, welche Häuser entsprechend ihrem eigentlichen Sinn nutzen wollen mit Repression begegnet wird, ist einfach nur paradox!

Da dies nun leider ein Dauerzustand darstellt, war dies erst der Anfang…

Die Häuser denen, die sie brauchen!
Die herrschende Logik offenlegen und bekämpfen!

Quelle: http://annefreiburg.blogsport.de/

Diego Giménez Moreno 1911-2010

Am 06. Juni 2010 verstarb Diego Giménez Moreno, ein Veteran des Spanischen Bürgerkriegs, in der brasilianischen Stadt São Paulo. Er war 99 Jahre alt und hatte die Parkinson-Krankheit. Diego Giménez wurde am 10. April 1911 im spanischen Jumilla / Murcia geboren und schloss sich nach dem Tod seines Vaters im Alter von 17 Jahren der anarchistischen Bewegung an.

Diego Gimenez Moreno

Durch die „Federación Ibérica de Juventudes Libertárias (Iberische Föderation der Libertären Jugend) kam er in Kontakt mit den Ideen des libertären Naturismus und enschloss sich für ein vegetarisches und drogenfreies Leben. Im Jahr 1931 wurde Diego dann Mitglied der CNT-IAA und wurde Sekretär des lokalen Syndikats der Graphischen Künste.

Fünf Jahre später nahm er teil an dem erfolgreichsten Ereignis der anarchistischen Geschichte, der Spanischen Revolution, während der er sich der legendären „Columna Durruti“ (Durruti-Kolonne) im Kampf gegen den Faschismus anschloss. Nach der Niederschlagung der Volksfront durch die Truppen Francos wurde Diego verhaftet und in das Konzentrationslager Mauthausen nach Österreich deportiert, von wo er es schaffte nach Frankreich zu entkommen.

Er zog 1942 nach São Paulo und war aktiv in den lokalen anarchistischen Gruppen „Sociedade Naturista Amigos de Nossa Chácara“ (Naturistische Gesellschaft Freunde unseres Hofes) und „Centro de Cultura Social“ (Zentrum für Soziale Kultur).

Diego war für die brasilianische anarchistische Bewegung ein Schatz. Seine Reden zum Spanischen Bürgerkrieg und seine Verteidigung von minimalem Konsum und Nüchternheit hatten einen großen Einfluss auf jüngere und altere Anarchist/innen und Anarchosyndikalist/innen. Einige seiner Gedanken findet man in folgenden Büchern:

„Mauthausen: Campo de Concentração e de Extermínio“
(Mauthausen: Konzentrations- und Vernichtungslager; São Paulo, Edições Hispanoamericanas, 1975, 236pp),

„Três Depoimentos Libertários“
(Drei libertäre Zeugnisse; Entrevistas com Diego Giménez Moreno, Jaime Cubero e Edgar Rodrigues, Editora Achiamé, Rio de Janeiro – Brasil, 2002)

„Anarquistas: Ética e Antologia de Existências“
(Anarchisten: Ethik und Antologie der Existenzen; Nildo Avelino, Editora Achiamé, Rio de Janeiro – Brasil, 2004).

Diego schrieb auch Beiträge für die anarchistische Zeitschrift „Le Combat Syndicaliste“ (Der Gewerkschaftskampf).

Die Geschichte seines Kampfes bleibt eine Inspiration für die gesamte Bewegung. Seine Erfahrung und seinen Charakter werden wir vermissen.

„Wir müssen die heutigen ungesunden Angewohnheiten aufgeben. Wir verteidigen nicht unsere Interessen, sondern die des Kapitals. Wir müssen wie die Schlange sein, die ihre alte Haut ablegt, um eine neue zu bekommen.“
Diego Giménez Moreno

Ein Interview mit Diego Giménez, das er mit den brasilianischen Anarchosyndikalist/innen der COB-IAA São Paulo führte, findet ihr hier: http://fosp.anarkio.net/cmanarca/Entrevista_Diego_Gimenez_Moreno.pdf (in Portugiesisch)

Quelle:
http://cob-ait.net/index.php/infos/50-anarcos/233-diego-moreno

Siehe auch:
http://anarquismopiracicabaeregiao.wordpress.com/2010/06/04/morre-diego-gimenez-moreno/

Übernommen von: http://anarchosyndikalismus.blogsport.de

Andrej Chmara gestorben

In den vergangenen Tagen wurde die „Priama Dija“ um eines ihrer Mitglieder ärmer. Wir haben unseren Freund und Genossen verloren, einen klugen und starken Menschen mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Einen Menschen, der immer an andere gedacht hat, wesentlich mehr als an sich selbst. Einen Philosophen aus Berufung, welcher uneigennützig diese Welt studierte, in der Hoffnung sie zu verbessern und welcher seine Ideen in die Praxis umsetzte. Einer unserer Besten.

Wie kaum ein anderer spürte er die Absurdität dieser Welt, schätzte die Freiheit und wehrte sich gegen die totale Entfremdung. Schade… Dieses Mal war die Absurdität stärker als Andrej. Und mit Trauer müssen wir seine Wahl annehmen. Andrej war 20 Jahre, einen Monat und zwei Tage alt.

Nachruf der ukrainischen Studentengewerkschaft Priama Dija: http://direct-action.org.ua/?p=380

Quelle: syndikalismus.tk

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Verherrlichung eines Rassisten und Mörders

Am Dienstag den 20.Juli erinnerten Bundeswehrsoldaten und Vertreter der Regierung vor dem Reichstag in Berlin Claus Schenk Graf von Stauffenberg und allen anderen Beteiligten des Mordversuchs an Hitler vom 20.Juli 1944.

Vor allem Stauffenberg wird speziell in den letzten Jahren immer mehr zu einem Vorbild stilisiert. Dabei ist die bekannte Verfilmung des Attentats mit „Mr.Scientology“ Tom Cruise nur die Spitze des Eisbergs. Verteidigungsminister Gutenberg würdigte seinen Attentatsversuch als „Aufstand des Gewissens“. Außerdem sagte Gutenberg: „Der Widerstand um Stauffenberg habe gezeigt, dass es auch in den dunkelsten Zeiten der Diktatur ein besseres Deutschland gegeben habe.“

Verschwiegen wird allerdings, dass Stauffenberg ein Rassist und Mörder war. Er empfand den Beginn des 2.Weltkrieges als „Erlösung“. Nachdem er an dem Überfall an Polen beteiligt war schrieb er seiner Frau: „Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam.“

Nun stellt sich die Frage wieso der Rassist und Mörder Staufenberg verherrlicht wird. Dazu drängen sich noch andere Fragen auf:
Warum besuchen Bundeswehrsoldaten Schulen und werben für die Bundeswehr?
Warum hat die Bundeswehr auf Videospielmessen einen Stand direkt neben Ego-Shooter-Spielen?
Und warum gibt es immer mehr Fernsehwerbung der Bundeswehr?
Die Antwort auf alle diese Fragen gibt Verteidigungsminister Gutenberg indirekt selber. „Sie müssen egal wie man sich künftig entscheidet ob man sich für den Beibehalt der Wehrpflicht nach der heutigen Form entscheidet oder zu einem Alternativmodell neigt, für alles gibt es gute Gründe, müssen sie die Bundeswehr attraktiver machen.
In Verbindung mit einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler erkennen wir eine noch deutlichere Antwort: „Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen – negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.“

Die Antwort ist Krieg für Ressourcen und Wirtschaft.

anarchistischer Funke

Spanien 1936

17. Juli 1936

74 Jahre Spanische Revolution. Zeit zum Erinnern, unsere Genossen/innen sind und bleiben unvergessen!

Freiluftkonzert- Die ASJ Berlin begeht den Sommer der Anarchie

Am 07.07.2010, am Tag des offiziellen Fereinbeginns, veranstalteten wir ein Freiluftkonzert im Mauerpark.
Das Wetter war wie schon in den Tagen zuvor prima, die Temperatur etwas über 30°.
Für eine gewisse Erfrischung sorgten wir durch den Verkauf von gekühlten Getränken, was sehr begrüßt wurde.
Trotz des anstehenden Fußballspiels Deutschland – Spanien war die Zuhörerzahl unerwartet hoch.
Schnell hatten sich Leute gefunden, die keinen Bock auf Nationalfeierei hatten und sich unserem
Alternativprogramm anschlossen.
Um ca. 19 Uhr leitete das junge Akustikduo Erwin&Schabin den Sommer der Anarchie mit altbekannten Arbeiterliedern und
auch einem selbstgeschriebenen Stück ein.
Nach einer kurzen Aufbaupause beglückten uns die Brüder Teds´n´Grog mit ihrer Mischung aus Folk, Punk und
anarchistischer Liedermacherei. Diese hatten auch eine Menge Lieder im Gepäck und haben sich und uns
gefühlte zwei Stunden in Extase gerockt. Immer wieder ein Ohrenschmaus!
Danach war Punkrock MC am Zuge. Auf dem Boden sitzend und mit seinen beiden Keyboards auf den Beinen
hat er mit seiner Musik, welcher er selbst als Punk Hop vs. Technotrash bezeichnet, die Menschen zum Tanzen gebracht.
Das Publikum war begeistert und die Nachricht das Schland verloren hat gab der Stimmung nochmals einen Schub.
So musizierte Punkrock MC noch bis in die Nacht hinein.
Alles in allem war der Abend ein sehr gelungener Sommerbeginn und wir haben bis jetzt nur gutes Feedback bekommen.
An dieser Stelle danken wir nocheinmal den Künstlern, welche uns ihre musikalische Ehre erwiesen und natürlich
auch den ganzen ZuhörerInnen, welche hoffentlich genau so viel Spaß hatten wie wir.
Wir sehen uns dann bei den nächsten Terminen unseres Sommerprogramms!

Quelle: ASJ Berlin

Anarchosyndikalistische Flugschriftenreihe

Seit einiger Zeit ist unter http://klassenkampf.uuuq.com/asf.htm eine umfangreiche Auswahl von mitlerweile 220 Texten, rund um den Anarchismus und Anarchosyndikalismus online, die für Jeden frei zugänglich ist. Wir wollen jetzt die Gelegenheit nutzen um Werbung für diese, wie wir finden Großartige Sache zu machen. Denn es ist wichtig das Jedem uneingeschränkt die Texte der anarchistischen Bewegung zur Verfügung stehen der Interesse daran zeigt.

Also schaut euch um unter http://klassenkampf.uuuq.com/asf.htm

anarchistischer Funke

Vollversammlung für autonome Politik in NRW

Am 1. August wird es im AZ Wuppertal eine NRW-weite Vollversammlung für autonome Politik geben. Ziel ist es neue Kontakte zu finden und alte zu stärken. Die verschiedenen politischen Themenfelder in denen Einzelne aktiv sind sollen wieder miteinander verknüpft werden, damit die Bewegung stärker wird.

Weitere Infos unter: autonomepolitiknrw.blogsport