Briefbomben von Anarchisten?

Gestern am 23.12. explodierte jeweils eine Briefbombe in der chilenischen und in der schweizer Botschaft in Rom wobei zwei Personen schwer verletzt wurden.
Bereits wenige Minuten nach den Anschlägen meldeten verschiedenste Nachrichtendienste, dass diese Anschläge wahrscheinlich von einer anarchistischen Gruppe durchgeführt wurden. Am Abend wurden dann bekannt gegeben, dass sich die Gruppe „FAI – revolutionäre Zelle Lambros Fountas“ zu den Anschlägen bekenne.

Wir verurteilen diese Anschläge und distanzieren uns von dieser vermeidlich anarchistischen Gruppe. Terrorismus ist kein Weg in eine neue freie Gesellschaft.
Uns ist klar, dass diese Gewalt nur eine Reaktion auf die Gewalt der Schweiz und Chiles ist. Beide Länder haben politische Gefangene und beide Länder haben viel Dreck am stecken.
Doch Briefbomben werden nichts verändern. Niemand wird sich dadurch dem Kampf gegen das System anschließen oder auch nur irgendwie Sympathie für die Hintermänner solcher Anschläge entwickeln. Solch „Propaganda der Tat“ ist schon seit vielen Jahrzehnten keine Methode des politischen Kampfes der anarchistischen Bewegung mehr.

Weshalb zu vermuten ist, dass es keine anarchistische Gruppe war, die diesen Anschlag verübt hat, sondern dass es bewusst der anarchistischen Bewegung in die Schuhe geschoben wird oder eben von vornherein von Geheimdiensten injiziert ist. Allerdings ist das nur Spekulation unsererseits, welche durch die vorliegenden Tatsachen nahe liegen. Wir wünschen an dieser Stelle den betroffenen Menschen gute Genesung.

anarchistischer Funke


15 Antworten auf „Briefbomben von Anarchisten?“


  1. 1 tee 24. Dezember 2010 um 9:53 Uhr

    Doch Briefbomben werden nichts verändern. Niemand wird sich dadurch dem Kampf gegen das System anschließen oder auch nur irgendwie Sympathie für die Hintermänner solcher Anschläge entwickeln.

    woher weisst du das denn? projizier mal nicht so.

    und gleich eine verschwörungstheorie aufzufahren ist genauso blöd.

  2. 2 Administrator 24. Dezember 2010 um 10:03 Uhr

    Anschläge auf Menschen in dieser Form haben nichts mit Befreiungskampf zu tun und verschlechtern die Situation für die anarchistische Bewegung nur noch und bestätigen ein bestimmtes Bürgerliches Bild vom Bombenwerfenden Anarchisten. Oder denkst du nicht auch das ein großteil der Menschen so etwas aus welchen Gründen auch immer scheisse findet???

    Dafür sprechen das es keine anarchistische Gruppe oder von anderen leuten injiziert war folgende Tatsachen:

    „Bereits wenige Minuten nach den Anschlägen meldeten verschiedenste Nachrichtendienste, dass diese Anschläge wahrscheinlich von einer anarchistischen Gruppe durchgeführt wurden.“

    sieht man so ner Bombe an das sie anarchistisch ist?

    In der anarchistischen Bewegung ist die oben schon genannte „Propaganda der Tat“ allgemein verpöhnt was heißt das es sehr unwarscheinlich ist das diese Gruppe sehr viel Rückhalt geniest und das sie überhaubt existiert.

    Schon früher haben die Herrschenden Anarchisten Anschläge untergeschoben die mitlerweile bekanntlich nicht von Anarchisten verübt wurden um die Bewegung zu schwächen.(Reichstagsbrannt auch wenn es vllt ein sehr krasses Beispiel ist, oder in Spanien wurde vor der Revolution die Gruppe „Schwarze Hand“ von den Herrschenden erfunden um Anarchisten einzusperren die Mitglied in dieser Real nicht exestierenden Gruppe seien sollten) Das wäre also nichts neues.

  3. 3 tee 24. Dezember 2010 um 10:38 Uhr

    Oder denkst du nicht auch das ein großteil der Menschen so etwas aus welchen Gründen auch immer scheisse findet???

    ich denke, dass ein grossteil der menschen anarchisten auch so scheisse genug findet.

    sieht man so ner Bombe an das sie anarchistisch ist?

    eben nicht. genauso wenig, wie man es ihr ansieht, ob sie von einer regierung kommt. dann kritisier doch einfach, dass die da nur pauschalvermutungen aufstellen bzw. schuldzuweisungen vergeben.

    In der anarchistischen Bewegung ist die oben schon genannte „Propaganda der Tat“ allgemein verpöhnt […]

    GENAU! deswegen heisst eines der hauptorgane (hierzulande) ja auch „direkte aktion“. *augenroll*

  4. 4 tee 24. Dezember 2010 um 10:39 Uhr

    Das wäre also nichts neues.

    oh mein gott. es gab (und gibt) ja nun auch genügend beispiele für bombende anarchisten. DAS WÄRE ALSO NICHTS NEUES!!!1!

  5. 5 Administrator 24. Dezember 2010 um 10:47 Uhr

    Was für Beispiele gibt es den in der heutigen Zeit von „bombenden Anarchisten“ ?

    „ich denke, dass ein grossteil der menschen anarchisten auch so scheisse genug findet.“

    Stimmt muss man deshalb das Bild noch verschlechtern?

    „eben nicht. genauso wenig, wie man es ihr ansieht, ob sie von einer regierung kommt. dann kritisier doch einfach, dass die da nur pauschalvermutungen aufstellen bzw. schuldzuweisungen vergeben.“

    Wäre auch eine Möglichkeit gewesen wir lassen den Beitrag jetzt so aber danke für die Kritik wird nächstes mal beachtet…

    „GENAU! deswegen heisst eines der hauptorgane (hierzulande) ja auch „direkte aktion“. *augenroll* “

    Direkte aktionen haben in der Regel nichts mit Anschlägen zu tun sondern sind Sabotage akte oder ähnliches…

  6. 6 tee 24. Dezember 2010 um 11:22 Uhr

    ich zähle einfach mollis mit ;) (oder vergiss meinetwegen das „gibt“)

    aber was für beispiele für deine behauptung gibt es denn heute? du hast nur bestärkt, was ich meinte.

    Stimmt muss man deshalb das Bild noch verschlechtern?

    nein. aber das machen deiner auffassung nach ja auch andere, nicht die anarchisten.

    bombenanschläge sind doch heute(!) gar keine „propaganda der tat“ mehr, sondern terror, also einschüchterung. früher hat sowas durchaus sympathien geweckt und leute mobilisiert. daran macht sich ja auch das „propaganda“ fest, ob es mit der aktion gelingen kann, jemanden politisch zu erreichen. heutzutage sind das meinetwegen bossnapping und andere (militante) arbeitskampfmittel an die stelle getreten.

    jaja, hätte ich gleich so kritisieren sollen.

  7. 7 Administrator 24. Dezember 2010 um 11:40 Uhr

    Wenn auf Demonstrationen oder Streiks Banken oder Konzerne angegriffen werden diese wohlmöglich ausgebrannt werden ist das was völlig anderes als gezielt Menschen zu töten. Wenn ich eine Bank mit Mollis zerstöre ist das gezielte Sachschaden an Verbrecherischen Banken natürlich sind zb. in Griechenland bei einer solchen Aktion Menschen gestorben aber das Lag bekanntlich an dem Bankmanager und außerdem ist das nicht vergleichbar … Es gibt heutzutage bis auf verzeinelte Fälle keine „Bomben anschläge“ von Anarchisten und wenn ist es fraglich ob diese überhaubt von Anarchisten verübt wurden wie bereits vestgestellt…

    „aber das machen deiner auffassung nach ja auch andere, nicht die anarchisten.“

    natürlich machen das die anderen aber man kann an dem wie man sich verhält ein ganzes Stück symphatie gewinnen… es besteht ein großer unterschied darin ob ich jetzt eine libertäre Schule errichte oder gezielt Menschen töte du kannst dir vorstellen das ersteres bei vielen Menschen einen sehr positiven effekt hat wärend letzteres durch die Multiplikatoren Medien einen sehr schlechten Effekt auf sehr viele Menschen hatt.

    „bombenanschläge sind doch heute(!) gar keine „propaganda der tat“ mehr, sondern terror, also einschüchterung.“

    wen soll das den einschüchtern? das geht den herrschenden ziemlich am arsch vorbei diese kleinen bömpchen^^

    „früher hat sowas durchaus sympathien geweckt und leute mobilisiert.“

    ja aber auch nur in Fällen wie wenn zb. ein Polizeichef auf ner Demo 50 Leute getötet hat und nicht zur rechenschaft gezogen wurde wurde der dann gekillt so lief das früher nicht anders…….

    sorry wegen der rechtschreibung

  8. 8 tee 24. Dezember 2010 um 12:47 Uhr

    „libertäre schule“? ist doch da, wo der hass gepredigt wird!

    wen soll das den einschüchtern?

    es soll. und zwar über den multiplikator medien großteile der gesellschaft und damit auch wieder politiker und andere verantwortliche bzw, diese auch direkt. erfolge – wenn vorhanden – sind natürlich schwer messbar.

    ja aber auch nur in Fällen wie wenn zb. ein Polizeichef auf ner Demo 50 Leute getötet hat und nicht zur rechenschaft gezogen wurde wurde der dann gekillt so lief das früher nicht anders

    ich orientierte mich eher am zeitlichen rahmen deines beispiels der „schwarzen hand“ bzw. eben die „grossen anarchistischen zeiten“ des bombenlegens.

  9. 9 tee 24. Dezember 2010 um 12:55 Uhr

    das geht den herrschenden ziemlich am arsch vorbei diese kleinen bömpchen^^

    das glaube ich nicht. wenn einem kollegen von mir die hand abgerissen wird und ich weiss genau, das hätte mir auch passieren können, dann kümmert mich das schon (irgendwie). bomben bleiben bomben und sie beeinflussen die politik schon sehr. nur eben nicht unbedingt immer in die gewünschte richtung.

  10. 10 justus 24. Dezember 2010 um 13:07 Uhr

    Möglich wär´s schon, dass die Anschläge „bewusst der anarchistischen Bewegung in die Schuhe geschoben“ werden. Das hat in Italien eine gewisse Tradition – so gab´s Dezember 1969 in Mailand und Rom zwei ziemlich verheerende Bombenanschläge, die auf´s Konto von irgendeiner neofaschistischen Gruppe gingen, aber den Anarch@s in die Schuhe geschoben wurden (ein Anarchist wurde von der Polizei beim Verhör aus dem Fenster geworfen und starb, der verantwortliche Polizeichef wurde dafür ein paar Jahre später von den Roten Brigaden ermordet).
    Im Vorfeld der G8-Proteste in Genua 2001 gab´s ebenfalls Briefbomben-Anschläge auf Polizeistationen, wo zumindest der Verdacht naheliegt, dass damit Stimmung gegen die Protestierenden geschürt werden sollte.

    Das nur so am Rande. Man kann deswegen noch nicht davon auszugehen, dass es KEINE Anarch@s waren. Das wäre genauso gut möglich, auch wenn solche Aktionen a) politisch einfach kontraproduktiv und es b) menschlich Scheiße ist, wenn man es in Kauf nimmt, dass andere Leute verletzt oder getötet werden könnten. Ich finde die Distanzierung also gut, egal ob´s nun Anarch@s waren oder nicht.

    Und tee: Die „Direkte Aktion“ hier reinzuziehen, finde ich eher unpassend (obwohl man natürlich auch einen Streik als „Propaganda der Tat“ bezeichnen kann). Der Anarchsyndikalismus entstand ja gerade auch als Reaktion auf den individuellen Terror, wie ihn manche Anarch@s Ende des 19. Jahrhunderts propagierten und ausübten, und auf die Sackgasse, in die die anarchistische Bewegung damit geraten war – wofür wohl vor allem Bakunin mit seiner Revoltuionstheorie (konspirative Gruppen bilden, Aufstände anzetteln und hoffen, dass die Masse mitzieht) die Verantwortung trägt. Im Gegensatz dazu versuchte der Anarchosyndikalismus die Massen von vornherein einzubeziehen, zu organisieren und dann vor allem mit Streiks die eigenen Ziele zu verwirklichen.
    Also wie gesagt, man kann zwar auch einen Streik als „Propaganda der Tat“ und einen Bombenanschlag als „direkte Aktion“ bezeichnen – es sind trotzdem zwei unterschiedliche Strategien und unterschiedliche Traditionslinien.

  11. 11 tee 24. Dezember 2010 um 14:28 Uhr

    ja, da hast du recht, justus. ich hab’s auch zu wörtlich genommen und mich nicht wirklich an die historischen einordnungen gehalten. aber dafür hab ich mittlerweile wikipedia bemüht, das ist in sachen anarchistischer grundbildung gar nicht so übel …

  12. 12 justus 25. Dezember 2010 um 22:42 Uhr

    Hab noch ein wenig nachrecherchiert und unter
    http://www.anarchismus.at/txt4/feindbild2.htm
    einen interessanten Text von Bernd Drücke (von der Graswurzelrevolution) gefunden. Scheinbar ist diese sog. FAI schon länger aktiv. Interessant auch deshalb, weil hier auch die politische Vergangenheit Silvio Berlusconis in der Geheimorganisation P2 und die „Strategie der Spannung“ erwähnt wird.
    Ich hab ja so meine (begründeten) Abneigungen gegen Verschwörungstheorien, aber die italienische Politik entspricht den Klischees so sehr, dass es fast schon peinlich ist…

  13. 13 Administrator 25. Dezember 2010 um 23:43 Uhr

    Vielen Dank für den Link und die Informationen, wir haben auch nichts mit Verschörungstheorien am Hut aber dieser Vorall schien uns doch sehr ungewöhnlich…

  14. 14 Anonymous 26. Dezember 2010 um 15:00 Uhr

    das ist unnütze Propaganda…ihr affen…
    scheiß Pazifisten…

  15. 15 Roland Ionas Bialke 31. Dezember 2010 um 7:07 Uhr

    Es ist doch nur reine Spekulation mit verschwörungstheoretischen Ansätzen. Wie können die Medien schon zwei Stunden nach dem Anschlag sagen, dass es „Anarchisten“ waren? Die anarchistische Gruppe hat schon während der Aktion Warnungen rausgeschickt, dass Pakete mit Sprengstoffe aus an Botschaften gehen. Im Mittelmehrraum ist das durchaus üblich, dass vor Anschlägen zwei Tageszeitungen angerufen werden, damit keine Menschen zu Schaden kommen. Als dann sofort nach den Geschehnissen Selbstbezichtigungsschreiben rausgingen (wahrscheinlich als E-Mail), konnten die Medien das auch schnell veröffentlichen. Es kann auch ähnlich wie beim 11. September gewesen sein: Damals kannten die Behörden die islamistischen Männer und ihre Finanzwege + Aktivitäten. Nur was sie genau vorhatten, konnten sie nicht tagtäglich kontrollieren. Als dann mehrere Flugzeuge runterkamen, konnten die Behörden sofort (am gleichen Tag) sagen, wer es war, weil sie die Finanz- und Aufenthaltswege kannten. Sie sahen nur keinen Zusammenhang zu einer zukünftigen Tat. Das kann hier ähnlich sein. Ausserdem gab es vor kurzem in Griechenland festnahmen von „Anarchisten“, die Paketbomben dabei hatten. Also ist es belegt, wer so etwas gemacht hat. Was „justus“ über GLADIO schreibt ist zwar richtig, aber er bestätigt auch, dass es mordene „linke“ politische Gruppen im Mittelmehr Raum gab. Oder was haben die Roten Brigaden oder die Revolutionäre Organisation 17. November gemacht. Und den Epanastatikos Agonas gibt es auch nicht? Wieso fühlen die sich dann veranlasst eine verschwörunsgtheoretische Stellungnahme über die Briefbomben aus dem Gefängnis heraus zu schreiben?

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