Archiv für April 2011

Euromayday 1. Mai 2011 in Dortmund!

Die Arroganz der Macht kotzt uns an und wir werden nicht müde, unsere Kritik und unsere Forderungen auf die Straße zu tragen. Der Euromayday ist eine Einladung, um gemeinsam zu kämpfen und feiern.

Die Aufstände in den arabischen Ländern zeigen uns, welche Macht der Wunsch nach einem guten Leben entfalten kann. Auch wenn wir heute noch nicht wissen wie sie ausgehen werden, begrüßen wir sie als Ermutigung diese Welt die wir selbst sind, auch selbst zu gestalten.

Wir brauchen keine Politiker, die uns sagen was gut für uns ist. Das wissen wir selbst. Wir brauchen keine Unternehmen, die uns sagen was wir kaufen sollen, und unsere Ideen, Wünsche und Bedürfnisse in eine Geschäftsidee verwandeln. Wir brauchen keine Arbeit sondern ein Einkommen, denn Arbeit haben wir genug.

Mit den Zumutungen unseres Lebens haben wir auf unterschiedliche Weise zu kämpfen. Das Fehlen von Sicherheiten und Garantien verbindet uns dabei. Ob wir aktuell von einer Betriebsschließung bedroht oder schon erwerbslos sind. Ob wir keinen Aufenthaltsstatus haben oder ob wir als neue Selbständige unser unternehmerisches Selbst vor uns her treiben. Die Forderung „Her mit dem schönen Leben!“ lässt uns gemeinsam werden. Der Euromayday ist die Aufforderung an Euch, dieses positive Gemeinsame zum Schwingen und Tanzen zu bringen. Das meinen wir durchaus wörtlich.

Wir wollen kein Klagelied singen, sondern Vorschläge zu einem anderen Gebrauch des Lebens machen. Darum bringt eure Ideen und Forderungen mit – bunt und unübersehbar. Ihr seid alle willkommen!

Wir wollen auch zu aktuellen Konflikten in der Stadt Dortmund Stellung nehmen. Zu fehlenden Freiräumen, zu Vertreibungen, zur Verwandlung der Stadt in ein Unternehmen und zu Nazis. Die diesjährige Demo-Route von der Nordstadt ins Westviertel wird uns dazu Gelegenheit geben.

Her mit dem schönen Leben!

Um 14 Uhr, am Nordmarkt

Quelle: euromayday.noblogs.org

Magdeburg: Aktion zum Workers‘ Memorial Day

Der 28. April ist der internationale Gedenktag für all jene, die durch vermeidbare Arbeitsunfälle im kapitalistischen Normalbetrieb ihr Leben verlieren. Aus diesem Anlass gab es in Magdeburg eine Flashmob-Aktion im Jobcenter.
20 AktivistInnen versammelten sich nachmittags in der Nähe des Jobcenters. Mit einem 2m hohen Sarg aus Holz ging es dann in den Wartebereich der ARGE. An die etwa 40 Menschen dort wurden Flyer zum Workers‘ Memorial Day und zur bevorstehenden 1.Mai-Demo verteilt. ( http://erster-mai-magdeburg.tk) Der Sarg wurde dort gelassen. Auf den Flyern zum WMD war folgender Text:

„Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Alle 15 Sekunden stirbt ein Mensch durch einen Arbeitsunfall (über zwei Millionen im Jahr). Allein in Deutschland sterben drei bis vier Menschen täglich, auf der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder an den Spätfolgen von ihr. Dabei ist das Risiko für LeiharbeiterInnen drei mal so hoch wie für Stammbelegschaften.
Ein großer Teil der Unfälle ist vermeidbar – durch Arbeitsschutz, geringere Arbeitsbelastung, bessere Ausbildung, weniger Zeitdruck. Diese lebensrettenden Maßnahmen stehen jedoch im Widerspruch zu den grundlegenden Prinzipien der derzeitigen Wirtschaftsordnung: in dieser zählen Produktivität, Effizienz und Profit. Arbeiter und Arbeiterinnen sind lediglich Kostenfaktoren – und die müssen so niedrig wie möglich gehalten werden. Die Gesundheit der ArbeiterInnen spielt im Kapitalismus keine Rolle, tödliche Arbeitsunfälle ebensowenig.

Als anarchistische Basisgewerkschaft setzt sich die FAU Magdeburg für konkrete Verbesserungen innerhalb der bestehenden Arbeitsverhältnisse ein. Unsere Perspektive ist dabei eine befreite Gesellschaft mit einer bedürfnisorientierten Wirtschaft.“

Quelle und Bilder der Aktion unter: Indymedia

Verhaftungswelle von AnarchistInnen in England vor Hochzeit des „Hochwohlgeborenen“

Vor der für heute angesetzten Hochzeit des englischen Thronfolgers Prinz William und Kate Middleton kam es wiederholt zu Verhaftungen von anarchistischen GenossInnen, die mit öffentlichen Aktionen gegen die „königliche Hochzeit“ protestieren wollten. Eine Demonstration gegen die Monarchie wurde verboten. GenossInnen bei der Aufführung von Straßentheater verhaftet. Gestern kam es zur Durchsuchung besetzter Häuser in London. Wie vom Blog „Entdinglichung“ berichtet wird „waren drei besetzte Häuser in Camberwell (u.a. das Ratstar Social Centre, hier wurden mindestens 14 GenossInnen festgenommen), eines nahe an Flughafen Heathrow (Grow Heathrow) und eines in Hackney (Offmarket) betroffen. In Brighton/Hove wurden drei besetzte Häuser durchsucht und mindestens sieben GenossInnen festgenommen.

Verhafteten GenossInnen, die mit Straßentheater ihre Ablehnung des primitiven monarchistischen Herrschaftssystems zum Ausdruck bringen wollten, wird Landfriedensbruch vorgeworfen. Nach Einschätzung des englischen Anarchisten Ian Bone werden sie bis nach den offiziellen Feierlichkeiten im Gefängnis eingesperrt bleiben.

Die Verhaftung von GenossInnen bei der Durchführung eines Straßentheaters in London-Brockley wurde von einem Genossen auf Video aufgezeichnet.

Der englische Staat zeigt gegen die Kritiker der Monarchie und Königshäuser, von vielen als “Parasiten” bezeichnet und betrachtet, den unbedingten Willen, keinen öffentlichen Protest zuzulassen. Die Hochzeit der nichts-leistenden, von der Arbeiterklasse und aus dem Profit ihrer „Geschäfte“ und Besitztümern lebenden „Royals“ soll nicht gestört werden. Eine angebliche Demokratie tut alles, um die Monarchie vor der Kritik aus der Bevölkerung zu schützen und in einem schwülstigen, pseudo-romantischen Licht erscheinen zu lassen.

Soll sich niemand der „Royals“ und ihrer Lakaien darüber beschweren, wenn sich die Zeiten einst ändern, und sie aus dem Verkehr gezogen werden.

Quelle und das Video findet ihr unter: Syndikalismus.tk

Veranstaltungsreihe „Politisch aktiv ohne kaputt zu gehen“

Game Over?
… lieber nicht! Zusammen Auswege entwickeln …

Mit der folgenden Veranstaltungsreihe (in Kooperation mit dem Anarchistischen Infocafé) möchten wir uns Werkzeuge und praktische Ideen erarbeiten, um Burn-Out, Frustration und Überarbeitung zu vermeiden und mit Mut, Spaß und Wirksamkeit politisch aktiv zu sein – ohne kaputt zu gehen.

„Kaputt gehen“ bedeutet für uns nicht (nur) die Niederlage im Straßenkampf gegen Nazis oder Repressionsorgane. Zu „kaputt“ zu sein, um weiter effektiv politisch tätig sein zu können, kann leider durch sehr viele Faktoren ausgelöst werden. Das kann Überarbeitung und Polit-Burn-Out sein, das Gefühl von Sinnlosigkeit und Vergeblichkeit aller Bemühungen oder das starke Eingebundensein in Job und andere Alltags-Orga-Dinge. Auch der Blick auf die sich auftuenden Gräben zwischen Anspruch oder Utopie und Wirklichkeit können den Eindruck vermitteln, aufgeben zu müssen. Es gibt viele weitere Umstände, die die Polit-Aktivität erschweren und, wenn sie gehäuft oder über Jahre hinweg angesammelt auftreten, dazu führen können, dass mensch nicht mehr weiter machen kann oder will. Dazu gehören beispielsweise informelle Hierarchien, Kommunikationsprobleme, problematischer Umgang mit Konflikten, Entscheidungsprozesse, die den eigenen Ansprüchen nicht genügen, sowie die mangelnde Unterstützung des Politumfelds beim Umgang mit Kindern. „Kaputt gehen“ können wir auch, indem wir uns in Sackgassen verrennen. So können wir uns an einem Thema festbeißen, das keine Resonanz mehr erfährt, im Spezialist_innentum den Kontakt zu Interessierten verlieren, als Gruppe zerbrechen, keine Unterstützung für unsere Themen finden, oder durch das Nicht-Reflektieren der eigenen Privilegien immer wieder in monokulturartiges Denken der weißen Mittelschicht verfallen.

9.5. Wie können wir mehr werden und unser Wissen weitergeben?

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Politisch aktiv ohne kaputt zu gehen“ gibt es eine Ideenwerkstatt, in der es um zwei für nachhaltige politische Arbeit wichtige Themen gehen soll. Wir wollen einerseits gemeinsam erarbeiten, wie wir Wissen möglichst angenehm und effektiv generationsübergreifend weitergeben können, und andererseits überlegen, wie wir Menschen für libertäre Ideen interessieren und Motivationen zum organisierten Handeln schaffen können. Macht euch Gedanken und bringt viele Ideen mit! Veranstaltung der Anarchistischen Föderation Berlin und des A-Infocafés in Zusammenarbeit mit der Anarcho-Syndikalistischen Jugend Berlin (ASJ). Wie immer mit veganer Vokü und Bar. Zum Mitschnippeln ab 18.00 Uhr, Essen ab ca. 20.00 Uhr. Die Veranstaltung fängt um ca. 20.30 Uhr an.

23.05. Wir sind noch da!
Als zweite Veranstaltung der Veranstaltungsreihe „Politisch aktiv ohne kaputt zu gehen“ gibt es ein Salon-Gespräch, in dem Aktivist*innen, die sich seit Jahrzehnten in der linken Szene bewegen, sich darüber unterhalten werden, was sie motiviert weiterzumachen und wie Kontinuität möglich ist. Ziel ist es, (in Zusammenarbeit mit dem Publikum) möglichst viele, möglichst breit anwendbare Ideen daraus zu ziehen, die uns allen zu einer kontinuierlichen und motivierten Praxis verhelfen können. Veranstaltung der Anarchistischen Föderation Berlin und des A-Infocafés. Wie immer mit veganer Vokü und Bar. Zum Mitschnippeln ab 18.00 Uhr, Essen ab ca. 20.00 Uhr. Die Veranstaltung fängt um ca. 21.00 Uhr an.

13.06. Workshop „Politisch aktiv mit Kind bzw. Arbeit“
Diese Veranstaltung ist noch in Planung. Bei Interesse zur Mitgestaltung oder konkreten Ideen zur Umsetzung meldet euch bitte bei der Anarchistischen Föderation Berlin.

25.06. 11-17 Uhr. Konflikt lass nach!?
Als vierte Veranstaltung der Veranstaltungsreihe „Politisch aktiv ohne kaputt zu gehen“ gibt es einen Workshop von AKKU.
Konflikte gehören zur politischen Arbeit dazu. Veränderungen, seien sie persönlich, gruppenintern oder auf gesellschaftlicher Ebene, sind oft nicht ohne Konflikte zu haben. Aber sie auszutragen ist anstrengend, macht uns oft fertig und scheint uns von der Arbeit der Gruppe abzuhalten.
Geht das auch anders? Mit welchen Konflikten sind wir in der politischen Arbeit konfrontiert? Was macht uns den Umgang mit Konflikten so schwer? Wie wünschen wir uns den Umgang im Idealfall? Und was könnte uns helfen das umzusetzen? Zu diesen Fragen wollen wir mit euch zusammen Antworten entwickeln.
Die Teilnehmer_innenzahl ist auf 16 beschränkt – bitte unter afb -at- riseup.net anmelden (Delegierte politischer Gruppen werden vorgezogen).
Der Arbeitskreis Konfliktunterstützung (kurz AKKU) ist ein Zusammenhang von Menschen, die ein Interesse daran haben, linke Personen und Gruppen z.B. Kollektive, Hausgruppen und politische Gruppen bei der Lösung ihrer Konflikte zu unterstützen. Es soll durch Angebote für Moderation und Mediation ein stärkeres Bewusstsein für Konflikte geschaffen werden und der Umgang mit diesen in “der Linken” verbessert werden. Veranstaltung der Anarchistischen Föderation Berlin und des A-Infocafés. Wie immer mit veganer Vokü und Bar. Zum Mitschnippeln ab 18.00 Uhr, Essen ab ca. 20.00 Uhr. Die Veranstaltung fängt um ca. 20.30 Uhr an.

27.06. Wie können wir unseren Kommunikationsansprüchen mit E-Mail-Listen gerecht werden?
Als fünfte Veranstaltung der Veranstaltungsreihe „Politisch aktiv ohne kaputt zu gehen“ gibt es einen Vortrag, in dem es um verschiedene Fragen zum Einsatz von E-Mail-Listen gehen soll: Wie tragen sie zu Hierarchiebildung bei und wie kann dies verhindert werden? Was für problematische Dynamiken können auf E-Mail-Listen entstehen und was für Lösungsansätze gibt es? Wann tragen diese Listen dazu bei, dass AbonnentInnen aktiv werden und wann verhindern sie dies? Katja Cronauer ist Autor_in des Buchs „Kommunizieren, organisieren und mobilisieren über E-Mail-Listen“ und Übersetzerin (z.B. von „Die andere Farm der Tiere“). Veranstaltung der Anarchistischen Föderation Berlin und des A-Infocafés. Wie immer mit veganer Vokü und Bar. Zum Mitschnippeln ab 18.00 Uhr, Essen ab ca. 20.00 Uhr. Die Veranstaltung fängt um ca. 21:00 Uhr an.

Wir, die Anarchistische Föderation Berlin und das Anarchistische Infocafé, freuen uns auf spannende und konstruktive Diskussionen.

Quelle: afb.blogsport.de

[Bernburg] Abschiebung nach Protesten gestoppt

In der Nacht zum 26. April 2011 sollte in Bernburg (Sachsen-Anhalt) eine Abschiebung statt finden. Dies wurde durch den Protest von 25 Menschen vorerst verhindert. Was mit der betroffenen Familie nun geschieht ist noch unklar.

Um 3 Uhr nachts fuhr eine Mitarbeiterin der AWO, dem Träger des AsylbewerberInnenheims in Bernburg, vor das Tor des Geländes. Davor blockierten etwa 25 AbschiebegegnerInnen mit Transparenten den Zugang, Tür und Tor waren mit Schlössern versperrt. Die Polizei ließ sich erst 20 Minuten später blicken und wurde mit Parolen lautstark begrüßt. Sie fuhr von da an regelmäßig am Heim vorbei und postierte sich außerhalb der Sichtweite, vermied aber jeden Kontakt mit den Blockierenden. Die BewohnerInnen der Unterkunft brachten heißen Tee zur Blockade und freuten sich über die Unterstützung.

Gegen 6 Uhr hielt ein Zivilauto der Polizei vor der Unterkunft und vermittelte den Blockierenden, dass die Abschiebung nicht mehr statt finden würde. Laut Polizei ging der gebuchte Flug um 7.30 Uhr von Berlin. Danach sprachen die Beamten Platzverweise für die Anwesenden aus und entfernten sich wieder. Personalien wurden keine aufgenommen. Nach über drei Stunden wurde die Blockade erfolgreich beendet. Ob die Familie längerfristig in Westeuropa bleiben kann ist unklar.

Es war das erste mal seit Jahren, dass in Sachsen-Anhalt eine Abschiebung durch eine direkte Blockade gestoppt wurde. Polizei und AWO waren sehr überrascht und schienen nicht zu wissen, wie sie auf die Blockade reagieren sollten. Die erfolgreiche Aktion macht Hoffnung und zeigt Perspektiven antirassistischer Praxis in Sachsen-Anhalt auf.

Quelle: Linksunten.Indymedia

Veranstaltung in Berlin: Streikrecht in Europa bedroht

Internationaler Workshop zur Verteidigung gewerkschaftlicher Rechte in Berlin.

Mit dem EU-Wettbewerbspakt unter Führung des deutschen Kapitals soll die europäische Wirtschaft in die Lage versetzt werden, sich auf dem Rücken der Beschäftigten in der globalen Konkurrenz zu behaupten. Um die Krisenlasten besser auf die Lohnabhängigen abwälzen zu können, verschärfen Unternehmer und Regierungen die Angriffe auf Vereinigungsfreiheit und Streikrecht. In Deutschland machen sich die Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) gemeinsam für eine Gesetzesinitiative stark, die unter dem Motto der »Tarifeinheit« das Arbeitskampfrecht für kleinere Gewerkschaften weitgehend aushebeln soll. In Italien wird beim Autokonzern Fiat der stärksten Metallgewerkschaft FIOM das Messer auf die Brust gesetzt: Sie soll entweder drastisch verschlechterte Arbeitsbedingungen akzeptieren oder als Verhandlungspartner aus den Betrieben verbannt werden. In Spanien wurde im Dezember ein Ausstand von Fluglotsen durch die Armee beendet. Streikende andalusische Landarbeiter werden kriminalisiert und müssen mit Gefängnisstrafen rechnen. In Polen werden kleine kämpferische Gewerkschaften bedroht und ihre Mitglieder angegriffen.

Die Berliner Gewerkschaftslinke lädt für Freitag und Sonnabend zu einem Workshop mit internationaler Beteiligung, auf dem diese Fragen diskutiert werden sollen. Angekündigt haben sich Vertreter der Gewerkschaften FIOM und CUB aus Italien, der CGT und SAT aus Spanien, der französischen SUD Solidaires und der beiden polnischen Organisationen Serpien 80 und Inicjatywa Pracownicza.

Video-Einführung: 29. April, 18.30 Uhr, Südblock, Admiralstr. 1, Berlin-Kreuzberg.

Workshop: 30. April, ab 10 Uhr, Haus der Demokratie, Greifswalder Str. 4, Berlin-Mitte

Quelle: Syndikalismus.tk

Lange Nacht der Anarchie in Wien

Wien ist…. anarchistisch!
Samstag, 7. Mai 2011

Alles hat heutzutage ihre lange Nacht – Museen, Partys, Kirchen und die U-Bahn. Worauf Ihr bisher aber vergeblich warten musstet, findet nun endlich und erstmals statt: die lange Nacht der Anarchie.

Lange Nacht der Anarchie in Wien

Wo sich Herrschaft zementiert, ein rassistischer, sexistischer, transphober, kapitalistischer, antisemitischer und homophober Konsens sich täglich aufs Neue wieder erfindet und verschärft, ist Widerspruch gefragt wie eh und je. Nur vermeintlich alles ist möglich in Zeiten neoliberaler „Diversity“, die Dich dann hin und wieder ein wenig „anders“ sein lässt, wenn Du Dich prinzipiell brav ausbeuten und vereinnahmen lässt. Aber das kann’s doch nicht sein, nicht nur wir wissen (ihr doch auch, oder?) um die Möglichkeit und Notwendigkeit herrschaftsfreier Gesellschaft.

Selbst in Wien gibt es linke, emanzipatorische autonome Projekte, Initiativen und Räume, die sich in einen herrschenden Mainstream nicht integrieren wollen und diesen in Frage stellen. Ein Außerhalb gibt es nicht, aber viel Dagegen-Sein. Und den Versuch, Gelerntes zu verlernen, um jenseits der geschriebenen, ungeschriebenen und verinnerlichten Gesetze und Normen die eigenen Regeln zu finden. Machtverhältnisse sind vielfältig und recht verschieden -dementsprechend gibt es trotz aller Überschneidungen und (un)möglichen Abgrenzungen

feministische,
anarchistische,
linksradikale,
queere,
antikonsumistische,
antirassistische,
libertäre,
lesbischwule,
antiautoritäre, (…)

Projekte, um eben diese verschiedenen Unterdrückungsmechanismen sichtbar zu machen und nicht einem „Hauptwiderspruch“ unterzuordnen und damit ad acta zu legen. Die Initiativen bespielen und organisieren Bars, Bibliotheken, Wagenplätze, Kost-Nix-Läden, temporäre Räume, Cafés, Hausprojekte, Werkstätten, Archive, Diskussionsrunden, Besetzungen, Lesekreise und vieles mehr. Gemeinsam haben sie alle, dass sie immer wieder in Frage gestellt werden und um ihre Existenz zu kämpfen haben.

Die Bandbreite dieser Szenerie aufzuzeigen und politische Räume für alle jene
sichtbar zu machen und zu öffnen, die sie bisher noch nicht kannten oder besucht haben, emanzipatorische Projekte und linke Kritiken vorzustellen – dazu lädt die Lange Nacht der Anarchie. Um damit zu ermöglichen, Gesellschaft anders zu denken und zu machen, zu kollektivieren und dabei Hedonismen und Spaß nicht außer Acht zu lassen. Diverse Räume öffnen am 7.5. ihre Pforten und machen Programm in Form von Lesungen, Festen, Volxküchen, Diskussionen, Ausstellungen und Konzerten…. Kommt vorbei!

„Und wenn die Nacht am tiefsten, ist der Tag am nächsten.“

Ausführliche Infos: http://langenachtderanarchie.wordpress.com/

Frohes Hasenfest!

Ostern?

Aachen: Veranstaltung zu Pariser Kommune und Kronstadt-Aufstand

Arbeitslos – Antriebslos!?

Am 2. Mai hinaus auf die Straßen zum Kampf!

Soziale Hängematte!? – Schön wär’s! Zwar hält sich dieses ekelhafte Vorurteil hartnäckig in vielen Köpfen der Gesellschaft, doch dabei ist gerade den Betroffenen bewusst, was es heißt, ohne Arbeit zu sein. Was es heißt, ständig zum Jobcenter zu rennen, sich einem Nerven zerreibenden Bürokratiewesen zu unterziehen, was es heißt, sich willenlos für Zwangsarbeit zur Verfügung zu stellen. Was es heißt, sich und seinen Kindern nie das ermöglichen zu können, was man sich eigentlich immer gewünscht hätte.

Dabei sind es Wünsche, die keinen Luxus, sondern nur normale Ansprüche darstellen, Ansprüche auf ein soziales, menschenwürdiges Leben. Nichts spektakuläres, nichts dekadentes. Es sind nicht diese Ansprüche, die die Gesellschaft zernagen, sondern die herrschenden Umstände, die sie erst notwendig machen. Es handelt sich dabei um einen normalen marktwirtschaftlichen Prozess, der diese Zustände hervorbringt.

Die Gesellschaft wird bewertet, verwertet und entwertet. Nicht nur ihre Gegenstände, nein, auch ihre Menschen! ArbeiterInnen werden je nach wirtschaftlichen Voraussetzungen eingekauft und entsorgt! Kein Schicksal einiger Weniger, sondern eines, das wie eine ständige Bedrohung über den Köpfen aller Werktätigen schwebt! Daher muss klar sein, ob in Arbeit oder nicht, es handelt sich bei uns allen um eine große Interessensgemeinschaft! Zu der sowieso schon hohen Zahl an Arbeitslosen, muss die Masse an Erwerbstätigen hinzugerechnet werden oder andersherum. Entscheidend ist: Letztendlich teilen wir allesamt die oben genannten Ansprüche.

Doch wir stehen mit diesen Bedürfnissen gemeinsam im Widerspruch zu einer Klasse von Bossen und PolitikerInnen, welche ihre Privilegien durch unser Leid nähren. Um ihr Fortbestehen zu gewährleisten, haben sie Gesetze geschaffen, Jobcenter mit – eigentlich genauso armen – Angestellten besetzt und einen mächtigen Polizeiapparat für den Ernstfall gewaltbereit getrimmt.

Ihre Botschaft ist Kampf! Unsere Antwort heißt Kampf!

Und so wollen wir voller Elan nicht nur den Tag der Arbeit am 1. Mai, sondern vor allem den 2. Mai, als Kampftag für all die erwerbslosen ArbeiterInnen, mit euch begehen! Dies wollen wir zum einen mit einer Demonstration tun, zum anderen möchten wir den Tag allgemein nutzen, um Kampfgeist zu wecken, realistische Widerstandsperspektiven aufzuzeigen und anschließend zu organisieren.

Das Schlüsselwort heißt Selbsthilfe

Wer kann sich besser um die eigenen Interessen kümmern, als wir Betroffenen selbst!? Schon der gegenseitige Austausch über die eigene Situation oder gegenseitige Unerstützung bei Amtsbesuchen sind erste Anfänge. Hierzu gibt es schon einige Initiativen und es müssen mehr werden! Es gilt, die Bedürfnisse nicht mehr irgendwem zu überlassen, sondern sie nach und nach eigenhändig zu organisieren. Seien es die Rechtshilfe oder auch gut organisierte direkte Aktionen, wie beispielsweise die Blockade von Eingängen, Besetzung von staatlichen Einrichtungen, die konkrete materielle Hilfe untereinander und miteinander oder die Ausweitung einer Vernetzung zu erwerbstätigen, gewerkschaftlich organisierten Personen, um einen ökonomischen Druck auf die Herrschenden auszubauen:

Nur die Selbstorganisation bietet effektive Gegenwehr!

Der Feind sitzt oben, wir müssen ihn nicht unten suchen. Unten sind wir viele.
Wir vereinen uns in der Vorstellung nach einem besseren Leben !?
So lasst uns auch im Kampf dafür vereinen und organisieren!Lasst uns aktiv werden!

Für ein selbstbestimmtes Leben ohne soziale Nöte und profitable Zwänge!

Demo | 2. Mai | 13h | Senefelder Platz (U2)

Quelle: ASJ Berlin