Archiv für Mai 2011

改道 Gǎi Dào Nr.6 /06.2011 erschienen!

Die Nummer sechs der 改道 Gǎi Dào ist erschienen. Diesmal wieder mit 28 Seiten. Die Schriftgröße ist diesmal etwas kleiner, und trotzdem haben diesmal nicht alle Artikel die uns erreichten hineingepasst. Was es alles in dieser Ausgabe für euch zu lesen gibt, könnt dem Editorial entnehmen, das wir, in gewohnter weise, hier wieder dokumentieren. An dieser Stellen wollen wir euch aber, ungewöhnlich genug, schon mal einen Ausblick auf die Nummer sieben geben. Im Juli wird es einen Artikel von Karakök Autonome zum Thema Energieverbrauch geben. Außerdem ein Interview mit Radio Libertaire (Paris), das schon seit Jahren kontinuierlich und ganztägig den Großraum Paris versorgt. Ein theoretischer Text mit dem Titel: „Warum selbstorganisierte Netzwerke Hierarchien zerstören werden“, den wir mit freundlicher Genehmigung von unserem Medienpartner systempunkte.org übernommen haben. Und natürlich wieder vieles andere mehr. Jetzt aber erst mal das Editorial zur aktuellen Ausgabe und die Links zur Online- bzw. Printversion.

Hier geht es zur PDF der 改道 Gǎi Dào Nr.6 /06.2011 und zur Print­ver­si­on 改道 Gǎi Dào Nr.6 /06.2011 [Print­ver­si­on(sw)]

Hallo Menschen,

als wir im November 2010 die Idee hatten, mit der [改道] Gǎi Dào „einen anderen Weg zu gehen“, hätte wohl niemand gedacht, dass wir das ehrgeizige Projekt tatsächlich stemmen können. Mit viel Vertrauen in die konstruktive Seite der Anarchie und der festen Überzeugung, dass sich schon noch Menschen finden würden, die an der [改道] Gǎi Dào mitarbeiten würden, machten wir uns an den Start. Da es nach sechs Nummern aber immer noch zu früh für einen Rückblick ist, sparen wir uns das für eine spätere Ausgabe auf (vielleicht für die Geburtstagsausgabe, Nr. 13, Januar 2012?!).

Wie bereits zuvor können wir auch in diesem Editorial wieder feststellen, dass wir in bewegten Zeiten leben. In Ägypten beginnt gerade die „zweite Revolution“ und im Süden Europas greift eine neue Form der sozialen Bewegung langsam aber sicher um sich.
In dieser Ausgabe findet ihr deshalb auch ganz aktuell eine libertäre Einschätzung zum Aufstand in Spanien von der Grupo Libertario de Acción Directa (GLAD) aus Madrid. Und einen Beitrag zum Klassenkampf in Maghreb und Mashrek. Die Pressemitteilung von Alternative Libertaire, worin sie die Freilassung aller festgenommenen Tunesier_innen fordern, zeigt uns, dass die Kämpfe Nordafrikas nicht von Europa isoliert sind.

Besonders erwähnen möchten wir an dieser Stelle den ersten Anarchistischen Kongress in Mexiko, in dessen Folge eine beachtenswerte und von massiver Polizeipräsenz geprägte Kundgebung am 1. Mai auf dem „Zócalo“ stattfand.

Natürlich setzten wir auch in dieser Ausgabe unsere Serie über den Faschismus fort. In Teil vier geht es um die faschistischen Bewegungen u. a. in Großbritannien, Frankreich und Ungarn. Dass der Faschismus keineswegs eine reine Erscheinung der Geschichte ist, mussten Anarchist_innen unter anderem in Istanbul feststellen. Dort, wie anderswo, arbeiten Faschist_innen und Polizei ganz offen und offensichtlich zusammen.

Natürlich fehlt auch nicht der in der letzten Ausgabe der [改道] Gǎi Dào angekündigte Rückblick auf den ersten Mai 2011, auch wenn er anders ausfällt als wir selbst erwartet haben.

Zu guter letzt noch zwei Hinweise:

Zum einen auf das Interview das wir mit der ASJ-Berlin geführt haben. In diesem Zusammenhang möchten wir erwähnen, dass es nun neben der ASJ-NRW einen weiteren regionalen Zusammenschluss von ASJ-Gruppen gibt: die Regionalföderation Ost.

Zum anderen auf den Erfahrungsbericht über die Anarchistische Buchmesse in Slowenien. Anarchistische Buchmessen sind nämlich beileibe keine Erfindung der anarchistischen Bewegung im deutschsprachigen Raum; auch wenn es mit den Buchmessen in Biel/Bienne und Mannheim sowie der libertären Medienmesse (zuletzt 2010 in Oberhausen) im deutschsprachigen Raum wirklich bemerkenswerte Messen dieser Art gibt. Diese sind aber vor allem inspiriert von den anarchistischen Buchmessen Osteuropas, Großbritanniens und Nordamerikas.

In diesem Sinne wünschen wir uns und euch viel Spaß mit der Nummer sechs der [改道] Gǎi Dào.

Eure Redaktion

Quelle: fda-ifa.org

Freistoß für die Anarchie ! Fußball für Anarchist*innen ¡!!

Fußball für Anarchist*innen? Dieses Multimillionengeschäft, dieses nationale Gedröhne , mit Leistungs- und Wettbewerbsgedöns als Opium fürs Volk?! – Dies ist der Fußball des „Spektakels“!

Dabei ist dies eine Sportart, die anders als bei den Individualsportarten wie Radfahren oder Laufen u.ä. als Mannschaftssportart durchaus soziale Lernerfahrungen bietet bzw. soziale Werte transportieren kann – und Erfolg der jeweiligen Mann- bzw. Frauschaft Auskunft darüber gibt, inwieweit sich Individuen in einem Kollektiv ergänzen können.

So können wir das Fußballteam als einen sozialen Mikrokosmos sehen, wo Menschen zusammenkommen, ein Kollektiv bilden um etwas zu erreichen.
Zumindest war dies in der Vergangenheit für viele anarchistische Arbeiter*innen z.B. in Argentinien Anlass genug, sich dafür in so genannten Sport-und Sozialklubs zu treffen. Hier waren es vor allem die Einwanderer aus Europa, die sich Sonntagnachmittag zum Fußball und am Abend dann zum Tangotanzen trafen – anfangs sehr zum Leidwesen der jeweiligen anarchistischen Organisationen. So schrieb die „La Protesta“ 1917 über eine „verderbliche Verdummung durch Tritte gegen ein rundes Objekt“ und verglich es mit der Religion „Kirche und Fußball – Opium fürs Volk“
Als jedoch in jedem Stadtteil die ersten Fussballclubs entstanden, änderte sich schnell die Meinung und es bildeten sich Mannschaften mit illustren Namen wie z.B. „ Die Märtyrer von Chicago“, die sich später in „Argentinos Juniors“ umbenannte, mit einem großen A bei „Argentinos“ und in den schwarzen und roten Fahnen der Anarchie. Was regelmäßig zu Polizeieinsätzen führte, war doch um diese Zeit jeder Hinweis auf den Anarchismus verboten.

http://youtu.be/H1kUzKU0svQ (Video in spanisch zur Entstehung der „Argentinos Juniors“)

Ein neues Bewusstsein entstand, Fußball als eine Gemeinschaft, wo Kommunikation und Zusammenhalt geübt werden konnte – ein weiteres Element in den sozialen Kämpfen, neben den Streiks, der „direkten Aktion“, den Organisationen, Kultur- und Arbeitervereinen nun die sportlichen Klubs, die körperlich, mental und sozial den Widerstand verstärkten.
Es entstanden nun auch in anderen Ländern Fussballclubs, die das Wort „libertär“ in ihrem Namen trugen – z.b. durch die syndikalistischen Arbeiter einer Ziegelei in Montevideo, die neben den Farben Schwarz und Rot auch ein Gelb auf ihren Trikots einnähten, eine Hommage an Katalonien, der anarchistischen Region in Spanien – und der Herkunft vieler der Arbeiter. Vereine in Chile und Bolivien folgten.

(Verein „Atlas“ in Mexico)

Das gleiche passierte in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien und Mexiko – und in Europa. Hier vor allem in England, wo es heute noch einen Klub gibt mit dem Namen „Easton Cowgirls and Cowboys“

In Kroatien war es „Hajduk Split“, der von Libertären gegründet wurde und ursprünglich “ Anarkhan“ hieß . In Spanien wurden Klubs wie Barcelona und Athletic Bilbao Symbole des Widerstands gegen die Francodiktatur.

Die Verbindungen zwischen Fußball und sozialen Kämpfe sind nicht verschwunden, sondern bringen neue Formen hervor, die ihren Wert sehen im kollektiven Spiel und einem von ihnen mitgestaltetem sozialen Raum. Erwähnt werden soll hier die EZLN in Chiapas, die bei einem Fußballturnier mit politischen und weniger politischen Gruppen sogar einmal den Profiverein von Inter Mailand zu Gast hatten.

Fußball gibt die Gelegenheit für alle eine richtige Balance zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung einzuüben – wie in einer sonstigen sozialen Gemeinschaft.
Selbstredend ist der heutige Profifussball damit nicht vergleichbar – dort finden sich die gleichen kapitalistischen Beziehungen wie überall – soll auch nicht hier unser Thema sein --- für uns gilt der Fußball auch als ein Einüben in soziale Gemeinschaften, die nicht von vorneherein einen gemeinsamen sozialen oder kulturellen Hintergrund haben – Fußball kann so etwas wie „Weltsprache“ sein und soziale Konflikte aufgreifen als ein Mechanismus, der aus den Unterschieden vorhandene Konflikte entschärfen kann.

Es bleiben natürlich gerade für Anarchist*innen Vorbehalte, wenn wir die herkömmliche Art des Fußballspiels weiter so lassen. Ein wichtiger Punkt ist dabei der so genannte „Wettbewerb“, also gewinnen oder verlieren. Aber da sind es gerade die Anarchist*innen, die die Ideen und die Möglichkeiten haben, da andere Varianten hineinzubringen — das (leider nur in Englisch erschienene) Buch von Gabriel Kuhn „Anarchist Football (Soccer) Manual“ bietet da eine ganze Palette…

Und – die Fußballspiele können der Auftakt sein zu anschließend stattfindenden Workshops, Turniere die Klammer, wo Versammlungen, Konferenzen, Kampagnen entstehen und stattfinden auch im Sinne einer Gemeinwesen- bzw. Stadtteilarbeit.

So bleibt – in leichter Abwandlung des Satzes von Emma Goldmann – „Wenn ich nicht Fußballspielen kann, ist das nicht meine Revolution.“

Quelle: radiochiflado.blogsport.de

Spanien: „Säuberung“ des Plaça Catalunya`s

Die bereits von den Medien als „Spanische Revolution“ getauften Proteste in Spanien haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Die friedliche Versammlung in Barcelona sollte am 27.5. von der Polizei geräumt werden damit Reinigungsdienste den Platz für mögliche Feiern am Wochenende säubern konnten. Denn am Samstag findet das Fußball Championsleague Finale der Herren statt und bei einem Sieg des FC Barcelonas soll der
Platz sauber für mögliche Feiern sein.

Offiziell wird das ganze sogar „Säuberung“ genannt. Eine sehr zweideutige Namensgebung. Die Bullen rückten mit schrecklicher Brutalität vor und schlugen wahllos auf die friedlichen Demonstranten ein. Selbst als viele mit Verletzungen am Boden lagen ließen die Bullen nicht los und schlugen immer weiter auf die Menschen ein. Sogar
lebensgefährliche Gummigeschosse wurden seitens der Polizei eingesetzt. Zwar konnte der Platz „gesäubert“ werden, doch bereits wenige Minuten danach strömten noch viel mehr Menschen auf den Platz und besetzten diesen wieder. Die Bullen mussten sich auf Grund dieser großen Masse an Menschen letztendlich zurückziehen, nutzten aber dennoch die Chance und schossen selbst aus den wegfahrenden Polizeitransportern weiter mit
Gummigeschossen auf alles was keine Uniform anhatte.

Videos und Bilder auf Indymedia

Wir unterstützen die „Democracia real ya!“-Bewegung nur bedingt, da sie teils statt selbst aktiv eine neue Gesellschaft aufzubauen, auf Reformen der Politiker hofft, welche letztendlich keine wirklichen Veränderungen mit sich bringen würden.
Trotzdem gilt unsere Solidarität allen Menschen die sich gegen die staatliche Repression wehren, welche nicht mal vor am Boden liegenden Menschen halt macht.

Wir hoffen, dass die Menschen nun endlich erkennen wie die Realität aussieht und sich die Proteste in eine libertäre Richtung entwickeln. Herrscher machen keine Geschenke. Sie sind an Macht interessiert und schrecken nicht vor Gewalt zurück um diese zu erlangen oder zu verteidigen. Wenn sich die Welt ändern soll müssen wir selbst agieren.

Nicht Fordern sondern Schaffen!

anarchistischer Funke

Athen: Über die Aufhebung der Entscheidung zur Haftentlassung von S.Nikitopoulos, V.Stathopoulos und Ch.Kortesis

Mit einer Entscheidung vom 20. Mai entschied der Oberste Gerichtshof [Areios Pagos], dass die Entscheidung zur Entlassung der drei anarchistischen Genossen, welche der Mitgliedschaft in die städtische Guerilla–Gruppe „Revolutionärer Kampf“ (Revolutionary Struggle) beschuldigt werden, widerrufen wird.

Sarantos Nikitopoulos, Christoforos Kortesis und Vaggelis Stathopoulos, welche jegliche Anschuldigungen vom ersten Moment an zurückgewiesen haben, wurden vor anderthalb Monaten auf Anweisung des Berufungsgerichtes entlassen. Mit einer beispiellosen und verdeckten Bewegung hat der Oberste Gerichtshof die Wiederinhaftierung unserer Genossen systematisiert, beweist damit ein weiteres Mal die enge Zusammenarbeit der Polizei und der juristischen Autoritäten und die rachsüchtige Wut des Regimes gegenüber den Genossen.

Vom ersten Moment an ihrer Verhaftung erklärten sie, dass sie davon Überzeugt sind, dass ihre Verfolgung aufgrund ihrer subversiven Aktionen geschieht, ihre zuverlässliche Präsenz in der anarchistischen Bewegung seit Jahren, und zur Bestrafung von Beziehungen unter Genossen.

Momentan befinden sie sich noch immer auf freiem Fuss. Auf einer Pressekonferenz am 26. Mai erklärten die sechs AnwältInnen unter anderem: „Die eigentliche Tatsache des Ablaufs der zwölfmonatigen Untersuchungshaft in Verbindung mit der verfassungsmäßigen Garantie und das bedeutungsvolle Rechtsdenken des Obersten Gerichtshofes verhindert die Vollstreckung der Untersuchungshaft der Angeklagten.“

Weg mit den Händen von unserem Genossen
Wir werden keinen Genossen alleine lassen
Solidarität ist unsere Waffe

Quelle: Contra Info

Oldenburg Hausbesetzung aktueller Stand

Seit dem 14. 5. ist das Haus Theaterwall 24a in Oldenburg (Oldb.)zum zweiten Mal innerhalb von 5 Wochen besetzt worden.
Nach der ersten Besetzung und der darauf folgenden, recht schnellen, Räumung sieht es im Moment recht gut aus. Hatten die oldenburger Bullen die erste Besetzung mit Unterstützung aus Hannover noch recht zügig, und mit martialischem Aufgebot, geräumt, verlief der zweite Anlauf deutlich positiver. Samstag Nachmittag gab es aus Anlass des Tages gegen Trans- und Homophobie eine kleine aber feine Demonstration durch die Innenstadt. Unabhängig davon, aber von den Teilnemer_innen rege unterstützt, besetzten mehrere Menschen das seit Jahren leerstehende Gebäude am Theaterwall. Dieses liegt direkt gegenüber des Staatstheaters und mitten in der Innenstadt. Die Polizei versuchte zu Anfang recht kopflos einen Zustrom an Sympatisant_innen zu vehindern, was aber kläglich scheiterte, sodaß ca. 40 Menschen die Widerbesetzung feiern konnten und die Bullen nach kleineren Unannehmlichkeiten abzogen.
Während des Wochendendes stellte der Besitzer wie erwartet Strafanzeige und zog diese aus ungeklärten Gründen am Montag zurück. Damit ist die Besetzung erst einmal geduldet.
Die Reaktionen auf die Widerbesetzung waren überraschenderweise durchweg positiv. Die Bullen ließen über ihren Obermotz Kühme in der Presse verlauten, daß für sie damit der Fall gegessen sei, die örtliche Monopolzeitung NWZ berichtete erstaunlich positiv. Aber vor Allem äußerten sich Passant_innen, das Theateraussamble und die direkten Nachbar_innen fast durchweg erfreut über die Besetzung. Dies Alles ist vor der städtebaulichen Entwicklung in Oldenburg zu sehen. Punkte wie billiger Wohnraum, Nichtnutzung bzw. Leerstand von vorhandenem Wohnraum, kein Raum für unkommerzielle Kulturschaffende etc. steht seit langem im Raum. Die GSG (örtliche Wohnungsbaugesellschaft) hat 5000 Menschen auf der Warteliste für Ein- oder Zweizimmerwohnungen. Die Diakonie geht von einer Dunkelziffer von 500 Wohnungslosen aus (Ol: 160.000 Einwohner_innen).
Vor diesem Hintergrund ist die Besetzung natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber sie soll ein Signal sein, um die Verhältnisse in Oldenburg ein wenig aufzurütteln. Und dieses Zeichen wird offenbar angenommen. Die aktive Unterstützung aus unterschiedlichen Richtungen bei der Instandbestzung ist bis jetzt gut, aber es könnte natürlich immer mehr sein. Der Innenraum wird renoviert, die Fassade ist dieses Wochenende hoffentlich „so gut wie neu“. ABER: rechtlich hat das Haus keinen sicheren Status und wird in Zukunft Unterstützung brauchen!
Es stehen immer noch viel zu viele Gebäude in Oldenburg und anderswo ungenutzt leer und warten nur darauf, sinnvoll genutzt oder bewohnt zu werden. Also auf auf, den Bolzenschneider gezückt und den Pinsel geschwungen!
Recht auf Stadt ist keine Parole sondern eine Perspektive!

Quelle: Indymedia

Nürnberg: Tanzdemo „Support your local Freiraum!“

Am 21.5.2011 tanzten ca. 250 Menschen durch die Nürnberger Südstadt. Sie feierten, dass es nach 10 Jahren Suche endlich geeignete Räume für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum in Nürnberg gibt. Da es aber noch einige bürokratische Hürden zu meistern gilt, bevor dieser neue Freiraum eröffnet werden kann, riefen die Aktivist_innen die Kampagne „Support your local Freiraum!“ aus.
Ziel ist es, mit der Kampagne die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben. Damit Bauantrag und Umdeklaration für das neu gewonnene Objekt finanziert werden können und einer baldigen Eröffnung nichts mehr im Wege steht.

Der vergangene Samstag stand nun ganz im Zeichen der Kampagne „Support your local Freiraum!“, neben der Tanzdemo gab es im Anschluss an diese ein prall gefülltes inhaltliches und musikalisches Rahmenprogramm im Kunstverein (KV).

Auftaktort für die Tanzdemo war das ehemalige selbstverwaltete Zentrum KOMM, das 1997 durch die CSU geschlossen wurde. Gegen 14 Uhr sammelten sich hier ca. 250 Aktivist_innen um zu feiern und tanzen, dass es endlich einen neuen Ort in Nürnberg gibt an dem Selbstverwaltung gelebt werden kann. Nicht zum feiern aufgelegt schienen hingegen die Damen und Herren in grün. Mit schikanösen Vorkontrollen und einem zahlenmäßigen Aufgebot, das den Teilnehmer_innen der Tanzdemo mindestens ebenbürtig war, wollten sie der Feierlaune Einhalt gebieten. Dies gelang ihnen aber nicht. Eine halbe Stunde nach Auftakt und einem Redebeitrag, der die momentane Situation des neu gewonnen Freiraums thematisierte, tanzte die Demo los Richtung Südstadt mit dem Ziel KV.

Der als Freiraum „verkleidete“ Lautsprecherwagen lieferte dazu die passenden Klänge, nebelte die Tanzenden ordentlich ein und ließ Konfetti regnen. Mit Hochtransparenten, Schildern und kreativen Parolen wurde das Anliegen der Demo nach außen getragen. Schon kurz nach dem Start war die Stimmung auf dem Siedepunkt angekommen: in einer Unterführung machten die tanzwütigen Teilnehmer_innen Halt und funktionierten den Tunnel kurzer Hand zur Partyarea um. Unter Jubelschreien und hämmernden Bässen konnte mensch sich und das bisher Erreichte einmal ausgiebig selber feiern. Nach diesem Zwischenstopp ging es weiter durch die Südstadt bei schönstem Sonnenschein. Flyer, die über das Projekt Auskunft geben, konnten in einer großen Zahl verteilt werden und ein-zwei Passant_innen schlossen sich spontan der feiernden Menge an. Angekommen im Annapark, dem Ort der Zwischenkundgebung, wurde eine kurze Tanzpause eingelegt und ein Redebeitrag verlesen, welcher die Bedeutung selbstverwalteter Räume thematisierte. Bevor sich die Demo auf das letzte Stück der Route Richtung Kunstverein machte, trat der Zeckenraper „Concept“ auf. Kurz erholt, legte sich der Partymob nochmal richtig ins Zeug und trat den Endspurt zum KV an. Dort angelangt, löste sich die Demo auf und der zweite Teil des Tages konnte beginnen.

Der Kunstverein, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum feiern wird, stellte der Kampagne seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Diese wurden für den Tag mit einem Essenstand, Infoständen der FAU Nürnberg und des AAB [Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg], einer „Tombola der Sensationen“ sowie einem D.I.Y. Workshop gefüllt. Aktivist_innen des AZ Köln hielten einen sehr informativen Vortrag über ihr selbstverwaltetes Projekt und die dort bisher gesammelten Erfahrungen. Im Anschluss daran startete der musikalische Teil des Abends.

Auftritte von „Concept“ [Polit-Rap], „Kyrest“ [Crust], „Hysterese“ [Punk] und „Vengeance“ [Hardcore] und der anschließenden „HalliGalli-Drecksauparty“ rundeten den gelungenen Tag ab. Mit den Einnahmen ist die Eröffnung eines selbstverwalteten Jugendkulturzentrums in Nürnberg wieder ein wenig näher gerückt.
Weitere Infos über das Projekt könnt ihr hier: http://alternativekultur.wordpress.com/ erhalten und auch wie ihr uns aktiv unterstützen könnt.
„Support your local Freiraum!“

Quelle: alternativekultur.wordpress.com

Erneut Razzia in der Zelle von Gabriel Pombo da Silva

Am 10. Mai hatte der in Aachen inhaftierte Anarchist Gabriel Pombo da Silva Langzeitbesuch. Währenddessen wurde eine zweite Razzia in seiner Zelle gemacht. Gezielt wurde nach einem Handy gesucht, offenbar ein Hinweis eines Mitgefangenen an die Schließer. Die Schließer waren bei der Suche erfolgreich.

Gabriel sollte sich nach dem Besuch ausziehen zur Leibesvisitation, er verweigerte dies, woraufhin ihm die Klamotten heruntergerissen wurden. Die Anwälte versuchen deswegen gegen die Anstaltsleiterin vorzugehen, was ihnen bisher nicht gelang.

Ein weiteres Problem ist auch, daß Gabriel Vitamintabletten bei sich hatte, da er befürchtete, diese würden ihm bei einer Razzia weggenommen werden. Diese sind jetzt tatsächlich weg und es steht die Frage im Raum, ob die Knastleitung der Besucherin unterstellen wird, die Tabletten beim Besuch übergeben zu haben. Damit wären weitere Langzeitbesuche in Gefahr.

Bereits wenige Tage zuvor gab es eine Durchsuchung in der Zelle von Gabriel, bei der ihm sämtliche CDs, DVDs und Postkarten mit politischen Sprüchen, sowie seine Hanteln und die Schreibmaschine weggenommen wurden.

Schreibt ihm und zeigt euch solidarisch
mit den euch zur Verfügung stehenden Mitteln:
Gabriel Pombo da Silva
JVA Aachen
Krefelder Str. 251
52070 Aachen

Quelle: abc-berlin.net

Atomkraft ist totale Scheiße!

Diese einfache Tatsache ist seit mehr als 40 Jahren bekannt und auch in der FAU haben sich Viele gegen die Atomkraft engagiert. Noch nie waren wir aber einem echten Ausstieg aus der Atomkraft so nah, wie jetzt. Und es zeigt sich wieder einmal, dass der „Druck der Straße“ mehr erreicht, als hundert Wahlen. Weil aber Politik geduldig ist und es den Anschein hat, dass die acht ältesten und gefährlichsten Meiler der BRD nach dem Auslaufen des „Atommoratoriums“ wieder angefahren werden, braucht es weiter Druck.

Aus diesem Grund wird am 28. Mai 2011 bundesweit in 21 Städten gegen Atomkraft demonstriert – in vielen Städten unterstützt von linken, antikapitalistischen Blöcken, auch mit Unterstützung der FAU, wie in Bonn oder Hannover.

Es kann schließlich nicht nur darum gehen einfach nur ein paar Kernkraftwerke abzuschalten. Die gesamte Energiewirtschaft muss umgebaut werden.

Es hat sich einiges Verändert. Nicht zuletzt die Erpressungsversuche der Atomlobby, die das ebenso alte, wie falsche Argument, ohne Atomkraft gingen die Lichter aus, wieder aus der Mottenkiste zaubert, zeigen dies. Die Nerven liegen blank in den Chefetagen von Politik und Industrie, das Gespenst der „Erneuerbaren Energien“ geht um. Ein Gespenst, dem mit den Mitteln der zentralen Stromerzeugung nicht wirklich beizukommen ist. Auch wenn mit Offshore-Windparks und Dersertec versucht wird alte Systeme zu erhalten.

Die Zukunft wird dezentral mit Energie versorgt werden (müssen).

Dezentrale Energiewirtschaft birgt dabei das Potential, auch in einer libertären Gesellschaft zu funktionieren. Trotzdem ist eine dezentralere Energieversorgung kein Schritt zur sozialen Revolution. In den mittelständischen Betrieben, die gerade das Gros der alternativen Energieversorgung stellen, herrschen nicht selten Arbeitsstrukturen, die einem Gutsherrenhof alle Ehre machen würden. Von den großen „alternativen“ Stromanbietern sind nur zwei als Genossenschaften organisiert – die Anderen sind weiterhin AnlegerInnen und damit den kapitalistischen Marktinteressen verpflichtet.

Es reicht nicht den Stromanbieter zu wechseln, Antiatomsticker zu tragen oder sogar selbst auf eine Demo zu gehen – da muss mehr kommen.

Es ist mit Sicherheit nicht einfach Menschen davon zu überzeugen, dass nicht nur Atomkraft, sondern auch der kapitalistische Normalzustand totale Scheiße ist. Mit Sicherheit ist es aber einfacher Menschen, die bereits in Bewegung gekommen sind, mit unseren Ideen zu erreichen. Schließlich haben auch wir konkrete Ideen, wie ein alternativer Weg in der Energieversorgung gegangen werden kann und nicht nur eine Utopie für eine unbestimmte Zukunft – siehe den Entwurf zu einem Positionspapier der AG „Autonomie braucht Energie“.

Der niedersächsische Innenminister Schünemann liegt mit der Einschätzung weit daneben, wenn er die Antiatombewegung – namentlich die pazifistische Gruppe X-tausendmal Quer – als linksextremistisch beeinflusst bezeichnet. Trotzdem sind viele Menschen aus dem Antiatomspektrum nicht erst seit der wirtschaftlichen Krise offen für Alternativen.

Aber wir müssen dafür sorgen, dass diese Alternativen auch progressiv sind.

Schließlich trägt gerade die Öko-Bewegung ein Erbe mit sich, dass auch in die dunkelsten Kapitel der Geschichte reicht und in seinen modernisierten Formen als Bioregionalismus, Biologismus und Primitivismus fröhliche Urstände feiert. Von daher ist es wichtig den politischen Protesten eine soziale Note zu geben, oder noch besser die bereits vorhandenen sozialen Aspekte hervorzuheben und zu betonen.

Wir haben nicht behauptet es wird einfach sein, aber wir haben eine Welt zu gewinnen.

Atomkraft und Herrschende Klasse stilllegen!

Kapitalismus abschalten!

Quelle: FAU.org

Wo ist die nächste Großdemo in deiner Nähe? Mehr Infos HIER
Weitere Infos zur Großdemo in Bonn findet ihr unter: ASJ Bonn

Spanien: Das ist unser Augenblick: Die Besetzung der Plätze und der Ungehorsam müssen weitergehen!

Seit einigen Tagen hält eine ebenso spontane wie machtvolle Bewegung Spanien in Atem. Im Vorfeld des Wahlzirkus am 22. Mai, haben in mehr als 60 spanischen Städten und Dörfern tausende vom Menschen zentrale Plätze besetzt. Seit dem 15. Mai sind hunderttausende auf die Straße gegangen, um gegen ein abgehalftertes und korruptes politisches System zu demonstrieren, das mit immer neuen Streichungen und Sparprogrammen der Bevölkerung die Kosten der kapitalistischen Krise aufbürden will. Unter den TrägerInnen der Proteste befinden sich zehntausende von Jugendlichen einer verlorenen Generation, denen das System schon heute mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent nichts mehr zu bieten hat. Die Aktionen in Spanien beziehen sich auf die Welle der Proteste in Nordafrika und im Mittleren Osten. Und wie in Tunesien, Ägypten und anderswo fällt den Herrschenden auch in Spanien nichts anderes ein, als alle Proteste zu verbieten.

Wir dokumentieren nachfolgend eine Erklärung unserer spanischen Schwestergewerkschaft CNT zur Bewegung des 15. Mai und zu den Demonstrationsverboten:

Die Vielfalt der Demonstrationen und Camps, die sich auf den Plätzen der Städte und Dörfer überall im Land seit dem 15. Mai ausweiten, sind ein deutlicher Beleg für die organisatorischen Fähigkeiten der Bevölkerung wenn diese erst einmal beschließt, sich zum Protagonisten ihres eigenen Lebens zu machen, die Apathie und die Resignation zu überwinden und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Alternativen für die vielfältigen Probleme erkämpft und entwickelt werden müssen, unter denen wir als Gesamtheit der Bevölkerung leiden – als ArbeiterInnen, Arbeitslose, StudentInnen, MigrantInnen, RentnerInnen, Prekäre…

Die organisatorischen Formen, die sich in diesen Mobilisierungen entwickelt haben, belegen die Effektivität der direkten Beteiligung aller mittels der Vollversammlungen, mit dem Ziel Entscheidungen zu fällen, die unseren Wünschen und Forderungen eine Richtung geben und dabei helfen, die Vereinzelung zu überwinden. Sie verwandeln uns in die Hauptfiguren anstelle weiter ZuschauerInnen eines System zu sein, das auf Delegation und Stellvertretung basiert und in dem unsere Individualität ausgelöscht wird. Vollversammlungen, Offene Mikrofone, Arbeitsgruppen, Verantwortlichkeit, Fähigkeiten, Organisation, Selbstverwaltung, Koordination, Kenntlichmachung sind die kollektiven Zähne, die dieses Getriebe antreiben, das in der Lage ist, die Institutionen herauszufordern und das zu einer Erwartung und zu einer öffentlichen Debatte geführt hat, die der Wahlkampagne und der dürftigen Berichterstattung der nationalen und internationalen Presse den Rang abgelaufen hat.

Die Hoffnungen, die durch die massiven Mobilisierungen entstanden sind, sollten uns nicht vergessen lassen, dass es politische, soziale und gewerkschaftliche Kräfte gibt, die versuchen werden, diese Situation zu instrumentalisieren, ihr die Kraft zu nehmen und in ihre Bahnen zu lenken. Sie haben sogar noch mehr Angst als die Regierung selbst, das bisschen an Legitimität, das sie in der Bevölkerung noch besitzen, auch noch zu verlieren. Ebenso gilt es, die Tiefgründigkeit der Vorschläge und Botschaften, die aus den Mobilisierungen entstehen, zu analysieren. Die Überwindung des Zweiparteien-Regimes und eine Änderung des Wahlrechts werden uns weder zu freieren noch zu souveräneren Menschen machen. Wir stellen fest, dass die Forderungen sich um notwendige soziopolitische Veränderungen drehen. Es mangelt aber an Kritik und Vorschlägen im Hinblick auf die Arbeitswelt: an klarer und ausdrücklicher Kritik an der sozialpartnerschaftlichen Rolle der institutionalisierten Gewerkschaftsverbände, der Arbeitsrechtsreform, am ausufernden gesetzlichen Rahmen für die Anwendung der Entlassungs-Verfügungen (ERE) und der Vernichtung von Arbeitsplätzen…

Der Ungehorsam ist das grundlegende Element für alle Mobilisierungen und jeden Ausdruck des Protestes seit dem 15. Mai. Er bietet der Repression und den Versuchen der Regierung und der Wahl-Juntas, die Camps zu behindern, die Stirn. Die Beteiligung, die Bedeutung und die Erkenntnis der Notwendigkeit, uns zu organisieren, hat sich hierdurch sogar noch verstärkt. Es ist wie ein kollektiver Pulsschlag, der die unaufhaltsame Kraft zeigt, die entsteht, wenn wir uns zusammentun und beschließen, in unseren Forderungen nicht zurückzuweichen. Ein Schlagen unserer Herzen, eine Pumpe die ein erwachenes Bewusstsein durch unsere Adern treibt, das uns reagieren, unsere Mobilisierungen ausweiten, Solidarität entstehen und Angst als Element zur Neutralisierung unserer Kampfes verschwinden lässt.

Die Sonne kann jede Nacht scheinen. Auf der Puerta del Sol, mitten in Madrid, haben wir eine Woche lang die Nacht zum Tag gemacht. Wir haben durch unsere Praxis gezeigt, dass es nicht nur möglich sondern auch notwendig ist, uns zusammenzutun, uns zu vereinen und zusammen darum zu kämpfen, dass sich unsere Gegenwart augenblicklich verändert. Wir haben aus der Selbstorganisation heraus die Grundsteine einer Gesellschaft ohne Macht, ohne Ungleichheiten, Unterdrückung uns Stellvertreterei gelegt. Lasst uns ihnen am 22. Mai mit mehr Bewusstsein und sichtbarer als jemals zuvor, mit Wahlenthaltung antworten, weil wir es uns selbst bewiesen haben, dass die politische Klasse uns nicht vertritt und dass wir sie auch nicht benötigen.

Wir als CNT werden weiterhin an der Bewegung teilnehmen und wir rufen auf zur permanenten Mobilisierung und zum Kampf als Mittel zur Lösung der Probleme jeden Bereiches unserer aller Leben.

Wir werden weiter aufbauen und gleichzeitig ungehorsam sein. Der Protest geht weiter!

¡De noche como de día la lucha también es mía!

(Secretaría de Acción Social del SP del Comité Confederal CNT)

Quelle: FAU.org

Atheisten bieten Betreuung von Haustieren nach dem „Weltuntergang“ an

Ein christlich fundamentalischer US-Prediger prophezeit die Wiederkehr Christi und die Apokalypse und den damit verbundenen Weltuntergang für den 21.Mai 2011. Verantworungsbewusste Weltuntergangsgläubige machen sich deshalb nun Sorgen um den Verbleib ihrer Haustiere, woraus eine von atheisten betriebene Firma ein lukratives Geschäft gemacht hat: Eternal Earth-Bound Pets will sich für 135 Dollar um das jeweilige Haustier kümmern, nachdem die Besitzer am 21.Mai in den Himmel berufen wurden. 259 Christen wollen das Angebot bisher annehmen und ihre Tiere den Atheisten anvertrauen, die nicht in den Himmel durften. Bei Eternal Earth-Bound Pets rechnet man derzeit aber nicht wirklich mit viel Arbeit und Umsatz am kommenden Samstag.

Quelle: blasphemieblog2

Auf meinem ersten Toastbrot heute morgen hat der Toaster übrigens geschrieben die Welt gehe erst Sonntag unter. Aber mein Toaster ist schon alt und leicht kaputt.

Wer wissen möchte wie oft die Welt schon untergehen sollte klickt hier.

Nicht auf ein Paradies warten, sondern die bestehenden Verhältnisse ändern!