Bericht: Euromayday 2011 Dortmund

Zum zweiten Mal fand am 1.Mai in Dortmund der Euromayday statt.

Ablauf
Ab 14Uhr versammelten sich zunächst rund 400 Teilnehmer auf dem Nordmarkt und es gab verschiedene Interviews die sich mit den Themen Straßenstrich in der Nordstadt, Rumänen in der Nordstadt und Flüchtlingspolitik/Abschiebung beschäftigten. Zunächst wurde allerdings nochmal erklärt worum es beim Euromayday eigentlich geht. Im Gegensatz zu den üblichen Demonstrationen, setzt der Euromayday auf farbenfrohe Kreativität um auf prekäre Lebensbedingungen im bestehenden System aufmerksam zu machen und Alternativen zu zeigen. Alle Teilnehmer wurden aufgerufen sich mit Aktionen zu beteiligen und dies wurde auch von Vielen toll umgesetzt.

Nach den Redebeiträgen ging es dann um circa 15uhr mit viel guter Musik und guter Stimmung los Richtung Innenstadt. Den ersten Zwischenstopp gab es dann an der HirschQ in der Brückstraße. Dort wurde in einem Redebeitrag auf die Anschläge gegen die HirschQ und auf das allgemeine Naziproblem in Dortmund hingwiesen. Nach dem Redebeitrag gab es eine Aktion auf einem benachbarten Dach bei der Antifa-Flaggen geschwenkt, Banner entrollt und Luftballons geworfen wurden.

Die Parade zog dann über den Dortmunder Ost- und Süd- Wall hin zum Stadtgarten wo es eine weitere Kundgebung gab. Auf der in einem weiteren Interview das Kunstprojekt „Unbehaust – 100 Zelte Kunst“ vorgestellt wurde. Leider befanden wir uns nicht direkt beim Lautsprecherwagen und können deswegen nicht den genauen Inhalt wiedergeben :(

Auf dem Weg zum nächsten Zwischenstopp schlossen sich am Dortmunder Theater weitere Menschen mit einem riesigen Banner („Die ganze Stadt wird zu unserer Leinwand“) der Parade an.

Eine richtig fette Aktion gab es dann bei der letzten Zwischenkundgebung am Dortmunder U. Es wurde massig Kreide an die Teilnehmer verteilt und jeder konnte daraufhin seiner Kreativität freien Lauf lassen und das Stadtbild verschönern. Allerdings war dies dann wohl auch der Grund warum wir von den Redebeiträgen nicht viel gehört haben, da wir mit Malen beschäftigt waren :)

Gegen 18Uhr erreichte die Parade dann den Westpark und somit die Schlusskundgebung auf der es ein Grußwort zur Demo in Wuppertal und drei weitere Interviews gab (Duisburger Initiative „DU it yourself“, prekäre Lebenslagen und Hartz IV, Atompolitik).

Parteiwerbung gnadenlos überklebt

We are an image of the future!
Uns hat der Euromayday sehr gut gefallen. Es gab einige tolle Aktionen und viele Teilnehmer haben sich kreativ beteiligt. Die Teilnehmerzahl stieg während der gesamten Parade an, da sich einige Menschen am Straßenrand einfach von der tollen Stimmung mitreißen ließen. Wir schätzen die letztendliche Teilnehmerzahl auf 1000 Personen ein, wobei es schwierig war dies genau abzuschätzen, da der Demozug sehr lang war. Ein dickes Lob geht an die Organisatoren der diesjährigen Parade da alles sehr gut durchdacht und geplant wirkte. Drei bunte und sehr laute Wagen begleiteten die Parade und sorgten für tolle und passende Musik. Viele schwarze und schwarz-rote Fahnen sowie verschiedene Banner zeugten von einer hohen Beteiligung anarchistischer Genossen.

Wir hoffen, dass es in Zukunft öfter mal solche Paraden/Demos gibt, da die Außenwirkung viel besser ist als bei einer normalen Antifa-Demo, wo einheitlich schwarze Blöcke für die meisten Menschen eher abschreckend als einladend wirken. Jedoch wollen wir uns nicht generell vom BlackBlock-Konzept abgrenzen. Auch solche Formen und Strategien können in vielen Situationen sinnvoll sein. Allerdings suchen wir den Dialog mit allen Menschen und wollen uns nicht nur in einer kleinen Szene bewegen, da man so keine Veränderungen bewirken kann.

Der Euromayday hat klar die Vielfältigkeit unserer Bewegung gezeigt und stellt somit für uns einen Schritt in die richtige Richtung dar. Danke an alle Teilnehmer!

Her mit dem schönen Leben!
Her mit der Anarchie!

anarchistischer Funke