Archiv für Juni 2011

Erich Mühsam Fest 2011 – Vorläufiges Programm

Erich-Mühsam-Fest | 09.07.2011 | ab 11h | Bethanien (Mariannenplatz)
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Wir möchten euch hiermit das vorläufige Programm des diesjährigen Erich-Mühsam-Fest 2011 vorstellen:

Raum 1

1. Vortrag – 13 Uhr Ralf Landmesser: Der A-Laden Berlin.
3. Vortrag – 15 Uhr Torben: Nationalismus und Kultur
5. Vortrag – 17 Uhr Holger Marcks: Syndikalistische Wirtschaftssynthese.
7. Vortrag – 17.45 Edition AV: Über die Anarchistische Verlagsarbeit.
Lesung – 19.00 Uhr: Die ASJ Berlin liest Mühsam

Raum 2
2. Vortrag – 12 Uhr Antiwahlbündnis: Das Bündnis „Wahllos glücklich?“ stellt sich vor.
4. Vortrag – 14 Uhr Rudolf Mühland: Chancen und Grenzen internationaler Solidarität
6. Vortrag – 16 Uhr FairDruckt: Internationale Zusammenarbeit der Genossenschaften
8. Vortrag – 18 Uhr Café Libertad Kollektiv: Selbstverwaltete Betriebe als konstruktiver Sozialismus
9. Vortrag – 20 Uhr FAU Berlin: Was ist die FAUBerlin.

Und ansonsten:

Teds´n´Grog | Geigerzähler / Atze Wellblecht | Hauke Thoroe: Herrschaftskritik-Workshop | A-Laden Berlin: Workshop zum Projekt A | Film-Programm

Abends:
21.00 Uhr – Erwin und die Moppedgang
21:30 Uhr – ILLEGAL!THE WEAPON!

Und natürlich auch Theater, Lesungen, Informationsmaterial, Infostände, Siebdruck, lecker Essen.

Quelle: ASJ Berlin

Griechenland 28./29. Juni: Live-Ticker zum 48Stunden Generalstreik

Wie immer auf: Contra-Info

Videos zu den Krawallen: Occupied-London
athen.indymedia

Madrid: Eindrücke von der besetzten Puerta del Sol

Interview mit einem reisenden Genossen („Horst“)

AS: Du kommst gerade zurück aus Spanien. Erzähl mal deine Eindrücke, was du dort erlebt hast.

H: Also, ich war ungefähr knapp zwei Wochen in Madrid, bin angekommen am 28. Mai, also nach der [brutalen polizeilichen] Räumung in Barcelona. Was ich da zuerst gesehen habe, ist dass die Bewegung neue Kraft gefunden hat durch diese Räumung. In Barcelona ist der Platz ja direkt wieder besetzt worden, auch mit wesentlich mehr Leuten. In Madrid sind daraufhin nochmal mehr Leute deswegen dahin gekommen. Optisch war es sehr faszinierend, weil das ist ja auf der Puerta del Sol, also dem zentralen Geschäftsplatz von Madrid. Der Platz war zu großen Teilen überspannt mit so einer Art revolutionärem Slum – ich war mal in Indien und die Ähnlichkeiten sind frappierend.
Von Madrid nach Köln…

AS: Also ein Hüttendorf?

H: Eine Do-It-Yourself-Metropole. Die Leute hatten größtenteils Zelte, aber es gab dann verschiedene Strukturen und die wurden größtenteils gezimmert, indem man aus Holz und Pappe Pfeiler gebastelt hat, die mit Wasserkanistern beschwert und darüber dann Planen gespannt. Sodass dann ein richtiger Basar entstanden ist, indem Plastikplanen und verschiedene Transparente als Dach gespannt waren und dazwischen standen dann Tische für die einzelnen Gruppen, die da bestanden.

AS: Also es war schon so, dass einzelne politische Organisationen sich repräsentiert haben?

H: Nein, absolut nicht! Es ist natürlich so, dass eher politische Menschen sich eingebracht haben, aber das einzige politische Symbol, das da zu sehen war, war ab und zu mal ein A-im-Kreis. Ansonsten war keine offizielle Vertretung irgendeiner politischen Organisation da, sondern das sind alles Strukturen, die sich spontan entwickelt haben. Der zentrale Punkt oder der Sinn der Besetzung war eine Vollversammlung – oder ein öffentliches Plenum – das jeden Tag um acht Uhr stattfand.

AS: Ein Forum sozusagen?

H: Auch ein Plenum…

AS: Mit Entscheidungsstrukturen?

H: Das war die letzte Entscheidungsgewalt für die Camp- und politische Organsiation in Madrid.

AS: So, wie es hier heute abend auch ein Organisationsplenum gab?

H: Nein, das war schon allgemein, da sollte sich schon jeder dran beteiligen können. Organisation war notgedrungen, weil ein bischen Struktur muss ja sein. Das war aufgeteilt in verschiedene Komissionen und Arbeitsgruppen, die waren partizipativ organisiert, also da konnte jeder mitmachen. Und die haben sich dann mit bestimmten Themenbereichen beschäftigt. Und die Funktion der Vollversammlung war vor allem generell, um die ungefähre Ausrichtung festzulegen und die Aktionen der Komissionen mussten dann davor gerechtfertigt werden. Das war, um sicherzustellen, dasss dann das kleine Plenum von 30-40 Leuten, die in einer Komission sind, nicht für die komplette Bewegung in Madrid irgendwelche Entscheidungen trifft.

AS: Und das hat funktioniert?

H: Das hat sehr gut funktioniert. Das ist das erste Mal, dass ich gesehen, habe dass man über tausend Leute in einem basisdemokratischen Plenum organisiert und ein Konsens gefunden wird. Das hat natürlich teilweise sehr lange gedauert, aber es hat immer geklappt. Es wurden so die üblichen Handzeichen für Ablehnung, Zustimmung, Veto usw. verwendet.

AS: Es war also schon der Einfluss der Anti-Globalisierungsbewegung spürbar?

H: Der war spürbar und auch deutlich anarchistischer… Ich würde sagen es ist anarchistische Praxis, keine anarchistische Utopie – einige Einzelpersonen haben die natürlich, aber das ist nicht repräsentativ. Man findet sich nicht deswegen zusammen, aber der Ansatz der Leute, die sich als Versammlungs-isten bezeichnen, ist in der basisdemokratischen Versamlung neue Formen der politischen Organsiation zu entwickeln, in der vermieden werden sollte, dass man sich auf Differenzen konzentriert und in alten Grüppchen zusammenrottet. Sondern dass man als Individuum mit seiner Meinung in diese Versammlung geht und versucht mit allen anderen einen Konsens zu finden.

AS: Also keine Mehrheitsabstimmungen?

H: Keine Mehrheitsabstimmungen!

AS: Du hast vorhin gesagt, die einzelnen Gruppen haben die Möglichkeit sich darzustellen. Sind das Stadtteilgruppen oder wie sind die organisiert?

H: Nein, die waren einfach für die Organsiation. Man muss sich das vorstellen: 600 Leute sind immer auf dem Platz gewesen und es wurde zu verschiedenen Interessengebieten gearbeitet. Es gab eine Aufteilung in Komissionen, das waren Gruppen, die sich spezifisch mit den Sachen, die das Camp betreffen, beschäftigten. Und die Arbeitsgruppe, das waren die, die sich mit breiteren politischen Themen beschäftigten.

AS: Wie zum Beispiel?

H: Zum Beispiel „Politik“. Da wurde dann versucht ein politisches Ziel zu formulieren, das konsensfähig war für die komplette Madrider Bewegung. Da wurde dann versucht die Aufspaltung zwischen Revolutionären und Reformisten zu lösen. Es gab dann die Aufteilung, was sie dann „Politik im kleinen Platz“ und „Politik im großen Platz“ genannt haben. Das hat auchrecht gut funktioniert. „Politik im kleinen Platz“ meinte dann eben konkrete Sachen, zum Beispiel Änderung des Arbeitsrechts oder die Verhinderung von Änderungen des Arbeitsrechts, die gerade in Spanien auf Druck der deutschen Regierung durchgesetzt werden sollen.

AS: War denn da auch spürbar, dass Anhänger der beiden großen Gewerkschaften (UGT und CC.OO) da sind?

H: Nein, die waren unerwünscht. Und die wurden auch ganz klar kritisiert, denn der Schlachtruf dieser Bewegung ist ja auch: „Sie repräsentieren uns nicht“!

AS: Also auch die Gewerkschaften, nicht nur die Politiker?

H: Am Anfang war das noch sehr bürgerlich geprägt und man fremdelte so ein bischen mit der Arbeiterbewegung – zumindest zu Beginn als ich da war…

AS: Wann war das ungefähr?

H: Vor drei Wochen. Aber das hat sich dann auch zunehmend aufgelöst. Man hörte am Anfang oft die Argumentation, man sei jetzt hier nicht als Proletarier, sondern als Mensch, um das möglichst offen zu halten. Aber es hat sich dann zunehmend in Richtung auf eine Zusammenarbeit mit den Basisgewerkschaften entwickelt. Und es wurde dann auch in einer deutlichen Formulierung klassenkämpferischer Themen durch die Politik-Gruppe, was dann auch durch die Vollversammlung usw. bestätigt wurde.

AS: Gab es denn auch in Madrid Nationalisten?

H: Es war kaum etwas zu merken. Die Bewegung sollte wie gesagt offen sein, also Konservative waren grundsätzlich erstmal erwünscht. Das hat man auch in manchen Diskussionen gemerkt, wenn es dann zum Beispiel um „Reformismus statt Revolution“ ging. Die Reformisten nahmen dabei eine Minderheit ein, wurden allerdings in den Konsensentscheidungen berücksichtigt.

AS: Du würdet also sagen, mehrheitlich ist die Bewegung revolutionär oder zumindest fortschrittlich?

H: Entscheidend für mich war: Was hier schriftlich ankommt – muss man bedenken – ist immer ein Minimalkonsens von ungefähr tausend Leuten. Das heisst, ich hab zum Beispiel eine Versammlung mitbekommen, da ging es darum, ob die Bewegung eine Änderung der spanischen Verfassung forden soll, die mehr direkte Demokratie und Volksbegehren ermöglicht. Da waren etwa 700-800 Leute strikt dagegen und fanden, dass mit der Regierung nicht verhandelt werden kann, weil autoritäre Strukturen sich selbst reproduzieren und solche reformistischen Bestrebungen da nichts bringen können. Und dann wurde auch noch darauf verwiesen, dass das technisch kaum durchsetzbar sei. Es gab dann eine Minderheit, die das eben doch angestrebt hat, und man einigte sich am Ende dann eben als Konsens darauf, dass die Bewegung nicht mit den Mächtigen verhandeln wird. Und dass sie weitergehende Ziele hat, man es aber begrüßt, wenn eine Veränderung der Verfassung zustande käme – als Nebeneffekt. Die Mehrheit der Menschen war aber strikt gegen reformistische Verhandlungen jeder Art.

AS: War es spürbar, dass auch in Griechenland ähnliche Proteste stattfinden?

H: Oh, ja. Das wurde sehr stark thematisiert. Die haben auch klar den Anspruch eine europäische Revolution anzufangen. Wobei ich da doch starke Sprachbarrieren festgestellt habe. Es gab die Information, dass sich hier in Köln vor zwei Wochen schon einmal Leute getroffen hätten. Das wurde in Madrid gleich als Nachricht beim Kommunikationszelt als „Camp in Köln“ ausgehängt. Ich hab dann mal im Internet gesucht und nichts gefunden. Daran hab ich auch gemerkt, dass trotz des Anspruchs sehr international zu sein, die Sprachbarrieren noch existieren und das etwas einschränkt.

AS: Waren denn überhaupt andere Internationale da, aus Frankreich oder aus Nordafrika?

H: Ich hab Italiener getroffen, Holländer, jemand von Resistanbul, Franzosen natürlich auch…

AS: Aber aus Nordafrika nicht?

H: Die waren schon da, aber das waren nicht einzelne angereiste Aktivisten, sondern es waren viele Migranten da. Es gab auch eine Arbeitsgruppe, die sich mit Migration beschäftigt hat und versucht hat, dass in der spanischen Gesellschaft Rassismen abgebaut werden oder zumindest in diesem Camp nicht ausgelebt werden.

AS: Ich meinte schon eher den Austausch zwischen den Aktivisten über die Landesgrenzen hinweg.

H: Da hatte ich nicht so den Eindruck. Mit Nordafrika gab es den eher über das Internet, der war vorhanden. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass jemand als Repräsentant der nordafrikanischen Bewegung da war, sondern die Menschen aus dem Maghreb waren als Migranten in Spanien, die dort leben, mit ihrer migrantischen Situation…

AS: Wenn du das jetzt so siehst in Köln und auch in anderen Städten, wo es ähnliche Camps gibt, wird es in Madrid wahrgenommen, dass auch Solidarität aus Ländern kommt, in denen es keine breite Massenbewegung gibt?

H: Auf jeden Fall! Das wird wahrgenommen und es wird sogar größer eingeschätzt als es ist. Das meine ich mit der Sprachbarriere, da fehlt dann auch der Blick darauf, dass es in Deutschland unwahrscheinlich ist, dass eine spontane Massenbewegung mit einer halben Million Leute zusammenfindet.

AS: Gegen Atomkraft hat es ja funktioniert. Und in Großbritannien gibt es auch Riesendemos und Bewegungen gegen Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich…

H: Aber diese nuancierten Unterschiede im Vergleich zur spanischen Situation werden dort nicht wahrgenommen. Aber das große Ziel ist, im Herbst einen weltweiten Aktionstag zu machen.

AS. Dieses Camp hier ist ja auch entstanden aus dem internationalen Aktionstag 19. Juli. Hast du was gehört, ob das anderswo auch stattgefunden hat?

H: Ich hab wenig gehört, denn ich war auch wenig involviert seit ich wieder hier bin. In Frankreich und Belgien war glaube ich was.

AS: Belgien und Italien sind ja auch die nächsten, die auf der Abschussliste der Ratingagenturen stehen. Das heisst also, die Krise geht auch in anderen europäischen Ländern weiter.

H: Natürlich tut sie das.

AS. Dann hoffe ich, dass wir uns wieder auf der Straße sehen…

Das Interview führte das Anarchosyndikat Köln/Bonn

Quelle: anarchosyndikalismus.blogsport

Ketten sprengen wir nur gemeinsam! Genossen aus Israel erzählen!

29.06.2011 // 20.00, nach dem Fussballspiel // BAIZ // Christinenstraße 1
Da Bewegung nur entsteht, wenn man voneinander lernt, bittet die Anarchosyndikalistische Jugend Berlin ihre Genossen der Revolutionären Konfederation der Anarcho-Syndikalisten – RKAS aus Israel von ihren Bedingungen und der Bewegung vor Ort zu berichten. Sie berichten von Israel, der länderübergreifenden RKAS und den Perspektiven einer Libertären Bewegung im eigenen Land.
Weitere Info´s unter: ASJ Berlin

Anarchist Aris Seirinidis vom Athener Gericht freigesprochen!

Aris wurde voller Freude von seinen Freunden am zentralen Platz im Athener Stadtteil Exarchia empfangen, nachdem er aus dem Gefängnis Koridallos entlassen wurde.

Seine Freisprechung ist ein Sieg für die Bewegung. Ein Jahr lang war er in Gefängnissen und vor Gerichten, obwohl er unschuldig war und ist.

Was sagt ihr nun, Bullen-Richter? Was sagt ihr nun, Journalisten? Ihr habt ihn an den Pranger gestellt und gesagt er sei schuldig und das alles nur wegen seiner politischen Überzeugungen, doch er war und ist unschuldig!

Ihr friedlichen und dem Gesetz Folge leistenden Bürger solltet das sehen; ihr welche gesagt habt „er ist ein Anarchist“, „irgendetwas Schlimmes muss er ja getan haben“ …

UNSCHULDIG !!!
Staatsterrorismus hält uns nicht auf! Wir gehen weiter auf der Straße des Kampfes!

Willkommen zurück, Aris!

Quelle: Contra Info

Mehr als 2000 Menschen auf der Demonstation gegen die Innenministerkonferenz

Dem Aufruf verschiedener Bündnisse und Gruppen am 22. Juni in Frankfurt a.M. unter dem Motto „Wir kommen um zu stören! IMK auflösen!“ gegen die Innenministerkonferenz zu protestieren, folgten mehr als als 2000 Menschen. Für einen Demo-Termin am Abend eines Werktages, ein prima Erfolg.
Begleitet von einem Großaufgebot vermummter Uniformierter aus mehreren Bundesländern, die sich – wie bei der Kritik an der IMK formuliert – als Aufstandsbekämpfungsarmee präsentierten, zog die Demo lautstark und in bester Stimmung durch die Frankfurter Innenstadt, wobei an mehreren Orten Kundgebungen abgehalten wurden.

Die Themen der Beiträge betrafen u.a. die Abschottung Europas, Ausgrenzung und Migration, Überwachung, die „Antiterrorgesetze“, die Kriminalisierung migrantischer Organisationen, Standortkonkurrenz, Lohn und Sozialdumping, die Ausbeutung von Menschen ohne Papiere, die staatliche Diskriminierung von Sexarbeiterinnen und – aus Anlass des Jahrestages – den Überfall der Naziarmee auf Russland.

Bereits Stunden vor der Demo waren die Straßenbahnen umgeleitet oder aus dem Verkehr gezogen worden und die Straßen der Innenstadt weiträumig abgesperrt. Frankfurt autofrei, Manövergebiet für die Einheiten des Innenministeriums. In dieses Bild passt, dass DemoteilnehmerInnen eine Gruppe von zivilen Polizeiprovokateuren tatkräftig aus der Demo entfernen mußte.

Durch den Protest gegen die Innenministerkonferenz und ihre Politik, die rücksichtslose Abschottung nach außen und die Aufrüstung gegen potentielle soziale Konflikte im Inneren, haben sich die Verantwortlichen auf die Füße getreten gefühlt. In den letzten Wochen gab es mehrere Kriminalisierungsversuche gegen die Mobilisierung für die Demo. Über die bekannten Beispiele hinaus wurde anscheinend auch organisiert Jagd auf Menschen gemacht, die plakatierten, oder Aufkleber verbreiteten.

Wenn diese Maßnahmen die Mobilisierung gegen die IMK behindern sollten, haben sie das Gegenteil bewirkt. Auch der Verbreitung der Zeitung „Frankfurter Schundschau“, die zur Information gegen die IMK in einer 20.000er Auflage in Frankfurt verteilt wurde, konnten sie keine Steine in den Weg legen.

Bilder von der Demo: HIER

Quelle: FAU.org

`faxen digge` Aktionswoche gestartet

Mit einer Kundgebung am Matrosendenkmal hat am Samstag die Aktionswoche
„faxen digge – repression ist mal so gar nicht freiraum“ in Rostock angefangen. Bei fast trockenem Wetter, guter Mucke, viel Spaß, einem Infotisch mit CD´s, T-Shirts & Broschüren und Tanzlaune genossen viele Menschen den temporären Freiraum, den das Ordnungsamt erst verbieten wollte.
Drei Tage vorher wurde nämlich eine Verbotsverfügung verschickt, in der es hauptsächlich darum ging, dass das Denkmal zu ehrwürdig wäre, um eine solche „Tanzveranstaltung“ dort stattfinden zu lassen. Und weil es ein so bedeutendes Denkmal ist, wurde auch die ganze Historie mit in die Verbotsverfügung geschrieben. Vor Ort war allerdings nicht viel davon zu sehen, war der ganze Platz drumherum schließlich voller Müll.
Gegen das Verbot wurde schnellstens ein Eilantrag an das Verwaltungsgericht geschickt, welches die Verfügung dann auch wieder aufhob. Mit ein Hauptgrund war u.a., dass das Ordnungsamt nicht mal zu einem Kooperationsgespräch geladen hatte, in dem viele Punkte, die mit zu dem Verbot führten, besprochen hätten werden können.

So konnten viele fleißige Hände den Platz am Samstag Vormittag sauber fegen, eine große Jurte aufbauen und die Mauern mit Transparenten verschönern. Kurz nach einem heftigen Regenguss wurde die Veranstaltung dann mit einem Redebeitrag über den verzapften Unsinn des Ordnungsamtes eröffnet. Danach spielten mit “Initiative Kantholz“ und “Total Panic Reaction“ zwei lokale Bands, in den Umbauphasen wurden Ausschnitte aus dem Buch „Autonome in Bewegung“ vorgelesen. Nach zwei weiteren Redebeiträgen zu den Themen `Freiräume für alternative Jugendliche` und `Repression gegen (feiernde) Jugendliche, die SchwarzRote Hilfe Rostock und die derzeitige Repressionswelle gegen Antifas aus MV` konnten die DJ´s dann ihre Platten drehen.
Bis halb elf wurde ungestört gefeiert, gelacht und das Tanzbein geschwungen, Ordnungsamt und Polizei ließen sich zum Glück nur zu Beginn sehen.

Nach einer kurzen Nacht ging es Sonntag dann auch gleich früh weiter. Ab 11 Uhr wurde ins Jaz geladen, zu Brunch und einem Verhörtraining. Das Buffet war mehr als üppig: verschiedene Aufstriche, Tiramisu, Salate, Brötchen, Cookies, Gemüsepfanne und vieles mehr.
Für einige Menschen endete das Essen allerdings sehr abrupt, als die `Polizei` kam und sie in die `GeSa` abführte. Einige gammelten dort teilweise bis zu zwei Stunden rum, darauf wartend in eines der beiden Verhörzimmer gebracht zu werden. Dort versuchten die `Cops` wirklich alles, um die Aktivistis zum Reden zu bringen. Aber selbst während der Zeit in der `GeSa` musste mensch aufpassen, was erzählt wurde, saß doch hier auch ein `ziviler Beamter` mit in der Zelle.
Zum Glück waren die `Cops` später mehr als deprimiert, haben sie doch so gut wie gar nichts über die `Beschuldigten` herausgefunden.

Und die Woche geht weiter. Am Montag gab es einen Vortrag über die Repression im Zuge der Räumung der Liebig 14. Weitere wissenswerte Vorträge folgen, enden wird die Aktionswoche am Freitag mit einer fröhlichen und bunten Demonstration.

Weitere Infos dazu gibt es auf dem Blog: http://faxendigge.blogsport.de/

Quelle: Indymedia

Medienhetze gegen Stuttgart21-Gegner mit erlogenen Behauptungen

Im Zuge der gestrigen Montagsdemo in Stuttgart gegen das kapitalistische Projekt Stuttgart 21 kam es zu einer spontanen Massenaktion. Das Gelände des Grundwassermanagements wurde von Demonstranten auf friedliche Weise gestürmt. Nun tauchen in den bürgerlichen Medien berichtete von angeblich neun Verletzten Polizisten auf, die Opfer der Gewalt der Stuttgart21-Gegner geworden sein sollen. Diese weisen diese Behauptungen von sich. Zudem tauchte Berichten zufolge in der Menge ein mit einer Schusswaffe ausgerüsteter Agent Provocateur und Zivilbeamter der Polizei auf. Demonstranten setzten den Mann fest und führten ihn aus der Menge. Der neue baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann von der Grünen Partei sagte heute, „wenn es nicht gelinge, weiter friedlich und auf sachlichen Argumenten aufbauend die Auseinandersetzung zu führen, laufe man Gefahr, den Schlichtungsprozess zu konterkarieren.“ „Gewalt ist in jeglicher Form – egal, ob gegen Menschen oder Sachen – unmissverständlich zu verurteilen und wird von der Landesregierung nicht toleriert“. Über den Agent Provocateur verlor er kein Wort. Dafür schreibt der konservative Focus heute das dieser „schwer verletzt“ worden sei. Eine erlogene Behauptung, wie man auf veröffentlichten Videos unschwer erkennen kann. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag gegen unbekannt eingeleitet. Die Kriminalisierung des Massenprotests geht also genauso weiter, wie unter der CDU-Regierung.

Aus der Erklärung der Parkschützer dazu:

Nach der Montagsdemo gegen Stuttgart 21 zogen an die 1.000 S21-Gegner auf das Gelände des Grundwassermanagements. Die Demonstranten betraten das Gelände durch den geöffneten Zaun von der Straße am Schlossgarten her. Neun Parkschützer erklommen die zehn Meter hohe Industriehalle, in der das Grundwasser umgewälzt und gepumpt werden soll. Die Versammlung auf dem Gelände verlief friedlich, es kam zu keinen Ausschreitungen, auch die Polizei verhielt sich sehr ruhig. In gelöster Feierabendstimmung nehmen die Anwesenden ein Stück ihrer Stadt wieder in Besitz. Die Parkschützer forderten die Bahn auf, sämtliche Arbeiten für Stuttgart 21 und vor allem am Grundwassermanagement unverzüglich einzustellen. Da die Bahn im Planfeststellungsverfahren falsche Angaben zu den abzupumpenden Grundwassermengen gemacht hat, hat sie kein Baurecht. Als verantwortlicher Bundesverkehrsminister muss Peter Ramsauer dafür sorgen, dass nun unverzüglich an einer sinnvollen, zukunftsfähigen und vor allem legalen Lösung für den Bahnknoten Stuttgart gearbeitet wird und kein weiteres Steuergeld für das Prestigeprojekt Stuttgart 21 verschwendet wird.

Die Besetzer des Grundwassermanagements fordern ein Ende der Verfolgung und Kriminalisierung des Widerstands. Es ist an der Zeit, dass diejenigen juristisch verfolgt werden, die ohne Baugenehmigung und unter Missachtung von Regeln und Gesetzen Bauen und Bürgerrechte mit Füßen treten.

Quelle: Bei Abriss Aufstand

Videos zu den Geschehnissen: http://www.youtube.com/watch?v=a95XOs328BQ

http://www.youtube.com/watch?v=19K-jOr9fJg

http://www.youtube.com/watch?v=H_1XXRI4WLA

Ökologischer Fußabdruck

„Unter dem Ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter Fortführung heutiger Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion seiner Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie, aber z. B. auch zum Abbau des von ihm erzeugten Mülls oder zum Binden des durch seine Aktivitäten freigesetzten Kohlendioxids benötigt werden.“ – Wikipedia

Wenn du deinen eigenen ökolgischen Fußabdruck berechnen willst guck doch mal auf der Seite des WWF nach: WWF-Footprint-Rechner

Umweltschutz beginnt bei dir!