Archiv für August 2011

Syndikal 2012

In ca. 2 Wochen geht der SyndiKal 2012, Kalender für das Ende der
Lohnarbeit in den Versand. Ab sofort könnt ihr ihn beim Verlag, dem
Syndikat-A Medienvertrieb vorbestellen

http://www.syndikal.info/

*Größere Mengen* für euren Büchertisch, euer Zentrum, als
Sammelbestellung für euer Syndikat, oder zum Verschenken an FreundInnen
und Familie erhaltet ihr zu WiederverkäuferInnen-Konditionen (Ab 5 Ex.
30% | ab 20 Ex. 35% | Ab 50 Ex. 40% WVK-Rabatt) bei syndikat-a@fau.org.

Was ist der SyndiKal?

Für viele ist er in den nunmehr sechs Jahren seines Bestehens zum
unverzichtbaren Begleiter durch das Jahr geworden: «SyndiKal» der kleine
kollektive Organisator und Taschenkalender gegen die Zumutungen des
Kapitals und der Lohnarbeit. Auch für das Jahr 2012 hat die
Kalenderredaktion des Syndikat-A-Medienvertriebs wieder eine Vielzahl
von Themen, Hinweisen und nützlichen Adressen für den täglichen
Widerstand am Arbeitsplatz, bei Amt, in Schule, Uni und Stadtviertel
zusammengestellt.

Themen des SyndiKal 2012

Unser Kalender-Schwerpunkt dieses Jahr liegt in der Vorstellung von
Kämpfen migrantischer ArbeiterInnen. Dazu gehört die internationale
Kampagne gegen Ausbeutung bei *OTTO Workforce* ebenso wie der Versuch,
polnische ArbeiterInnen in ihrem Kampf gegen Lohnraub bei *Grenzland*,
einer niederrheinischen Gartenbaufirma zu unterstützen. Um moderne
Tagelöhner geht es in einem Beitrag um *bulgarische ArbeiterInnen in
München* und anderswo. *Keine Papiere – keine (Arbeits-)Rechte* reißt
die Frage an, ob KollegInnen ohne gültige Aufenthaltspapiere tatsächlich
komplett rechtlos sind oder ob sie sich auch juristisch wehren können
und welche Fallstricke dabei lauern können. Hausarbeit macht nicht nur
Arbeit, für Millionen von Frauen weltweit gilt auch *Hausarbeit ist
Lohnarbeit*. Sie wird von einem der weltweit mobilsten Sektoren der
Klasse geleistet und nur allzuoft vergessen. *Neun Chancons gegen
Lohnarbeit* stellt eine legendäre Scheibe aus der Nachfolge des Mai 1968
vor, die bis heute wenig an Aktualität verloren hat. Um ganz moderne
Zeiten geht es in der Vorstellung der *Digitalen anarchistischen
Bibliothek*. Die *Maitage Barcelona 1937* erinnern uns daran, wie in der
Revolution oft die Konterrevolution lauert und dass auch
Anarcho-SyndikalistInnen nicht vor entsetzlichen Fehlern gefeit sind. In
*Fälscher für die internationale Revolte* geht es um das abenteuerliche
Leben des spanisch-französischen Anarchisten Lucio Urtubia. In Zur
*Revolution in Ägypten* gibt der ägyptische Anarcho-Syndikalist Jano
Charbel Auskunft zur Lage der Dinge. *Arbeitsrechtsgymnastik in der
Leiharbeit* ist leider nötiger denn je und sollte als Begleitmusik zum
Kampf um die Abschaffung dieser speziellen Form von Ausbeutung
verstanden werden. Zu Unrecht fast vergessen, stellen wir euch in Mit
dieser Welt gibt es keine Verständigung den französischen Schriftsteller
*Benjamin Peret* vor. Und auch sonst noch das eine oder andere.

Thessaloniki: Das besetzte Delta ist von Räumung bedroht

Das Squat DELTA wird bestehen bleiben!
ES IST NICHT ZU VERMIETEN

Ende Juli gab das „Alexander Technological Educational Institute (ATEI)“ in Thessaloniki seine Absicht bekannt, das Gebäude in der Egnanita Str. 13 zukünftig zu vermieten, ein Gebäude, das seit 4 Jahren besetzt ist.

Nach Jahren des Verfalls, wurde dieser aufgegebene und nicht betretbare Raum durch kollektive Methoden in ein freies und soziales Projekt „offen für Alle“ gewandelt. Es funktioniert auf der Basis von Gleichheit und Solidarität, gegen und weit weg jeglicher staatlicher oder von privatwirtschaftlicher Organisierungsform. Entscheidungen werden gemeinsam und horizontal getroffen und basieren auf unseren Bedürfnissen, Wünschen und Möglichkeiten.
Befreite Räume und Squats sind die Lösung
Das Problem ist Kapitalismus.

Wir durchleben eine Zeit wilder Umverteilung von sozialem Wohlstand, in der die Reichen weniger und reicher und die Armen mehr und ärmer werden. Mit dem Wunsch ihre abscheulichen Pläne durchzuführen, setzen sie damit fort, ihr gesetzliches und logistisches Arsenal auszubauen, innerhalb der internationalen Planungen der Bosse. Der Staat handelt im Rahmen der „Teile und herrsche“ Strategie und versucht alle die kämpfen und Widerstand leisten zu isolieren und sie zu stigmatisieren, um leichter mit ihnen fertig zu werden.
Wenn die besetzten Häuser, die subversiven Teile der Gesellschaft
und KämpferInnen angegriffen werden, ist es so, als ob sie uns alle angreifen.

Über den direkten Effekt hinaus hat Repression auch “abschreckenden” Charakter. Absicht ist es alle, die Widerstand leisten und für ihr Leben nach radikal-realistischen Lösungen suchen, zu entmutigen. Deshalb ist Klassen- und gesellschaftliche Solidarität zwischen den Unterdrückten notwendig. Es gibt keine individuellen Lösungen für gemeinschaftliche Probleme, kollektive Aktionen sind die Antwort.

Wenn wir uns nicht in einem gemeinsamen Kampf gegen Unterdrückung vereinen, dann werden wir eine gemeinsame Niederlage teilen.

Quelle: Contra Info

Charlie Bauer – Revolutionär und Gefährte im Kampf gegen Knast und Staat verstorben

Charles Bauer, geboren am 24. Februar 1943 in Marseille (FR), verstarb am 7. August 2011 in Montargis (FR) im Alter von 68 Jahren. Ein Herzinfarkt riss ihn unvorhersehbar aus seinem kämpferischen Leben.

„Ich erteile keine Lektionen, ich bin weder Vater Courage noch Rambo. So soll man mich nicht sehen. Wenn ich jemand in seinem Elend sehe, sag ich ihm: „Steh auf und mach was!“”

Er wuchs auf in der Estaque, eines der Viertel Marseilles, in denen ein besonders rauer Wind wehte. Schon früh schloss er sich einer Jugendbande an, um auf der einen Seite ein wenig Geld zum Überleben zu organisieren und auf der anderen Seite, um dem tristen Alltag zu entfliehen. Die damit verbunden Unannehmlichkeiten mit den Bullen und Justiz waren vorprogrammiert, doch sein Leben der alltäglichen Revolte begrub schnell die Logik von staatlicher Justiz und Repression.

„Unser Krieg fand auf der Straße und nicht in den Schützengräben statt. Der Krieg hat schon bald mit uns gespielt. Ein künstlicher Krieg mit richtigen Toten und Verletzten. Wir glaubten nicht an den großen Sieg, das letzte Gefecht. Unser Sieg war der Alltag, unser Kampf die Verweigerung, die Ablehnung der Zorn, die Revolte eines jeden einzelnen und der bestehenden Gruppen. Die Zeit für einen allgemeinen Aufstand war noch nicht gekommen.
Ein Bruch mit der Autorität, Bruch mit den gesellschaftlichen Bindungen….“

Die Bande brach in Modegeschäfte und Juweliere ein und überließ Teile der Beute den Leuten auf der Straße. So ging das bis 1964, in dem Jahr wo er und seine Komplizen von einer Armada von CRS-Bullen (franz. Spezialeinheit) gestellt und verhaftet wurde.
Im Untersuchungsgefängnis wurde er bestialisch gefoltert, um ihm ein Geständnis heraus zu locken, was den Schergen des Staates jedoch nicht gelang. Die Anklage lautete „Diebstahl und Einbruch“, „das Tragen von Waffen“ und „Zugehörigkeit in einer kriminellen Vereinigung“. Die folgenden 14 Jahre verbrachte er in dutzenden Knästen Frankreichs. Isolationshaft, Arreststrafen, Hochsicherheitsträkte, Misshandlung und Demütigung prägten diese Jahre ebenso wie die Rebellion, Hass, Ablehnung und zahlreiche Ausbruchsversuche.

1978 kam er auf Bewährung frei. Er zog mit seiner Freundin nach Caen, wo er anfing in einem linken Buchladen zu arbeiten. Er organisierte Veranstaltungen, publizierte Texte und organisierte sich in Komitees und in antifaschistischen Zusammenhängen. Die Theorie des Anarcho-Kommunismus, seine militante Praxis und der Hang zu einfachster „Illegalität“ führten `78 zu einem erneuten Bruch in seinem Leben. Schon oft hielt er sich aus beruflichen Gründen in Paris auf. Dort sollte er Jaques Mesrine „den Staatsfeind Nr.1“ treffen, der erst kurz zuvor aus dem Hochsicherheitstrakt ausgebrochen war.
Der Kampf gegen die Knäste, besonders gegen die Hochsicherheitsträkte verbanden beide innigst. Zusammen planten sie einen Sprengstoffanschlag auf einen dieser Spezialknäste, der jedoch nie verübt wurde, denn Mesrine wurde vorher durch auf ihn angesetzte Bullen erschossen. Ein paar Tage danach wurde auch Charlie und seine Frau verhaftet, die zusammen, während Charlie noch im Knast saß ein Kind bekamen.

Erneut stand er, unter der Anklage „die rechte Hand Mesrines“ gewesen zu sein, vor Gericht. Diese Freundschaft sollte auf das Urteil erheblichen Einfluss haben. 10 weitere Jahre, gegeiselt in der modernen Hölle des Justizapparats, durchwanderte er wieder Züchtigungen, Isolation und die Hochsicherheit. Ständiger Begleiter: sein phantastischer Widerstandsgeist, sein Zorn und seine menschliche Würde. Er nahm am Hungerstreik und an anderen Aktionen teil, um den Forderungen nach Menschlichkeit in einer unmenschlichen Umgebung Nachdruck zu verschaffen. 25 Jahre hinter Gittern, davon 9 Jahre in Isolationshaft.
Niemals ein Märtyrer, niemals Idol. Ein einfacher Mensch aus armen Verhältnissen, mit einem sensiblen Sinn für Gerechtigkeit, an dessen Leben wir durch seine Bücher und Texte dankend teilnehmen dürfen…..

„Ich habe da geschrieben, wo das Wort verboten ist, an den Orten der absoluten Isolation, in den Hochsicherheitsgefängnissen von Fresnes, Fleury, Lisieux, Mende oder anderswo. Das war gestern…
Und ich weiß, dass dieses Verbot heute andere erleben. Und morgen wird es, wenn wir nicht aufpassen, noch schlimmer werden, weil es offensichtlich immer etwas Schlimmeres als das Schlimmste gibt.
Es gibt keine konventionelle universelle Maßeinheit, um diesen oder jene Grad des Schmerzes zu bestimmen; es muss als solches denunziert werden, ob durch Gefängnis, Folter, Ausschluss, Hochsicherheitstrakt, Isolationshaft, Unterdrückung, Repression, Herrschaft, Ausbeutung usw. usf.
Es gibt ein neues Bewusstsein, dem die Kritik an der politischen Macht, wie sie außerhalb der Gefängnismauern repräsentiert und ertragen wird, eine starke soziale Bedeutung verleiht. Was die Regierung auch immer unternehmen wird und wie entschlossen sie auch immer sein mag, dieses Bewusstsein zu brechen und zu zerstören – der Kampf kann sich dadurch nur weiter radikalisieren, und sei es in den Kampfformen der Verzweiflung.
Die Spirale ist unabwendbar. Jeder – wenn nicht alle – ist dafür verantwortlich.“

Quelle: ABC-Berlin

Bible VS Working Class

Wort zum arbeitsfreien Sonntag

Dass die Bibel die größte Schuld an den bürgerlichen Tugenden hat, ist kulturell leicht erkennbar.
Sie war lange Zeit das erste Gesetzbuch im Leben der meisten Menschen und verlangt Unterwürfigkeit und zerstört sogar die Sicherheit und die Freiheit der intimsten Gedanken. Dadurch kann der „Christ“ nicht einfach so tun, als ob er nach dem bescheuerten Regelkodex des Fanatsieromans lebt, sondern er muss es auch noch ernst meinen – die Sklavenklasse ward geboren.

Aber wir können sogar von einigen Schriften darauf schließen, dass bereits die verschiedenen Autoren einer Art Bürgertum angehört haben. Ein allgemeines Indiz hierfür ist die Tatsache, dass der Autor entweder schreiben und lesen konnte, oder sich jemanden kaufen konnte, der dann für seinen Schrieb hinhalten musste.
Um ein inhaltliches Beispiel zu finden, sollte man die Geschichte des „Turmbaus zu Babel“ genauer betrachten – hier treffen die Bibelerzählung und die Arbeiterklasse direkt aufeinander.
Für den damaligen Autor war es eine „Gotteslästerung“, dass die Herrscher einen Turm bauen wollten, der bis an den Himmel reichte. Er „berichtet“ in „Moses“ darüber. Dazu muss man wissen:

Die Bibel besteht aus zwei Teilen, dem „alten Testament“ und dem „neuen Testament“ und diese sind jeweils in Geschichten unterteilt. Diese Geschichten werden nach ihrem Autor katalogisiert und innerhalb der Geschichten gibt es nochmal Untergliederungen. Sodass wir beim Text, um den es sich in diesem kurzen Artikel handelt, folgende Bezeichnung in Bibelformat such müssen:

Buch (So nennen sie die Geschichten) Moses,
Kapitel (Das ist die Unterteilung der Geschichte) II,
Vers (Nochmal ins Detail, sonst finden die Pfaffen ihr Zitat für die Predigt nicht),
Nummer 3 und 4 zum Beispiel.

Im weiteren Verlauf, nach den damaligen Bibelbekloppten, folgt ein Misserfolg beim Bau, der daher rührte, dass ein gewisser „Herr Gott“ eine Art Plage über die Arbeiter geschickt hat, dass sie gezwungen sind verschiedene Sprachen zu sprechen und einander nicht mehr verstehen. Unter diesem Hinderniss soll dann der Bau eingestellt worden sein.
Genau hier ist das Indiz für einen Autor mit bürgerlicher Rhetorik und bürgerlichen Vorurteilen.
Denn wenn er jemals „aufm Bau“, wie man so schön sagt, gearbeitet hätte, dann wäre ihm bestimmt aufgefallen, so wie das heute schnell auffällt, dass die Leute dort bereits verschiedene Sprachen sprechen und sich trotzdem glänzend verstehen. In der Zeit der Entstehung des Textes ist eine Mischung von Sprachen denkbar, wenn zum Beispiel die Zwangsarbeiter aus den besiegten Völkern auf die Zwangsarbeiter trafen, die bereits in dem siegreichen Herrschertum vorhanden waren. Es handelt sich hier um ein gegenseitiges Verständnis innerhalb einer unterdrückten Schicht. Dass sich dieses Verständnis der Kenntnis des Autors entzieht, zeigt, dass der Autor selbst nicht mit einem solchen Leben beglückt wurde und einer Art bürgerlichem Weltbild nachhängt. Schließlich geht er gar nicht davon aus, dass Menschen eher nach Klassen empfinden, sondern er richtet sich nach dem bürgerlichen Vorurteil, das der Herkunft und der damit verbundenen Sprache die zentrale Rolle zuschreibt.
Lächerlicherweise bildet dieses Buch mit seinem frigiden Kodex immernoch eine Grundlage für eine lebensferne Weltsicht mit globaler Verbreitung. Was dazu geführt hat, war nicht etwa der besondere Wert der biblischen Lehre, sondern die dogmatische Unanfechtbarkeit des Inhalts – heute ist es aber leicht den Abfall aus der Vorzeit abzustreifen und das Leben zu genießen, trotzdem besteht noch ein gewisser Gehorsam, vielleicht durch familiären Druck erhalten. Auch in der Arbeiterklasse, die sich doch bei Stellen wie im aufgeführten Beispiel oder wie auch im sogenannten „Römerbrief“ dazu angehalten fühlen sollte, die menschliche Kultur von zivilisationfeindlichen Vorstellungen zu säubern.

Quelle: pourmaclasse.blog.de

Griechenland: Die „Metapolitefsi“ wurde gesetzlich beendet

Am Mittwoch zur Mittagszeit, 24. August, wurde der besetzte Container auf dem Unicampus in Zografou, im Bezirk Illisia, gestürmt und geräumt. Der besetzte Container wurde zertrümmert, alle Gegenstände mitgenommen und beschlagnahmt. Die StudentInnen des besetzten Mensagebäudes in der Paneptistimiou Str. im Zentrum Athens, riefen am Mittwoch um 20 Uhr (MEZ) zu einer Lagebesprechung der aktuellen Situation auf.

Stunden vorher protestierten über 2.000 StudentInnen im Zentrum Athens. Gleichzeitig fanden in Thessaloniki, Heraklion (Kreta) und Patras auch Demonstrationen gegen die Gesetzesvorlage zur Bildungsreform statt. Trotzdem verabschiedete das griechische Parlament den Gesetzesentwurf, der durch die Bildungsministerin Anna Diamantopoulou eingebracht wurde. Diese Gesetzesvolage beinhaltet einige der tiefgreifendsten Veränderungen, die das Bildungssystem des Landes in seiner Geschichte jeh gesehen hat.

In letzter Sekunde wurde die Gesetzesvorlage zur Bildungsreform abgeändert. Der Minister verkündete die komplette Abschaffung des historischen Universitätsasyls (das der Polizei im Namen der freien Meinungsäußerung untersagt, das Universitätsgelände zu betreten) und die Wahl der VizerektorInnen der Universität, hauptsächlich durch ihre akademische Gemeinde.

Natürlich wurde das Universitätsasyl in der Praxis schon oftmals gebrochen, nicht nur während der „Metapolitefsi“ (politische Wende nach dem Sturz der Militärjunta 1967 bis 1974) sondern vor allem in den vergangenen Jahren.

Quelle: Contra Info

2. Rebellisches Zusammentreffen

Das Ya-Basta-Netz lädt ein:

2. Rebellisches Zusammentreffen von unten und links

Die Welt verändern – hier und jetzt
auf Burg Lutter (Lutter am Barenberge, Niedersachsen)

9. bis 11. September 2011

Für eine andere Welt, in der ein Leben in Würde für alle möglich ist!

Das Ya-Basta-Netz ist ein Netz von Menschen, inspiriert von der Rebellion der Zapatistas in Mexiko. Uns eint die Wut über die ungerechten Verhältnisse, die Entschlossenheit, diese aufzulösen und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Für alle! Wir unterstützen uns gegenseitig in unseren jeweiligen Kämpfen und fühlen uns den aufständischen Menschen in Mexiko und anderen emanzipatorischen Bewegungen weltweit solidarisch verbunden.

Ausbeutung und Unterdrückung gibt es überall – Widerstände und Alternativen auch!

Mehr als ein Jahr ist seit dem ersten „Rebellischen Zusammentreffen“ in Frankfurt
vergangen. Ein Jahr mit vielen Ereignissen, guten und traurigen, erschütternden und
kämpferischen. Für uns war es auch ein Jahr, in dem uns nochmal deutlicher geworden ist, wie wichtig es ist, Strukturen von unten und links aufzubauen, die sich ergänzen und unterstützen können. Deswegen haben wir uns entschieden, zum zweiten Rebellischen Zusammentreffen einzuladen. Im letzten Jahr sind viele Kontakte zustande gekommen und viele Fäden geknüpft worden. Wir träumen davon, dass daraus mit der Zeit ein Netz wird, in dem sich Widerständige und Menschen aus Projekten treffen, die schon angefangen haben, eine andere Welt aufzubauen.

Auch auf dem zweiten Rebellischen Zusammentreffen möchten wir verschiedene Themen und Kämpfe zusammenbringen. Wir möchten miteinander reden, uns kennenlernen, zuhören, diskutieren, voneinander lernen, Utopien spinnen, lachen, tanzen, am Feuer sitzen, viele Pausengespräche führen und Pläne schmieden. Nutzen wir unsere Vielfalt als Stärke, um unseren Widerstand und unsere Kämpfe wirkungsvoller zu machen!

Wichtig sind uns die Themen:

Internationalismus & Zapatistas – Aufstände in Nordafrika & Südeuropa – Patriarchat & Gender – Kriminalisierung & Repression – Rassismus, Flucht & Migration – Ernährung – Landwirtschaft – Stadtentwicklung – Gesundheit – Anti-Atom – Krieg & Militarismus – Alternative Medien – Bildung – Arbeit & Geld – Solidarökonomie – Leben & Alltag – Umwelt & Naturverhältnisse – Energie

Das Treffen ist ein offener Raum und lebt von den Ideen und dem Engagement aller. Für Infrastruktur, Workshops, Konzerte, Partys, veganes Essen und Getränke ist gesorgt. Es gibt Wiesen für eure Zelte und bei Bedarf auch ein paar Betten. Gemeinsam schaffen wir auch Angebote für Kinder und organisieren uns in der Betreuung – damit alle mal kinderfrei haben.

Projektplatz

Auf einem Extraplatz auf der Burg haben Gruppen, Kollektive und Projekte die Möglichkeit, sich vorzustellen. Wollt ihr euch am Projektplatz oder in anderer Form beteiligen, dann solltet ihr euch bald melden.

Workshops

wir würden uns freuen, wenn Ihr auch Workshops zu Euren Themen, Projekten oder
Gruppen/Zusammenhängen anbieten könntet. Auch dafür brauchen wir bald Eure Anmeldungen, damit wir ein bisschen planen können. Selbstverständlich ist auch Raum für spontane Aktivitäten.

Burg Lutter ist ein seit 1980 bestehendes autonomes Wohn- und Arbeitsprojekt in der Nähe von Goslar, das durch das Wirken vieler hundert Menschen gewachsen ist. Aus der Selbstdarstellung der Gruppe: „Wir wollen ohne Herrschaftsstrukturen nach anarchistischen Gesichtspunkten zusammenleben. Wir erarbeiten unseren Unterhalt selbstständig. Dabei lehnen wir hierarchische Strukturen und lohnabhängige Arbeit ab und streben Selbstbestimmung an.“ – www.burg-lutter.de

Hunde und politische Parteien sind auf Burg Lutter unerwünscht. Auf der Burg ist nur begrenzt Platz. Deshalb meldet euch bitte möglichst frühzeitig an.

Wenn ihr euch anmelden möchtet, eine Frage habt, einen Workshop oder Ähnliches anbieten möchtet oder uns einfach so eine Mail schicken wollt, könnt ihr das unter dieser Adresse tun:
rebellisches “at” riseup . net

Weitere Infos unter:
Ya Basta
rebellisches.noblogs/
Burg Lutter

Jetzt reicht’s! Gegen Mie­ter­hö­hung, Ver­drän­gung und Armut

Un­ter­stüt­zungs­auf­ruf der FAU Berlin für die Mie­ten­stopp-​De­mons­tra­ti­on am 3. Sep­tem­ber 2011

Die Lage auf dem Ber­li­ner Woh­nungs­markt spitzt sich immer wei­ter zu. Die Mie­ten schnel­len in die Höhe, die Nach­fra­ge wächst, gleich­zei­tig wird kein neuer be­zahl­ba­rer Wohn­raum ge­schaf­fen und Miet- in Ei­gen­tums­woh­nun­gen um­ge­wan­delt. Pro­fi­teu­re die­ser Ent­wick­lung sind die Im­mo­bi­li­en­ei­gen­tü­me­rIn­nen, die auf Kos­ten der Mie­te­rin­nen und Mie­ter ihre Ge­winn­span­nen ma­xi­mie­ren.

Der Ber­li­ner Senat fun­giert als Motor der Mietstei­ge­rung, indem er den So­zia­len Woh­nungs­bau fak­tisch ab­ge­schafft hat und auch sonst nichts un­ter­nimmt, allen den Zu­gang zu be­zahl­ba­rem Wohn­raum zu er­mög­li­chen. Die­ser woh­nungs­po­li­ti­sche Kurs reiht sich ein in den Trend, Güter der exis­ten­zi­el­len Da­seins­vor­sor­ge der Pro­fit­lo­gik zu un­ter­wer­fen.

Die Was­ser­ver­sor­gung, der Öf­fent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr, Ju­gend­frei­zeit­an­ge­bo­te etc. soll­ten sich an den Be­dürf­nis­sen der Nut­ze­rIn­nen ori­en­tie­ren, statt wirt­schaft­li­chen Ge­winn ab­zu­wer­fen. In Zei­ten sin­ken­der Re­al­löh­ne und stei­gen­der Armut ist ge­ra­de die Woh­nungs­fra­ge von be­son­de­rer Dring­lich­keit.

Wir be­grü­ßen daher, dass ver­schie­de­ne Mie­te­rIn­nen­in­itia­ti­ven am 3. Sep­tem­ber 2011 zu einer stadt­wei­ten au­ßer­par­la­men­ta­ri­schen Mie­ten­stopp-​De­mons­tra­ti­on auf­ru­fen. Es ist Zeit, un­se­ren Unmut auf die Stra­ße zu tra­gen. Wir wer­den daher an der De­mons­tra­ti­on teil­neh­men und for­dern alle Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner auf, dies eben­falls zu tun! Dabei begrüßen wir die Ent­schei­dung der Or­ga­ni­sa­to­rIn­nen, dass auf der De­mons­tra­ti­on Par­tei­en und ihre Sym­bo­le nicht zu­ge­las­sen sind.

Mie­ten­stopp-​De­mons­tra­ti­on, 3. Sep­tem­ber 2011,
Start: 14 Uhr Her­mann­platz, Ab­schluss: 17 Uhr Ora­ni­en­platz

Mehr Infos unter: http://mietenstopp.blogsport.de/

Quelle: FAU.org

Antifaschistisches Graffiti in Langendreer

Am Donnerstag, den 25. August, trafen wir uns Mittags um eine Wand am Kulturzentrum Bahnhof Langendreer zu verschönern. Enstanden ist ein Graffiti mit der Überschrift „Gemeinsam & Solidarisch – Alltagsrassismus und Nazis bekämpfen!“.
In Langendreer häufen sich momentan immer mehr Nazi-Aktivitäten (darunter auch viele Angriffe). Dieses Graffiti soll ein weiterer Schritt sein zu zeigen, dass Nazis (auch in Langendreer) nicht ungestört ihren Unfug treiben können.

in den nächsten Tagen werden wir noch mehr Fotos online stellen…

Quelle: ajb.blogsport.de

Demonstration: Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!

29.10.2011 | 13 Uhr | Millerntorplatz St. Pauli

Aufrufcluster der Kampagne „Flora bleibt unverträglich“

Die Stadt gehört allen!

Günstiger Wohnraum ist in Hamburg Mangelware. Die Mieten schießen in die Höhe und die Verdrängung schlechter gestellter Bevölkerungsgruppen ist in vollem Gange. Einmal mehr wird deutlich: Der Markt besitzt keine heilenden Kräfte und von der etablierten Politik war und ist im Kapitalismus nichts zu erwarten, wenn es um eine offene und solidarische Gesellschaft geht, die sich an den Bedürfnissen aller Menschen orientiert.

Unter der globalen Vorherrschaft des Neoliberalismus tobt eine Schlacht, in der Konkurrenzdenken und Standortwettbewerb bestimmend sind. Die Städte, in denen wir leben, sind ein zentrales Terrain dieser Auseinandersetzung. Auch die aktuellen Wohnungsbauprogramme des SPD-Senats tragen diese Signatur. Angesichts der katastrophalen Wohnraumsituation sind sie eine Farce und bedienen vor allem die Mittelschichten, die Hamburg im Wettbewerb der Metropolen ganz nach vorne spülen sollen. Alle anderen sind in dieser Rechnung egal oder werden zum Problem erklärt.

Doch diese Rechnung geht nicht auf, denn die urbanen Räume entsprechen nicht der harmonischen Farbenlehre der Hochglanzbroschüren. Sie sind Orte, an denen sich Unterschiedlichkeiten verdichten und die geprägt sind von der gespenstischen und materiellen Anwesenheit aller. Das Raunen in den Fugen des Stadtgewebes macht deutlich: Die Stadt sind wir alle!

Dies ist kein Problem der Theorie oder des Appells an die Obrigkeit. Es ist die Frage einer selbstbestimmten Praxis der Vergesellschaftung. Wir machen uns selbst zu den Totengräber_innen der prekären Ökonomie und der Immobilienblasen und treten der repressiven Stadtentwicklung entgegen. Stadt selbst machen bedeutet, die Bedürfnisse aus den vermeintlichen Sachzwängen und den Nischen des Alltags zu befreien und sich den städtischen Raum anzueignen. Vergesellschaftung in diesem Sinne ist keine Verstaatlichung. Sie meint einen Prozess selbstbestimmter Kollektivierung, der nicht darauf abstellt, private Besitztümer von A nach B zu verschieben, sondern eine solidarische Gesellschaft zum Ziel hat.

Wenn wir uns den städtischen Raum nehmen, dann in der Perspektive der Aneignung. Wie viel Wohnraum sind eigentlich 1,4 Millionen Quadratmeter Bürofläche?

Kampagne „Flora bleibt unverträglich“

Zum Aufruf von Mietenwahnsinn stoppen und weiteren eigenständig aufrufenden Gruppen:
http://mietenwahnsinn.rechtaufstadt.net/

Quelle: Flora Bleibt

Historisches Zitat des Monats

Die Deutschen sind ein Volk, das im hohem Maße von der staatlichen Idee durchdrungen ist, dieser Geist war schließlich stärker als alle anderen Leidenschaften und hat in ihnen buchstäblich den Freiheitsdrang erstickt.
(Michail Bakunin)