250 bei „Ber­lin von unten“-Demo

Am Wahl­tag, dem 18. Sep­tem­ber, de­mons­trier­ten 250 im reg­ne­ri­schen Ber­lin gegen stei­gen­de Mie­ten. Zuvor war be­reits ein Haus be­setzt wor­den, eine pas­sen­de Ein­lei­tung für den Ak­ti­ons­tag. Im wei­te­ren Ver­lauf des Ak­ti­ons­ta­ges kam es al­ler­dings zu wenig wei­te­ren Ak­tio­nen.

De­mo­ver­lauf

Der Tag star­te­te mit einer klei­nen, schnell ge­räum­ten Haus­be­set­zung Ora­ni­en/Ecke Adal­bert­stra­ße. Trans­pa­ren­te am Bau­ge­rüst des Eck­hau­ses ver­kün­de­ten: „Be­setzt – Dolu“, „Ver­drän­gung stop­pen – Wohn­raum für alle (immer und über­all)“ und „Wenn Woh­nun­gen zu Hos­tels wer­den…“ Bei der ag­gres­si­ven Räu­mung wur­den auch un­be­tei­lig­te Pas­san­t_in­nen von den Ein­satz­bul­len ge­walt­sam an­ge­gan­gen.

Die De­mons­tra­ti­on star­te­te dar­auf­hin re­la­tiv laut­stark, aber mit ziem­lich we­ni­gen Leu­ten vom Kott­bus­ser Tor aus. Der bald ein­set­zen­de Regen ließ die De­mons­tra­ti­on nach und nach klei­ner wer­den. Kurz nach dem Start kam es zu einem Zwi­schen­fall. Ein Mensch mit einer DDR-​Fah­ne woll­te sich an der Demo be­tei­li­gen. Die Mo­de­ra­to­ren wie­sen dar­auf­hin, dass sie einen po­si­ti­ven Bezug auf die DDR für un­an­ge­mes­sen hal­ten. Kurz dar­auf wurde der Fah­nen­trä­ger rüde aus der Demo hin­aus ge­drängt. Dies er­schien etwas über­zo­gen.

Die De­mons­tra­ti­on zog durch Neu­kölln und Kreuz­berg. Im Wran­gel­kiez konn­ten spä­ter Möbel und viel Po­li­zei vor dem schon zwei­mal be­setz­ten Haus Schle­si­sche Stra­ße 25 er­blickt wer­den. Es kam aber zu kei­ner Haus­be­set­zung.

Die De­mons­tra­ti­on wurde dann hin­ter der Ober­baum­brü­cke auf Fried­richs­hai­ner Seite wegen star­ken Re­gens und we­ni­gen Teil­neh­mer_in­nen vor­zei­tig von den Ver­an­stal­ter_in­nen auf­ge­löst. Wei­te­re Ak­tio­nen sind uns nicht be­kannt.

Re­sü­mee

Der An­zahl der Teil­neh­men­den wird, nach­dem bei der Mie­ten­stopp-​De­mo 6000 Leu­ten waren, als star­ker Mo­bi­li­sie­rungs­mis­ser­folg ge­deu­tet. Eine Mo­bi­li­sie­rung au­ßer­halb der Szene ge­lang auch wegen der abs­trak­ten und un­kla­ren Ak­ti­ons­tags­idee „Ber­lin von unten!“ nicht.

Die Haus­be­set­zung am An­fang hat aber wie­der ge­zeigt, dass es von immer mehr Men­schen be­grüßt wird, Wi­der­stand gegen stei­gen­de Mie­ten auch jen­seits ein­ge­fah­re­ner Le­ga­li­täts­gren­zen deut­lich zu ma­chen.

Quelle: berlinvonunten.blogsport.de