Archiv für November 2011

Portugal: Generalstreik gegen die neoliberale „Krisenbewältigung“

Nach den Massenprotesten im März 2011 mit 200.000 Menschen, die zum Sturz der sozialdemokratischen Regierung beigetragen haben, bildeten sich Vernetzungen, um weiter gegen die Verschlechterung der Lebensumstände zu kämpfen. Ebenso gab es viele kleinere Proteste, etwa gegen Preiserhöhungen im Nahverkehr oder gegen die Stilllegung von Bahnstrecken. Allerdings ist aus diesen kleineren lokalen Initiativen nicht sofort eine Massenmobilisierung gewachsen.

Ebenso konnten die linken Oppositionsparteien (PCP und B.E.) nach den Wahlen recht lange keine kämpferische Position entwickeln. Jenseits von „kämpferischen“ Reden und schwachen politischen Kampagnen war wenig erkennbar. Dies änderte sich im Herbst 2011. Der der KP nahestehende Gewerkschaftsverband CGTP mobilisierte am 1. Oktober zu Demonstrationen in Lissabon und Porto. Nach (eher übertriebenen) Gewerkschaftsangaben waren ca. 150.000 Menschen auf der Straße. Dies waren die ersten Massenproteste seit den Wahlen im Juni 2011. Als nächstes folgte eine Aktionswoche der CGTP Ende Oktober, in der in einigen Städten Kundgebungen und kurze Warnstreiks stattfanden. Die öffentlich sichtbaren Aktionen konzentrierten sich auf die Hauptstadt. Die CGTP setzte (gemeinsam mit dem sozialdemokratischen Gewerkschaftsverband UGT) für den 24. November einen Generalstreik an.

AIT-SPGleichzeitig organisierten partei- und gewerkschaftsunabhängigere Kräfte Proteste am 15. Oktober, die sich an die globalen Krisenproteste anschlossen. In zahlreichen portugiesischen Städten fanden Aktionen statt. In Porto, der zweitgrößten Stadt der Landes mit ca. 400.000 EinwohnerInnen, nahmen nach Presseangaben 20.000 Menschen an den Protesten teil. Die Zahl dürfte nach eigenen Schätzungen sogar eher höher liegen. Wie bereits bei den Märzprotesten war das öffentliche Bild nicht von Partei- und Gewerkschaftsfahnen geprägt.

Die Mobilisierung zum Generalstreik wurde hauptsächlich von der CGTP getragen, während die UGT kaum sichtbar war. Ebenfalls hatten anarchistische, libertär-sozialistische und linksradikale Kräfte für den Generalstreik mobilisiert und eigene Aktionen dazu organisiert. Allerdings sind die Kräfteverhältnisse zwischen CGTP und den unabhängigen Akteuren recht eindeutig.

DemoDer Generalstreik selbst war mehr als spürbar. In vielen Städten fiel das öffentliche Nahverkehr aus, was vielfach zu einem Verkehrschaos führte, da alle Pendler versuchten mit PKWs zur Arbeit zu kommen. Behörden und Schulen blieben geschlossen, Flughäfen und Hafenanlagen konnten nicht genutzt werden. In der Hauptstadt ging die Polizei gegen Streikposten vor, die den Betrieb von Bussen und Straßenbahnen aufgehalten hatten. In größeren Städten fanden Kundgebungen und Demonstrationen statt. In Lissabon kam es vor dem Parlamentsgebäude zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Ebenso in der Hauptstadt wurden Finanzbehörden mit
Molotowcocktails und Farbkanister angegriffen. Die Demonstration in Porto war dagegen weitestgehend ohne solche Zwischenfälle. Einige tausende Gewerkschafter nahmen an einer Kundgebung der CGTP teil, während anarchistische, libertär-sozialistische und linksradikale Gruppen am Rande der Kundgebung eigene (kreative und gewaltfreie) Aktionen durchführten.

In den nächsten Wochen und Monaten wird zu beobachten sein, ob die gegenwärtige Phase der Proteste und Streiks anhalten wird. Auffällig ist, dass es zunehmend ein gegenseitiges Wahrnehmen der linken Parteien und Gewerkschaften einerseits und den unabhängigen Kräften andererseits gibt. Beide Seiten verfolgen die Aktivitäten der anderen Seite und beteiligen sich an einzelnen Aktionen. Ob dies zu tiefergehenden Lern- und Kooperationsprozessen führen wird, ist noch offen.

Quelle: FAU.org

Castor 2011 Videos

Castor2011? Schottern! from Filmpiraten on Vimeo.

An den Castortagen machten sich im Rahmen der Kampagne Castor?Schottern! hunderte Menschen auf, die Steine aus dem Schottergleisbett zu entfernen, um so die Bahngleise für den kommenden Castortransport unbrauchbar zu machen. Die Kurzdoku begleitet mehrere Schotter-Gruppen vom 26. und 27.11.2011 in der Göhrde. Dabei kam es zu gewalttätigen Übergriffen durch die Polizei. Ein Fotograf wurde direkt mit Pfefferspray von einem Polizisten angegriffen.

Castorvideo: Angriff der Polizei auf Camp Metzingen from Filmpiraten on Vimeo.

Am Vorabend(25.11.) der voraussichtlichen Ankunfts des Castor-Transportes im Wendland unternimmt die Polizei eine “Streifenfahrt” mit schweren Gerät durch die Dorfstraße des widerStand-Nestes Metzingen. Dabei stürmten die Polizisten durch die Straße und prügelten auf jedeN der ihnen in den Weg kam. Ein Wasserwerfer schoss wild um sich. Anwesende Presseleute wurden an ihrer Arbeit gehindert.

Castor2011: Barrikaden+Schottern zur Rallye Monte Göhrde from Filmpiraten on Vimeo.

Zum 7. Mal fand nun schon die Rallye Monte Göhrde statt. Kurz vor der Ankunft des Castortransportes im Wendland durchstreiften Hunderte den Wald Göhrde, durch den unmittelbar die Castorstrecke führt, um das Gebiet kennenzulernen und die Polizei in ihrer Kondition noch vor Ankunft an ihre Grenzen zu bringen. Barrikaden und Schottern inklusive.

Quelle und weitere Videos unter: filmpiraten.org

Athen: Weitere Enteignungen von Supermärkten

Am 19. November gab es in Athener Stadtteilen erneut zwei Enteignungen von Supermärkten. Um circa 18Uhr einteignete eine Gruppe von Aktivisten Nahrungsmittel eines Supermarktes in der Soultani-Straße in Exarchial. Bereits am Morgen nahmen andere Kolleg@s mehrere Güter aus einem Supermakrt in Galatsi und verteilten diese auf einem Markt ganz in der Nähe an die umstehendem Menschen. Aus dem Kommunique, welches während der direkten Aktion in Galatsi verteilt wurde heißt es: „Zahlungsunfähigkeit ist nicht nur ein Bild aus dem Fernsehen. Gewissen entsteht durch Attacken gegen die Herrschenden. Enteignungen jetzt!“

Am Samstag 26. November enteignete eine Gruppe von Kolleg@s eine Filiale der Sklavenitis Supermarktkette in der Charilaou-Trikoupi-Straße in Exarchia. Auf den während der Aktion verteilten Flyern konnte mensch folgendes lesen: „Ihr Wohlstand ist unser Blut. Enteignet das Kapital überall!“

Anarchisten verteilten die enteigneten Lebensmittel auf einem Markt in der Kallidromiou-Straße an Passanten, von denen die meisten die Aktion positiv aufnahmen.

Die einzige negative Reaktion kam von einem Angestellten eines Supermarktes, welcher die Aktivisten mit „Das ist eine Schande!“ anschrie. Die Kolleg@s schrieben in ihrem Kommunique, dass dieser Angestellte und seine Kollegen wissen sollten, dass sich nur die Kapitalisten und Bosse schämen müssten, denn sie werden immer reicher und reicher indem die Mehrheit der Menschen weiterhin ausgebeutet wird.

Quelle: Contra Info

Georg Kreisler ist tot

Der bekannte Anarchist, Kabarettist, Komponist und Schriftsteller Georg Kreisler (1922-2011) ist tot. Wir wollen an den Kreisler erinnern, wie ihn die Mainstream Medien nicht sehen wollen. An den Kreisler der versuchte auf seine Art, zumindest für die Dauer eines Liedes die Grundfesten dieser kranken Welt ins Wanken zu bringen.

Wenn die Mainstream Medien über Kreisler berichteten und das Wort gesellschaftskritisch in einem Artikel zu ihm vorkam bildet dies schon die Ausnahme. Das Kreisler nicht nur Kritisierte, sondern weiter dachte, wird (teilweise bewusst) völlig ausgeklammert. Dabei ist ein Großteil der Werke Kreislers weit mehr als nur kritisch. Oft verwirft er mit seiner typisch satirischen Art sich mit Religion, Herrschaft, Kapitalismus usw. völlig und in vielen seiner Werke müsste Mensch dafür noch nicht einmal zwischen den Zeilen lesen. Aber wie so oft sind die radikalen Lieder im Vergleich zu „Taubenvergiften im Park“ usw. Unbekannt.

Uns wird übel, wenn wir sehen, wie Menschen wie Steve Jobs (Appel Chef) abgefeiert werden und Menschen wie Georg Kreisler fast komplett unter den Tisch fallen. Kapitalistische Verwertungslogik über alles, daran kann leider auch ein Georg Kreisler mit seinen wichtigen kulturellen Beiträgen nichts ändern.

Für uns ist dennoch klar, nichts ist vergeblich und Kreislers Werke werden weiterhin vielen Menschen Freude bereiten, sowie den einen oder anderen Nachdencklich machen.

In Gedanken sind wir bei den Menschen die Kreisler nahe gestanden haben, wir wünschen ihnen viel Kraft für die kommende Zeit. Durch seine Werke wird er, solange es Menschen gibt, die diese Würdigen niemals in Vergessenheit geraten.

Möge ihm die Erde leicht sein.

„Es hat keinen Sinn mehr Lieder zu machen, statt die Verantwortlichen niederzumachen!“

Für den der sich ein Bild über seine Werke und Kreisler selbst machen möchte ist hier eine kleine Sammlung:

Doku: Und immer wieder Tauben vergiften

Lied: Georg Kreisler – Wenns nicht wahr ist

Lied: Georg Kreisler – Meine Freiheit Deine Freiheit

Lied: Georg Kreisler – Kapitalistenlied

Lied: Georg Kreisler – Wir sind alle Terroristen

Lied: Georg Kreisler – Sie sind so mies

Lied: Georg Kreisler – Vorletztes Lied

Webseite: georgkreisler.de

Bally Wulff: Aktionstag in acht Städten

Bundesweit organisierte die FAU am 18. November Kundgebungen gegen die Folgen der Umstrukturierung bei dem Spielautomatenhersteller in Berlin-Neukölln.

Der Tag war noch nicht alt in den Berliner Montagehallen von Bally Wulff, als die ersten Außenstellen des Spielautomatenherstellers von aktiven GewerkschafterInnen aufgesucht wurden. Angekündigt waren Aktionen vor zehn von zwölf Niederlassungen im gesamten Bundesgebiet.
Den Anfang machte die FAU Dortmund um kurz vor 8 Uhr. „Bis auf zwei Ausnahmen“, heißt es in einem Bericht von vor Ort, „hatten die ArbeiterInnen aus dem Gewerbegebiet, mit denen wir gesprochen haben, Interesse und Verständnis für die Sache, da die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und die zunehmende Prekarisierung für viele von uns eine reale Erfahrung bzw. Bedrohung darstellen.“

Hintergrund der gewerkschaftlichen Mobilisierung ist folgender: Der Spielautomaten-Hersteller Bally Wulff schließt nach Jahrzehnten einen seiner letzten Bereiche in Berlin, die noch direkt an der Gerätefertigung beteiligt sind. Bis Juli 2012 sollen alle Arbeiten der betriebseigenen Druckerei ausgelagert sein. Bereits im September 2011 erhielten die verbleibenden Drucker, die maßgeblich für die Optik der Geräte Sorge tragen, ihre Kündigung, genauer: ihre Änderungskündigung. Dieses „Angebot“ umfasst jedoch eine berufliche Herabstufung der Facharbeiter und Lohneinbußen von mehr als 30 Prozent. Als im Betrieb vertretene Gewerkschaft, protestiert die FAU Berlin aufs Schärfste gegen die Pläne der Geschäftsleitung. Für den 18. November hatte sie, nach lokalen Protesten, zu einem ersten bundesweiten Aktionstag aufgerufen.

Um die gleiche Zeit wie in Dortmund, besuchten etwa ein dutzend Mitglieder der FAU Frankfurt die Bally Wulff-Niederlassung im Industriegebiet von Offenbach. „Zuerst stellten wir uns den Beschäftigten in dem Büro vor und erklärten den Ablauf unseres Protestes“, heißt es in einem Direktbericht. „Anschließend hielten wir über Megafon eine Kundgebung zu den Vorfällen in Berlin und zum Stand der Dinge ab, die auch in den angrenzenden Betrieben zu hören war. Etwa eine Stunde lang gab es eine Picket Line vor dem Eingang von Bally Wulff, während gleichzeitig die Kundschaft der nahegelegenen Betriebe und Werkstätten […] mit Flyern versorgt wurde.“

Zu Protesten kam es auch in Mannheim. Obwohl die dortige Niederlassung vorher über die Problematik im fernen Berlin informiert worden war, war von der Leitung „keine Stellungnahme zu bekommen“. Ähnlich zugeknöpft zeigte sich die Entertainment GmbH Bally Wulff auch in Hannover, Hamburg und Köln: „Uns wurde von Anfang an der Zutritt zum Gelände verweigert“, meldete das Kölner FAU-Syndikat. Die Resonanz auf die Info-Aktion, unterstützt von der IWW Köln, war darüberhinaus jedoch „durchweg positiv“. Ebenso in Hamburg, wo sich neben dem örtlichen Syndikat auch die FAU Kiel beteiligte: „Der Versuch, mit der Belegschaft ins Gespräch zu kommen, wurde dadurch erschwert, dass man vorsorglich den Vordereingang abgeschlossen hatte.“ Auch der Hintereingang wurde verriegelt. Lange hielt die Trotzburg jedoch nicht stand, ist dem Bericht der FAU Hamburg zu entnehmen: Schließlich gelangen auch hier die Gewerkschaftsinformationen in den Betrieb. Am späten Vormittag setzte nicht zuletzt die FAU Hannover mit einer kleinen Kundgebung „ein Zeichen der Solidarität mit den von Umstrukturierung betroffenen Kollegen in Berlin-Neukölln“. Die Beteiligten können auch hier von einer Gesprächsbereitschaft nicht berichten. Man „fand sich vor verschlossenen Türen. Die Beschäftigten angrenzender Firmen und die wenigen PassantInnen zeigten sich nichtsdestotrotz interessiert an dem Anliegen der GewerkschafterInnen.“

Reges Interesse seitens der Öffentlichkeit fand auch die FAU Berlin vor. War der Publikumsverkehr vor der Niederlassung in Berlin-Spandau noch recht spärlich, so änderte sich das Bild im Neuköllner Kiez. Zahlreiche EinwohnerInnen zeigten sich bestens informiert und wollten nur wissen, ob die Firma bereits Anzeichen für ein Einlenken zeige. Leider nicht.
Mit einer Kundgebung vor dem Stammwerk legten die SyndikalistInnen also zu Schichtende nicht nur die Situation dar, sondern stellten sie auch in einen weiteren Zusammenhang. Denn die Schließung der Betriebsdruckerei ist, nach Auffassung der FAU Berlin, nur der bislang letzte Schritt in einer Reihe von Maßnahmen zu Lasten der Beschäftigten: Bereits im Jahr 2008 wurden im Zuge einer Umstrukturierung große Teile der Belegschaft entlassen oder schieden aus. Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte in jenem Jahr von 344 auf 222 zusammen, die Zahl der Drucker wurde drastisch verringert. Die Teilefertigung ist nun, nach Erkenntnissen der FAU Berlin, weitgehend ausgelagert. Die Restbelegschaft in der Montage arbeitet seither auch mit LeiharbeiterInnen zusammen. Und bereits seit 2004 gelten für alle, die noch fest eingestellt werden, schlechtere Bedingungen in Sachen Urlaub und Wochenarbeitszeit. So dreht ein mittelständisches Unternehmen in Berlin – „arm, aber sexy“ – weiter an der Lohnspirale nach unten.
Auf der Kundgebung ergriff zunächst einer der Betroffenen das Wort, der nach mehr als 20 Jahren von vorn beginnen soll. Weitere Redner wandten sich weiteren Aspekten zu: Outsourcing, Leiharbeit und Gewerkschaftsfreiheit. Letztere rückt wieder (siehe Arbeitskampffolgen) ins Rampenlicht, weil die Geschäftsleitung derzeit versucht, juristisch gegen die FAU Berlin bzw. ihre Vertreter vorzugehen. Ihr informelles „Gesprächsangebot“ konkretisierte indes die Chefetage für die nächste Woche.

Mit den Protesten in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt/Offenbach, Hamburg, Hannover, Köln und Mannheim demonstrierte die FAU Berlin, dass sie nicht locker lassen wird und sich auch auf die Solidarität der föderierten Gewerkschaften der FAU verlassen kann. Die Forderung ist eindeutig: „Das Arbeitsverhältnis wird in einem Bereich qualifizierter Tätigkeiten, z.B. in der Spiele- bzw. System-Qualitätssicherung, fortgesetzt. Bally Wulff garantiert eine ggf. notwendige Umschulung bzw. Fortbildung des Beschäftigten durch Freistellung und Lohnfortzahlung. Das bisherige Monatsgehalt wird nicht unterschritten. Die Wochenarbeitszeit von 35 Stunden und alle sonstigen arbeitsvertraglichen Bestimmungen werden beibehalten.“

Den Ausdauerrekord stellte an diesem Tag übrigens die junge FAU Dresden auf: vier Stunden Kundgebung! „Nach kurzem Gespräch mit einem Angestellten des Betriebs,“ berichtet das Allgemeine Syndikat weiter, „bauten wir unseren Infostand auf, um nicht nur über den aktuellen Arbeitskampf, sondern auch über die FAU allgemein und Kampagnenthemen wie Leiharbeit und Streikrecht zu informieren.“ Die Flugblätter wurden, mit Unterstützung des Libertären Netzwerks Dresden, auch an Beschäftigte der benachbarten Betriebe verteilt. „Die Reaktionen der angesprochenen PassantInnen war überwiegend freundlich und verständnisvoll“, einige äußerten „die Hoffnung auf mehr solches entschlossenes Engagement in Sachen Arbeitskampf“.

Quelle: FAU.org

7. Anarchietage vom 10.-12. Februar 2012 in Winterthur (Schweiz)

Nach einem Jahr Auszeit freuen wir uns, euch die siebten Anarchietage in Winterthur (CH) ankündigen zu können. Vom 10. bis 12. Februar 2012 wollen wir uns in fünf Veranstaltungen dem historisch schwer befrachteten Komplex „Anarchismus und Gewalt“ nähern. Jenseits des bürgerlichen Klischees des „bombenwerfenden Anarchisten mit Spitzhut und Bart“ soll anhand von geschichtlichen und aktuellen Beispielen die Frage aufgeworfen werden, ob, welche und wie viel Gewalt gegen Menschen sich mit dem Streben nach einer herrschaftsfreien Gesellschaft verträgt. Dabei sollen aber nicht nur moralische und strategische Erwägungen zur Sprache kommen, durch die wir uns in unserem politischen Handeln leiten lassen. Ebenso thematisiert werden soll, wie wir, in einem auf Ausbeutung und Unterdrückung basierenden System sozialisiert, mit Gewalt in den eigenen Reihen umgehen können.

Die Anarchietage in Winterthur wurden erstmals 2005 durchgeführt und entwickelten sich seither kontinuierlich zu einem Grenzen sprengenden Forum der Reflexion und Kritik. Wir sind bestrebt, mit abwechslungsreichen und spannenden Vorträgen und Filmvorführungen diverse Facetten herrschaftsfreier Theorie und Praxis abzudecken. Die Anarchietage sollen aber nicht nur die Möglichkeit bieten, Anarchismus zu „erfahren“, sondern ebenso, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Deshalb achten wir darauf, dass stets genügend Raum und Zeit geboten wird, das Gehörte und Gesehene im Plenum zu besprechen und für die eigene politische Arbeit produktiv zu machen. Die Anarchietage sollen jedoch nicht nur libertären Aktivistinnen und Aktivisten offenstehen. Wir wollen keinen „exklusiven“ Anlass, sondern eine offene Plattform, die auch Neugierigen und Kritiker_innen offensteht.

Ein paar Monate älter als die Anarchietage ist die organisierende Gruppe, die Libertäre Aktion Winterthur. Als anarchistische Kommunistinnen und Kommunisten streben wir eine Gesellschaft an, in der sich Menschen als Freie und Gleiche begegnen und deren Wirtschaft nach solidarischen und kooperativen Prinzipien organisiert wird. Von einem solchen Ideal ausgehend, stellen wir uns gegen Staat, Kapitalismus und jegliche Formen der Unterdrückung. Wir sind überzeugt, dass dies nur durch die kompromisslose Zerstörung aller herrschaftlichen Strukturen erreicht werden kann. Unsere Strategie ist die des Klassenkampfes. Wir regen an zu, und solidarisieren uns mit Streiks und Direkten Aktionen von ArbeiterInnen und Angestellten (z.B. Boykott, Sabotage etc.), Protesten und sozialen Revolten von Marginalisierten und Besitzlosen sowie die Selbstorganisierung von Ausgebeuteten und Unterdrückten jeder Art.

Quelle, Programm und weitere Infos unter: anarchietage.ch

CASTOR 2011 verhindern!

Der CASTOR soll am ersten Adventswochenende in Gorleben eintreffen. Auch in diesem Jahr werden sich wieder Menschen der FAU an unterschiedlichen Widerstandsaktionen gegen den letzten CASTOR-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland beteiligen.

Dabei ist es noch immer unverantwortlich, den gefährlichen atomaren Abfall quer durch die Bundesrepublik ins Zwischenlager Gorleben zu kutschieren. Denn mit jedem weiteren Castor wird der Standort Gorleben auch als Endlager zementiert. Eine ergebnisoffene Endlagersuche – wie von den Herrschenden suggeriert – wird damit weiter unmöglich gemacht.

Ein über mehrere Millionen Jahre sicheres Endlager ist so oder so nicht möglich. Haften werden immer nachfolgende Generationen, sie tragen das Risiko und die finanziellen Folgekosten – die Asse lässt grüßen.

Statt Gorleben anzusteuern und den Weg dorthin mit Hundertschaften von „Sicherheitskräften“ gegen widerständige Menschen freizuprügeln, gehört der Transport abgesagt. Eine Zwischenlagerung, egal wo, birgt für die dort lebenden Menschen nur gesundheitliche Risiken. Zumal der Castorzug regelmäßig durch Wohngebiete fährt, so auch jedes Jahr durch das Stadtgebiet von Hannover.

Solange die Endlagerfrage ungeklärt ist, darf es keine weiteren Transporte geben!

Trotz der Abschaltung von acht Kernkraftwerken auf Grund der vermeintlichen Energiewende der Bundesregierung werden mit den restlichen Kraftwerken weiter Gewinne für die großen Energiekonzerne erzielt. Diesen kapitalistischen Normalzustand werden wir genauso wenig hinnehmen, wie den diesjährigen Castortransport selbst.

Wir als FAU Hannover werden dem nicht tatenlos zusehen, sondern uns in den Widerstand gegen den Castor, für eine echte Energiewende und für mehr Klimagerechtigkeit einbringen!

Quelle: FAU.org

Istanbul 2013: Internationales “Do it yourself-” Treffen

Die Idee:

besteht darin, dass Einzelpersonen und Gruppen zusammenkommen, die alle von der Notwendigkeit überzeugt sind, internationale Verbindungen aufzubauen, um gegen das anzukämpfen, was wir als die Logik des Kapitalismus bezeichnen würden.

Warum in Istanbul und warum 2013?

Zahlreiche Treffen finden in westlichen Ländern statt, wodurch etliche potentielle TeilnehmerInnen ausgeschlossen werden. Angesichts der türkischen geopolitische Lage, scheint Istanbul eine gute Wahl für ein solches Projekt. Ein Ort, der von europäischen und türkischen Leuten einfach zu erreichen und auch nicht allzu weit weg für kaukasische oder Teilnehmende aus Nahost gelegen ist.

Zwei Jahre sind nicht zu viel, um solch ein Projekt vorzubereiten, zwei Jahre um allen „guten Willen“ zusammen zu tragen, denn wir haben nicht die Absicht alles alleine vorzubereiten. Aus diesem Grund wünschen wir uns, dass unser Vorschlag übernommen und von allen weiterentwickelt wird, die interessiert und bereit sind sich einzubringen.

Lasst uns von jetzt an unsere Ideen und Vorschläge artikulieren und gemeinsam dieses Projekt Realität werden.

Wir glauben, dass es nötig ist uns über unsere Erfahrungen auszutauschen. In Anbetracht unserer Backgrounds wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Aktionen erfolgreich waren, welche scheiterten? Wie und warum? Wie können wir, angesichts der Entwicklung verschiedener Repressionssysteme die internationalistischen Perspektiven unserer Kämpfe aufbauen und stärken? Ist es möglich neue Formen des Kampfes zu entwickeln? Wie können wir diese koordinieren und effizienter gestalten?

Um internationale Solidarität jenseits spezifischer Schwierigkeiten und Vielfältigkeit unserer jeweiligen lokalen Gegebenheiten zu schaffen, planen wir verschiedene Workshops.

Einige mögliche Themen:

Antimilitarismus
Urbane Kämpfe: Hausbesetzungen, Slums, städtisches Ghetto-Phänomen.
Anti-Security – Kämpfe: juristische Belange, Praxis
Kampf gegen Gefängnisse: Solidaritätsfonds…
Gender und Patriachat: Feminismus, Lesben, Schwule, Bisexualität und Transgender
Ökologie: Anti-Atombewegung, Staudämme, erneuerbare Energien
Selbstorganisierte Orte: Kooperativen, Kommunen, „Wohnen als Nomaden / Nomadin“
Wohlfahrtsstaat: soziale Sicherheit, soziale Dienste
Migration/Grenzen: Schengen, Frontex, „Abschiebezentren“…
Minderheiten und staatliche Methoden: KurdInnen, Lazen, TcherkessInnen, Sinti- und Roma, BaskInnen.
Antiterrorismus Politik

Diese Workshops, die unsere unterschiedliches und gemeinsames Handeln reflektieren, können wir mit positiven Aktionen ausklingen lassen, die wir gemeinsam bestimmen können, wie z.B:

Schaffung von Öffentlichkeit, Information
Unterstützung lokaler Kämpfe
Demonstration gemeinsamer Angelegenheiten

Es ist gar nicht so leicht, dieser Art von Veranstaltung / Treffen einen entsprechenden Namen zu geben. Zuerst, dachten wir an etwas wie ‘Internationales Treffen von „RebellInnen (“Militants”) oder AktivistInnen“. Obgleich die meisten von uns anarchistischen oder libertären Ideen nahe stehen, soll das Event einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden.

Jenseits ideologischer Kontroversen, halten wir es für wichtig, dass jeder Einzelne / jede Einzelne sch zur Teilnahme an der Veranstaltung aufgerufen fühlt, ganz gleich ob er / sie politisch in einer bestimmten Bewegung involviert ist.

Sich an positiven Aktionen zu beteiligen, unsere bewährten Vorgehensweisen austauschen, sich neue Strategien vorzustellen, Solidarität stärken – dieses sind einige notwendige Ziele unseres Programms.

In unseren ersten Diskussionen wunderten wir uns, ob die Suche nach dieser Art von Offenheit nicht einen wesentlichen Risikofaktor mit sich bringt: Den Verlust unserer nötigen Radikalität. Wie können wir stumpfen Konsens aus dem Weg gehen? Endloses ideologisches Gezänk (Reformismus gegen Revolution, Pazifismus gegen illegale Aktionen…) ? Wie gelingt es uns zu vermeiden, was wir als wesentliche Hindernisse solcher Treffen ansehen: eine naiver politischer Enthusiasmus, der die Einigung unser Kämpfe (v)erklärt?Wie sollen wir einer Art politisch kurzsichtigen Tourismus entfliehen?

Ein Entwurf wurde oder wird bald an verschiedenen französische, spanische, italienische, deutsche deutsche und griechische Bewegungen und Netzwerke gesendet. Wir freuen uns auf eure Vorschläge und auf Kontakte, um diese Information zu verbreiten.

Ihr könnt uns gerne mitteilen, was ihr über diesen Vorschlag denkt. Sendet uns eure Kritik und Vorschläge und informiert uns, wenn ihr euch an diesem ehrgeizigen Projekt beteiligen wollt. (Adresse folgt)

Quelle: Contra Info

Vom Abriss bedrohte Wohnungen in Freiburg-Herdern besetzt

Am Abend des 10. November 2011 besetzten mehrere Dutzend Studierende, Schüler und Schülerinnen, Auszubildende, Arbeitende und Arbeitslose mehrere Gebäude in der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Freiburg-Herdern. Angesichts der untragbaren Wohnraumpolitik der Freiburger Stadtverwaltung, der lokalen Baugesellschaften und der städtischen Wohnraumgesellschaft Freiburger Stadtbau (FSB) haben wir beschlossen, gemeinsam zu diesem Mittel direkter Selbstermächtigung zu greifen, wohlwissend, dass die Behörden und wohnraumverwertenden Organisationen sich dadurch angegriffen fühlen werden.

Derzeit leben über 500 Menschen in Freiburg auf der Straße und keine der sogenannten demokratischen Institutionen ist in der Lage die Probleme zu lösen. Die Besetzung der Bachstraße soll auf die verfehlte Politik hinweisen und direkte Alternativen aufzeigen. Wir stellen uns gegen den bevorstehenden Abriss der Gebäude, das Mobbing der Stadtbau und die Verdrängung und Zwangsräumung der bisherigen BewohnerInnen.

Mit dem Abriss der Johann-Sebastian-Bach-Straße soll wieder einmal günstiger Wohnraum vernichtet werden, um noch mehr teure Eigentumswohnungen zu bauen. Diese Aufwertungspolitik wird von der Freiburger Stadtbau nach allen Regeln effizienter Marktwirtschaft betrieben, doch wie in anderen Stadtteilen führt das natürlich auch in Herdern zur vermeintlich unausweichlichen Verdrängung prekärer Gesellschaftsteile. Die ohnehin schon weit fortgeschrittene Teilung Freiburgs in einen armen Westen und einen reichen Osten wird somit weiter vorrangetrieben: In Herdern soll kein Raum mehr sein für Menschen ohne großen Geldbeutel. Der Freiburger Gemeinderat findet zwar viele schöne Worte und beklagt diese Situation unlängst in einem interfraktionellen Antrag – wenn es aber um konkrete Maßnahmen wie bei der Bach-Straße geht, so gibt er Verwaltung und Stadtbau nach wie vor freie Hand bei ihrer unsozialen Jagd nach Gewinnen und Prestige. Währenddessen lächelt Oberbürgermeister Salomon wie jeden Herbst von bunten Plakaten, um die FreiburgerInnen zu bitten, doch „mitzuhelfen“ und Zimmer für Studierende bereitzustellen – gleichzeitig steht städtischer Wohnraum leer und Nutzungsversuche werden mit Polizeigewalt beantwortet. Unsere Aktion ist eine Antwort auf diese Farce.

Denn auch für Studierende ist die Situation immer schwieriger, es sei denn betuchte Eltern oder teure Bildungskredite füllen das durch Gebühren und Miet-Wucher entstehende Loch. Als sozial wird verkauft, dass studentische Eigentumswohnungen für 80.000 Euro anstelle zuvor besetzter Häuser errichtet werden – so geschehen zum Beispiel in der Günterstalstraße. Die heutige Besetzung soll besonders auf die Situation der Studierenden hinweisen, die derzeit in Horden teure Massenunterkünfte aufsuchen, bei Besichtigungen Schlange stehen müssen und mit viel Glück maßlos überteuerte Wohnungen ergattern. Um das elementarste Bedürfnis nach Wohnraum zu erfüllen, muss mensch sich im Wettkampf mit oft über 20 BewerberInnen um ein kleines Zimmer profilieren, während sogar städtischer Wohnraum leersteht

Unsere Solidarität geht jedoch an alle von ausgrenzender Stadtpolitik und Gentrifizierung Betroffene, die verdrängten RentnerInnen in dieser Straße und alle, die – wo auch immer – für freien Wohnraum und eine Stadt für alle kämpfen.

Für Solidarität und freie Bildung!

Gegen die Lügen der “alternativlosen” Politik!

Macht es selbst!

Pressekontakt: 01525 1868630

Quelle: Linksunten.Indymedia

Tears for Kenitra

Mittwoch, den 23.11.2011, ab 19:30 Uhr im Buchladen LeSabot (Breitestrasse 76)

Wir laden herzlich ein zu einem Diskussions- und Frageabend mit Mohammed Hassoum. Mohammed lebt seit über zwanzig Jahren in Deutschland und studierte hier. Vor einiger Zeit wurde er aufmerksam auf die Situation von illegalen Flüchtlingen in Marokko. Bewegt von deren Schicksal, begann Mohammed mit Freunden gemeinsam ein kleines Netzwerk der direkten Hilfe aufzubauen. Seit fast vier Jahren betreiben sie diese Arbeit, von der wir an diesem Abend mehr erfahren werden, in kleinem Kreis allein.
Von der UNO über die deutschen Behörden bis hin zu diversen Entwicklungshilfeinstitutionen – niemand konnte oder wollte Mohammed und seine Freunde bis heute unterstützen.

Wir fanden Mohammed und seine Erzählungen sowie seine Kraft und Energie, gegen alle Widerstände und trotz so weniger Unterstützung von außen einfach weiterzumachen, so beeindruckend, dass wir ihn gebeten haben, auch einmal nach Bonn zu kommen. In einer offenen Fragerunde wollen wir ihn und seine Projekte vorstellen und überlegen, wie wir es gemeinsam schaffen können ihn und seine Freunde zu unterstützen.

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dringende Bitte um Unterstützung

In oben genannter Sache bitten wir nun schon einmal um dringende Unterstützung. Viele Flüchtlinge schaffen es jedes Jahr nicht in die Festung Europa. So stehen auch dieses Jahr wieder hunderte Menschen vor dem Problem, den Winter in der Illegalität in Nordafrika verbringen zu müssen.

Wir haben direkten Kontakt zu einer Initiative, die Flüchtlinge in Marokko mit Sachspenden unterstützt. Um diesen Menschen unter die Arme zu greifen, rufen wir zu einer großen Kleidersammelaktion auf. Wir verbürgen uns dafür, dass diese Sachen nicht auf irgendwelchen Trödelmärkten oder Internetversandhäusern landen. Die nächste Sendung wird wahrscheinlich in drei Wochen stattfinden.
Es wäre also super, wenn ihr alle nochmal schaut, ob ihr nicht kurz vorm Winter noch einmal ausmisten könnt. Wir freuen uns über alles. (Auch Geldspenden sind theoretisch willkommen, um die Transportkosten und Medikamente zu bezahlen.)

Ihr könnt die Kleidung entweder immer Dienstags in den Umsonstladen (Heerstrasse 205, 19-21 Uhr) bringen, oder uns kontaktieren unter:
utopienleben[ät]web.de
Wir würden dann versuchen mit euch einen anderen Termin zu finden.

Vielen Dank im Voraus
Eure ASJ Bonn

Quelle: ASJ Bonn