Archiv für Januar 2012

Nächste Veranstaltung in der Barrikade

DIY (Do It Yourself) statt Ficken, Saufen, Oi

Der erste Freitag im Februar (03.02) steht bei uns ganz im Zeichen des „Do it yourself“ Gedankens. Und deshalb wird es einen Workshop zum Klamotten selbst gestalten und eine Filmvorführung über die europäische DIY-Punk/Hardcoreszene geben.
Im Workshop könnt ihr eure Kleidungsstücke mit Textilfarben selbst gestalten.T-shirts, Pulli`s, Hosen, Stofftaschen oder was auch immer ihr gestalten wollt, solltet ihr selbst mitbringen. Farben, Pinsel und ein paar Schablonen haben wir da. Ihr könnt natürlich auch eure eigenen Motive für Schablonen mitbringen.
Im Anschluss an den Workshop wird der Film „Noise and Resistance – Voices from the DIY Underground“ von Julia Ostertag und Francesca Araiza Andrade gezeigt.

Der erste Freitag im Februar (03.02) steht bei uns ganz im Zeichen des „Do it yourself“ Gedankens. Und deshalb wird es einen Workshop zum Klamotten selbst gestalten und eine Filmvorführung über die europäische DIY-Punk/Hardcoreszene geben.
Im Workshop könnt ihr eure Kleidungsstücke mit Textilfarben selbst gestalten.T-shirts, Pulli`s, Hosen, Stofftaschen oder was auch immer ihr gestalten wollt, solltet ihr selbst mitbringen. Farben, Pinsel und ein paar Schablonen haben wir da. Ihr könnt natürlich auch eure eigenen Motive für Schablonen mitbringen.
Im Anschluss an den Workshop wird der Film „Noise and Resistance – Voices from the DIY Underground“ von Julia Ostertag und Francesca Araiza Andrade gezeigt.

Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm „Noise and Resistance“. Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich : Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls.

Die beiden Regisseurinnen begeben sich mitten hinein in eine höchstlebendige und pulsierende, eine aufbegehrende und selbstbewusste Szene. Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS – Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands in Schweden – immer ist die Musik eine kollektive Selbstbehauptung, ein vertontes Nein, dessen Losung „Do it yourself!“ zur lautstarken Internationale des 21. Jahrhundert geworden ist.

„Noise and Resistance“ ist eine inspirierende Reise durch Europas Utopia der Gegenwart, an subkulturelle Sehnsuchtsorte, wo aus Unabhängigkeit Gemeinschaft entsteht – und der beste Punk-Sound, den man seit Jahren gehört hat.

Wie immer um 20uhr in der Barrikade.

Quelle: ASJ Moers

Ein Garten für alle: „Bread Homes Sharing Garden“ auf den Philippinen

Das gemeinsame Anbauen von Lebensmitteln, das Community Gardening, ist weltweit groß im Kommen. Die Beweggründe der einzelnen Gruppen und Menschen sind vielschichtig.

Auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, entsteht seit einigen Monaten der Bread Homes Sharing Garden (BHSG) in der Millionenstadt Davao City.

Einer der Initiator_innen, Kinabuhi (im lokalen Dialekt bedeutet dieser Name „Leben“), berichtet in diesem Interview nicht nur über das Projekt.

Hallo Kinabuhi, erzähl doch mal was über Dich. Wie kamst Du zu Sharing Garden?

Ich bin ein Aktivist, der sich mit vielen Themen beschäftigt, die sich auf mich und andere Menschen auswirken, wie die Zerstörung der Umwelt, Kriege, kommerzielle Religion, Landaneignung, Unterdrückung, Rassismus und Sexismus in vielen verschiedenen Formen, die Macht der Massenmedien, medizinische Bevormundung und Monopolstellung der Pharmaindustrie, Pestizide, Genmanipulation und natürlich Gesundheits- und Ernährungspolitik. Ich erfuhr viel darüber, wie unsere Lebensmittel mit giftigen Substanzen, die unsere lebenswichtigen Organe schädigen und viele Krankheiten wie Krebs verursachen können, angebaut und produziert werden (Ganz zu schweigen davon, wie abhängig die Lebensmittelproduktion von Pestiziden, fossilen Brennstoffen und der kapitalistischen Wirtschaftsweise ist.). So entschied ich mich, meine eigenen kleinen Aktionen dazu zu machen. Ich wurde Vegetarier, machte Aktionen gegen Fast Food, Bananenplantagen und das Versprühen von Pestiziden mittels Flugzeugen. Aber nach sieben Jahren änderte ich meine Ansichten über Ernährung und entschied mich wieder Fisch zu essen. Ich war immer noch nicht zufrieden damit, nur ein Konsument zu sein, der Lebensmittel kauft, ohne die Möglichkeit zu haben, sie selbst herzustellen. Neben den Lebensmitteln war ich auch über die Monopole in der Medizin besorgt und wie die Pharmaindustrie ihren synthetischen Medikamenten (wie z.B. Impfstoffen) schädliche Chemikalien und Schwermetalle zusetzt. Das ist der Grund warum viele Menschen, die sie nehmen, noch kranker werden und dann sterben, während zur gleichen Zeit geldgierige Mainstream-Ärzte von dieser Situation profitieren. Und zuletzt fühlte ich mich auch gestört durch internationale Handelsverordnungen wie den Codex Alimentarius*, die unsere Freiheit bedrohen, biologische Lebensmittel anzubauen und uns mit Naturheilmitteln zu behandeln. Darum habe ich zusammen mit einigen meiner Freund_innen beschlossen, die Verantwortung in die eigenen Hände zu nehmen und mit dem Projekt zu beginnen.

Auf den Fotos auf eurem Blog sind fast nur Kinder zu sehen. Ist das Zufall? Wieviele Menschen seid ihr insgesamt?

Nun, ich kann sagen, dass das kein Zufall ist, da die meisten unserer erwachsenen Freund_innen und Nachbar_innen, die daran interessiert sind mitzumachen, noch nicht mit an Bord sind. Im Moment sind wir nur fünf Erwachsene (Die Kinder haben auch bei einigen kleinen Aufgaben mitgeholfen.). Einer der Gründe dafür ist, dass wir noch nicht genug Werkzeuge für viele Helfer_innen haben. Derzeit bearbeiten, kultivieren und mulchen wir den Boden, aber wir haben nur drei nutzbare Werkzeuge. Wir brauchen unbedingt den Zaun, um Tiere davon abzuhalten, reinzukommen und die Pflanzen zu fressen oder zu zerstören. Wenn wir den Schutzzaun und den Wasserschlauch haben, können wir auch mit dem Pflanzen anfangen.

Wann hattest Du und Deine Freund_innen die Idee zu dem Projekt und wie lange dauerte es, sie in die Tat umzusetzen?

Mein Interesse auf einem Biohof zu arbeiten erwachte vor fünf Jahren, aber ich hatte nie den Mut es in die Tat umzusetzen und ich fand auch nicht die richtigen Leute dafür. Dann war ich mit vielen Dingen beschäftigt, die wichtig sind für mein weiteres politisches Engagement, meine Kunst und meine Lohnarbeit. Dazu kommt, dass Community Gardening hier nicht wirklich populär ist. Darum wissen nur sehr wenig Menschen darüber Bescheid. Im August letzten Jahres beeindruckten uns die wachsenden Anstrengungen in der Welt, die Nahrungsmittel- und Energiekrise zu lösen. Der Codex Alimentarius*, die skrupellosen genetischen Experimente und Monopole der multinationalen Nahrungsmittelkonzerne wie Monsanto begannen uns immer mehr zu beschäftigen. So begannen wir mehr über Bio-Anbau und Community Gardening nachzuforschen und entschieden uns, unsere eigene Gartengruppe zu gründen. Es gibt viel Kraft, das zu tun. Dadurch begannen wir auch uns für andere natürliche Methoden wie Permakultur und biologisch-dynamische Landwirtschaft zu interessieren. Wir wollen versuchen, wenn wir die Chance dazu haben, diese Modelle in der Zukunft auszuprobieren.

In welcher Stadt auf den Philippinen befindet sich Euer Garten? Ist es Euer eigenes Stück Land?

Das momentane (oder zukünftige) Gartengelände liegt in Panorama, Buhangin, Davao City auf der zweitgrößten Insel der Philippinen, Mindanao. Es ist nur von den Nachbar_innen für die Zeit geliehen, in der sie es selbst nicht benutzen. Der Verwalter sagte, dass wir es vielleicht für drei bis fünf Jahre nutzen dürfen, was gut ist! Aber wenn sie es brauchen, werden wir es ihnen jederzeit zurückgeben. Wir versuchen zur Zeit ein zusätzliches Gelände zu finden, dessen Besitzer_in daran interessiert ist, einen Sharing Garden zu gründen und ihn mit anderen Menschen zu teilen.

Wir wollen diese Idee so weit wie möglich streuen, so dass es hier in der Zukunft viele Biogärten und aktive Gärtner_innen geben wird! Wir hoffen, dass dieses Projekt viele Gemeinwesen beeinflussen wird, so dass viele Menschen daran arbeiten werden, unsere Freiheit zu schützen, biologische Nahrungsmittel anzubauen und zu essen und Naturmedizin nutzen zu können. Das ist Selbstbestimmung und das ist auch die Essenz von Gemeinschaft für mich.

Warum habt ihr die Gartengruppe gegründet?

Wie ich vorher schon gesagt habe, begannen wir das Projekt, weil wir versuchen wollen, unsere Freiheit zurückzuerlangen, unsere eigenen Lebensmittel speziell auf biologische und ökologisch nachhaltige Art und Weise anzubauen und herzustellen, und auch um den Menschen zu zeigen, dass es viele wunderbare Alternativen zu und Lösungen für die so genannte Lebensmittel- und Energiekrise gibt. Wir versuchen ihnen zu sagen, dass wir es zusammen tun können, dass das Wichtigste ihr politisches Bewusstsein und ihre Teilhabe an allen Ebenen der Entscheidungsfindung in ihrem Gemeinwesen ist. Nicht nur ein selbstvergessenes Opfer zu sein, das abhängig vom System ist und nach mehr bedeutungslosen Belohnungen zu seinem micktigen Lohn bettelt. Wir wollen als Beispiel fungieren, das sich langsam von der uns entmenschlichenden Wirtschaftsmaschinerie ablöst. In kleinen Schritten und nach unseren Möglichkeiten. Darum ist für uns die sinnvollste Antwort auf diese Herausforderung das Anbauen unserer eigenen Nahrungsmittel und diese mit den Bedürftigen, die dann vielleicht im Gegenzug an Bord kommen, zu teilen,. Wir haben uns daran gestört, wie unsere Leben zerstört werden von Leuten, die Gift sind für unsere Psyche, wie diese Leute in alle Bereiche unseres Lebens, unserer Gesundheit und unseres Wohlergehens eingedrungen sind. Ein Beispiel sind die allgegenwärtigen, giftigen Chemikalien, die den meisten verarbeiteten Lebensmitteln und den Medikamenten, die überall im Supermarkt erhältlich sind, zugesetzt sind. Dieser kranken Realität sind sich die meisten Menschen nicht bewusst. Wir entschlossen uns zu diesem Projekt, weil wir damit konfrontiert wurden, wie genmanipulierte und künstliche Lebensmittel den Markt dominieren und wie die Mehrheit das unglaublicherweise in den Fast Food-Ketten und sogar in ihren eigenen Küchen hinnimmt. Und zuguterletzt weil wir besorgt sind, wie die medizinische Tyrannei, z.B. die der Krebsindustrie*, immer effizienter darin wird, die Zukunft der Medizin und des Wohlergehens der Menschen im Allgemeinen, zu lenken.

Was für Ziele verfolgt ihr mit BHSG?

Das Ziel von BHSG ist zuerst, Selbstversorgung und Unabhängigkeit von der kapitalistischen Lebensmittelindustrie durch die Bildung einer lokalen Gemeinwesenswirtschaft des Teilens und des Lebensmittelanbaus zu schaffen.

Ein anderes ist es, Erkenntnisse über Gesundheit und geeignete Alternativen zu den aktuellen Modellen der Lebensmittelproduktion, die stark von fossilen Brennstoffen und agrochemischen Giften abhängig ist, zur Verfügung zu stellen. Wir müssen diesen Zustand so schnell wie möglich beenden, da er die Umwelt, die Luft, das Wasser und natürlich die Menschen vergiftet. Was da passiert, ist unglaublich tragisch und entmutigend. Das dritte Ziel ist, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, wo wir selbst und andere verschiedene Methoden und Anwendungsmöglichkeiten des biologischen Anbaus lernen können. So können wir unser Wissen mit anderen Menschen und Gruppen teilen, die einen Sharing Garden gründen wollen. Aber natürlich sind die dringendsten Ziele die Bereitstellung von Werkzeugen und von aktiver Mitwirkung (und auch Inspiration!) für die, die in ihrem Hinterhof oder wo auch immer biologischen Anbau praktizieren wollen. Wir werden in dieser Stadt ein Netzwerk von Gardening Communities gründen, die biologisch anbauen, und gleichzeitig werden wir den Wert des Teilens unter die Leute bringen!

Wie arbeitet ihr? Gibt es einen Obergärtner? Seid ihr alle Laien?

Bis jetzt hat niemand von uns ernsthafte Erfahrungen mit Lebensmittelanbau.

Aber wir haben alle zuvor schon versucht etwas anzubauen und ich persönlich glaube, dass es nicht so schwer zu erlernen ist. Es ist eine Herausforderung herauszufinden, wie wir uns wieder mit der Natur verbinden und wie wir einen respektvollen Umgang mit ihr finden können. Wir müssen mit Umsicht dem Land und der Natur selbst zuhören. Dann werden wir ihre Schönheit und ihren Reichtum genießen können. Zusätzlich versuchen wir Hierarchie und Autoritarismus in der Organisierung sichtbar zu machen. Darum vermeiden wir meistens zentralistische Ansätze der Entscheidungsfindung. Was die aktuelle Arbeit angeht, versuchen wir die jungen Mitglieder in allen ihren angestrebten Handlungen zu respektieren, solange sich diese nicht negativ auf das Projekt auswirken oder andere Helfer_innen betreffen. Z. B. lassen wir sie selbst entscheiden, welche Arbeit oder welche Aufgabe sie übernehmen wollen. Während der Arbeit steht es ihnen frei zu spielen und es einfach nur zu genießen mit anderen Menschen zusammen zu sein. Also geht es nicht nur darum, ein Ziel zu erreichen, sondern auch zu versuchen, sich der wertvollen Erfahrungen, die das Projekt mit sich bringen wird, bewusst zu werden und die anderen Mitwirkenden in diesem Prozess zu unterstützen.

Seid Ihr mit anderen Projekten auf den Philippinen oder weltweit vernetzt? Ihr bezieht Euch auf das Sharing Garden Project von Llyn Peabody und Chris Burns in Oregon, USA. Wie kam es zu dem Kontakt?

Irgendwie ja! Eigentlich übernahmen wir die Idee des „Sharing Garden“ von ihnen. Wir lasen im Internet das Interview mit ihnen über ihr wunderbares Projekt in Oregon, und es war wirklich inspirierend für uns, zu sehen, wie motivierend es für das Gemeinwesen ist. Wir glauben, dass es wirklich wichtig ist, die biologische Landwirtschaft als eine Lösung der Probleme Hunger, Unterernährung und Saatgut-Monopole zu etablieren. Danach besuchten wir ihre Internetseite und versuchten über E-Mail in Kontakt mit ihnen zu kommen und ihnen einige Fragen zu unserem Plan, ein Community Gardening Projekt zu starten, zu stellen. Sie antworteten mit einigen ermutigenden Worten und der guten Nachricht, dass sie uns biologisches Saatgut spenden wollen. Das war der Beginn unseres Briefwechsels.

Wie wichtig ist das biologische Landwirtschaften für Euch? Gibt es eine nennenswerte Bio-Szene auf den Philippinen? Könnt Ihr da auf Erfahrungen von anderen zurückgreifen?

Biologischer Anbau ist sehr wichtig, weil wir uns nur so wieder mit der Natur und dem Leben in Bezug auf Lebensmittel und unser Überleben verbinden können. Und es ist der einzige Weg, das Land und die von ihm abhängigen Lebewesen, zu denen auch wir Menschen gehören, zu heilen. Wenn die Menschen nicht aufhören mit den derzeitigen Öl und giftige Chemikalien verbrauchenden Methoden der Landwirtschaft, die von verschiedenen davon profitierenden Konzernen und Regierungsinstitutionen eingeführt wurden, wird die Zukunft für die kommenden Generationen ziemlich düster sein. Ich habe gesehen, wie Pestizide und andere Chemikalien den Boden trocken und leblos zurücklassen. Viele Menschen wissen, dass die pestizidproduzierende Industrie viele Gegenden der Erde zerstört hat. In Indien begehen noch heute viele Bäuer_innen Selbstmord, weil sie sich angesichts der Tragödie, die ihnen diese Art der Landwirtschaft gebracht hat, völlig hilflos fühlen. Die Natur und der Boden brauchen so lange Zeit, um zu dem zu werden was sie sind, aber sie sind schnell zerstört.

Wir müssen auf den Weg des biologischen Anbaus zurückkehren, zu unserem natürlichen, nicht künstlichen Leben.

Ich kenne nur sehr wenige Nichtregierungsorganisationen und Bäuer_innen, die Methoden des biologischen Landbaus für sich selbst und für ihr Einkommen nutzen. Einige von ihnen sind hier in dieser Stadt und arbeiten zu verschiedenen Themen, oder helfen Bäuer_innen im Rahmen einer Kampagne, faire Preise für ihre Produkte zu bekommen und bekannter zu werden. Einige von uns machen bei dieser Kampagne mit, weil sie den Fokus auf Landrechte, Lebensmittelsicherheit, ökologische Nachhaltigkeit usw. richtet. Bei manchen Themen helfen wir uns gegenseitig, aber noch nie in Bezug auf die Gründung eines Community Garden Projektes. Vielleicht ist dies der Anfang. Ich denke, wenn die Finanzierung für das Projekt steht, werden wir mit Hilfe der Gruppen in dieser Kampagne ein Programm von Workshops und Trainings erstellen. Es wäre auch hilfreich, verschiedene biologische Bauernhöfe hier auf den Philippinen zu besuchen und dort zu arbeiten, um viele wichtige Dinge von ihnen zu lernen oder eine Verbindung zu der Kampagne herzustellen. Tatsächlich sind viele Gruppen in diese Kampagne involviert, wie z.B. „Go organic! Philippines“.

Ich fand im Internet viele zertifizierte Öko-Bauernhöfe und Verkaufsstellen, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, wie groß die Szene hier ist.

Ich weiß, dass die philippinische Regierung auf den Öko-Zug aufgesprungen ist und versprochen hat, Programme zu schaffen, die Bäuer_innen darin unterstützen, biologische Landwirtschaft zu betreiben. Aber tatsächlich tut sie nur so. Für die Düngemittelindustrie bedeutet dies, dass sie so weitermachen kann wie bisher. Sie benutzt vielleicht genmanipulierte und pestizidverseuchte Stoffe, um ihre überteuerten sogenannten biologischen Dünger herzustellen.

Der Garten ist für Euch mehr als nur ein Ort, an dem Ihr Essen anbaut. Welches Potenzial seht Ihr in ihm und welche Hoffnungen verbindet ihr mit ihm?

Ja, die Gartenarbeit ist für uns nicht nur das Anpflanzen und Ernten von frischen Lebensmitteln. Sie ist für uns natürlich auch die Möglichkeit, neue Menschen und verschiedene Aspekte des Lebens kennenzulernen. Wir wissen alle, dass die Menschen ohne Land nicht leben können. Ist das Land zerstört oder tot, können wir keine gesunden Lebensmittel produzieren und nicht überleben. In unserem Projekt lernen wir die Verantwortung für den Boden zu tragen und das Land und die Natur zu respektieren. Es geht auch darum, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen treffen und sich über die wundervollen Dinge des Lebens austauschen. Und bei BHSG geht es darum, zu lernen, sich von den Fesseln der kapitalistischen Landwirtschaft zu lösen.

Abgesehen davon sehen wir das Projekt als eine Möglichkeit, mit den beteiligten Menschen über Persönliches bis hin zu sozialen und politischen Fragen zu diskutieren. Während sich das Projekt entwickelt, werden wir viele verschiedene Aspekte in Bezug auf Gesundheit, Umwelt, Geschlecht, Rassismus und vieles mehr kennenlernen. Wir werden regelmäßig Workshops und Diskussionen durchführen um unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten weiter zu entwickeln. Um es nochmal deutlich zu sagen: Wir bauen nicht nur Lebensmittel an, sondern uns sind viele andere Fragen ebenso wichtig. Uns geht es bei unserem Projekt darum, ein gesundes Gemeinwesen zu entwickeln. Das ist die größte Hoffnung, die in diesen Tagen unser Herz am lautesten jubeln lässt.

Wie seht Ihr die weitere Entwicklung Eures Projektes?

Im Moment denke ich, wie es der Grundstücksverwalter schon sagte, dass wir das Gelände für drei bis fünf Jahre nutzen dürfen. Es wäre gut, wenn es so lange klappen würde, aber wir werden unsere Vision, viele solche Plätze schaffen zu helfen, nicht vergessen. In der Zukunft wird der Sharing Garden allgegenwärtig sein und dabei helfen, die Verbindungen zwischen den Gemeinwesen zu stärken.

Die Philippinen waren Kolonie von Spanien und später auch der USA. Einige Jahre waren sie von Japan besetzt. Heute ist die Politik auf den Philippinen eng mit der der USA und anderer westlicher Länder verbunden, was sich natürlich auch auf die Wirtschaft auswirkt.

Kannst Du etwas zu den Auswirkungen dieser Verflechtungen berichten?

Bis heute durchdringen diese Überbleibsel der Kolonialzeit jeden Aspekt des Lebens auf den Philippinen. Du kannst immer noch die Einflüsse dieser Länder auf die Politik und die Kultur sehen. Wirtschaftlich gesehen kämpfen die einfachen Leute jeden Tag darum, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Sie müssen ihre Zeit verkaufen, nur um leben zu können und sich selbst und ihre Familien am Leben zu erhalten. Und sie sind ständig im Einsatz für ihren Job. Manche Menschen müssen im Ausland arbeiten, um einen höheren Lohn zu erhalten. Andere lassen sich auf illegale Machenschaften ein, nur um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Von der Regierung gibt es nur sehr wenig Alternativen. Und da viele reiche Menschen viel brachliegendes Land besitzen, ist es für die meisten Leute nicht leicht, ein Projekt ins Leben zu rufen, das Nachhaltigkeit oder ein einfaches naturverbundenes Leben sichert. Traurigerweise zerstörten verschiedene von der kapitalistischen Regierung und sogar von den kommunistischen Parteien unterstützten Programme und Geschäfte nicht nur das Land, sondern auch die Zukunftshoffnungen der jungen Generation.

Was können wir Menschen hier in Deutschland tun, um Euch in Eurem Projekt zu unterstützen?

Ich denke, es gibt viele Wege, dieses Projekt zu unterstützen. Z. B. kann mensch uns helfen, biologisches Saatgut zu finden, um es für die Zukunft zu bewahren. Ihr könnt uns auch Links zu Internetseiten schicken, auf denen wir viele verschiedene Methoden des biologischen Anbaus kennenlernen können.

Aber im Moment ist das Projekt noch nicht ganz Realität geworden, da wir erst begonnen haben. Wir brauchen finanzielle Unterstützung, um die wichtigen Werkzeuge und Materialien zu besorgen und die Programme fortzusetzen, die das Projekt gedeihen lassen.

Als Vollzeitaktivist_innen, die auch noch zu anderen Themen tätig sind, brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung, um den Sharing Garden und die anderen Projekte finanzieren zu können. Wir erarbeiten für dieses Jahr (und hoffentlich darüber hinaus!) ein Trainingsprogramm über verschiedene Arten des Aktivismus, Organisation und Projektmanagement. Wir wollen Räumlichkeiten im sehr gut erreichbaren Stadtzentrum anmieten. Dort wollen wir alternative Veranstaltungen zu wichtigen sozialen und politischen Fragen anbieten. Es wird ein Platz für Menschen sein, die Zugang zu verschiedenen Arten von Informtionen und Medien haben wollen, um zu forschen und Aktionen zu planen. Gleichzeitig wird es ein Laden sein, in dem Menschen aus den verschiedenen Stadtteilen die unterschiedlichsten lokal produzierten biologischen Produkte und Naturmedizin erwerben können.

So braucht es unsere volle Zeit und Arbeit, und wir brauchen Unterstützung, da wir versuchen unsere persönliche Lohnarbeit für diese wunderbaren Projekte aufzugeben.

Danke für das Interview, Kinabuhi.

Danke und viel Kraft für Euch!

Wer mit Bread Homes Sharing Garden in Kontakt treten oder das Projekt auf irgendeine Art und Weise unterstützen will, kann dies über diese E-Mail-Adresse tun: organic_city@yahoo.com

Fotos und Berichte über den Stand des Projektes finden sich auf dessen Blog: breadhomessharinggarden.blogspot

Am Sonntag, den 5. Februar findet ab 11 Uhr im Alarmraum in Offenburg ein veganer Soli-Brunch für BSHG statt.

*Recherchen zu den im Interview verwendeten Begriffen „Krebsindustrie“ und „Codex Alimentarius“ führen mensch schnell auf dubiose Verschwörungstheorieseiten mit haarsträubenden Inhalten. Mir ist dies bewusst. Die Herangehensweise an diese stark aufgeladenen Begriffe sollte eine sachliche und kritische sein. Die Pharmaindustrie und Lebensmittelkonzerne richten de facto großen Schaden besonders in armen Ländern an.

(Das Interview wurde Ende Januar per E-Mail geführt. Weder der Interviewer noch der/die Interviewte sind englische Muttersprachler_innen. Daraus ergibt sich eine stellenweise holprige Übersetzung …)

Quelle: linksunten.indymedia

Bildet Banden!
Gemüsebanden!

;)

Aufruf aus Serbien zu internationalen Solidaritätsaktionen zum Belgrad 6 Verfahren am 8. Februar 2012

Liebe GenossInnen,

wir möchten Euch darüber in Kenntnis setzen, daß, als Teil des Konstrukts gegen die Belgrad 6 (BG6), ab 8.Februar 2012 ein Berufungsverfahren gegen vier MitgliederInnen der Anarchosyndikalistischen Initiative (ASI) und gegen 2 weitere unorganisierte Belgrader AnarchistInnen anläuft.

Die sechs Belgrader Libertären wurden angeklagt, Ende August 2009 aus Solidarität mit einem damals hungerstreikenden griechischen politischen Gefangenenen (Thodoros Iliopoulos) zu einem einen Angriff auf die griechische Botschaft in Belgrad angestiftet, dabei assistiert und ausgeführt zu haben. Kurz nach dem Angriff auf die Botschaft wurden die BG6 (Tadej Kurepa, Ratibor Trivunac, Ivan Savic,Ivan Vulovic, Nikola Mitrovic and Sanja Dojkic) unter “Internationalen Terrorismus” verhaftet und die nächsten sechs Monate in U-Haft gesteckt.

Aufgrund von massenhafter Unterstützungsmobilisierung, sowohl weltweit als auch vor Ort, wurden sie kurz vor ihrem Prozess entlassen. Im Juni 2010 wurden sie letztlich von einem Gericht höherer Instanz, das befand, daß in keinem einzigen Anklagepunkt irgendwelche Grundlagen für eine Verurteilung bestanden, freigesprochen.

Dagegen ging die Staatsanwaltschaft in Revision. Allerdings antwortete das Berufungsgericht darauf nicht, bis zu dem Zeitpunkt als geschmeidige politische Gründe dafür auftauchten. Denn nur Tage nach antimilitaristischen Protesten, die im Juni 2011 in Belgrad gegen einen NATO-Gipfel stattfanden und wobei Ratibor Trivunac eingefahren war, entschied das Berufungsgericht im Sinne der Anklage und beschloß den Prozess erneut zuzulassen.

Zur Zeit gibt es strafrechtliche Verfahren gegen insgesamt sieben Mitglieder der Ortsgruppe von ASI und sie sind alle politisch motiviert.

Die Wiedereröffnung des Verfahrens gegen BG6 kann nur als Kontinuität der staatlichen Unterdrückung all derjenigen gesehen werden, die gegen Plünderung und Ausbeutung aufstehen. In Anbetracht der Tatsache, daß Serbien eine Bananenrepublik der Peripherie ist, die von einem Ableger der Kompradoren-Bourgeoisie regiert wird, hat sich gezeigt, daß in dieser Phase des Kampfes die stärkste Waffe gegen den repressiven Apparat des Staates, die internationale Solidarität ist.

Dazu rufen wir alle Genossen und Genossinnen, AnarchosyndikalistInnen, revolutionäre Gewerkschaftsleute und klassenkämpferische AnarchistInnen zu einem Tag der internationalen Solidarität am 6. Februar 2012 vor den Konsulaten, Botschaften und Kulturinstitutionen der serbischen Republik. Die Proteste sollte die klare Forderung nach dem Ende aller Verfahren und dem Fallenlassen aller Konstrukte gegen die Belgrader Libertären in sich tragen.

Die Freiheit unserer GenossInnen hängt zu einem großen Teil von den Aktivitäten der internationalen libertären Bewegung ab, aber wir sind davon überzeugt, daß wieder einmal die internationale Solidarität ihre Stärke zeigen wird.

Sofortige Freiheit für die BG6 und alle angeklagten GenossInnen!

Tod dem Staat und dem Kapital!

–Internationales Sekretariat der ASI

Start der Veranstaltungsreihe „Es ist keine Krise – es ist das System“ des Anarchistischen Netzwerks Südwest*

Am Freitag, den 27.01.2012, finden in Frei­burg und in Karls­ruhe die ersten in­halt­li­chen Ver­an­stal­tungen der Reihe „Es ist keine Krise – es ist das System“ des An­ar­chis­ti­schen Netz­werks Süd­west* statt.
Bis Ende Fe­bruar können Men­schen im Ein­zugs­ge­biet des Netz­werks (Baden-Würt­tem­berg, Saar­land,…) sich so durch die ge­bo­tenen Vor­träge und den fol­genden Dis­kus­sionen mit den Themen Krise und Ka­pi­ta­lismus herr­schafts­kri­tisch aus­ein­an­der­setzen.

Wäh­rend in Grie­chen­land, Spa­nien und Por­tugal der so­ziale Kahl­schlag die Schul­den­krise lösen soll, wetten Ra­ting-Agen­turen schon auf den Bank­rott wei­terer Staaten. Hieß es noch vor drei Jahren, der Neo­li­be­ra­lismus sei ge­schei­tert, treibt er heute seine wil­desten Blüten in den von der Krise be­fal­lenen Län­dern. De­mo­kra­ti­sche Wahlen werden zur Farce und die Reste von di­rekter De­mo­kratie werden ent­weder ent­sorgt oder so ma­ni­pu­liert, dass sie keinen Ein­fluss mehr auf die Po­litik haben. Hinter dem Diktat von EU, Eu­ro­päi­scher Zen­tral­bank, dem IWF und der Fi­nan­z­in­dus­trie steht das In­ter­esse, die ka­pi­ta­lis­ti­sche Ei­gen­tums- und Ge­sell­schafts­ord­nung auf­recht­zu­er­halten, wenn es sein muss auch mit stei­gender Re­pres­sion nach innen und ver­hee­renden Kriegs­e­in­sätzen nach außen.

Der Krieg und die Krise – sie sind aus dem­selben Stoff ge­macht. Krisen treten uns in ver­schie­denen Formen ent­gegen: als Kli­ma­krise, Über­ak­ku­mu­la­ti­ons­krise, Kul­tur­krise oder Wäh­rungs­krise. In zwei In­puts wollen wir uns aus herr­schafts­kri­ti­scher Per­spek­tive der Frage nä­hern, wie es zur so­ge­nannten Schulden- und Eu­ro­krise kam, wie die Re­gie­rungen und das Ka­pital ver­su­chen, die Pro­bleme in den Griff zu kriegen, wer dafür zahlen muss und wie der Wi­der­stand da­gegen or­ga­ni­siert werden kann. Wir wollen auch der Frage nach dem Cha­rakter der Krise nach­gehen, ob sie eine zy­klisch wie­der­keh­rende Er­schei­nung ist oder ob sie per­ma­nent statt­findet, welche ver­schie­denen Formen sie an­nimmt und welche Ge­sell­schafts­be­reiche be­troffen sind.

Nach der gleich­na­migen De­mons­tra­tion im ver­gan­genen Ok­tober in Karls­ruhe wollen wir die ersten Mo­nate des neuen Jahres dazu nutzen, in ver­schie­denen Städten im Süd­westen der BRD diese Fragen ge­meinsam mit Ak­ti­vist_innen und In­ter­es­sierten zu dis­ku­tieren. Dabei wollen wir nicht nur un­sere Stimmen zu Wort kommen lassen, son­dern auch mit Freun­dinnen und Freunden aus Grie­chen­land Er­fah­rungen aus­tau­schen und un­sere Ver­bin­dungen stärken. Des­wei­teren bieten die Vor­träge Raum, um über den in­ter­na­tio­nalen, an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Ak­ti­onstag „M31 – ca­pi­ta­lism is the crisis“ am 31. März diesen Jahres zu in­for­mieren.

An­ar­chis­ti­sches Netz­werk Süd­west* im Ja­nuar 2012

Zu den beiden Ver­an­stal­tungen:

Schock­the­rapie! – Zur Lage in Grie­chen­land

Zwei Jahre ka­pi­ta­lis­ti­sche Kahl­schlags­po­litik in Grie­chen­land

„Wäh­rend die Vi­bra­tionen der Ge­schichte immer spür­barer werden und uns be­stä­tigen, dass wir tat­säch­lich eine his­to­ri­sche Epoche er­leben, gleicht Grie­chen­land täg­lich mehr einem un­re­gier­baren Land. Staat­liche In­sti­tu­tionen werden missachtet, ele­men­tare de­mo­kra­ti­sche Re­geln funk­tio­nieren nicht, Ge­setze werden straflos ge­bro­chen. Im Gleich­schritt mit Ar­beits­lo­sig­keit und Armut steigt die Ge­walt auf allen Ebenen spek­ta­kulär an, der Staats­ap­parat scheint in Auf­lö­sung be­griffen und die Ver­wal­tungs­bü­ro­kratie hält die Re­gie­rung schon seit ge­raumer Zeit für ihren Feind. Diese ist nicht in der Lage, die schu­li­sche Aus­bil­dung zu ge­währ­leisten, die Ge­sund­heits­vor­sorge si­cher­zu­stellen, Steuern ein­zu­treiben und Steu­er­hin­ter­zieher aus­findig zu ma­chen, gen­auso wenig wie sie es schafft, die selbst ver­ab­schie­deten Ge­setze um­zu­setzen. Die Lage ist ex­trem un­si­cher und nie­mand weiß wohin die Reise geht.“ (Eleft­he­ro­typia, 6.11.2011)

Die Ver­an­stal­tung be­han­delt:

die Po­litik der Troika aus EU-Kom­mis­sion, EZB und IWF und ihre Aus­wir­kungen auf die grie­chi­sche Ge­sell­schaft

den Wi­der­stand gegen die ka­pi­ta­lis­ti­sche Ausplün­de­rung

Land­be­set­zungen, Kol­lek­tiv­be­triebe, Ba­sis­ge­werk­schaften, die an­ar­chis­ti­sche Be­we­gung und an­dere eman­zi­pa­to­ri­sche Chancen der „Krise“?

rechts­ra­dikal-christ­liche Fun­da­men­ta­listen in der Re­gie­rung und das Er­starken ras­sis­ti­scher und fa­schis­ti­scher Or­ga­ni­sa­tionen

die in­ter­na­tio­nale Zu­sam­men­ar­beit an­ti­au­to­ri­tärer, an­ar­chis­ti­scher und links­ra­di­kaler Gruppen und an­ar­cho­syn­di­ka­lis­ti­scher Ge­werk­schaften und den an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Ak­ti­onstag am 31. März 2012.

Es be­richtet Ralf Dreis, FAU-Frank­furt. Der Grie­chisch-Über­setzer und freie Jour­na­list schreibt seit Jahren für die linke und an­ar­chis­ti­sche Presse über das po­li­ti­sche Ge­schehen in Grie­chen­land. Zwi­schen 1996 und 2001 in der an­ar­chis­ti­schen Be­we­gung Thes­sa­lo­nikis aktiv, pen­delt er seitdem zwi­schen Deutsch­land und Grie­chen­land.

Hellas 21 – Sy­sifus und die sieben Krisen

Krisen jeg­li­cher Art scheinen in­zwi­schen zum Nor­mal­zu­stand zu ge­hören, sei es als Wirt­schafts-, Klima-oder Wäh­rungs­krise. Doch wo liegen die Ur­sa­chen dafür, dass sich die In­sti­tu­tionen in Staaten wir Grie­chen­land Tag für Tag mehr in Luft auf­lösen und die Men­schen dort vieles ver­lieren, was einst­mals si­cher schien? Wel­chen Cha­rakter hat die ka­pi­ta­lis­ti­sche Krise? Tritt sie zy­klisch auf oder findet sie per­ma­nent statt?

Diesen Fragen werden die beiden Re­fe­renten des Li­ber­tären Bündnis Lud­wigs­burg [LB²] in zwei In­puts nach­gehen, um an­schlie­ßend mit den in­ter­es­sierten Men­schen vor Ort dar­über zu dis­ku­tieren. Beide sind lang­jäh­rige po­li­ti­sche Ak­ti­vist_innen und be­schäf­tigen sich in diesem Rahmen seit ge­raumer Zeit mit dem The­men­kom­plex „Krise“ aus herr­schafts­kri­ti­scher Per­spek­tive.

Wei­tere In­for­ma­tionen findet ihr unter http://esist­das­system.blogs­port.de und http://a-netz.org

Kon­takt: info{at}a-netz.org

Quelle: a-netz.org

Wir können auch anders!


Wir können auch anders – Widerstand gegen Cops, Staat und Repression

Wir alle kennen das, ob auf antifaschistischen Demonstrationen, Antinazidemos oder auf Antiglobalisierungsprotesten, kurz gesagt immer da wo Menschen die Entwicklung der Gesellschaft kritisieren und sich den Verhältnissen von Herrschaft und Ausbeutung widersetzen, steht uns Aktivist_innen ein riesiges Aufgebot der Polizei gegenüber, dass uns mit Schlagstöcken, Reizgasen, Wasserwerfern, Hundestaffeln und auch Schusswaffen entgegentritt.
Jedes Jahr werden tausende Menschen durch Schläge, Tritte oder Folter von Polizist_innen verletzt oder durch deren Waffen getötet.
Aus diesem Grund werden am 17. März 2012 bereits zum 16. Mal am internationalen Tag gegen Polizeibrutalität Menschen auf die Straße gehen.
Auch wir setzten uns nun zum 3. Mal mit dem Thema auseinander und wollen in Dortmund demonstrieren.

Von Repression in Dortmund…

Anlass besteht zur Genüge.
Eine große Anzahl von Polizeiskandalen und Gewaltexzessen macht es erneut deutlich, wie wichtig es ist sich gegen Polizeigewalt zu wehren.
Eines der größten Beispiele ist die Repression gegen die Antifaschist_innen und Antirassist_innen die am 2. und 3. September 2011 den Naziaufmarsch in Dortmund verhindern wollten.

Der Republikanische Anwaltsverein berichtet von massiver Missachtung der Grundrechte, rechtswidriger Freiheitsentziehung aufgrund fehlender Haftrichter in der Gefangenensammelstelle und unverhältnismäßigen Knüppel und Pfeffersprayeinsätzen.

Viele Anwält_innen wurden in ihrer Berufsausübung durch die Polizei eingeschränkt, da es ihnen mehrfach nicht gestattet wurde Kontakt zu ihren Mandant_innen aufzunehmen.
Der hochgerüstete Repressionsapparat schützte die Nazis durch die Abriegelung eines gesamten Stadtteils, attackierte alle die sich diesem näherten und prügelte den Nazis letztendlich den Weg frei.

In Folge der gezielten Eskalationsstrategie wurde mindestens eine Person bis zur Ohnmacht geprügelt, viele weitere erlitten schwere Prellungen und Blutergüsse am ganzen Körper sowie blutende Verletzungen an Hinterkopf, Mund und Nase.
Da auch auf fliehende Nazigegner_innen eingeschlagen wurde erlitten etliche Verletzungen und Schürfwunden aufgrund von Stürzen auf den Asphalt.
Dabei drohten und beleidigten die Polizist_innen ihre Opfer mit Sprüchen wie: „Jetzt hauen wir den Schwuchteln richtig auf die Schnauze!“

Doch die wohl erschreckenste Form der Gewalt war der flächendeckende Einsatz von chemischen Kampfstoffen, die ohne Vorwarnung gegen alle Menschen eingesetzt wurden, die sich der „Roten Zone“ näherten.
Die Polizei handelte dabei keinesfalls ausschließlich gegen sie gefährdende Personen, sondern kontaminierte ganze Straßenzüge ohne Rücksicht auf Demonstrant_innen, Passant_innen und Journalist_innen.
Gegen fliehende oder am Boden liegende Menschen wurden die Reizgase ebenfalls gezielt eingesetzt.
Auf diese Weise wurden im Laufe des Tages hunderte Menschen an den Augen, den Atemwegen und der Haut verletzt. Dutzende Personen hatten Kreislaufprobleme infolge der Gaswolken und der Paniksituationen.

…und den Todesopfern

Der Einsatz von Pfefferspray ist überaus gefährlich und die schweren physischen Folgen sind noch nicht gänzlich bekannt.
Der Einsatz von Reizgasen kann in Kombination mit Allergien, Erkrankungen der Atemwege oder Drogenkonsum schnell zum Tod führen.
Ein trauriges Beispiel für diese Gefahr ist der Übergriff auf einen 32-Jährigen Dortmunder am 23. Juni 2010.
Anwohner_innen alarmierten die Polizei da der Mann zur nächtlichen Uhrzeit starken Lärm verursachte.
Der scheinbare Routineeinsatz endete tödlich.
Die Polizist_innen entschlossen sich dazu, den Mann der sich gegen seine Festnahme wehrte, durch den Einsatz von Pfefferspray “zu beruhigen”.
Durch das Reizgas ging der Mann zu Boden und verlor das Bewusstsein, er kollabierte noch auf dem Weg zum Krankenhaus.
Wenige Stunden später starb er aufgrund eines „Multiorganversagens infolge eines schweren Kreislaufschocks“.
Einen unsachgemäßen Einsatz von Pfefferspray habe es laut Ermittlungen jedoch nicht gegeben.
Der plötzliche Tod wurde allein dem Drogenkonsum des Opfers zugeschrieben.
Am selben Abend demonstrierten über 50 Angehörige und Freund_innen des Opfers vor der Polizeistation in Dortmund-Mengede.

Ein weiteres Todesopfer aus Dortmund ist der 23-Jährige Dominique Kouamadio, der am 14. April 2006 im Stadtteil Eving von der Polizei erschossen wurde.
Laut Aussage der Beamt_innen habe er sie mit einem Messer angegriffen.
Doch die genauen Umstände geben ein Rätsel auf.
Augenzeugen berichten, dass sich zwischen Dominique und den Beamten mehre Meter abstand befanden, als diese das Feuer eröffneten.
Die Schüsse trafen ihn sowohl in das linke Bein als auch in die Brust.
Doch warum schossen die Polizist_innen einem bereits verletzen Menschen gezielt in die Brust?

Die folgenden Proteste wurden ebenfalls von Repression überschattet, so gestattete man den Demonstrant_innen nicht, die Polizei als Verantwortliche für Dominiques Tod darzustellen.
Seine Freund_innen und Familie fordern noch heute die Aufklärung der Todesumstände.
Der Kampf bleibt international
Auch in allen anderen Staaten der Welt werden fortschrittliche Menschen täglich Opfer von der Repression staatlicher Organe.
Beispielsweise sind in der Türkei im Jahr 2010 die Arbeiter_innen eines staatlichen Konzerns in den Streik gezogen, um gegen die geplante Privatisierung zu Demonstrieren, welche mit Massenentlassungen einhergegangen wäre.
Der staatliche Repressionsapparat versuchte diesen Streik mit dem Einsatz von Wasserwerfen und Pfefferspray niederzuschlagen.

Wegen eines angeblichen Putschversuches werden in der Türkei all jene festgenommen, die dem Staat ein Dorn im Auge sind.
Darunter fallen Parteien, antikapitalistische Organisationen, aber aber auch Journalist_innen und ranghohe Militärs.
Seit dem Beginn des so genannten “Ergenekon-Ermittlung” sind hunderte Menschen festgenommen worden.
Ähnlich wird auch im Iran gegen die kommunistische Opposition vorgegangen.
Nach der Revolution von 1979 begann die Regierung mit Massenverhaftungen und Massenhinrichtungen, die sich bis in die heutige Zeit ziehen.

Auch werden Proteste gegen die Regierung blutig niedergeschlagen, zuletzt im Jahr 2009, als sich nach der Präsidentschaftswahl bei den Protesten gegen den amtierenden Präsidenten Achmadinidschad, bis zu 3 Millionen Menschen landesweit versammelten.
Es gab mehrere tausend Festnahmen.
Die Anzahl der Toten ist unbekannt.
Aber auch auf der anderen Seite des Globus sind Menschen der Willkür und der Repression des Staatsapparates unterworfen.

In Chile wurden im Jahr 2011 mehrere Hundert Schüler_innen und Student_innen beim Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray verletzt.
Das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt.

Es ist das System

Wenn Menschen von Polizist_innen verprügelt oder sogar getötet werden ist das abscheulich.
Doch manche repressiven Instrumente werden neben der exekutiven des Staats oft übersehen.
Gegen Polizeibrutalität zu demonstrieren ist wichtig, doch sind Brutalität und Unterdrückung Mittel zur politischen Machtausübung.
Diese äußert sich immer in Form von Gewalt.

Die ausführende Gewalt beschränkt sich nicht nur auf Polizist_innen die unter anderem damit beauftragt sind Demonstrant_innen zu verprügeln.
Es sind auch andere unterdrückende Instrumente wie Schulen, in welchen Lehrer_innen damit beauftragt werden junge Menschen zu gehorsamen und fleißigen Staatsbürgern zu erziehen, sowie Behörden, die damit beauftragt sind Flüchtlinge in Abschiebeknäste zu stecken oder desozialisierte Menschen zu schikanieren.
All diese Beamt_innen erhalten die Legitimation für ihr scheußliches Tun durch Gesetze und die gesetzgebende Gewalt. Das sind in Deutschland der Bundestag und die jeweiligen Landesparlamente.
Verstößt jemand gegen ein geltendes Gesetz, beginnt ein komplexer Prozess der ausführenden Gewalt mit dem Ziel, den Störenfried dingfest zu machen und vor die richtende Gewalt zu stellen.
Diese entscheidet dann in Form von Richter_innen in welchem Maße der oder die Schuldige bestraft werden soll, um ihn oder sie mit Gewalt und Unterdrückung zum Gehorsam zu zwingen.

Gewalt ist Alltag

Betrachten wir die Definition von Gewalt, nach der unter den Begriff Handlungen, Vorgänge und Szenarien fallen, die auf Menschen, Tiere und Gegenstände beeinflussend, verändernd und/oder schädigend einwirken, dann müssen wir feststellen, dass unser gesamtes Leben durch Gewalt bestimmt wird.
In jeder Phase unseres Lebens gibt es Menschen die die Macht dazu haben ihren Willen gegen unseren per Gewalt durchzusetzen.
Aus Angst vor Bestrafung und weiteren Folgen akzeptieren wir diese Autoritäten.
Die meisten Menschen nehmen diese alltägliche Gewalt jedoch nicht nur hin, sie halten diese auch noch für notwendig.
Dies liegt an der ständigen Atmosphäre der Konkurrenz und dem Glauben der Staat sei als Aufsicht notwendig.
Doch ein Staat wird in seinem Handeln nicht durch den Willen seiner Bürger_innen eingeschränkt.
Im Gegenteil, er emanzipiert sich von der Zustimmung seiner Bürger_innen durch das Gewaltmonopol.
Naziaufmärsche, die gegen den Willen der Bürger_innen durchgesetzt werden, sind hierfür ein gutes Beispiel.
All das nehmen die Menschen aber leider als selbstverständlich hin, sodass sie nicht hinterfragen wozu der Einsatz von Gewalt dient, sondern diese lediglich auf ihre gesetzliche Legitimation hin prüfen.

Wenn zum Beispiel ein „unrechtmäßiger“ Polizeieinsatz bei einer Demonstration untersucht wird, ertappt man etliche Kritiker_innen beim Vorwurf die Polizeibrutalität hätte gegen das Gesetz verstoßen.
Sie kritisieren also nicht die Gewalt die von sämtlichen Polizist_innen verkörpert wird, sondern nur solche Gewalt, die „ungesetzlich“ angewandt wird.
Damit arrangieren sie sich nicht nur mit den herrschenden Verhältnissen von Gewalt und Ausbeutung, sie geben den Akteur_innen einen Freifahrtschein.
Aus diesem Grund sehen wir in der Ablehnung der staatlichen Gewalt einen ersten Schritt hin zu einer befreiten Gesellschaft.

Wir können auch anders!

Wir wollen uns nicht mit diesen Verhältnissen arrangieren, denn Gewalt und Unterdrückung dürfen nicht akzeptiert werden.
Wir fordern ein schönes Leben für alle Menschen.
Doch das kann nur in einer von Konkurrenz und struktureller Gewalt befreiten Gesellschaft funktionieren.
Um so einen Zustand zu erreichen, müssen wir den größten Gegner dieses Zustandes überwinden.
Das ist zweifelsfrei jeder Staat, der durch den Einsatz der drei Gewalten die bestehenden Verhältnisse aufrecht hält.
Für ein schönes Leben in Abwesenheit von Herrschaft und struktureller Gewalt brauchen wir keine Regierungen, keine Monarchen und keine Religionen.
Wir brauchen lediglich unsere Mitmenschen.

Doch bis es soweit ist, wollen wir daran arbeiten die Ablehnung von Herrschaft und Repression in der radikalen Linken zu verstärken, denn diese hat mit organisierten Nazibanden, gesellschaftlichem Rassismus und Antisemitismus, sexistischen Medien und Kriminalisierung durch den Staat an vielen Fronten zu kämpfen.
Dazu kommt, dass die exekutive Gewalt am brutalsten gegen jene Menschen vorgeht, die Autorität und Herrschaft kritisieren oder gegen diese vorgehen.
Kurz, radikale Antifaschisten und Antifaschistinnen.
Deshalb ist es wichtig, die Diskussion in emanzipatorischen Kreisen zu führen, und die gemeinsame Kritik durch öffentlichen Protest in die Gesellschaft zu tragen.

Auf die Straße? Na, aber sicher!
Es ist an uns der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht!

| 17.03.2012 | 17:30 Uhr | Dortmund HBF |

Quelle: ajdortmund.blogsport.de

Aufruf: „Demonstration“ von Pro Köln verhindern!

Zum zweiten Mal innerhalb von 3 Monaten wollen Rechtspopulist_Innen aus dem Dunstkreis von Pro-Köln am 28.01.12 in Köln-Kalk ihre Hetze gegen das Autonome Zentrum auf die Straße tragen. Beim ersten Versuch am 19.11.11 wurde das Häuflein Elend bereits an der Kalker Post durch entschlossenen antifaschistischen Widerstand gestoppt.

Das Autonome Zentrum: ein Ort für alternatives Leben

Seitdem die KHD-Kantine am 16.4.10 in Kalk besetzt wurde und dort ein Autonomes Zentrum entstand, wurde ein Freiraum geschaffen. Dort ist Platz für ein Kino, eine Fahrradwerkstatt, ein Fotolabor, Ateliers, Gruppenräume uvm. Außerdem haben hunderte Veranstaltungen zum Thema (Anti-)Politik, Kultur, Kunst usw. stattgefunden. Genau diese unkommerzielle Kultur passt nicht in das verengte Weltbild der Rassist_Innen der Pro-Szene, welche versuchen das Autonome Zentrum als Hort von Drogenkonsum, Straftäter_Innen und Vandalismus darzustellen. Weil sich dieser Raum dem „rechtsstaatlichen“ Chaos entzieht, wird dieser Ort der Gegenkultur als Propaganda von ihnen für einen starken Staat missbraucht.

Nationalstaat und Rassismus

Dabei haben wir bereits einen allumfassenden Nationalstaat, der jeden Tag auf’s Neue den Nährboden für diese Rassist_Innen bereitet. Denn der Rassismus beschränkt sich nicht nur auf einige wenige Köpfe, sondern ist ein strukturelles gesellschaftliches Problem, welches sich in Form von staatlichen Abschiebungen bishin zu Alltags-Rassismus äußert. Beispiele wie Rostock-Lichtenhagen zeigen, dass eine rassistische Atmosphäre jederzeit in gewaltätige Progrome umschlagen kann. Dass die Polizei Aufmärsche von Rassist_Innen durchprügelt und beschützt, ist nur der Gipfel.

Bratwurst und Wegschauen

Das Bündnis „Köln stellt sich quer“, bestehend aus Parteien, Kirchen und Arbeitgeberfreundlichen Gewerkschaften (DGB), praktiziert einen geheuchelten offensiven Widerstand. Allein der Name „Köln stellt sich quer“ suggeriert eine Taktik der Verhinderung von rassistischen Aufmärschen, die aber in der Realität nicht praktiziert wird. Stattdessen verfolgen sie eine Philosophie des passiven Widerstandes, wie von dem Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers gepredigt: „Wegschauen und Bratwurst essen“. Gleichzeitig nutzen Parteien wie z.B. Die Linke, Bündnis ´90 die Grünen, Kirchen usw. derartige Proteste für ihre staats- und herrschaftstreuen Inhalte.

Pro Szene und der Islam

Wir nehmen nicht am Widerstand gegen die Pro-Szene teil, um den Islam zu verteidigen. Da wir alle Religionen ablehnen, kritisieren wir den Islam aus einem religionskritischen Kontext heraus und nicht wie die Pro-Szene, aus einem sozial-chauvinistischen und rassistischen Weltbild.

Wir rufen daher zu entschlossenem „kreativem“ Widerstand auf!

Gegen jede Form von Herrschaft!
No Pasaran! Sie werden nicht durchkommen!

ASJ Köln

Quelle: ASJ Köln

Anti-WEF-Demo: Polizei demonstriert ihre Macht in Bern

Kommende Woche findet einmal mehr das World Economic Forum (WEF) in Davos statt. Dort treffen sich vom 25. bis zum 29. Januar 2012 führende Vertreter_innen aus Politik und Wirtschaft. Unter dem Motto „The Great Transformation: Shaping New Models“ (Die grosse Transformation: neue Modelle gestalten) sollen Auswege aus der gegenwärtigen Krise gefunden werden. Für Samstag, den 21.1.2012, wurde eine Anti-WEF-Demo in Bern angekündigt: Das WEF ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Der Kapitalismus kann nicht transformiert, sondern muss überwunden werden. Deshalb: WIPE OUT WEF!

Die Demonstration hätte sich um 14 Uhr bei der Heilliggeistkirche in Bern versammeln wollen. Doch bereits die Auftaktkundgebung wurde von einem Großaufgebot von Polizeikräften aus verschiedenen Kantonen verhindert. Insgesamt wurden etwa 200 mutmassliche Demonstrationsteilnehmer_innen im Bollwerk, am Bahnhof Bern, am Bärenplatz und in der Speichergasse eingekesselt. Teilweise wurden die eingekesselten Personen gleich wieder freigelassen, teilweise lediglich einer Personenkontrolle vor Ort unterzogen und teilweise wurden Personen festgenommen, um auf dem Posten einer Kontrolle unterzogen zu werden. Auch wurden einzelne Personen außerhalb der Kessel – sogar im Innern des Bahnhofs – festgenommen. Nach welchen Kriterien die Polizei hierbei vorging, war nicht ersichtlich. Dem Antirep sind zum jetzigen Zeitpunkt jedoch über 30 Festnahmen bekannt. Konkrete Tatvorwürfe wurden bislang keine genannt.

Begründet wird dieser Polizeieinsatz mit dem angeblichen Gewaltpotential, welches von der angekündigten Demonstration ausgehen soll. Die Organisator_innen hatten auf der Internetplattform Indymedia gestern aber betont, dass die Demonstration reibungslos und ohne Zwischenfälle verlaufen soll. Die im Bollwerk eingekesselten Personen hatten durch die Lautsprecher mitgeteilt, dass die Demonstration friedlich verlaufen soll und das Angebot gemacht, sich zurück zu ziehen. Die Polizei hat sich hierauf jedoch nicht eingelassen.

Noch am Freitag räumte die Polizei ein, dass das Vorgehen vom 10. Septmber 2011 während des SVP- Festes, „nicht rechtens“ gewesen sei. Damals wurden zahlreiche Personen willkürlich festgenommen oder aus der Innenstadt verwiesen. Die Beschwerde gegen eine solche Wegweisungsverfügung wurde gutgeheissen. Der Polizei sei hier ein Fehler unterlaufen und es sei prioritär, dass solche Fehler vermieden werden können, beteuerte gestern der Polizeisprecher gegenüber den Medien. Dennoch ist es nicht erstaunlich, dass die Polizei am Samstag in Bern an diese willkürliche Vorgehensweise anknüpft. Rund 200 Personen wurden ohne ersichtlichen Grund und auf blossen Verdacht hin eingekesselt, kontrolliert oder verhaftet. Betroffen waren friedliche Demonstrant_innen, ebenso wie unbeteiligte Passant_innen.

Quelle, Fotos:Linksunten.Indymedia

Gegen die Messe „Reiten, Jagen, Fischen“

Wie jedes Jahr findet auch dieses Jahr am 24. März 2012 eine Demo gegen die Messe „Reiten – Jagen – Fischen“ in Erfurt statt. Die Demonstration wird 12:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz beginnen (also am besten 12 Uhr schon kommen) und durch die Stadt führen. Dort werden wir vor verschiedenen Geschäften, die mit Tieren Profit machen, Zwischenstops einlegen und durch Redebeiträge der Öffentlichkeit zeigen, dass wir nicht gewillt sind Tierausbeutung und Naturzerstörung hinzunehmen und somit auch für ein friedliches Zusammenleben auf der Erde eintreten. Am Ende geht es hoch zur Messe, wo dann noch einmal eine Kundgebung stattfinden wird.
Für den Demozug und das Demoende auf dem Messegelände würden wir uns freuen, wenn sich Leute finden, die diesen Protest mit Redebeiträge und kreativen Aktionen unterstützen.

Hintergrund: Seid vielen Jahren findet in Erfurt die Messe „Reiten, Jagen, Fischen“ statt, indem dort
Jäger, Angler und sogenannte Pferdeliebhaber sich treffen, um ihre Trophähen zu kühren, sich mit neuen Waffen einzudecken und es in einer Volksfeststimmung zu zelebrieren.

Grund genug um ihr Hobby und Naturschutz, als was sie es tarnen, ins Licht der Öffentlichkeit zu ziehen und zu zeigen, was es wirklich ist: Nämlich nichts weiter als „die Erfurcht vor dem Leben“, wie es Albert Schweizer ausgedrückt hat, mit den Füßen zu treten, Beute zu machen und Herrschaft über Tiere und Natur auszuüben.

Quelle, Mehr Infos: antispe-arge.org

Zunehmende Proteste in Libyen

Waren den mainstream Medien die seit Monaten zunehmenden Proteste in Libyen bisher keine Berichterstattung wert, oder reduzierten sich entsprechende Berichte auf Meldungen über bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen „Milizen“ und „Stämmen“, wird nun das Ausmass der Proteste deutlich.

Lama lässt grüssen

Nachdem Abdel Hafes Ghoga, der früher ein Gefolgsmann Gadaffis gewesen war, am Donnerstag von Studenten aus der Uni von Begazi geprügelt worden war, wurde gestern der Sitz des Übergangsrats gestürmt und in Brand gesetzt.
Seit Wochen gibt es (nicht nur) in Bengazi Proteste gegen die Macht und die Zusammensetzung des Übergangsrats. Ehemalige Gefolgsleute Gadaffis stellen in ihm die grösste Fraktion, alte und neue Seilschaften sorgen dafür, dass die Erlöse aus den Ölexporten, genauso wie unter Gadaffi, entsprechend „verteilt“ werden.

Nun also explodiert die Situation.

Abdel Hafes Ghoga hatte sich am Do samt seinen bewaffneten Leibwächtern in der Uni eingefunden, was für besondere Empörung sorgte.
Erst wurde er mit Plastikflaschen beworfen, später kassierte er trotz seiner Leibwächter eine Tracht Prügel.
Abdel Hafes Ghoga gab sich angesichts der Attacke auf ihn anfangs empört und trat dann als „Bauernopfer“ zurück, was die Situation aber nicht mehr beruhigte.

Rock The Casbah

Am Sa versammelten sich gegen Mittag mehrere hundert Menschen vor dem Sitz des Übergangsrates, im Laufe des Tages wuchs die Menge auf 2000 Leute an.
Aus aufständischer Erfahrung mit Knüppeln, Eisenstangen, improvisierten Brand-und- Sprengsätzen gut ausgerüstet, wurde am Abend dann das Gebäude gestürmt und teilweise in Brand gesetzt. Anwesenden Mitgliedern des Übergangsrates und Angestellten wurde „freies Geleit “ gewährt.
Heute nun gab es eine grosse Demonstration der StudentInnen. Über 4.000 zogen durch die Strassen Bengazis und verlangten die Freilassung ihrer Kommilitonen, die nach den Protesten am Do festgenommen waren.

Libysche Revolution 3.0

Möglicherweise und nicht unerwartet tritt der libysche Aufstand in seine dritte Phase.
Nach dem Aufstand gegen den Gadaffi Clan und seiner nur durch eine Nato- Intervention abgewendeten blutigen Niederschlagung, folgte die Unterordnung der „aufständischen Fraktion“ unter der Logik eines Bürgerkrieges.
Die im Aufstand entstandenen basisdemokratischen Strukturen und bewaffneten Freiwilligen-Verbände verloren in der anhaltenden Militarisierung des Konfliktes massiv an Einflussmöglichkeiten. Widerstände gegen diese Entwicklung und auch gegen die Übernahme der Macht im „neuen Libyen“ durch ehemalige Gadaffi Getreue mussten zurück gestellt werden, solange der Gadaffi Clan nicht besiegt war.

Nun gibt es wieder politischen Raum und Gelegenheit, an den Wurzeln des Aufstandes, der nie nur einer gegen den Gadaffi- Clan war, anzuknüpfen.
Wieweit dieser soziale und emanzipatorische Prozess gehen wird und was passieren wird, wenn die alten und neuen Eliten sich dafür entscheiden, zu versuchen, die Infragestellung ihrer Hegenomie mit Gewalt beantworten zu wollen, werden die folgenden Wochen und Monate zeigen.
Die eigentlichen Protagonisten des Aufstandes scheinen jedenfalls entschlossen, sich nicht erneut von der Macht ausschliessen zulassen.

Der Übergangsrat hat es auf jeden Fall erst einmal vorgezogen, an einem geheimen Ort zu tagen.

Quelle: uprising.blogsport.de

Demonstration gegen Polizeigewalt in Jena

Demo gegen Polizeigewalt in Jena from Filmpiraten on Vimeo.

Ca 200 Menschen versammelten sich am 18.1.2012 in Jena, um auf den Fall Oury Jalloh aufmerksam zu machen. Dieser verbrannte im Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle, obwohl dieser gefesselt, fixiert und vorher durchsucht wurde. Der aktuelle Anlass war ein Polizeieinsatz bei der Gedenkdemonstration in Dessau, bei dem die Polizei versuchte, gegen Menschen vorzugehen, die den Fall als Mord bezeichneten.

Quelle: Filmpiraten.org