Archiv für Februar 2012

Videodokumentation über Occupy-Oakland

Das Video zeigt die versuchte Besetzung eines seit Jahren leerstehendem Kongressgebäude in Oakland, Kalifornien.

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(leider nur in englischer Sprache, aber die Bilder sagen auch viel)

Berlin: Soli-Vokü für Griechenland

Quelle: Contra Info

Polizeigewalt Teil 9538:

Das Video zeigt den Täterspuren-Mahngang als Gegenveranstaltung zu dem offiziellen Opfergedenken Dresdens. Aus dem Mahngang heraus splitteten sich mehrere Hundert Leute ab und liefen Richtung Naziroute. Nach einigen Rangeleien konnte eine wichtige Kreuzung blockiert werden. Als nach einigen Stunden bekannt wurde, dass die Nazis zwar eine kürzere Route laufen, aber dennoch marschieren werden, machten sich erneut Hunderte auf, um die Nazis an anderer Stelle zu blockieren. Dabei kam es während des „Durchfließens“ einer Polizeikette zu heftigen Prügelorgien seitens der Polizei. Die Filmpiraten haben bereits 2006 einen längere Dokumentation zu den jährlichen Geschehnissen um den 13. Februar in Dresden gemacht.

Quelle: Filmpiraten.org

13/2/12 Griechenland: Bullen greifen Demonstration an…

Zur Situation in Griechenland:

Generalstreik, Besetzungen, Straßenkämpfe und Abstimmungen über Sparmaßnahmen.

Zusammenfassung der Ereignisse im Februar: krisenblog.org
Chronik des 48-Stunden-Generalstreiks und weitere Infos: contrainfo
Weitere Infos in Englisch: occupied-london

MC Nuri – Wenn du gefangen bist ..

MC Nuri – Wenn du gefangen bist .. from Filmpiraten on Vimeo.

„Wenn du gefangen bist, in diesem Asylantenheim;
wünscht du dir nur eins, ein freier Mensch zu sein.“
So die ersten reimenden Worte von Mc Nuri. Die Filmpiraten sind knapp eine Woche nach Gifhorn gefahren, um mit ihm bei minus 15°C sein erstes Musikvideo zu drehen. Bei einem 0€-Budget und dem Rausschmiss aus dem Asylheim durch die Betreibergesellschaft war das keine leichte Aufgabe.

Mc Nuri, mit richtigen Namen Nuradil Ismailov, lebt seit dem er 9 Jahre alt ist, im deutschen Lagersystem. Mit seiner Schwerster Nurjana Ismailova und seinen Eltern kam er 2002 nach Deutschland, um der Gewalteskalation zwischen russischen Sicherheitskräften und Rebellengruppen in Dagestan zu entfliehen. Seit 10 Jahren lebt die Familie in Deutschland. Für Nuri und seine Schwester ist Deutschland zu ihrer neuen Heimat geworden. Trotz der vielen Jahre versuchen die Behörden in letzter Zeit verstärkt die Familie abzuschieben. Eine vor kurzen gestartete Untersützungskampagne ruft dazu auf, eine Onlinepetition zu zeichnen.

Quelle: filmpiraten.org

Athen: Das 2. Kommuniqué der besetzten Jurafakultät

LASST UNS DIE SOZIALE EXPLOSION ZUR REVOLUTION VERWANDELN

Die Ära des “Wohlstands” ist vorbei. Der Traum vom Zugang zu Konsum und Aufstieg, wie er sich in der Dreifaltigkeit “Karriere, Konsum und Status” ausdrückt, wurde zum absolutem Alptraum. Doch jetzt gibt es auch kein Zurück mehr. Die Zeiten, als der Arbeitgeber die Ausländer auf den Bauernhöfen und den Baustellen ausgequetscht hat, die Zeiten als Du als stolzer Freiwilliger für die Olympischen Spiele auftrumpfen konntest und Putzfrauen als Deine Sklaven zu Hause hattest, werden niemals wieder kehren.

Jetzt, wo es um Dich und Deine Kinder geht, erkennst Du den Ort, in den Dein Rassismus die Migranten platziert hat und Dir graut vor dieser Tatsache. Als die Zerstörung anderer Gesellschaften, wie in Osteuropa oder dem Irak, Deine Privilegien im Rahmen des internationalen Wettbewerb absicherte, hast Du zynisch am meisten profitiert.

Ist es eventuell an der Zeit Kapitalismus, Nationalismus und Konsum aufzugeben? Aufzuhören, wie ein Haushaltsvorstand zu denken und zu verstehen, wer Deine wahren Feinde sind? Der Staat, die Bosse, die Bullen und das ganze System der politischen Ökonomie.

Weil nicht Du es bist, der den Job verliert, sondern weil es der Job ist, der einfach als Möglichkeit verschwindet. Weil es die zerstörerische Kraft des Kapitalismus ist, die unser aller bloße Existenz bedroht.

Die einzigen Möglichkeiten, die uns der Kapitalismus zum Überleben läßt, befinden sich entweder in den Schlangen vor den Suppenküchen, auf der Jagd nach Essensresten im Müll oder bei der Plünderung der Supermärkte.

Darum besteht die einzige Möglichkeit, ein Leben zu führen und nicht bloß zu überleben, in der Sozialen Revolution.

Das setzt allerdings voraus, daß wir uns gegen alle ökonomischen und politischen Institutionen auflehnen und wir über unsere “Maßnahmen” während des Aufstandes entscheiden, wie die Abschaffung des Staates, des Eigentums, der Nation, Sexismus und Patriachat um die Revolution in den Alltag zu bringen.

WILDE STREIKS, SELBSTORGANISIERTE BESETZUNGEN,
WEITVERBREITETE REVOLTEN ÜBERALL
FÜR DIE SOZIALE REVOLUTION

Pressemitteilung von aktiven Studierenden – Exzellenzbegehung FU Berlin

Wir, die apb, möchten an dieser Stelle eine Pressemitteilung von aktiven Studierenden der so genannten „Freien Universität“ Berlin veröffentlichen:

„Am heutigen Donnerstag, den 02.02.2012 hat die Exzellenzbegehung der Gutachter_innenkommission an der Freien Universität Berlin stattgefunden, begleitet von lautstarkem Protest aus der Studierendenschaft.

Die Exzellenzinitiative beinhaltet die Förderung von Leuchtturmprojekten auf Kosten nichtgeförderter Institutionen, womit das Konkurrenzdenken unter Bildungseinrichtungen gefördert und die Hochschullandschaft rein auf wirtschaftliche Verwertung reduziert wird. Um gegeneinander bestehen zu können werden die Hochschulen intern so umstrukturiert, dass die letzten Reste formaler Demokratie abgebaut werden zugunsten direkter Entscheidungsstrukturen einer autoritär agierenden Hochschulleitung.

Im Hauptgebäude der FU hatten Studierende daher zur „Exzellenziade“ geladen, einem Sportevent, welches dem absurden Wettstreit der Berliner Hochschulen den Spiegel vorhielt – Studierende von FU, HU und TU rangen in verschiedenen Disziplinen gegeneinander um den Exzellenztitel – Konkurrenzwahn und undemokratischer Unternehmergeist erfüllten den Raum mit flirrend elitärer Spannung.

In der Königsdisziplin, dem Hürdenlauf, galt es Hindernisse auf dem Weg zur Exzellenz zu überwinden. Bereits zum Start mussten die Läufer_innen kritische Lehre abwickeln und sich aus diesem Grund aus der Umschlingung von Frischhaltefolie befreien. Unter frenetischer Beifallsbekundung umstehender, exzellenter Studierender mussten auf dem Weg zum Ziel dann noch folgende Hürden genommen werden:
Ballastentsorgung durch den Abwurf unnötigen Wissens, durch Personalabbau und Bibliotheksschließungen, welche durch das obligatorische Wegwerfen von Büchern geleistet wurde. Anschließend Abschaffung marktunrelevanter und prestigearmer Orchideenfächer, Abbau von effizienzhemmender Demokratie, denn die Garantie von Steuerbarkeit ist für die Exzellenzinitiative wichtig. Als letzter Sprung mussten beim Aufbau von Bündnissen mit der Wirtschaft noch unzählige Hände von anzugtragenden Geschäftsmenschen geschüttelt werden. Natürlich wurden in ellenbogengesellschaftlicher Einigkeit während der Wettlaufs von allen Teilnehmenden unlautere Mittel eingesetzt, im tumultartigen Foto-Finish mag dann Gerüchten zufolge die FU gewonnen haben.

Durch diese sportlichen Glanzleistungen beflügelt zogen unter dem Banner „Exzellenz my ass“ die Exzellenzkämpfer_innen mobilisierend durch etliche Hörsäle und schließlich zum Henry-Ford-Bau. In diesem herausragenden Vorzeigegebäude trafen die offiziellen Gutachter_innen auf von Präsidenten Peter-André Alt handverlesene Exzellenzen. Der Gruppe der etwa 50 studentischen Sportfreund_innen wurde jedoch der Zutritt zu diesem öffentlichen Gebäude verwehrt. Gänzlich unsportlich hatte die Universitätsleitung eine mehrere Dutzend zählende Wachtruppe eingesetzt, welche ihrerseits entschlossene Geschlossenheit hinter verschlossenen Glastüren zur Schau stellte. Unter Sprechchören, rhythmischer Fenstertrommelei und Konfettiwürfen konnte die Fassade des Exzellenzbunkers erst einmal zum Beben gebracht werden.
Durch den friedlichen Einsatz zahlenmäßiger Überlegenheit durchflossen die Protestierenden schließlich, trotz gewaltsamer Gegenwehr der Sicherheitskräfte, eine Türe und ein Fenster eines angrenzenden Hörsaals und gelangten schließlich ins Gebäude.
Dort konnten erneut viele Studis darüber informiert werden, warum sie an diesem Tage nur unter den wachsamen Augen von Security und lediglich über Seiteneingänge ins Gebäude gekommen waren.

Forderungen und Kritik waren sehr ernst, die Form jedoch weiterhin kreativ, was auch durch ein gemeinschaftliches Nackter-Arsch-an-Glasscheibe-Halten zum Ausdruck gebracht werden konnte. Weiterhin verstanden die Wachmenschen – auf Order der Universitätsleitung – keinerlei Spaß und schreckten auch nicht vor Stoßen, Schlägen und Tritten zurück, auch gegen bereits am Boden liegende Studis.

Der Protest wurde jedoch immer zahlreicher und es gelang die Umzingelung des Gebäudes, was letztlich eine Flucht der Exzellenz-Gutachter_innen durch den Dienstbot_innenausgang erforderlich machte.

Wir hoffen, dass den Gutachter_innen verständlich gemacht werden konnte, dass die Exzellenz an der so genannten „Freien“ Universität nur einen dünnen, in fahlen PowerPoint-Folien präsentierten Lackfilm darstellt, welcher verschleiern soll, was hier die tatsächlichen Fundamente sind: Fehlende Demokratie, Abbau kritischer Wissenschaft, Missachtung von Studierendeninteressen – die totale Reduzierung von Bildung auf rein marktwirtschaftliche Verwertbarkeit.“

Quelle und weitere Infos unter: apb.blogsport.de

Internationales anarchistisches Treffen vom 9. bis 12. August 2012

Internationales anarchistisches Treffen vom 9. bis 12. August 2012

Vom 8. bis 12. August 2012 wird in St-Imier (Berner Jura, Schweiz) ein internationales Treffen von Libertären aller Strömungen sowie von allen Personen, die die verschiedenen anarchistischen Bewegungen (besser) kennenlernen wollen, stattfinden.

Dieses „Welttreffen des Anarchismus“ ist eigentlich ein Jubiläum der ersten anti-autoritären Internationalen, die 1872 als Antwort auf die Internationale von Marx gegründet wurde. Seither hat sich die Welt ziemlich verändert, zumindest unter gewissen Gesichtspunkten, doch die libertären Strömungen konnten sich den Zeiten anpassen, wovon das Treffen zeugen wird. Eine Sache bleibt gewiss: Die Zeit hat in keiner Weise die Unterdrückung der Schwächsten durch die Mächtigen gemildert. Das Treffen wird diverse Wege des Widerstands in ihren verschiedenen Formen aufzeigen.

Die Fédération Jurassienne:

Die Internationale Arbeiterassoziation (IAA) wurde 1864 gegründet. In La Chaux-de-Fonds, Le Locle, St-Imier und im Rest des Schweizer Juras gab es sehr schnell Sektionen. Viele ihrer Mitglieder waren noch immer Heimarbeiterinnen und -arbeiter. Sie waten belesen und strebten nach Unabhängigkeit. Als 1869 Bakunin in die Region kam, blieben seine Begegnungen nicht folgenlos. Die übereinstimmenden Ideen, die die Arbeiterinnen und Arbeiter entdeckten, machten aus der Fédération Jurassienne den libertären Pol der IAA, der sich der marxistischen Tendenz widersetzte. Durch diese Opposition auf die Palme gebracht, unternahm Marx alles, um diese Strömung zu beseitigen. 1872 meinte er, dieses Ziel erreicht zu haben. Am Haager Kongress gelang es ihm, ein Maximum seiner AnhängerInnen zu versammeln, von denen einige Sektionen vertreten haben sollen, die inexistent gewesen sind. Dank dieser künstlichen Mehrheit liess er für den Ausschluss von Bakunin und James Guillaume stimmen, und es fehlten ihm nur einige Stimmen, um dasselbe mit Adhémar Schwitzguébel zu tun. Sie alle waren Delegierte des Juras. Schockiert darüber organisierten die antiautoritären Sektionen der IAA, insbesondere solche von Spanien, Italien, Frankreich, Belgien und den USA einen Kongress in St-Imier, an dem klar libertäre Beschlüsse verabschiedet wurden. Die antiautoritäre IAA überlebte die marxistische bis zum Ende des Jahrhunderts.

140 Jahre nach dem Kongress von St-Imier ist die Ausbeutung und Entfremdung der Arbeiterinnen und Arbeiter noch ebenso brutal. Die marxistische Illusion ist angesichts der kommunistischen Diktaturen dahingeschmolzen. Der Kapitalismus lebt von Krise zu Krise, gesellschaftliche Krise, politische Krise, zu denen heute noch die ökologische Krise hinzukommt.

Und die anarchistische Bewegung?

Das internationale Treffen im August 2012 wird die Möglichkeit bieten, eine Bilanz aus der Geschichte der anarchistischen Bewegung zu ziehen – aus ihren Ideen, ihren Verwirklichungen, ihren Hoffnungen, ihren Niederlagen; was heute von ihr bleibt; ihren Kämpfen und diejenigen, die sie mit anderen teilt: Antimilitarismus, Antirassismus, Antisexismus, Selbstverwaltung, décroissace („Wachstumsrücknahme“), Bildung, Feminismus, Internationalismus, Gewaltlosigkeit etc.

Einige Workshops und Kundgebungen sind bereits geplant: Historische Veranstaltungen, thematische Veranstaltungen, Theater, Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen, eine Buchmesse, ein Radio, ein libertäres Camping, ein selbstverwalteter Markt mit Bioprodukten, praktische Workshops, Verpflegungsmöglichkeiten etc.

Das Treffen wird öffentlich sein und soll für die gesamte internationale anarchistische Bewegung offenstehen, aber genauso für die ganze Bevölkerung – ohne Diskriminierung.

Gratisbereiche und freie Preise werden bevorzugt, um allen die Teilnahme zu ermöglichen.

Das Organisationskomitee behält sich das Recht vor, einE TeilnehmerIn aufzunehmen. Entscheidungen werden entsprechend unseren eigenen Ideen und Praktiken gefällt, die auch diejenigen der Antiautoritären Internationalen waren. Rassismus, Sexismus, Xenophobie, Homophobie und jede Form von Gewalt und Diskriminierung werden nicht toleriert.

Auf besagter Basis können alle Personen, Strukturen oder Organisationen mithelfen und Ausstellungsorte, Debatten, Konferenzen, Schauspiele, TeilnehmerInnen, Workshops etc. vorschlagen. Wir sind auch auf der Suche nach freiwilligen HelferInnen ( flm.osl@espacenoir.ch)!

Das Organisationskomitee des internationalen anarchistischen Treffens in St-Imier 2012

Die Details zum Programm werden in Kürze veröffentlicht

Quelle: www.anarchisme2012.ch

Athen: Räumung obdachloser Menschen aus einem städtischem Gebäude

Am Montag, den 6. Februar 2012, einer sehr kalten Nacht mit starkem Regen, Hagel und starkem Wind, näherten sich sieben obdachlose Menschen einem städtischen Gebäude, einer geschlossenen Turnhalle im Bezirk Rouf, um dort die Nacht zu verbringen. Unter ihnen war eine schwangere Frau, der es nicht gut ging.

Die Stadt Athen warf die Obdachlosen wieder auf die Straße und die Bullen warteten erst auf den Krankenwagen, der die schwangere Frau ins Krankenhaus bringen sollte, nachdem sich Unterstützer_innen und Bürger_innen vom Sozialen Solidaritätsnetzwerk für sie einsetzten.

In dem Video ist zu sehen, wie städtische Angestellte die persönlichen Gegenstände und Kleidung der Obdachlosen in den Müll werfen.

Quelle: contra-info