Archiv für April 2012

Wohin am 1. Mai?

In vielen Ländern der Welt wird der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ begangen: Volksfeste, Fahrradtouren und hoher Alkoholkonsum bestimmen das Bild. Nur wenige nehmen an den ritualisierten Demonstrationen der etablierten Gewerkschaften teil. Kaum jemand kennt den kämpferischen Ursprung des 1. Mai als Kampftag der internationalen Arbeiter_innenbewegung. Ein Blick zurück in die Geschichte bringt längst vergessene Ziele und Träume von Arbeiter_innen ans Tageslicht, die weit über heutige Forderungen, wie z.B. Lohnerhöhungen, hinausgingen…

19. Jahrhundert: Die Situation der Arbeiter_innen in den USA

Obwohl der 8-Stunden-Tag in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schon Gesetz war, wurde er von den Arbeitgeber_innen ignoriert. Mindestens 12 Stunden täglicher Arbeit und Kinderarbeit trotz gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit bei den Erwachsenen waren an der Tagesordnung. Arbeitnehmer_innenrechte gab es in der Realität nicht. Gewohnt wurde in völlig überfüllten Baracken und Mietskasernen, in denen übelste hygienische Bedingungen herrschten.

Forderungen und Aktionen

Durchgesetzt wurde die gesetzliche Anerkennung des 8-Stunden-Tages durch kämpferische Streiks, bei denen immer wieder Polizei, Armee und private Sicherheitskräfte gegen die Streikenden eingesetzt wurden. In Chicago waren bei dieser Bewegung auch
anarchistische Gruppen stark engagiert. Deren Forderungen und Ziele schlossen die Überwindung des kapitalistischen Systems mit ein. Direkte Aktion und die „Propaganda der Tat“ waren ihre Kampfmittel. Sie vertrieben eigene Zeitungen und gründeten bewaffnete Arbeiter_innenorganisationen. Die Anarchist_innen waren eine treibende Kraft der Bewegung und in den Gewerkschaften verwurzelt. Im Frühjahr 1886 erreichte die Bewegung zur tatsächlichen Umsetzung des 8-Stunden-Tages ihren Höhepunkt. Die
Arbeiter_innen setzten den 1. Mai als Stichtag für dessen Verwirklichung an.

Der 1.Mai 1886, Haymarket Riot und die Folgen

Am 1. Mai streikten allein in Chicago 40.000 Arbeiter_innen für den 8-Stunden-Tag. 80.000 Menschen gingen für diese
Forderung auf die Straße. Vor der McCormick-Landmaschinenfabrik kam es am 3.Mai zu einer Auseinandersetzung zwischen Streikenden und Streikbrecher_innen. Bei dem anschließenden Polizeieinsatz wurden mehrere Arbeiter_innen getötet und unzählige verletzt.

Als Reaktion darauf riefen die Anarchist_innen für den folgenden Abend zu einer Protestkundgebung auf dem „Haymarket“ auf.
Es versammelten sich über 2000 Menschen friedlich. Kurz vor der Auflösung der Kundgebung wurden die verbliebenen 300 DemonstrantInnen ohne erkennbaren Grund von 200 Polizisten angegriffen. Bei der folgenden Auseinandersetzung detonierte in den Reihen der Polizei eine Bombe.

Ein Polizist stirbt sofort, weitere sechs erliegen in den folgenden Wochen ihren Verletzungen. Unklar bleibt, ob sie durch die Bombe oder, wie verschiedene Quellen behaupten, durch ihre wild in die Menge schießenden Kollegen verletzt wurden.

Die Repressionswelle

Bereits in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages begann die Polizei eine großangelegte Repressionswelle: es gab unzählige Hausdurchsuchungen, hunderte von Verhaftungen und Verhöre. Von Seiten der Staatsanwaltschaft gab es grünes Licht für Rechtsbrüche aller Art: „Machen sie erst die Razzien und schauen danach im Gesetz nach.“. Die Polizei zögerte nicht, selbst angelegte Waffenlager aufzudecken und diese als Beweise für eine anarchistische Verschwörung zu benutzen. Begleitet und gerechtfertigt wurden diese Machenschaften von hetzerischen Zeitungsberichten, die große Teile der Chicagoer Presse
verbreiteten. Von den unzähligen Verhafteten und auch Angeklagten wurden letzendlich acht bekannte und aktive
Anarchisten des Mordes angeklagt.

Der Prozess

„Das Gesetz klagt die Anarchie an! Diese Männer wurden anstelle von tausenden vor Gericht gestellt, nicht etwa weil sie schuldiger sind, sondern weil sie deren Anführer waren. Gentlemen! Statuiert ein Exempel an ihnen, hängt sie! Nur so retten wir unsere Institutionen, unsere Gesellschaftsordnung!“ Dieses Zitat der Chicagoer Staatsanwaltschaft sagt schon
alles über den Charakter des Prozesses aus. Voreingenommene Geschworene, gefolterte und bestochene Zeugen, fehlende Beweise und die begleitende Hetze der Presse sorgten dafür, dass der Prozess zum Schauprozess wurde und das gewünschte Urteil schnell feststand: sieben Angeklagte werden zum Tod verurteilt, einer wird zu langer Haftstrafe verurteilt. Ein erst 23 Jahre alter brachte sich im Gefängnis um und kam somit seinen Henkern zuvor. Am 11. November 1887 werden vier weitere erhängt. Zwei konnten durch Gnadengesuche an den Gouverneur eine Umwandlung des Todesurteils in eine langjährige Haftstrafe erreichen.

Die Folgen

Bereits während des Prozesses kam es zu großer Solidarität der internationalen Arbeiter_innenbewegung mit den Inhaftierten. Im Jahr 1889 wurde der 1. Mai in Verbindung mit der Generalstreikdebatte in Paris zum internationalen Kampftag der Arbeiter_innen erklärt. Dennoch verlor die starke anarchistische Bewegung in den USA völlig an Bedeutung und das Wort „Anarchie“ wird
seither von der weltweiten Öffentlichkeit mit Gewalt und Chaos in Verbindung gebracht.

Im Jahr 1893 wurde der Prozess offiziell zum Justizmord erklärt und die drei noch Inhaftierten freigelassen.

„Der Anarchismus bedeutet nicht Blutvergießen, bedeutet nicht Räuberei, Brandstiftung usw. Diese Ungeheuerlichkeiten sind vielmehr charakteristische Züge des Kapitalismus. Anarchismus und Sozialismus bedeuten Friede und Ruhe für alle.“
August Spieß aus seiner „Anklage der Angeklagten“

Kapitalistische Gegenwart und anarchistische Utopie

Die Situation der Arbeitnehmer_innen ist zumindest in den reichen Ländern des Nordens nicht mehr vergleichbar mit
den Bedingungungen am Ende des 19. Jahrhunderts. Errungenschaften, wie das Streikrecht, der 8-Stunden Tag, soziale Absicherung usw. wurden erkämpft. Seit Jahren werden diese jedoch von der kapitalistischen Realität in Frage gestellt und nach und nach zerschlagen. Unabhängig von diesen kosmetischen Verschönerungen waren die Grundstrukturen der Ausbeutung über die Jahre hinweg immer die Gleichen.

Ein Zustand der auch nicht mehr in Frage gestellt wird seit die radikale Arbeiter_innenbewegung in der Bedeutungslosigkeit versank. Heute bestimmen Diskussionen über 2% mehr oder weniger Lohn die Arbeitskämpfe. Die hierarchisch aufgebauten Gewerkschaften bieten keine Lösungen sondern sind inzwischen selbst Teil der kapitalistischen Verwertungslogik geworden.
Letzendlich wird nur an Symptomen herumgedoktert – eine grundlegende Kritik an den Ursachen und eine Utopie abseits kapitalistischer Verhältnisse findet in der breiten Öffentlichkeit nicht statt.

Aber genau das und die Umsetzung dieser Utopie ist notwendig, wenn wir eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung wollen.
Dabei können und dürfen wir nicht darauf hoffen, dass uns jemand zu dieser Utopie hinführt. Nur wenn wir aus eigener Motivation selbstorganisierte widerständige Netzwerke aufbauen, die herrschaftsfrei organisierte Alternativen aufzeigen und leben – und aus diesen heraus die kapitalistische Realität angreifen und in Frage stellen – wird unser Widerstand von Dauer sein und zu einer konkreten Bedrohung für die bestehenden Verhältnisse werden.

Dafür ist es wichtig unsere Nischenkämpfe zusammenzuführen. Egal ob soziale Kämpfe, Antifaschismus, Widerstand gegen Bildungsabbau oder Ökologiebewegung: es muss der Kampf ums Ganze sein. Denn das eine hängt mit dem anderen untrennbar zusammen.

Wir fordern alle Menschen auf, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, anstatt die Verantwortung bei Wahlen an Politiker_innen
und Funktionär_innen abzugeben.

Und jetzt?

In diesem Jahr finden im Südwesten* viele Demonstrationen und Aktionen rund um den 1. Mai statt. Hier findet ihr eine kleine Übersicht, was wann wo geht:

Mannheim: Antifaschistische Demo, danach: Naziaufmarsch verhindern! | 09:00 Uhr, Gewerkschaftshaus
Villingen-Schwenningen: Revolutionärer Block auf DGB-Demo | 10:00 Uhr, Bahnhof Schwenningen
Heilbronn: Antikapitalistischer Block auf DGB-Demo | 10:30 Uhr, DGB-Haus |
Freiburg: Sozialrevolutionärer Block auf DGB-Demo | 11:00 Uhr, Stühlinger Kirchplatz
Stuttgart: Revolutionäre 1. Mai-Demo | 11:30 Uhr, Schlossplatz
Karlsruhe: Revolutionäre 1. Mai-Demo | 13:00 Uhr, Werderplatz

Quelle: linksunten.indymedia

Störung der Extremismus-Ausstellung des Verfassungsschutzes

Wahrscheinlich hat sich der Schulleiter und der Thüringer Verfassungsschutz die Eröffnung der Wanderausstellung „Feinde der Demokratie“ anders vorgestellt. Im Vorfeld der Ausstellung kam es bereits zu Diskussionen, ob SchülerInnen des Ratsgymnasiums neben dem Innenminister und Verfassungsschutz-Präsident eine kritische Rede halten dürfen, was jedoch vom Schulleiter abgelehnt wurde. So kam es während der Eröffnung zu massiven Störungen seitens SchülerInnen und Linken, die so letztendlich ihr Rederecht einfordern konnten.

Quelle: filmpiraten.org

Mainzer Fußballfans gegen Homophobie

Das gab es noch nie: Eine ganze Fußballtribüne in Regenbogenfarben. Beim Spiel des Bundesligisten Mainz 05 gegen VFL Wolfsburg am Freitag wurde dieser Traum eines eindeutigen Zeichens nun Wirklichkeit: Die Fans der Heimmannschaft verwandelten das Stadion in eine riesengroße Regenbogenflagge, dazu gab es den Spruch „Fans gegen Homophobie“ auf einem Riesenplakat ebenso zu sehen wie einen Glückwunsch zu 5 Jahren Meenzelmännern.

Weitere Infos unter: queer.de

Geschichte wird gemacht, ab jetzt von unten! – 1. Mai 2012 Dresden

Alle Fakten im Überblick

am 28.04., 17 Uhr ein Treffen im AZ Conni (Rudolf-Leonhard-Str. 39, Dresden) zum Quatschen und z.B. Transpi-Malen (draußen und ohne Beamer)
Demo beginnt am 01.05., 16 Uhr am Neustädter Bahnhof
danach gibt es eine Auswertungsrunde im Trotzdem (Alaunstraße 81, Dresden)
ihr könnt im Vorfeld helfen in dem ihr Flyer (pdf) und Plakate (pdf) ausdruckt und in eurer Umgebung verteilt
kommt zur Demo mit Transparenten oder gestaltet die Demo auf anderem Wege bunt und kreativ
da es sich um eine libertäre Demo handelt, ist Werbung von Parteien oder deren Jugendverbänden nicht erwünscht

Aufruf

Am 1. Mai möchten wir gegen den täglichen Terror des ungerechten Wirtschaftssystems demonstrieren und gleichzeitig greifbare Alternativen und die möglichen Wege zu einer freien, solidarischen Gesellschaft thematisieren. Dazu treffen wir uns um 16 Uhr am Neustädter Bahnhof zur libertären 1.-Mai-Demo in Dresden Für Interessierte gibt es außerdem ein Vorbereitungstreffen zum gemeinsamen Transpi-Malen am 28.04. ab 17 Uhr im AZ Conni (Rudolf-Leonhard-Str. 39, Dresden) und ein Auswertungstreffen nach Abschluss der Demo am 01.05. im Lokal “Trotzdem” (Alaunstraße 81, Dresden).

Unter einer zerberstenden Wirtschaft und einem politischen System, welches Tag für Tag nur den unzureichenden Ist-Zustand festzementiert, leiden wir alle – täglich. Mit unserer Demonstration wollen wir unserer Unzufriedenheit über Ämterwillkür, Überstunden, Niedriglöhne, teure Mieten, Polizeiwillkür, Sozialabbau uvm. Ausdruck verleihen.

Das Jahr 2011 hat gezeigt, dass immer größere Teile der Weltbevölkerung die globale Prekarisierung nicht mehr widerstandslos hinnehmen wollen, nicht mehr bereit sind, den kränkelnden Kapitalismus mit ihrem Blut, Schweiß und Tränen am Leben zu erhalten. Oft bleibt dieser Protest noch in der dumpfen, unbestimmten Ablehnung verhaftet oder äußert sich in scheinbar ziellosen Aufständen, wie dem der im August 2011 Großbritannien erfasste.

Wir wollen mit unserer Demonstration in der Gesellschaft Maßnahmen einfordern, um eine bessere Grundlage für selbstbestimmte und soziale Politik zu schaffen. Unsere Forderungen lauten:

Fördern: Selbstverwaltete Kollektivbetriebe, Hausgenossenschaften, Versorgungsgemeinschaften, Soziale Zentren, alternative Bildung

Stoppen: Sozialabbau, Prestige-Bauprojekte, Privatisierung, Altbau-Abriss, Grünflächenvernichtung, Strafverfolgung von sogenannten “wilden” und politischen Streiks, Verfolgung der antiparlamentarischen Opposition

Übergeben: leerstehende Häuser und Flächen, für soziale Wohngenossenschaften, Nachbarschaftszentren, Gemeinschaftsgärten und Naherholungszonen in Selbstverwaltung der NutzerInnen

Im Gegensatz zu den Protesten der „Wir-sind-mehr-wert!“-Kampagne in Sachsen, sehen wir die Gründe für die aktuelle Armut – ob global oder lokal – nicht in einer Verteilung des Staatshaushalts begründet. Der Grund für Armut, Überarbeitung und einem Mangel an sozialen und kulturellen Einrichtungen liegt in einer Wirtschaftsweise, die sich nicht nach den Bedürfnissen von Produzierenden und Konsumierenden richtet, sondern nach den Bedürfnissen des Absatzmarktes.

Während die Chefs sich ihren privaten Reichtum noch mit dem Verkauf unserer Arbeit finanzieren, während die Ämter uns drangsalieren, die Polizei uns wegjagt oder unsere Wohnungen durchsucht, die Vermietung und das Stadtplanungsamt uns sagen, wie unsere Wohnung unser Haus und unser Stadtteil aussehen sollen und während Arbeitslosengeld/Niedriglohn und Netto bestimmen, welchen Scheiß wir essen sollen; Ja während wir uns als Lohnabhängige noch immer wieder entsolidarisieren oder es nicht wagen uns mit Verweigerung und Sabotage gegen die herrschenden Sachzwänge zu stellen, spüren wir schon den frischer werdenden Wind des globalen Aufstands. Wir werden alles tun, diese Brise der Revolte zum Sturm zu machen.

Wir plädieren für Selbstorganisation auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller Beteiligten. Organisationen und Kommunikationsplattformen müssen geschaffen werden um eine technisierte, globale Wirtschaft ohne Geld, Chefs und Staaten zu schaffen, um die Gestaltung und Nutzung von Häusern, Projekten, Stadtteilen und Gemeinden gemeinsam an der Basis bestimmen zu können.

Wir fordern Reichtum für alle. Unter Einbeziehung der technischen und ökologischen Möglichkeiten wollen wir über unsere Arbeit und Nichtarbeit, sowie über alle anderen Bereiche unseres Lebens selbst bestimmen. Dazu müssen wir uns kennenlernen, den Respekt vor Staat und Wirtschaft endlich verlieren. Netzwerke schaffen, mit denen es uns möglich wird unsere Mitarbeit an diesem falschen Spiel zu verweigern. Deswegen, auch nach der Demo:

Organisiert euch zur Abstimmung und Durchsetzung eurer Interessen im Stadtteil, in der Schule, auf dem Amt und im Betrieb!

Macht den politischen Generalstreik möglich!

Quelle: FAU Dresden

Die ASJ-B wird 3, das muss gefeiert werden!

Samstag, 21. April | 3 Jahre ASJ Berlin – eine Ausstellung | 19:30 in der Lunte (Neukölln)

Kaum zu glauben, aber es ist nun schon drei Jahre her, als sich die ASJ Berlin in den Räumlichkeiten der FAU Berlin 2009 gründete. Dies nehmen wir zum Anlass, mal zu präsentieren, was wir denn in dieser Zeit alles gemacht haben. Neben einer kleinen Ausstellung wird es natürlich kühle Getränke (Sekt wird nicht fehlen) und ein veganes Buffet geben. Also kommt vorbei, wenn ihr wissen wollt, was wir so gemacht haben, wenn ihr feiern wollt oder um euch einfach an den Köstlichkeiten zu laben. Auf weitere Jahre ASJ Berlin und alle anderen anarchosyndikalistischen Strukturen!

Die Lunte befindet sich in der Weisestraße 53 (U-Bhf Boddinstraße)

Quelle: ASJ Berlin

ASJ Köln: Zu den Aktionen rund um den 1.Mai in Köln 2012

Pressemitteilung der Anarchistisch Syndikalistischen Jugend Köln am 15.4.12

Sozialrevolutionärer 1.Mai in Köln

Der Countdown läuft….

Um den 1.Mai wird es in Köln richtig heiss werden. Mit verschiedenen Aktionen wie der Vorabenddemo durch Köln-Kalk, die um 19 Uhr an der Kalk Kapelle startet, so wie einem schwarz-rotem Block auf der DGB-Demonstration will das Sozialrevolutionäre 1.Mai Bündnis Köln präsent sein, zu welchen auch wir aufrufen. Damit wollen wir den 1.Mai wieder zu dem Tag machen was er ist,nämlich der Kampftag der ArbeiterInnenbewegung, und gleichzeitig verhindern, dass er so bleibt wie er jedes Jahr auf’s Neue in Deutschland insziniert wird, als „Maifeiertag“ oder „Tag der Arbeit“. In einigen Städten, nicht nur in Köln profilieren sich autoritäre Strukturen wie DGB und Parteien mit der Arbeitsruhe, waren sie doch einst dagegen an diesem Tag zu streiken.

„Dieses alljährliche Spektakel von reichen DGB-Führern wird ab sofort in Köln nicht mehr unkommentiert über die Bühne gehen. Lautstark, mit radikal-sozialen Forderungen präsent, holen wir zurück was uns gehört. Und zwar der 1. Mai als internationaler Kampftag der ArbeiterInnenbewegung, denn als Schüler, Studenten, Erwerblose, Auszubildende und aller zum Lohn Verdammten merken wir auf welcher Seite wir stehn.“, so eine AktivistIn der ASJ-Köln.

…die heisse Phase beginnt…

Es laufen die letzten zwei Wochen auf das Ereignis zu. Zwei Wochen in denen noch einiges ansteht zu diesem Thema und Mobilisierungsveranstaltungen. Am Dienstag, den 17.4.12 veranstalten wir zusammen mit der FAU-IAA Köln in der Bücherei TtE (Melchiorstr. 3) eine Buchvorstellung mit Roman Danyluk „Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus“. Dort erhalten alle Interessierten u.a. auch Informationen zu den angekündigten Aktionen.
Außerdem ist am 28.4.12, dem Workers Memorial Day, um 14 Uhr am Rudolfsplatz in Köln ein Stadtrundgang mit Gedenkaktionen für die durch Unfälle getöteten ArbeiterInnen geplant.

Kampftag der ArbeiterInnenbewegung!
„Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten!“ Mit diesem Motto der sozialrevolutionären Vorabenddemo durch das alte Arbeiterviertel Kalk, wollen wir unsere Inhalte, als Teil der „Generation unbezahltes Praktikum“ kämpferisch auf die Strasse tragen.
Dazu ein Aktivist der ASJ-Köln:
Unsere Aktionen um den 1.Mai werden selbstbestimmt und kämpferisch sein. Dem Prinzip der Repräsentation setzten wir unseren herrschaftsfreien und außerparlamentarischen Widerstand von unten entgegen!“

Gegen Herrschaft und Kapitalismus!
Für die soziale Revolution!

ASJ-Köln, 15.4.12

E-Mail: asjkoeln@riseup.net
asjkoeln.blogsport.de

Weitere Infos auf dem Blog des sozialrevolutionären 1.Mai Bündnis Köln:

sozialerevolutionkoeln.blogsport.de

Quelle: asjkoeln.blogsport.de

Köln: Naziouting von einem Ex-Antifa

Bitte lesen und Informationen weitergeben!!!
Link: linksunten

Globaler Patriotismus, nach dem 12. Februar 2012 “ein lyrisches Drama”

Bei vielen Events und Protesten weltweit, die sich auf die derzeitigen Entwicklungen in Griechenland beziehen, benutzen unzählige UnterstützerInnen das anscheinend populäre und gleichzeitig populistische Motto “Wir sind alle Griechen”. Welche Beweggründe drückt dieses Motto aus und welchen Einfluss hat es indirekt oder direkt auf diejenigen, die sich in Griechenland auf antiautoritäre Kämpfe einlassen.

Wahrscheinlich fühlen manche Menschen eine Art Mitleid mit den “leidenden Griechen”, oder fürchten sich sogar vor dem, was ihre eigene nahe Zukunft für sie auf Lager hat. Sie sind, hauptsächlich durch die Brille der Massenmedien und der Social-Networking-Dienste, (falsch) informiert über die scheinbar traurige Tatsache, dass Griechenland von “ungerechten und undemokratischen” Kürzungsmaßnahmen und harten Einschnitten geplagt wird, und dass das schon das ganze Problem ist… Es ist möglich, dass es politisches Marketing ist oder patriotische PR-Männer und -Frauen sind, die einen der bekanntesten, patriotischen, englischen Zitate (das P.B. Shelleys “Hellas, ein lyrisches Drama” von 1821 zugeschrieben wird) wieder auf die globale politische Bühne zurück gebracht haben. So oder so wurde sich an diese Aussage öffentlich und ausgiebig erinnert – erst in den sozialen Medien und anschließend auf der Straße, so dass jetzt die Massenpropaganda, die sich darauf bezieht, stetig weiter wächst, oft begleitet von Symbolen, wie z. B. Nationalflaggen, antiken griechischen Figuren, etc. Verschiedene Fraktionen (von Rechtsextremen über ReformistInnen bis hin zu linken PatriotInnen) fördern immer noch die “Solidarität” mit dem griechischen Volk und identifizieren sie mit einer nationalen Qualität, eine Qualität der Staatsbürgerschaft, sogar mit bestimmten Wurzeln. Die Losung schreit mit Gewissheit nach pro-nationalistischen Ansichten und endet nicht nur darin, dass es diejenigen, die den “alle Griechen”-Müll übernehmen in eine Projektualität der nationalen Einheit einfängt sondern unterstützt auch noch die staatliche Medienpropaganda, die auf dem Territorium, das vom griechischen Staat kontrolliert wird und darüber hinaus, jedes radikale, politische Subjekt, das sich aktiv an sozialen Kämpfen beteiligt, verleumdet und verfolgt.

Anstatt die wasserdichten Schubfächer aufzubrechen, in die uns das kapitalistische System bis jetzt abgrenzt, anstatt die revolutionäre Sache viele Schritte über einen begrenzten Kampf hinaus zu bilden, fängt dieser „alle-eine-Nationalität“-Trugschluss seine naiven AnhängerInnen in eine reaktionäre Bewegung ein, die leicht in das System integriert werden und von ihm kontrolliert werden kann. Deshalb heißen neoliberale und ultra-rechte Kräfte solch eine Unterstützungswelle als „optimistisch“ willkommen, während die Neonazis ihre Wahlkampagne des Rassenhasses überall in Griechenland fast ungestört durchführen und sich ebenfalls an alle GriechInnen wenden…

In diesem Teil der Welt, wie in vielen anderen, greifen Staat und Bosse die Unterdrückten scharf an. Die Finanz- und Wirtschaftseliten führen einen erbarmungslosen Angriff gegen die schwächsten Teile der Gesellschaft durch, entkleiden das bürgerliche System seiner „demokratischen“ Täuschung, die aus taktischen Gründen beibehalten wurde, um jegliche potentiellen Gegenangriffe zu ersticken, zu unterdrücken und zu pazifizieren. Menschen von außerhalb sehen, wie immer mehr DemonstrantInnen in Griechenland auf die Straße gehen, während viele es ablehnen, beim Protestieren ruhig zu bleiben sondern lieber direkt die Strukturen angreifen, die unser Leben in ein blankes Überleben verwandeln.

Immer wenn die Unterstützung für andere, die kämpfen und sich wehren, auf einem abstrakten Appell namens Nationalität basiert, bietet dieses reproduzierte patriotische Muster dem Staat und den multinationalen Bossen eine helfende Hand, um die sich zuspitzenden sozialen Kämpfe einzudämmen. Eine helfende Hand, um das zu erreichen und rückzuversichern, was wir zerstören wollen; den sozialen Frieden. Darüber hinaus bietet es sehr heterogenen Gruppen von Protestierenden einen „Hort“ der nationalen Einheit. Nichts kann Kontraste so effizient überbrücken, wie die nationale Einheit es tut: ein großes Ideal, dass die Menschen gegen einen nicht existierenden internen oder externen Feind oder eine Gefahr vereinigt. Und jede Herrschaft nutzt diese Waffe in Zeiten von Riots und Revolten, während eines Zeitraums der Anspannungen, die sich oft durch die Charakteristik eines internen Bürgerkriegs auszeichnen.

Doch nichts kann uns mit unseren UnterdrückerInnen und AusbeuterInnen zusammenführen. Keine Grenze schafft es unsere Träume zu zügeln. Keine Staatsflagge bringt es auch nur im Entferntesten fertig, unsere Kämpfe zu reflektieren. Der stärkste vereinigende Faktor für uns AnarchistInnen/Libertäre, nicht nur in Griechenland sondern der ganzen Welt, ist die Tatsache, dass wir im selben Kontext der allgemeinen Entbehrungen leben, und dass wir diese Tatsache erkennen. Solange wir leben, wird die Flamme der Leidenschaft für die Freiheit brennen, bis wir einzeln oder kollektiv, die Gewohnheiten, das Verhalten oder die Mentalitäten ablegen, die uns seit vielen Jahren aufgezwungen wurden, bis wir ein für alle Mal den Staat samt seiner Gesetze, sowie das Kapital und dessen Strukturen abschaffen. Der patriotische Keim ist ein Hindernis auf unserem Weg, das unablässig bekämpft werden muss.

Jegliche Unterstützung, die durch eingängige und leicht verdauliche „Parolen“ demonstriert wird, hat für uns somit eine entgegengesetzte Wirkung, als die, für die der Aufstand steht. Außerdem erweist sie sich als schädigend im Sinne der Solidarität unter den Unterdrückten. Wir können nicht länger zuschauen, wie Solidarität in eine Ausverkaufsbotschaft zur Unterstützung des nationalen Erwachens umgewandelt wird. Solidarität ist unsere Waffe und wir verteidigen sie in der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Herrschaft, sei es im oder außerhalb der Gefängnismauern.

Wir sind weder pro-nationalistisch, noch PatriotInnen;
Wir sind nationale VerräterInnen, die die Revolte verbreiten wollen.
GEGEN ALLE STAATEN UND VATERLÄNDER

Quelle: contrainfo

Frohes Hasenfest!

Berlin: Fragwürdige Veranstaltung in Kreuzberg mit KKE-Referentin

Am Donnerstag den 5. April lädt die DKP Berlin zu einer Veranstaltung, die über den Streik der griechischen StahlarbeiterInnen informieren soll. Geladen ist Anna Grigoriadou, Mitglied der KKE, der Kommunistischen Partei Griechenlands. An und für sich kein schlechtes Thema, über das viel diskutiert und informiert werden kann, nur ist es für uns fragwürdig, ob die Referentin in diesem Kontext legitim ist. Eine Referentin autoritärer Kräfte, die in Griechenland unter AnarchistInnen, Anti-Autoritären und Libertären verpöhnt und geächtet sind.
Die KKE ist eine stalinistische, autoritäre Partei, die in Griechenland immer wieder für viel Wirbel sorgt. Wie etwa am 12. Oktober 2011, während des 48-stündigen Generalstreiks, als die Partei gemeinsam mit ihrer Jugendorganisation KNE und der kommunistischen Gewerkschaft PAME das Parlament in Athen, mit Knüppeln und Helmen bewaffnet, beschützten, worauf hin es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und anti-autoritären sowie anarchistischen DemonstrantInnen kam. Sie schützten nicht nur das Parlament, in dem sie, wie sie es beschrieben, es „einkesselten“(als ihre Form des Widerstands) sondern übernahmen noch darüber hinaus die Funktion der Aufstandsbekämpfungseinheit MAT.
Die KKE ist weitweg von jeglicher revolutionärer Perspektive, die momentan in vielen Mündern der griechischen Bevölkerung ist. Als Alexandros Grigoropoulos 2008 von einem Bullen erschossen wurde und eine Revolte durch verschiedenste Städte Griechenlands zog, war die KKE, als gewählte Partei im Parlament, diejenige, die den Jugendlichen Einhalt gebieten wollte. Sie sollten, so die Partei, Ruhe bewahren und sich nicht der Revolte, die aus mehr als „nur“ dem Tod Alexis herrührte, hingeben.
Weiterhin besitzt die KKE, die sich eigentlich dem Antiimperialismus verschrieben hat, und somit viele Thesen des Antikapitalismus aufgreifen sollte, Unmengen von Geldanlagen, Immobilien, schlichtweg Eigentum, dass sie sich nicht nur von ihren 60 000 MitgliederInnen, sondern auch aus dubiosen Geschäften während der Zeiten des Ostblocks (unter anderem vom SED-Regime) zusammen raffte und nun einer der reichten Parteien des Westens ist. Und das in Zeiten der Krise in einem Land wie Griechenland, dessen Bevölkerung immer mehr in die Armut und Erwerbslosigkeit rutscht. Der Begriff des „Partei-Bonzentums“ könnte in diesem Falle sehr treffend sein.
Als die KKE beim Generalstreik (siehe oben) das Parlament bewachten, kamen einigen Menschen Erinnerungen hoch und mit ihnen der Slogan “Das Abkommen von Varkiza wurde gebrochen; wir befinden uns wieder im Krieg.”
Damals ging 1945 die EAM/ELAS( Berfeiungsfront/Befreiungsarmmee), dessen Teil die KKE war, das Abkommen mit der griechischen, rechtsgerichteten Regierung ein, ihre Waffen nieder zu legen um als kommunistische Partei im Parlament vertreten zu sein. Statt der damals geforderten sozialistischen Republik wählten sie den Parlamentarismus, der sie 1947 verbat. Welch Ironie. Nun, 66 Jahre später verteidigen sie diese moderne korrupte Politik, wie sie im Parlament Griechenlands praktiziert wird. Wieder haben sie die Revolution verraten.
Die KKE und ihre Gewerkschaft PAME vertreten seit einiger Zeit die Interessen der StahlarbeiterInnen in Griechenland. Damit nehmen sie ihnen jegliche Form der Selbstorganisierung und Inszenieren sich als „einzig legitime Vertretung“ dieses Streiks. Sie vereinnahmen das revolutionäre Potential und könnten dadurch jegliche Kontrolle über diese inne haben. Gerade in Bezug auf ihre Forderungen, und deren Umsetzung. KKE und PAME als kommunistischer Arm einer korrupten Regierung. Das wir generell etwas mehr Kritik an dem Streik, und nicht nur Beschönigungen hören wollen würden, bestätigte uns das Foto zweier Sprecher der ArbeiterInnengewerkschaft in Aspropyrgos mit 2 Handlangern der faschistischen Organisation „Golden Dawn“ (Goldene Morgendämmerung). Solidarität ist eine wichtige Praxis, aber auch die StahlarbeiterInnen müssen ihre Verbindungen zu solch reaktionären Verbänden ( links wie rechts) kappen, damit sie diese von uns erhalten können. Wir sind froh dass es einige AnarchistInnen und Libertäre gibt, die in den ArbeiterInnenkampf intervenieren.
Zu guter Letzt, um wieder in aktuelle Berliner Gefilde zu kommen. Das die DKP dazu einlädt, gemeinsam mit der Referentin aus der KKE, zu diskutieren, in einem emanzipatorisch geprägten Ort, dem Cafe Commune in Berlin Kreuzberg, ist für uns nichts Neues. Schon letztes Jahr im September, nahm die Deutsche Kommunistische Partei an einem internationalen, stalinistischem Treffen in Athen, zusammen mit der KKE, teil. Für uns ist dies nur eine weitere Bestätigung, auf welcher Seite der Barrikade die DKP, und ihre veralteten Strukturen stehen. Nicht auf der, der Revolte, der Revolution, der Befreiung.
Wir können nichts gegen solche Tendenzen hier in Berlin tun, als ihnen ab und an Einhalt zu bieten oder sie schlichtweg aus zu lachen, sind sie doch nur ein geringer, unbedeutender Teil einer revolutionären Bewegung. Was wir aber unseren kämpfenden GenossInnen schuldig sind, als Teil unserer internationalen Solidarität, ist es solchen Kräften, wie der KKE, den Raum zu nehmen, um ihre autoritäre Politik zu vertreten. Da hilft keine Diskussion, sondern nur der Rauschmiss.
Wir finden es schade, dass das Cafe Commune solchen Gruppierungen die Möglichkeiten geben und würden uns wünschen, wenn es seitens der BetreiberInnen eine Stellungnahme diesbezüglich gibt.
Zitat griechischer GenossInnen nach den Ereignissen vom 48-Stündigen Generalstreiks:

„Es ist erschreckend und empörend, wie diese (und andere nicht genannte, wie z.B. die SDAJ, die in der Vergangenheit auch immer für die KKE geworben hat) dogmatischen Stalinisten bzw. Marxisten ihre Erkenntnisse gewinnen und was sie uns als Wahrheit andrehen wollen. Haben wir sie bisher eher belächelt oder der eine bzw. die andere vielleicht auch mal aus unverständlichen Gründen das UZ (Unsere Zeitung) – Pressefest besucht, ist es jetzt an der Zeit sich eindeutig abzugrenzen und zu positionieren und die Hetze und Lügen nicht einfach hinzunehmen. Aus Solidarität mit den sozialen Kämpfen in Griechenland kann es keine Bündnisse und Zusammenarbeit mit diesen Feinden der Freiheit geben, sondern nur die Konfrontation…“

Für eine freie, emanzipatorische Gesellschaft, ohne Zwänge und Autoritäten.
KKE und DKP sind nicht die Söhne und Töchter der ArbeiterInnen, sie sind die Hunde der Bosse!

AnarchistInnen aus Berlin

Quelle: linksunten