Archiv für Mai 2012

Polizeirepression in Siegburg

Siegburg hat ein Gewaltproblem!

In Siegburg kommt es immer wieder zu gewalttätigen Angriffen auf Jugendliche, in der Vergangenheit wurden schon mehrfach Menschen durch Kampfhunde gebissen und verletzt.
Diese Angriffe gehen nicht, wie man vermuten könnte, von rivalisierenden Jugendgangs aus. Nein, ganz im Gegenteil, die Polizei steckt hinter diesen Angriffen!

Ende April wurde beispielsweise eine Gruppe Jugendlicher auf dem Weg zum Bahnhof unter haltlosen Anschuldigungen von der Polizei gestoppt. Die PolizistInnen warfen der Gruppe vor, auf dem Weg durch die Innenstadt Schaufensterscheiben demoliert zu haben. Am nächsten Morgen war es jedoch unmöglich, eine zerstörte Scheibe in der Siegburger Innenstadt zu finden!
Dies hinderte die Polizei nicht daran, massiv Pfefferspray gegen die Jugendlichen einzusetzen. Eine Person musste infolge dessen von Rettungssanitätern behandelt werden. Im Laufe dieses Überfalls kamen immer mehr PolizistInnen hinzu. Zuletzt sogar ein Zivilfahrzeug mit einem Hund im Kofferraum. Dieser Hund wurde vom Hundeführer an der langen Leine gehalten und biss mehrere Personen in die Gliedmassen und das, obwohl die Personengruppe bereits von mehreren PolizistInnen in eine Ecke gedrängt worden war!
Zu allem Überfluss wurden nun alle männlichen Jugendlichen in Polizeigewahrsahm verbracht und mussten dort bis zum nächsten Morgen bleiben. Erstaunlicherweise wurde keine der jungen Frauen mit auf die Wache genommen.

Im Laufe der Nacht vom 12. auf den 13. Mai wurde die Polizei zu einer Ruhestörung gerufen, welche vom selbstverwalteten Jugenzentrum ausging. Hier wurde nicht wie sonst üblich eine kleine Anzahl an PolizistInnen vorbei geschickt, um nach dem rechten zu schauen. Von Beginn an waren 4 Polizeibeamte und zwei Menschen vom Ordnungsamt anwesend.
Die Einsatzkräfte behaupteten, auf der Straße noch Musik zu hören als drinnen bereits gar keine Musik mehr lief! Bis zu diesem Zeitpunkt blieben die Einsatzkräfte ruhig und kooperativ. Aus welchen Gründen auch immer, beschloss der Einsatzleiter jedoch alle Polizeikräfte aus der Umgebung anzufordern und bestand darauf, Zutritt zu den Räumlichkeiten des Jugendzentrums zu bekommen. Hier wurde ein Drohszenario aufgebaut, welches beinhaltete, dass das Jugendzentrum noch in der Nacht von Polizeikräften gestürmt werde.
Die VeranstalterInnen einigten sich darauf, gemeinsam mit dem Einsatzleiter eine Begehung der Örtlichkeit zu machen. Während diese Begehung stattfand, versuchten vor dem Jugendzentrum einzelne Beamte in das Zentrum zu stürmen und die Lage zu verschärfen. Gesprächsversuche der Veranstaltenden wurden mit „Halt die Schnauze“ beantwortet und große Pfefferspray-Löscher in Richtung der Feiernden in Stellung gebracht. Partygäste und Veranstalter mussten beruhigend auf die Beamten einreden, um eine Eskalation zu verhindern.
Die Polizei schweigt im Nachhinein stets zu solchen Einsätzen.
Ein solches Polizeiverhalten ist ein Angriff auf alternative Kultur und uns Jugendliche in Siegburg, welches wir nicht weiter hinnehmen können und wollen!


Polizeigewalt aufdecken!
Polizeiwillkür unmöglich machen!

Quelle: libertaerejugendsu.blogsport.de

Themenwochenende „Anarchie“ am 2./3. Juni 2012 in Bregenz

Am 2. und 3. Juni findet im AJZ Between in Bregenz (liegt direkt gegenüber vom Bahnhof, Bahnhofstraße 47) eine Themenwochenende Anarchie statt. Anbei findet ihr das Programm, zudem gibt es noch Büchertische mit spannenden Materialien, u.a. vom Anarchia-Versand und LAW. Der Eintritt zum Programm ist frei.

Samstag, 2. Juni 2012
10:00 – 12:00 Was ist eigentlich Anarchie?
12:30 – 14:30 Mythos Schule
15:00 – 17:00 Workshop Definitionsmacht
17:30 – 19:00 Knast & Strafe

Sonntag, 3. Juni 2012
10:00 – 12:00 COMMONismus
12:30 – 14:30 Geschichte des Anarchosyndikalismus
15:00 – 17:00 Anarchafeminismus
17:30 – 19:00 Feministisch ficken

Die Dauer der jeweiligen Vorträge kann natürlich abweichen. An die Anfangszeiten versuchen wir uns so gut wie möglich zu halten.

2 & 3 Juni 2012, Jeweils ab 10:00 Vormittags

AJZ Between,
Bahnofstraße 47 (gegenüber Bahnhof),
A-6900 Bregenz

Eintritt frei

Dieses Wochenende ist für alle Leute, die sich schon mal gefragt haben was Anarchie eigentlich bedeutet. Wolltet ihr schon mal wissen was es mit der Anarchie auf sich hat? Wie soll das Ganze denn funktionieren? Anhand verschiedener Vorträge, Diskussionen & Workshops soll der Versuch gestartet werden, Interessierten Menschen das Ideenspektrum der Anarchie näherzubringen. Dazu ist natürlich weder ein Grundwissen noch eine ideologische Grundhaltung nötig. Das Einzig nötige ist der Wunsch sich für ein paar Stunden mit dem Thema auseinanderzusetzen und der Respekt gegenüber anderen BesucherInnen.

Aus verschiedenen Teilen des Deutschsprachigen Raumes haben wir ReferentInnen eingeladen

Hier ein Überblick über die verschiedenen Themen, die genaue Reihenfolge wird noch in naher Zukunft festgelegt. Währenddessen werden wir euch hier auf den Laufenden halten. Falls Fragen bestehen, fühlt euch frei uns unter zuendschnur@riseup.net zu kontaktieren!:

Was ist eigentlich Anarchie?
Vortrag von Rudolf Mühland

Rudolf Mühland geht der Frage nach was Anarchie ist und welche Antworten sie für die Probleme Heute und in der Zukunft liefern kann anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag nach. Welchen Sinn macht es zum Beispiel für Studierende sich in sogenannten Bildungssyndikaten selbst zu organisieren? Sind Studierende auch ArbeiterInnen? Und wenn ja, sollten sie in einer Gewerkschaft sein? Welche Möglichkeiten der Organisation schlägt „der Anarchismus“ auf sozialer, kultureller und ökonomischer Ebene vor? Wie organisieren sich AnarchistInnen schon heute und wie stellen sie sich die Transformation der Gesellschaft vor? Dies sind einige der Fragen die er in seinem Vortrag nachgehen wird. Insgesamt legt R. Mühland in seinem Vortrag einen Schwerpunkt auf die Makrostrukturen unserer Gesellschaft. Anschließend bleibt noch Raum für eine eingehende Diskussion der aufgestellten Thesen.

Mythos Schule – oder: Warum Bildung entstaatlicht und entschult werden muss
Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Klemm

Die zentrale These seines Vortrags ist, dass Bildung und Lernen nur dann wirklich gelingen können, wenn sie entstaatlicht und entschult werden. In den Mittelpunkt seiner Argumentation stellt Ulrich Klemm vier traditionelle Vorstellungen von Schule, die er als Mythen bezeichnet:
– Schule sichert Wissen
– Schule schützt Kinder
– Schule garantiert kulturellen Fortbestand
– Schulreformen verbessern Schule.

Erst wenn wir es wagen, uns auf ein anderes Bild von Schule einzulassen und Bildung „vom Kinde aus“ denken lernen, werden wir den Blick frei bekommen für eine freiheitliche Veränderung unseres Bildungssystems.

Ulrich Klemm ist Sozialwissenschaftler, Hochschullehrer in Augsburg und Leipzig sowie Lehrbeauftragter für internationale Bildungsforschung an der PH Weingarten. Er war in der Erwachsenenbildung tätig, ist seit 1991 Verleger. Er arbeitet als Unternehmensberater im Gesundheitsbereich und ist Geschäftsführer der Europäischen Donau-Akademie in Ulm. Zuletzt erschienen von vom ihm: „Libertäre Pädagogik – Ein Einführung“ (2011), Bildung ohne Zwang“ (2010), „Mythos Schule“ (2009).

Definitionsmacht & Zustimmungskonzept
Workshop der asap München (Antisexistisches Aktionsbündnis)

Mit dem Workshop zum Thema „Definitionsmacht & Zustimmungskonzept“ wollen wir die Basis für eine antisexistische Praxis schaffen. Um einen Umgang mit sexualisierten Übergriffen zu finden, braucht es ein Umfeld des Vertrauens und der Solidarität.
Während des Workshops wollen wir anhand eines Textes gemeinsam erarbeiten, ob und wie Definitionsmacht umgesetzt werden kann, uns aber auch überlegen, wie Grenzverletzungen verhindert werden können.

Knast & Strafe
Diskussionsrunde mit/von individuellen Anarchist_innen

Gefägnisse, Lager, Heime – Auswüchse einer einsperrenden Gesellschaft und eine radikale Kritik daran.,> Diskussionsveranstaltung mit kurzem theoretischen Input.

Feministisch Ficken – zur Rolle von Sexualität in feminstischen Kämpfen
Vortrag von L.

In diesem Vortrag wird diskutiert wieso Sexualität in feministischen Kämpfen eine so große Rolle spielt und wie Sexismus in vielen Lebensbereichen über Sexualität transportiert wird.

Geschichte des Anarcho-Syndikalismus
Vortrag von der FAU Düsseldorf

Der Anarchosyndikalismus ist eine Verbindung von Anarchismus und revolutionärem Syndikalismus. Im Allgemeinen erkennt der Anarchismus gewerkschaftliche Verbindungen und der Syndikalismus anarchistische Kollektive an.
In Österreich & Deutschland existieren zur Zeit zahlreiche Syndikate und Ortsvereine, die sich Anarchosyndikalistisch nennen. Die meisten von ihnen haben sich zusammengeschlossen als Freie ArbeiterInnen Union (FAU).

Anarchafeminismus – Ein Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss.
Vortrag der Ag Anarchafeminismus der Libertären Aktion Winterthur

Maria Mattéo stellte in ihrem Beitrag zum Kongress „Ungleichheit der
Geschlechter“ 1987 in Lyon fest, dass der libertäre Feminismus bislang
lediglich eine Hypothese sei, die erst noch ausgearbeitet werden müsse.
Bis heute sind uns die Vertreterinnen des Anarchafeminismus eine solche
Ausarbeitung schuldig geblieben.

Was ist eigentlich Anarchafeminismus?

In einem ersten Teil werden in diesem Vortrag historische Ansätze
aufgezeigt, indem bekannte Anarchafeministinnen wie Emma Goldman, Louise
Michel oder die Gruppe Mujeres Libres vorgestellt werden. In einem
zweiten Teil werden neuere Ansätze (vorwiegend aus den 80er Jahren), wie
zum Beispiel von Rosella di Leo oder Janet Biehl aufgegriffen, und
offene Fragen aufgezeigt.

COMMONismus (Beitragen statt tauschen)
Vortrag von Christian Siefkes

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Commons (Gemeingütern) und freiwilliger Kooperation beruht. In commonsbasierter Peer-Produktion entstehen Freie Software (wie Linux und Firefox), die Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung; sie steckt hinter Freien Funknetzen und Projekten wie SETI@home. In diesem Vortrag wird es darum gehen, wie und warum Peer-Produktion funktioniert und wie sie den Sprung von der immateriellen in die materielle Welt schaffen kann: wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die im Wesentlichen auf Commons und Peer-Produktion beruht, so dass es kein Geld und keinen Markt mehr braucht? Warum treiben die dem Kapitalismus inhärenten Tendenzen die Entwicklung einer solchen Gesellschaft selber voran; und welche Herausforderungen und Probleme stehen ihr entgegen?

Christian Siefkes ist ein Autor und Informatiker, er arbeitet als selbstständiger Software Ingeniuer und ist Spezialist für fortgeschrittene Algorithmen und Datenbank-design in Berlin.
Er hält ein Doktortitel für Informatik an der Freien Universität Berlin.

Wir hoffen, dass ihr an einen oder mehreren der genannten Themen Interesse findet und uns an diesem Wochenende begleitet.

Desweiteren werden Infotische, Bücherstände, Vegane Imbisse (süß/salzig) und Filmvorführungen angeboten.

In diesem Fall bleibt nur noch zu sagen, wir freuen uns auf euren Besuch und auf spannende und rege Diskussionen!
Haltet euch auf den Laufenden.

Infoladen Zündschnur

Quelle: zuendschnur.blogsport.de

A-Netz ♥ IvI

Wir als Gruppen des An­ar­chis­ti­schen Netz­werkes Süd­west* so­li­da­ri­sieren uns mit dem von Räu­mung be­drohten In­stitut für ver­glei­chende Ir­re­le­vanz. Das In­stitut für ver­glei­chende Ir­re­le­vanz (kurz IVI) wurde im Laufe der Stu­die­ren­den­pro­teste 2003 in Frank­furt am Main be­setzt und ist seitdem ein Ort an dem sich Kunst- und Kul­tur­schaf­fende, kri­ti­sche Wis­sen­schaftler*innen und po­li­ti­sche Gruppen be­tä­tigen können. Diese ver­schie­denen Zu­gänge der an dem Pro­jekt be­tei­ligten Gruppen und Ein­zel­per­sonen er­mög­li­chen einen regen Aus­tausch und eine um­fas­sende Be­schäf­ti­gung mit ge­sell­schafts­kri­ti­schen Themen. Zudem ist das IVI ein Raum, in dem es mög­lich ist, un­sere Vor­stel­lungen eines an­deren Zu­sam­men­le­bens schon im Hier und Jetzt aus­zu­pro­bieren und bei Be­darf weiter zu ent­wi­ckeln.

Das IVI ver­sucht zudem ein Platz zu sein, in dem sich jede*r ohne Angst frei be­wegen kann und es egal ist, wel­ches Ge­schlecht, welche Her­kunft, wel­ches Alter oder welche se­xu­elle Ori­en­tie­rung mensch hat.

Eine Räu­mung des IVI kommt für uns nicht in Frage!

In einer Ge­sell­schaft die von man­nig­fal­tigen Herr­schafts- und Aus­beu­tungs­ver­hält­nissen durch­zogen ist, braucht es Ge­genent­würfe wie das IVI. Es braucht solche (wenn auch nur be­grenzten) Frei­räume, um dem Ein­zelnen die Mög­lich­keit zu geben, kri­tisch das Be­ste­hende zu re­flek­tieren und über Mög­lich­keiten der Ver­än­de­rung nach­zu­denken.

Wir als An­ar­chis­ti­sches Netz­werk Süd­west* rufen dazu auf, sich im Falle einer Räu­mung an den Pro­tes­t­ak­tionen zu be­tei­ligen.

IVI bleibt!

Quelle: a-netz.org

Seite des IVI: HIER

Demonstrieren in den Zeiten des Bank Run – Zu den «Blockupy»-Aktionstagen

«Bank Run» nennt man es, wenn verunsicherte Bankkunden in großer Anzahl die Schalter oder Geldautomaten stürmen, um ihre Ersparnisse in Bargeld zu verwandeln. Macht das eine kritische Masse an Menschen, müssen die Banken innerhalb kurzer Zeit ihre Schalter schließen. Ein «Bank Run» ist der Albtraum einer jeder Regierung, denn er ist der manifeste Beleg, dass das Finanz- und mit ihm das gesamte Wirtschaftssystem kurz vor dem Zusammenbruch steht. «Bank Run» hört sich also nicht nur so ähnlich an wie «Bank Ruin» sondern schmeckt auch ganz ähnlich. In Griechenland scheint in den letzten Tagen ein «Bank Run« seinen Anfang genommen zu haben und auch in Spanien stieg der Umfang an Bargeldabhebungen sprunghaft. Einen Run ganz besonderer Art erlebte in dieser Woche Frankfurt/Main. In der Stadt waren seit Donnerstag die meisten Geldautomaten abgeschaltet. Dies ist die Begleitmusik zu einer unglaublichen Hysterie, mit der das politische Establishment in den letzten Tagen vormacht hat, dass es gewillt ist, die vermeintlichen Bürgerrechte mit Hilfe von Polizei und Gerichtsbarkeit jederzeit außer Kraft zu setzen, wenn die Interessen der (Finanz-)Wirtschaft und der Shareholder-Value dies erfordern.

Wer seit letzten Mittwoch versuchte, aus einem der vielen Geldautomaten in der Frankfurter City Geld zu ziehen, erlebte in der Regel eine böse Überraschung. Fast alle Automaten waren abgeschaltet. Die Folge: An den wenigen noch funktionierenden bildeten sich lange Schlangen. Anders als in Athen oder Madrid waren diese Schlangen allerdings noch nicht das panische Vorspiel zu einem Bank Run, bei dem wie im Dezember 2001 in Buenos Aires die Rollgitter der Banken fallen und die Konten eingefroren werden. Bis dahin wird es wohl noch ein wenig dauern.

Die Abschaltung der Automaten in der Mainmetropole war vielmehr Teil eines Szenarios, in dem die von der CDU und den GRÜNEN gestellte Stadtregierung auf Drängen übergeordneter Behörden das Zentrum der Stadt in das Aufmarschgebiet eines Bürgerkrieges verwandelt hat. Mehr als 5.000 Polizisten, darunter große Mengen Aufstandsbekämpfungseinheiten und hunderte von Beamten in Zivil versuchten in den letzten Tagen Aktionen einiger hundert AktivistInnen von «Blockupy» zu verhindern. Was den DemonstrantInnen nicht so recht gelungen ist, hat dabei schließlich der Aufmarsch des staatlichen Gewaltmonopols zu Stande gebracht. Nix ging mehr in der City of Francfort, viele Beschäftigte freuten sich über zwei unverhoffte freie Tage ohne Zwang zur Lohnarbeit.

Weniger spaßig ist allerdings, dass die Institutionen dieses Staates im Vorfeld der angekündigten Blockade gezeigt haben, wie umstandslos sie bereit sind, die demokratische Maske fallen zu lassen und sich stattdessen die schwarzen Hasskappen der Aufstandsbekämpfungspolizei überzustreífen. Wenn es bereits jetzt, in einer Situation in der die Krisenbewältigung in diesem Lande noch halbwegs zu funktionieren scheint, möglich ist, ohne viel Federlesens und unter dem Jubel eines nicht geringen Teils der veröffentlichten Meinung, das Demonstrationsrecht faktisch außer Kraft zu setzen, ist es vermutlich angebracht, sich der letzten eventuell noch verbliebenen Illusionen über den Charakter dieses Systems zu entledigen.

Im Umfeld der geplanten Proteste wurden nicht nur faktisch alle Kundgebungen und Versammlungen verboten und diese Verbote von einer Justiz, die ansonsten eifrig darum bemüht ist, jeden Naziaufmarsch zu genehmigen, letztinstanzlich durchgewunken. Die Polizei ihrerseits hatte hunderte von potentiellen DemonstrantInnen bereits auf der Anreise gestoppt, dokumentiert, abgelichtet, erfasst, gespeichert und mit einem summarischen Aufenthaltsverbot belegt. In den Wochen davor hatte sie bereits versucht, mehr als 600 DemonstrantInnen ein Aufenthaltsverbot für Frankfurt zu erteilen. Unter díesen befanden sich auch über 400 Menschen, die von der Polizei bei der Demonstration im Rahmen des M31-Aktionstages willkürlich eingekesselt und festgenommen worden waren. Der Staatsschutz ging parallel dazu in Frankfurt Klinken putzen und versuchte Druck auf diejenigen Einrichtungen auszuüben, die Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Infrastruktur rund um «Blockupy» zur Verfügung gestellt haben. Am Samstag, dem Tag der genehmigten zentralen Demonstration, deren Verbot man jedoch schon im Vorfeld für den Fall angedroht hatte, dass es während der Blockupy-Tage doch Aktionen geben sollte, wurden die Züge auf dem Weg nach Frankfurt durchsucht und Ringe mit Straßensperren rund um die Bankenmetropole errichtet.

Angesichts der von Staat, Polizei und Medien betriebenen Hetze und der faktischen Außerkraftsetzung des Versammlungsfreiheit drängten sich älteren TeilnehmerInnen unwillkürlich Erinnerungen an das Klima der späten 70er auf. Seinerzeit gehörte es fast schon zum Alltag, dass man auf dem Weg z.B. zu einer Anti-AKW-Demonstration bei den Personenkontrollen auf den gesperrten Autobahnen erst einmal die Maschinenpistole durch die geöffnete Scheibe gehalten bekam.

Wenn schon jetzt die Aufstandsbekämpfungskonzepte mit Blick auf die Rating-Agenturen so aussehen, wie es der Staat in Frankfurt/Main getestet hat, braucht es wenig Phantasie, um sich die Sorte von „Freiheit und Democracy“ vorzustellen, der man die unzufriedene Bevölkerung im Zuge einer sich verschärfenden Krise zu unterziehen gedenkt. Über die Konzepte für den Fall massenhafter Krisenproteste tauschen sich die europäischen Fachagenturen für Aufstandsbekämpfung schon seit längerem aus.

In Frankfurt/Main dürfte das Resumée aus Sicht des polizeilichen Lagezentrums eher zwiespältig ausgefallen sein. Unter denen, die sich an «Blockupy» und der Großdemonstration am Samstag beteiligt haben, waren viele, die vornehmlich deshalb gekommen sind, weil sie ein Zeichen setzen wollten gegen die Verbote und die Einschüchterung. Politik, Polizei und Gerichte waren so die besten «Blockupy»-Promotor angesichts einer eher schleppenden Mobilisierung.

Der Polizei ist es mühelos und effizient gelungen, die Blockaden selbst durchzuführen, wenn es ihr schon nicht gelungen ist, die Demonstrationsverbote gänzlich durchzusetzen. Das wurde in höhnischen „ihr habt euch selbst blockiert“-Sprechgesängen auf der Großdemonstration immer wieder vergnügt skandiert und auf den Punkt gebracht. Zum sichtlichen Verdruss von Verwaltung und Polizei drehte sich im Verlauf der Aktionstage dann teilweise auch noch die mediale Stimmung, so dass am Ende Springers «Welt» schon fast beleidigt ein paar Böller wiederkauen musste, welche die Demo am Samstag akustisch begleiteten. Nachdem sich in der Praxis gezeigt hat, wie einfach es ist, die Staatsmacht mit ein paar wohl platzierten Aufrufen zur Selbstblockade einer ganzen Metropole zu treiben, dürfte das wohl jedenfalls nicht der letzte Anlauf zu einem solchen «Blockupy yourself» gewesen sein.

Letztlich kann man es durchaus als Erfolg werten, dass sich hunderte einen feuchten Kericht um die Demonstrationsverbote geschert haben und dass es zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten in Frankfurt/Main deutlich wahrnehmbare Proteste gegen die anhaltenden Bemühungen gegeben hat, die Kosten der Krise auf uns abzuwälzen. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Blockade-Aktionen wie die im Rahmen von Blockupy angekündigten, beherrschbar bleiben, wenn sie nur von kleinen Kreisen politischer AktivistInnen getragen werden und dass sie kaum mehr als Symbolik sein können. Eines der vielen Flugblätter, die auf der Demonstration am heutigen Samstag verteilt wurden, enthielt die Rede der FAU auf der Demo zum M31-Aktionstag. Darin wird die Notwendigkeit einer europaweit vernetzten Mobilisierung gegen das Krisenregime unterstrichen, die zwar auch in eher symbolischen zentralen Demonstrationen ihren Ausdruck finden wird, ihre Grundlage aber in der täglichen Blockade der Krisenpolitik in Betrieben und Stadtteilen entwickeln muss. So könnte aus den in den Bereich des Möglichen gerückten «Bank Runs» letztlich vielleicht ja noch ein «System Change» werden.

Quelle: FAU.org

Solikundgebung für inhaftierte Anarchist_innen aus Istanbul

Am Freitag, 18.05.2012, fand vor der Türkischen Botschaft in Berlin eine Solidaritätskundgebung für verhaftete Anarchist_innen aus Istanbul statt. In Istanbul (Türkei) fanden am Montag, 14.05.2012, mehrere Hausdurchsuchungen in Privatwohnungen, Sozialen Zentren und Kollektiven statt und es kam in diesem Zusammenhang zu 60 Festnahmen von Aktivist_innen und der Beschlagnahmung von PCs, Festplatten und anderen privaten Unterlagen.

Aktionen die am 1. Mai in Istanbul stattfanden und der anarchistischen Szene zugeschrieben werden, nahm die Polizei zum Anlass um Verhaftungen und Hausdurchsuchungen zu legitimieren. Allerdings ist in diesem Zusammenhang bekannt geworden, dass die sozialen Bewegungen in Istanbul seit einem Jahr unter der besonderen Beobachtung der Repressionsorgane standen.

Den Anwält_innen der Aktivist_innen war es zunächst von der Polizei verwehrt worden, die Identitäten der Inhaftierten zu erfahren und mit ihnen in Kontakt zu treten. Klar war zudem nicht, ob es sich ausschließlich um anarchistische Aktivist_innen handelte oder ob auch Freund_innen von diesen in das Raster der Polizei gerieten.

Bis zum Abend des 17.05. wurden 45 Inhaftierte aus der Haft entlassen, 15 der Inhaftierten sitzen nach wie vor im Gefängnis und warten auf eine mögliche Gerichtsverhandlung (Stand 18.05.). Die persönlichen Unterlagen sind jedoch weiterhin beschlagnahmt. Somit ist bisher auch keine_r der bereits entlassenen Aktivist_innen in Sicherheit.

Mit einer Kundgebung vor der Türkischen Botschaft in Berlin, wollten und wollen wir uns mit den inhaftierten Aktivist_innen und den sozialen Bewegungen aus Istanbul solidarisch zeigen. Während der Kundgebung informierten wir die Passant_innen durch Redebeiträge, verteilten Flyer (in türkisch und deutsch) und protestierten lautstark gegen die Repression in Istanbul. Zudem wurde allgemein die Hoffnung nach einer Gesellschaft ohne jegliche Form von Knast und Unterdrückung zum Ausdruck gebracht.


Liebe und Anarchie!

Einige freiheitsliebende Anarchist_innen

Quelle, Bilder: linksunten.indymedia

Rotzfreche Asphaltkultur auf dem ehem. besetzten Topf & Söhne-Gelände

Am 16. April 2009 wurde mit SEK und Hubschraubern der besetzte Teil den Topf & Söhne-Geländes geräumt. Danach wurde das Gelände innerhalb von 24 Stunden abgerissen. Genau an dessen Stelle entstand ein Parkplatz mit Einkaufszentrum. Letzten Freitag fanden sich die MusikerInnen der Rotzfrechen Asphaltkultur mit ca 120 Menschen zusammen, um mit einem spontanen Konzert für ein neues Besetztes Zentrum in Erfurt zu spielen. Nachdem die MusikerInnen über eine Stunde bei Sonnenschein gespielt hatten, hat auch die Polizei das unangemeldete Konzert gefunden, war aber mit der Situation überfordert.

Quelle: filmpiraten.org

Videos zu Blockupy Frankfurt

Laura wieder in Freiheit!

Nach 23 Tagen Haft wurde heute Nachmittag die Organisations-Sekretärin der CGT Barcelona, Laura Gomez, aus der Haft im Untersuchungsgefängnis von Wad Ras per Gerichtsentscheid entlassen. Laura wurde gegen eine Kaution von 6.000 Euro freigelassen. Vor dem Gefängnis hatten sich mehrere hundert Unterstützer_innen versammelt, die Laura herzlich und mit Applaus in Freiheit begrüßten. Nach wie vor sind aber weitere Verfahren gegen Streikende vom Generalstreik am 29. März am laufen. Deswegen kam es heute in zahlreichen Städten Spaniens zu öffentlichen Aktionen mit der Forderung nach Einstellung dieser Verfahren. Wir werden weiter berichten.

Ein Video der Freilassung findet ihr hier: KLICK

Quelle: Syndikalismus.tk

Zitat des Monats

“Vertraut Euer Schicksal nicht Menschen an, die unvermeidlich unfähig und künftige Verräter sind.”

Elisée Reclus – „Wählen heißt entsagen“ (Brief an Jean Grave, 26.09.1885)

Tinnitus für Sarrazin

Die knapp 1000 Sitzplätze sind gefüllt in der Alten Oper Erfurt, als Thilo Sarrazin mit seiner Lesung beginnt. Er bekommt tosenden Applaus als er sich als Rebell gegen den Mainstream darstellt. Vor der Alten Oper haben sich einige Hundert GegnerInnen versammelt, um ihren Unmut kundzutun. Kurzzeitig versuchen einige Menschen die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, was allerdings nicht gelingt. Gegen 20:30Uhr, als die GegnerInnen schon am Heim gehen waren, schrillen laute Alamsirenen aus der Alten Oper. Securities rennen aus dem Eingang und zertreten auf den ersten Blick Feuermelder. Antira-AktivistInnen hatten während der Lesung „Alarmeier“ durch den Saal geworfen, wodurch die Lesung kurz unterbrochen werden musste.

Quelle: filmpiraten.org