Zehntausende bei revolutionären 1.Mai Demonstrationen

Am 1. Mai 2012, dem internationalen Kampftag der arbeitenden Klasse, versammelten sich in verschiedenen Städten Deutschlands mehrere zehntausend Menschen zu antikapitalistischen und revolutionären 1. Mai-Demonstrationen. In vielen weiteren Städten organisierten antikapitalistische Gruppen “revolutionäre” oder “alternative” Blöcke auf den Demonstrationen des klassenkampffeindlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Zudem traten mehrere tausend AntifaschistInnen gegen geplante Aufmärsche von Neonazis in Aktion.

Die größte revolutionäre 1. Mai-Demonstration fand in Berlin mit 25.000 TeilnehmerInnen statt. Die Demonstration wurde von der Polizei wiederholte male brutal angegriffen und schließlich unter Anwendung massiver Gewalt aufgelöst. In Stuttgart zogen 700 Menschen unter dem Motto “Den Klassenkampf organisieren” durch die Stadt. Zuvor war es zu einer Farbattacke auf die Bürogebäude zweier Kapitalistenverbände gekommen. In einer Erklärung dazu heißt es: “Wir haben den Kampftag der ArbeiterInnenklasse zum Anlass genommen um mit bunten Farbflecken am Gebäudekomplex in der Stuttgarter Löffelstraße die Arbeitgeberverbände an den innerhalb des Kapitalismus unaufhebbaren Klassengegensatz zu erinnern. In dem Gebäude sitzen u.A. die „Arbeitgeber Baden-Württemberg“ und die „Südwestmetall“. Letztere wird in den kommenden Wochen versuchen, in den anstehenden Tarifverhandlungen, unsere KollegInnen in der Metall- und Elektroindustrie einzulullen und über den Tisch zu ziehen. Der Feind ist nun markiert!Gegen Ausbeutung und Unterdrückung:Für einen entschiedenen, proletarischen Klassenkampf!” In Nürnberg beteiligten sich an der traditionellen revolutionäre 1. Mai Demonstration über 3000 Menschen. Die Demonstration stand unter dem Motto: „Die Welt in Aufruhr – für eine revolutionäre Perspektive! Antikapitalistisch, klassenkämpferisch, antipatriarchal! Für die soziale Revolution!“

In Köln gab es einen “kleinen sozialrevolutionären Block” auf der mehrere tausend Menschen großen DGB-Demonstration. Der Block wurde von anarchistischen und anarchosyndikalistischen Gruppen gebildet. Am Vorabend zog eine unangemeldete sozialrevolutionäre Demonstration mit 80 -100 TeilnehmerInnen durch Köln-Ehrenfeld. Die Demonstration wurde von der Polizei angegriffen und 8 TeilnehmerInnen festgenommen. Einen eigenständigen anarchistischen/anarchosyndikalistischen Mai-Aufzug gab es in Dresden-Pieschen, einem prekarisierten Wohnbezirk. Die FAU in Dresden wandte sich mit einem Redebeitrag an die dortige Bevölkerung. In Bielefeld stellte die dortige FAU das Thema Leiharbeit in den Mittelpunkt ihrer Mai-Ansprache.

Antifaschismus in Aktion – Angriffe von Salafisten

In Wittstock (Nordbrandenburg) mussten die 170 Neonazis ihren Aufmarsch bereits nach 200 Metern abbrechen. Ein ca. 500 Personen starker antifaschistischer Protest, u.a. mit Sitzblockaden, hinderte sie am weiterziehen. Auch in Neubrandenburg konnte die NPD keinen Erfolg feiern. Ca. 150 Neonazis wurden von mehreren hundert AntifaschistInnen zur Verkürzung ihrer Demo-Route gezwungen. Die Abschlusskundgebung der Neonazis erfolgte in der fast menschenleeren Ihlfelder Innenstadt. Unter dem Motto “They shall not pass” demonstrierten mehr als 2000 AntifaschistInnen gegen den in Neumünster angekündigten Neonazi-Aufmarsch. In einem Bericht dazu heißt es: “Es gab kein Durchkommen für die Nazis zu ihrem Auftaktort. Ein spontaner Aufzug der Nazis wurde wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz von der Polizei unterbunden. Diese im Holsatenring stehende Gruppe Nazis wurden nach einiger Zeit in Gewahrsam genommen. Am Auftaktort brachen ca. 30 Nazis die Demo aufgrund von mangelnder Zahl ab.” In Solingen hatte die rassistische Organisation PRO NRW zu einer anti-islamischen Kundgebung vor einer Moschee aufgerufen. AntifaschistInnen stellten sich dem Treiben lautstark entgegen. Zwei AntifaschistInnen wurden von Salafisten tätlich angegriffen: “Obwohl sich beide offen und mehr als deutlich als Antifaschisten zu erkennen gaben, wurden sie sofort mit schweren Holzlatten niedergeschlagen, so dass es keine Möglichkeit zur Verteidigung gab. Dabei wurde noch über einen längeren Zeitraum massiv und menschenverachtend auf den Kopf eines bereits am Boden liegenden Opfers eingetreten. Glücklicherweise wurde im Krankenhaus keine schwere Kopfverletzung festgestellt. wovon aufgrund der Schwere des Angriffs ausgegegangen werden musste. Das andere Opfer wurde bei dem Angriff am Arm verletzt, hier gibt es noch keine weitere Diagnose.” In Mannheim wurden knapp 300 NPD-AnhängerInnen in Mannheim-Neckarau nach wenigen hundert Metern von 3000 blockierenden Gegendemonstrant_innen gestoppt. Am Vormittag hatten die selben Nazis in Speyer ihren Rassen- und Arbeiterhass trotz antifaschistischem Widerstand in einer Demonstration verbreiten können. Weitere faschistische Aufmärsche fanden in Bonn, Bautzen, und im bayrischen Hof statt. In allen Städten kam es zu antifaschistischen Protesten. In Berlin machten sich ca. 50 Neonazis bei einer Kundgebung lächerlich.

Quelle: syndikalismus.tk