Pussy Riot Aktion gegen Kirche, Staat und Knast im Kölner Dom

Pussy Riot action Köln from Productora deComunicaciónSocial on Vimeo.

PM zur Aktion: „Heilige Maria, Jungfrau, werde Feministin und erlöse uns von Putin“. So lautet ein Zitat der feministischen Punkband „Pussy Riot“ aus Moskau bei ihrem Punkgebet im Februar in der Christi Erlöser Kirche. Es ist auch der erste Satz auf dem Flyer einer am Sonntag im Kölner Dom geschehenen Solidaritätsaktion für die inzwischen wegen „Rowdytums“ zu 2 Jahren Haft verurteilten Feminist_innen.

Gegen Ende der 10 Uhr Messe im Kölner Dom trat am Sonntag eine Gruppe von Aktivist_innen, in bunten Röcken und Strumpfmasken, ähnlich wie die russischen Aktivistinnen in den Gottesdienst und sangen und schrien nach Maria, die ihnen Helfen sollte das „System abzutreiben“ und „Pussy Riot zu befreien“. Bei sich trugen sie ein Transparent: „Free Pussy Riot and all prisoners“ .

Ihr Auftritt dauerte wohl weniger Zeit als der der russischen Aktivist_innen, welche sich etwa 40 Sekunden Zeit verschaffen konnten. Schon nach wenigen Sekunden stürmten die ersten engagierten Mönche und zwei Sicherheitsbeamte auf die singenen Aktivist_innen zu und trugen, schubsten oder zerrten sie unter Einsatz von Würgegriffen und Knietritten aus der Kirche. Dort wurden sie festgehalten bis die Polizei eintraf.

„Durch die Reaktion der Priester wurde bestätigt was wir deutlich machen wollten. Neben einer deutlichen Solidaritätkungebung für Pussy Riot, sollte thematisiert werden, dass nicht nur das russische Regime autoritär und brutal gegen Menschen vorgeht, welche Normen brechen und gegen stumpfe Alltagsregeln verstoßen, sondern jeder Staat. Kirche und Staat sind Institionen, die den Menschen die Selbstbestimmung nehmen und jedes kreative Handeln unterbinden.“ so eine der Aktivist_innen. Der Polizei-Einstzleiter kündigte dann auch an, persönlich Anzeige zu erstatten.

Drei Aktivist_innen, die vor der Kirche zunächst von den Priestern und später von der Polizei festgehalten wurden, hielten während dessen Reden und thematisierten auf deutsch, englisch und spanisch ihre Kritik an Strafe und Herrschaft. Dabei bezogen sie sich auf die Band „Pussy Riot“. Mit einer ähnlichen Aktion gingen die Feminist_innen in der Christi-Erlöser-Kathedrale gegen das russische Regime vor, welches kürzlich einen Gesetzesentwurf vorbrachte, der das öffentliche Leben von Homosexualität unter Strafe stellen soll.

„eine Gemeinschaft wird unendlich mehr durch das gewohnheitsmäßige Verhängen von Strafen verroht als durch das gelegentliche Vorkommen von Verbrechen“- so wurde Oskar Wilde zitiert.

Umstehende Passanten und Kirchenbesucher_innen reagierten unterschiedlich auf die Aktion, so wurde teils applaudiert und andere regten sich lautstark auf und forderten die Festnahme der Aktivist_innen oder dass die ihren Protest ins Internet verlegen sollten.

Quelle: linksunten.indymedia