Archiv für Oktober 2014

Blick nach Kobane – Reisebericht eines Aktivisten der Karakök Autonome (Teil 2)

In Suruc herrscht Ausnahmezustand.

Rund 160’000 Zelte verteilen sich in der Stadt, voll von Flüchtlingen, die Kobane hinter sich gelassen haben. Die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Bereich sind aufgehoben: alle Türen in der Stadt stehen offen, alles gehört allen. Alle Häuser der Stadt bieten Flüchtlingen Unterschlupf, selbst die Moscheen wurden zu Nachtlagern umfunktioniert. Tagsüber liest der Imam den Ezan, nachts hingegen schlafen Hunderte, Tausende Menschen hier. Selbst im Totensaal liegen Schlafsäcke oder Decken am Boden, die Flüchtlingen oder Stadtbewohner_innen eine Schlafgelegenheit bieten. Niemand schläft zweimal im selben Bett, sondern legt sich dort zur Ruhe, wo es sich gerade ergibt. Im Schlafsack, in welchem ich gestern geschlafen habe, schläft heute bereits jemand anderer. Das spielt aber keine Rolle, denn ich werde auch so irgendwo einen Schlafplatz finden. Wer gerade zwei Decken hat, teilt eine. Es fühlt sich an, als seien alle hier seit Jahren enge Freund_innen, trotz oder gerade in Angesicht der tragischen Umstände.


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Das Anarchistische Organisierungstreffen für Dortmund vom 19. Oktober 2014 – Ein Bericht

Auf Initiative der Anarchistischen Gruppe Dortmund wurde am Sonntag den 19. Oktober im Taranta Babu ein anarchistisches Organisierungstreffen abgehalten, zu dem an die 50 Menschen – größtenteils aus Dortmund – kamen und sich aktiv beteiligten.


Eine der vielen Arbeitsgruppen

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von einer flammenden Rede, welche den Anlass des Nachmittags sehr gut ausführte und hier im Volltext zu lesen ist:
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Ereignisse in Südfrankreich, Mord an einem Kämpfer durch die Polzei

Es folgt eine auszugsweise Übersetzung eines Textes von nantes.indymedia.org, geschrieben von Besetzer*Innen vom Zad in Notre dame des Landes. Der Mittelteil wurde weggelassen, da er von der Gesamtsituation, insbesondere von starker Gewalt durch die Polizei in den besetzten ländlichen Gegenden in Notre Dame des Landes in der Nähe von Nantes und der Gegend um den Sivens Wald bei Testet in Südfrankreich erzählt. Es ist beispielsweie die Rede von mehreren zerschossenen Augen bei Besetzer*Innen in der jüngeren Vergangenheit.
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Hausbesetzung in Bremen!

Update: Das Haus wurde von den Besetzer*innen nach Gesprächen mit dem Eigentümer freiwillig verlassen. Es kam wohl zu einer Übereinkunft – mehr ist uns nicht bekannt.

„Was siehst du, Grauschimmel?“ fragte der Hahn.

„Was ich sehe?“ antwortete der Esel, „einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken, und Räuber sitzen daran und lassen’s sich wohl sein.“

„Das wäre was für uns“, sprach der Hahn.

„Ja, ja, ach, wären wir da!“ sagte der Esel.

Da ratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müssten, um die Räuber hinauszujagen,

und fanden endlich ein Mittel…

Die Tiere haben das Haus besetzt!

Da wären wir also schon wieder, wir: Stadtmusikant_innen und Bande, zurück mit einer Geschichte, so alt wie der Kapitalismus selbst. Wir haben unseren starren, langweiligen Alltag hinter uns gelassen und gemeinsam beschlossen, die Eigentumsverhältnisse aufzumischen, immer auf der Suche nach dem schönen Leben! Katze, Hahn, Hund, Esel und unsere ganzen anderen tierischen Freund_innen, wir mögen auf den ersten Blick ja recht verschieden daher kommen, aber uns alle eint unsere Leidenschaft zur Freiheit – Unsere Sehnsucht gilt einem Leben in Selbstbestimmung; wir träumen von einer freien, herrschaftslosen und solidarischen Gesellschaft! Eine, in der eben nicht manche Tiere gleicher sind als andere…
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Spendenkampagne: Kaffeekrise in Chiapas – Unterstützt die zapatistischen Kaffeekooperativen!

Anfang Oktober ist eine 4-köpfige Delegation von solidarischen Gruppen (Syn Allois aus Griechenland, Tatawelo aus Italien, Echange Solidaire aus Frankreich und wir von Aroma Zapatista), die zapatistischen Kaffee importieren, aus Mexiko zurück gekehrt.
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Offenburg: Veranstaltungsmarathon im November: Gegen den Strom – selbstbestimmtes Leben Jenseits von Profit und Ausbeutung

In unserer Vortrags- und Filmreihe wollen wir euch verschiedene Projekte vorstellen, in denen zusammen gelebt, gearbeitet und Neues geschaffen wird, möglichst ohne Hierarchie, Leistungsdruck und Konkurrenzkampf. Diese Projekte basieren auf Ideen, durch die die Welt zu einer anderen – vielleicht sogar einer besseren – verändert werden kann. Dafür gibt es kein Patentrezept. Jedes Projekt ist einzigartig und versucht den Widrigkeiten der kapitalistischen Wirklichkeit auf seine Art zu begegnen.

Wir wollen euch mit der Unterstützung von Referent*innen und Filmen zu einer Reise gegen den Strom einladen.
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Blick nach Kobane – Reisebericht eines Aktivisten der Karakök Autonome

Nun bin ich in Suruc angelangt, einer Stadt in der türkei, welche die Grenze zu Syrien bildet. Der Krieg ist allgegenwärtig. Hier ist das türkische Militär präsent mit seinen Panzern, Wasserwerfern. Die Bevölkerung im Dorf, in welchem ich mich aktuell aufhalte, besteht manchmal nur aus einigen Hundert Menschen, manchmal sind es mehrere Tausend. Viele flüchten von hier, viele kommen aber auch, weil sie über die Grenze möchten, um sich dem Widerstand in Kobane anzuschliessen, in den Reihen der YPJ/YPG zu kämpfen, Lebensmittel zu bringen, mitanzupacken, auf irgendeine Art zu helfen. Es herrscht eine ständige Fluktuation. Immer wieder geht das türkische Militär zum Angriff über, setzt Wasserwerfer oder Tränengas ein, um die Menschen von hier zu vertreiben. Die türkei möchte eine Unterstützung der kurdischen Kämpfer_innen möglichst verhindern.

Rückeroberter Hügel in Kobane
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Bonn: Solidarität mit den Menschen Rojavas

Am 24.10.2014 wird um 14 Uhr vor der Bonner Außenstelle der Botschaft von Katar (Godesberger Allee 77) eine Kundgebung gegen die Organisation „Islamischer Staat“ (IS) stattfinden. Die Anarchistisch-Syndikalistische Jugend Bonn (ASJ) ruft dazu auf, sich zu beteiligen.
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Arbeiten, Kaufen, Wegwerfen – Was ist das Leben wert? Aktion gegen Primark-Eröffnung in Krefeld

Am 15.10. eröffnete die Billig-Textilkette Primark ihre Krefelder Filiale im ehemaligen Hortenhaus. Primark steht insbesondere für die Ausbeutung von Arbeitnehmer/innen in Entwicklungsländern und für prekäre Arbeitsverhältnisse hierzulande, um modische Textilien billigst anbieten zu können.
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Spanien: Dritte Anarchistische Büchermesse in Saragossa

Die 3. Anarchistische Buchmesse Saragossas wird vom 31. Oktober bis zum 2. November stattfinden. Die Veranstaltung wird im Sozialen Zentrum La Revuelta, in der San-Agustín-Straße im Viertel Magdalena sowie im besetzten Zentrum Kike Mur (Gebäude des ehemaligen Torrero Gefängnisses) in der Stadt Saragossa stattfinden.

Während der drei Tage haben alle Mitwirkenden – Verlage, Buchhandlungen oder Distros – einen Stand mit Büchern, Fanzines und Broschüren. Es wird eine 100% vegane Küche und ein Café, mit bezahlbaren Preisen für alle BesucherInnen geben.

Kontakt: libroanarquistazgz[ät]riseup.net

Quelle und mehr: klick