Seit Mitte März nutzen wir das Alsenwohnzimmer für unsere regelmäßigen Treffen. Doch wer sind wir Anarchist_innen eigentlich? Was wollen wir? Ist Anarchie nicht Chaos? Geht das überhaupt? Und werden im Alsenwohnzimmer jetzt Molotow-Cocktails gebaut? Die letzte Frage können wir ruhigen Gewissens und zur allgemeinen Beruhigung verneinen. Wir, die LGⒶBo möchten uns euch vorstellen, eure Fragen beantworten und mit den gängigen Vorurteilen aufräumen. Deshalb laden wir alle Nutzer_innen des Alsenwohnzimmers sowie andere Interessierte_n herzlich zu unserer Veranstaltung ein.
Am: 21.05.13 Um: 20:00 Uhr Im: „Alsenwohnzimmer“ Alsenstr. 27 44789 Bochum
Mit leckerer VolXküche und einem Vortrag zum Thema „Was ist Anarchie“ von Rudolf Mühland.
Rudolf Mühland geht anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag der Frage nach, was Anarchie ist und welche Antworten sie für die Probleme Heute und in der Zukunft liefern kann. Welche Möglichkeiten der Organisation schlüge „der Anarchismus“ auf sozialer, kultureller und ökonomischer Ebene vor? Wie organisieren sich Anarchist_innen heute und wie stellen sie sich die Transformation der Gesellschaft vor? Welche Rolle können selbstorganisierte Freiräume, Genossenschaften, Kollektivbetriebe und Kommunenprojekte spielen? Dies sind einige der Fragen, denen er in seinem Vortrag nachgehen wird. Insgesamt liegt der Schwerpunkt des Vortrages auf den Makrostrukturen unserer Gesellschaft. Nach dem Vortrag und vor der veganen VolXküche steht R. Mühland noch für Fragen, Anregungen, Richtigstellungen und Diskussionen zur Verfügung. Im Anschluss kann zum leckeren Essen natürlich noch weiter diskutiert werden. Wir freuen uns auf vielfältige Gespräche. Vielleicht werden die Antworten, die die Anarchist_innen auf eure Fragen haben, euch ja überraschen und vielleicht sogar dazu bringen euch näher mit dem Thema „Anarchie“ zu beschäftigen. Wir freuen uns auf euch, mit Anarchistischen Grüßen.
Libertäre Gruppe Ⓐus Bochum
Quelle: http://lgausbo.noblogs.org/
]]>Vom 19. bis zum 21. April 2013 hat die Flüchtlingsfrauenkonferenz in Hamburg stattgefunden. Es haben über 130 Flüchtlingsfrauen aus Afghanistan, Ägypten, Algerien, Äthiopien, Brasilien, Deutschland, Elfenbeinküste, Frankreich, Gambia, Guinea, Indien, Iran, Kamerun, Kenia, Kongo, Kosovo, Kurdistan, Mali, Mazedonien, Mexico, Nigeria, Pakis-tan, Russland, Serbien, Sudan, Syrien, Togo, Türkei und Uganda teilgenommen.
Nach einer kraftvollen Vorstellungsrunde am Samstag, bei der jede Frau neben ihrem Namen ihr Herkunftsland und ihre Stadt in Deutschland benannten und mit einer Fahne auf einer Weltkarte und einer Deutschlandkarte markierten, gab es verschiedene Impulsreferate von Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen zu den Themen: „Warum diese Flüchtlingsfrauenkonferenz zum jetzigen Zeitpunkt?“, „Was sind Fluchtgründe von Frauen“ und einer sehr persönlichen Geschichte einer jungen Frau aus Dagestan, die ihren Kampf um Aufenthalt und selbständiges Leben hier in Deutschland schilderte.
Im Anschluss daran ergriffen mehrere Flüchtlingsfrauen das Mikrophon und erzählten ihre Geschichte, ihre Fluchtgründe sowie die Zustände in ihren Heimatländern und in den Lagern und Heimen in Deutschland. Sie benannten die Trennung von ihrer Familie innerhalb Deutschlands, die menschenunwürdigen Unterbringungen in Heimen, Lagern und Dörfern, die mangelnde Versorgung mit Deutschkursen, das Fehlen der Arbeitserlaubnis, die Residenzpflicht sowie den täglichen Kampf, mit wenig Geld bzw. mit Gutscheinen ein Leben bestreiten zu müssen.
Hinzu kommen der alltägliche Rassismus und die (sexuelle) Gewalt. Frauenspezifische Fluchtgründe wie die Genitalverstümmelung, (sexuelle) Gewalt in den Herkunftsländern sowie politische Aktivität und drohende Gefängnisstrafen waren Gegenstand der Redebeiträge. Eine von Abschiebung bedrohte Freundin erfuhr starke Solidarität und hat durch die Flüchtlingsfrauenkonferenz wieder Kraft gefunden, ihren persönlichen Kampf für ein Recht auf Asyl aufzunehmen.
Am Sonntag wurde eine Grußbotschaft von Olesia Lahmar Cherif, die akut von Abschiebung bedroht ist und sich aufgrund dieses Drucks in einer schlechten psychischen Verfassung befindet, vorgelesen. Hieraus entstand die gemeinsam verabschiedete Position der Konferenz, eine Solidaritätserklärung im Namen der Flüchtlingsfrauenkonferenz zu schreiben.
Die Teilnehmerinnen der Konferenz haben beschlossen, unter dem Namen „KARAWANE Flüchtlingsfrauenbewegung“ den gemeinsamen Kampf fortzusetzen. Es wurde eine Koordinierungsgruppe gebildet, die sich regelmäßig trifft und die von der Konferenz beschlossene Flüchtlingsfrauenkonferenz 2014 vorbereitet.
Mit den Ergebnissen der Konferenz gehen alle Frauen zurück in ihre Städte und werden dort berichten. Zum Tribunal in Berlin vom 13. — 16.06.2013 wird es eine Erklärung sowie Anklagen von den Frauen geben.
The CARAVAN Refugee Women Movement
Kontakt: refugeewomanconference ät thecaravan.info
Mehr Infos: http://www.refugeetribunal.org/
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Am 19. August 2012 hatten fünf Aktivist_innen die 10:00-Uhr-Messe im Kölner Dom gestört. Nun hat ein Gerichtsprozess gegen eine_n der Aktivist_innen begonnen. Vorwurf: Gemeinschaftliche Störung der Religionsausübung, versuchte Körperverletzung, versuchte Nötigung. Nach einer Stunde Prozess wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, weil der Saal zu wenig Publikumsplätze zu bieten hatte.
Die Vorgeschichte:
Am 18. August 2012 wurden drei Pussy-Riot-Aktivist_innen in Russland wegen ihrem Punk-Gebet zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Einen Tag später solidarisierte sich eine Gruppe während des Gottesdienstes im Kölner Dom. Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift “FREE PUSSY RIOT AND ALL PRISONERS” bei sich und sangen und schrien nach Maria, die ihnen helfen solle, das System abzutreiben und Pussy-Riot zu befreien. Vorgeworfen wird: gemeinschaftliche Störung der Religionsausübung, versuchte Körperverletzung, versuchte Nötigung. Wie auch der Auftritt der russischen Aktivist_innen dauerte die Performance im Kölner Dom nur wenige Sekunden. Sofort stürmten engagierte Domschweizer auf die singenden Aktivist_innen zu und trugen, schubsten oder zerrten sie unter Einsatz von Würgegriffen und Knietritten aus der Kirche. Dort wurden sie festgehalten bis die Polizei eintraf. Ca. ein halbes Jahr später stellte sich heraus das die Aussagen von diversen deutschen Politiker_innen „in Deutschland wäre das höchstens eine Ordnungswidrigkeit“ wohl nur Propaganda zur Inszenierung des gütigen deutschen Rechtsstaates gegenüber dem bösen Russland darstellte. Das Amtsgericht Köln verschickte im Auftrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl von 40 Tagessätzen an zwei der Aktivist_innen. Eine von beiden zog den Widerspruch gegen den Strafbefehl aus persönlichen Gründen zurück.
Der Prozess:
Am 15.5. versammelten sich zahlreiche Prozessbeobachter_innen und Journalist_innen vor dem Amtsgericht, um den Prozess gegen den Aktivisten zu begleiten. Einigen Unterstützer_innen wurde der Zutritt in den Saal verwehrt da der Saal, den Richter Krebber für den Prozess wählte, lediglich 30 Publikumsplätze vorweisen konnte. Weit kam die Justiz mit ihrer Verhandlung nicht. Patrick und ihr Verteidiger stellten Befangenheitsanträge gegen den Richter in dem sie u.a. den strukturell patriarchalen Charakter von Justiz und Kirche offenlegten. Dieser wurde von Richter Krebber als unzulässig abgewiesen. Anschließend vertagte er die Verhandlung mit der Begründung “die Größe des Saals kommt dem regen öffentlichen Interesse an der Verhandlung nicht nach” auf unbestimmte Zeit.
“Ich konnte den Prozess nutzen um meine Solidartät mit Pussy-Riot kundzutun und meine Kritik an Staat und Kirche zu äußern. Der Russische Staat wurde (zu Recht) scharf kritisiert für die Anklage der Pussy-Riot-Aktivistinnen. Nun zeigt der Prozess, dass in Deutschland Menschen wegen vergleichbarer Taten Repression erfahren. Ich finde, Gerichte und Strafen sind nie ein sinnvolles Mittel zur Konfliktlösung”, sagte eine_r der Aktivist_Innen.
Auch für weitere Prozesstermine ist ein solidarisches Publikum ausdrücklich erwünscht.
Kontakt: pussiriotkoeln@gmx.de
FREE PUSSY RIOT AND ALL PRISONERS
Video von der aktion:
http://vimeo.com/47814337
http://vimeo.com/47813091
Gerichte selbstständig zubereiten:
http://www.projektwerkstatt.de/antirepression/kobra/laien.html
Quelle und Presseberichte zum Prozess unter: Linksunten.Indymedia
]]>Lohndumping durch “Werkverträge” bei Mercedes-Benz. Ein SWR-Mitarbeiter wurde von der Leiharbeitsfirma an eine Logistikfirma verliehen. Dort wurde er aber nicht für Transportarbeiten eingesetzt, sondern direkt am Fließband des Mercedes-Benz-Werkes in Untertürkheim. Bei seiner Arbeit verdiente er einen Stundenlohn von 8,19 Euro. Das macht monatlich etwa 1.220 Euro brutto, also ungefähr 990 Euro netto.
Nach Angaben von Daimler-Betriebsräten liegt die niedrigste Tarif-Lohnstufe für die Daimler-Stammbelegschaft mit etwa 3.400 Euro knapp dreimal so hoch. Der Verdienst des SWR-Reporters als Billiglöhner war so gering, dass er als Familienvater mit vier Kindern Anspruch auf Hartz-IV-Aufstockung in Höhe von 1.550 Euro monatlich hatte.
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Der Anarchismus in Rumänien erlangte vor dem Ersten Weltkrieg seine Blütezeit. Die Verbreitung anarchistischer Ideen ist eng mit Panait Mușoiu verbunden, dem herausragendsten libertären Publizisten des Landes. In der von ihm betriebenen “Bibliothek der Revista Ideei” erschienen anarchistische Klassiker, revolutionäre Literatur und Aufklärungsschriften in thematischer Vielfalt. In Rumänien, „dem Land, in dem das Denken ein Verbrechen ist, wo kein größerer und gefährlicherer Krimineller existiert, als der Denker” (Mușoiu), waren die freiheitlichen Ideen und ihre Protagonisten mit einer aggressiven Allianz aus Kapital, Kirche und Staat konfrontiert. In der multiethnischen Arbeiterbewegung fanden syndikalistische und anarchistische Ideen den größten Zuspruch. Prominente Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung, wie Ștefan Gheorghiu, verbreiteten die Schriften aus dem Hause Mușoiu und popularisierten die syndikalistische Kampfmethode der „direkten Aktion”. Er und der umtriebige Iuliu Neagu-Negulescu agitierten für parteiunabhängige, klassenkämpferische Gewerkschaften.
Die vorliegende Arbeit mit ausgewählten Erstübersetzungen stellt mehr dar als eine Biographie. Sie fördert zahlreiche fundierte Informationen über die Arbeiterbewegung Rumäniens zutage und vermittelt generelle Kenntnisse zur Landesgeschichte. Ihren Fokus legt sie auf die anarchistischen und syndikalistischen Strömungen.
Martin Veith:
Unbeugsam
- Ein Pionier des rumänischen Anarchismus –
Panait Mușoiu
Ca. 350 Seiten, Verlag Edition AV, ISBN: 978-3-86841-076-1
]]>Einen Bericht auf Englisch findet ihr unter: Contra Info
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